Archiv | September 2013

achtung buch: die rache trägt prada von lauren weisberger

Gerade das weibliche Lese- und Kinopublikum wird sich an „Der Teufel trägt Prada“ erinnern. Eine zauberhafte Anne Hathaway in der Rolle der naiven Andie Sachs, die ihre ersten vorsichtigen Schritte in die Verlagswelt machte und dort auch direkt bei Miranda Priesley (brillant gespielt von Meryl Streep), der Herausgeberin des berüchtigten Runway-Magazins – eine der führenden Modezeitschriften – landete. Aus dem Entlein wurde ein hübscher Schwan, der den Verlockungen der luxuriösen Modewelt zu erliegen scheint und sich letztendlich mit einem „Leck mich am Arsch“ bei der Pariser Fashion-Week von Miranda, deren permanenten Schikanen und einer Karriere bei Runway verabschiedete.

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Zehn Jahre ist dies nun her. Andie ist nun verlobt mit dem reichen und attraktiven Max Harrison, Sohn eines großen Verlagsmoguls, und hat zusammen mit ihrer ehemaligen Erzrivalin und jetzt besten Freundin Emily (damals die erste Assistentin Mirandas) die erfolgreiche Hochzeitszeitschrift „The Plunge“ gegründet. Kurz vor der Hochzeit mit Max findet Andie jedoch einen Brief ihrer zukünftigen Schwiegermutter, in welchem diese keinen Hehl aus der Abneigung gegenüber der unstandesgemäßen Andie macht und wie sehr sie sich doch wünschte, dass Max sich doch für seine Ex entscheiden würde, die er noch am Tag des Junggesellenabschieds getroffen hat – wovon er Andie natürlich nichts gesagt hat. All den Wirrungen zum Trotz findet die Traummhochzeit statt und auch Andies Stimmungsschwankungen finden eine logische Erklärung: Das Wunschkind ist auch schon unterwegs.

Während sich im Privaten alles zum Guten gewendet haben scheint, wird Andie im Beruflichen wieder mit ihrer Vergangenheit in Form von Miranda Priesley konfrontiert, die ein großes Interesse daran hat „The Plunge“ aufzukaufen. Es folgen harte Verhandlungen, Schmeicheleien, doch Andie steht dieser „feindlichen Übernahme“, bei der sie letztendlich wieder komplett unter Mirandas Fuchtel stehen würde, komplett negativ gegenüber und verweigert die Unterzeichnung der Vertragsunterlagen. Emily hingegen kann nicht wirklich aus ihrer alten Haut heraus und hängt begierig an Mirandas Lippen und sieht eine schillernde Zukunft – schon aufgrund der horrenden Verkaufssumme, die ihnen geboten wird. Wie wird es weitergehen? Wird Andie Mutterschaft, Familie und Beruf unter einen Hut bekommen und vor allem: Wird sie dem Verkauf zustimmen? Es bleibt spritzig, witzig und spannend…

Nun aber meine Meinung  zum Buch (Achtung SPOILER)

Der zweite Roman aus der Prada-Serie scheint auf den ersten Blick eine wirklich gelungene Fortsetzung zu sein. Locker, lustig, humorvoll, mit dem nötigen Hauch Drama entführt er den Leser erneut in die Luxuswelt der New Yorker Verlage. Auch die Figuren überzeugen, dabei vor allem Andie, die sich nicht mehr herumkommandieren lässt und ihre eigene Meinung hat zu der sie auch steht und für die sie auch kämpft. So gerade die Übernahme von „The Plunge“. Sie will es nicht und macht dies mehr als deutlich. An dieser Stelle erwachte in mir der Eindruck, dass die anderen sie nicht für voll nehmen, ja, ihre Meinung kaum zu interessieren scheint. Max und Emily bezeichnen sie als engstirnig und kurzsichtig, nur weil sie sich dem Terror unter Miranda nicht noch einmal aussetzen will. Während Emily wieder zur anhimmelnden Marionette mutiert und dabei von Max unterstützt wird, der Andie letztendlich sogar absolut mies hintergeht, steht Andie bis zuletzt hinter ihrer Meinung und zieht auch die nötigen Konsequenzen. Sie verlässt „The Plunge“ und auch Max, während Emily zu Miranda zurück geht, dabei jedoch alles anderes als glücklich wird. À propos Miranda: Wo ist die prophezeite Rache?? Ich habe mir mehr Miranda im Roman erwartet, aber mehr als die Versuche um an „The Plunge“ zu kommen (mal bittend, mal charmant, nur einmal drohend) war nicht drin und Rache gleich gar nicht. Sie war nie wirklich fies zu Andie, überhäufte sie eher mit Komplimenten und Nettigkeiten zur Geburt der Kleinen.

Alex, der liebe Ex durfte natürlich auch nicht fehlen und mutiert zum Ende hin doch glatt noch zum Ritter auf dem weißen Ross. Eine Entwicklung, die für mich persönlich zu schnell und zu konstruiert wirkt. Hätte man besser machen können. Bin vom Ende nicht überzeugt.

Alles in allem war es aber ein unterhaltsames Lesevergnügen, wenn auch mit einigen Ecken und Kanten.

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achtung comic: once upon a time – shadow of the queen

Langersehnt und endlich da: das erste Comic Spin Off der abc Serie Once upon a Time mit dem Titel „Shadow of the Queen“ (Plot und Script: Daniel T. Thomsen und Corinna Bechko)

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Rein optisch schon ein wahrer Genuss beim Auspacken. Die liebevolle Gestaltung des Umschlags lässt schon erahnen, dass sich die Handlung um Snow, Regina, Ruby und Graham den Jäger drehen wird. Doch auch unter dem Umschlag bleibt es edel: Goldene Schrift auf braunem Untergrund.

Insgesamt umfasst der Comic ca. 120 Seiten und ist in vier Kapitel unterteilt, die je von einem oder mehreren verschiedenen Künstler(n) gestaltet wurden (1: Michael Del Mundo, 2: Vasilis Lolos, 3: Mike Henderson und John Rauch, 4: Michael Kaluta, Mike Henderson, Scott Hanna, Christopher Sotomayor). Dazu kommt noch umfangreiches Bonusmaterial im Sinne von Charakterskizzen, Zeichnungen von Schauplätzen sowie ein Einblick in die Entstehung einer solchen GraphicNovel.

Zur Handlung soll an dieser Stelle nicht sehr viel gesagt werden, 120 Seiten sind nicht viel in einem Comic und darum so wenige Spoiler wie nur möglich. Was wir wissen, ist dass Regina das Herz des Jägers / Grahams in ihrer Gewalt hat. Im Comic erfahren wir, wie es zu dieser „Beziehung“ zwischen den beiden kommen konnte und wie es gelang, dass Regina ihn derart in ihre Gewalt bringen konnte. Grund war natürlich Regina‘s Hass auf Snow White. Um sie endlich in ihre Gewalt zu bringen scheut sie auch nicht vor einem Rudel machtgieriger Werwölfe zurück. Kann es an dieser Stelle Ruby gelingen, ihr Rudel auf den rechten Weg zu bringen und ihre Freundin Snow vor Reginas Rache zu beschützen? Wird der Jäger sich für die Liebe oder die Loyalität gegenüber Regina entscheiden? Gut, die Antwort auf diese Frage kennt man, wenn man die Serie liebt, aber es ist spannend zu erfahren, was die Vorgeschichte dazu zu bieten hat.

Shadow of the Queen ist ein tolles Spin Off der Serie, wenn auch mit knapp 120 Seiten sehr schnell gelesen und angeschaut. Rein grafisch betrachtet ein wahrer Genuss, wobei ich sagen muss, dass mir die Illustrationen von Vasilis Lolos (Kapitel 2) etwas aus dem Rahmen fielen. Sicher hat jeder Illustrator seinen eigenen Stil, aber die anderen drei Kapitel harmonierten in sich anhand der Optik besser. Dabei soll der künstlerischen Leistung von Lolos jedoch kein Abbruch getan werden, seine Zeichnungen sind absolut toll! Auch die Handlung konnte mich überzeugen, wobei ich noch unsicher bin, was genau ich von dem kurzen Aufenthalt in Atlantis halten soll.

Alles in allem jedoch eine wohl überlegte und tolle Investition, die ich keinesfalls bereue und sehr genossen habe (und sicher auch noch öfters zur Hand nehmen werde). Für einen Fan der Serie auf jeden Fall ein Muss. Ich hoffe, Marvel wird in Zukunft noch das eine oder andere Spin Off der Serie herausbringen. Potential gibt es ja nun wirklich genug 🙂

achtung buch: stellt euch vor, oder lieber nicht… der eiserne wald von chris howard

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Stellt euch vor, ihr würdet in einer Welt leben, in der es weder Tiere noch Pflanzen gäbe und Mais das einzige verfügbare vollwertige Nahrungsmittel ist. Verfügbar ja, aber zu horrenden Preisen. Menschen werden wie Sklaven gehandelt und eine Institution namens GenTech scheint über allen Dingen zu stehen und alle Zügel in der Hand zu halten.

Habt ihr das Bild? Dann Willkommen in der Welt von Banyan, einem jungen Tree Builder, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, aus Eisen, Metall und anderen Abfällen Pflanzen so naturgetreu wie möglich auf kunstvollste Weise nachzubilden und so seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Bei einem seiner Aufträge begegnet er einer mysteriösen Frau, die einen lebensechten Baum auf den Bauch tätowiert hat. Nachdem der Zufall in Form der Tochter ihm noch ein Polaroid eines echten Baumes, an den sein Vater gekettet ist, in die Hände spielt, steht für Banyan fest, dass die Bäume nach wie vor existierten müssen und eine abenteuerliche Reise ins gelobte Land „Zion“ beginnt. Unterwegs trifft er auf alte und neue Bekannte, wie beispielsweise die junge Piratin Alpha, die ihn auf seiner Reise begleiten werden…

Chris Howard greift in seinem Roman mehrere sehr zeitgemäße Themen auf. Zum einen die Vernichtung der Wälder, Klimakatastrophen und den Klimawandel und zum anderen die daraus hervorgehenden Folgen für die Menschheit. Bäume spenden Leben, Nahrung und Schutz. Banyans Welt hat all dies nicht, die Menschen sind von Armut geplagt, geben ihr Hab und Gut für eine Hand voll Mais, Insekten mutieren zu einer menschenfressenden Bedrohung und Menschen sowie Natur spielen verrückt im kalten Kampf ums Überleben. Hinzu kommt noch die Wissenschaft, die uns die Bedrohungen der Klontechnologie vor die Augen führt. Erst ein Schaf, dann Pflanzen und in diesem Jahr erste Erfolge beim Klonen von Stammzellen eines Embryos. Für die Wissenschaft ein Grund zum Jubeln, für mich ein Aufschrei des Entsetzens. Wozu wird die Menschheit eines Tages fähig sein? Gibt es auf der einen Seite die Guten, die die Erkenntnisse im Sinne der Menschheit einsetzen werden, so gibt es auch immer die Gegenspieler. Folgen: Will man sich nicht ausmalen, werden aber im Buch ausreichend angedeutet.

Nun noch zum Buch:

Insgesamt hat es sich schön lesen lassen, wobei ich ab ungefähr Seite 250 ein paar Seiten nur noch überflogen habe, da sich die Geschichte auf der Arche für mein Gefühl etwas hingezogen hat. Danach war ich aber wieder voll dabei und bin nun wirklich gespannt, wie es dann in Teil 2 weitergehen wird. Banyan ist mir sehr ans Herz gewachsen mit seinem Mut und seinem Willen und Durchhaltevermögen trotz aller Schicksalsschläge, die er im Laufe des Buches erleiden muss. In diesem Zusammenhang steht auch meine Bewunderung für Alpha, die ihn sehr gut ergänzt. Ein gekonntes Spiel mit den erschreckenden Vorstellungen einer wissenschaftsdominierten Zukunft inklusive deren Missbrauch (Wissenschaft soll ja nicht zwingend als schlecht gelten, sie wird ja erst dazu, wozu der Mensch sie nutzt oder missbraucht), welches bis zur letzten Seite in die Tiefe geht und zum Nachdenken anregt! Ich kann es nur empfehlen 

So schnell kann’s gehen….

Nun war ich wieder eine Weile nicht online – aus gutem Grund – ich habe mir den Mittelfuß gebrochen, auf eine ziemlich unspektakuläre Weise: einmal aus der Haustüre raus, auf dem Abtreter ausgerutscht und umgeknickt. That’s it. Es folgten 5 Tage Krankenhaus inklusive persönlicher Wertsteigerung in Form von 2 Titanschrauben und Draht *wääääh* und nun 6 Wochen unfreiwillige Zwangsisolation. Fleißiges Üben mit den Krücken gehört zum Alltag, aber einfach ist anders 🙂 Mittwoch war mein erster Besuch beim Chirurgen, den ich gern mit euch teilen möchte, nachdem er bei den Arbeitskollegen für große Erheiterung gesorgt hat 🙂

Um 6 aufgestanden, totaaaaaaaaaaal
verschlafen um 7 ins Taxi gehüpft (nachdem ich eine Minute lang bibbernd auf der Stufe stand, die zu dem Abtreter vorm Haus führte, der für die Misere verantwortlich ist), und beim Doc angekommen. Stehen da doch kurz nach 7 schon 6 kampfbereite, bis unter die dritten Zähne bewaffnete Aggro-Rentner im Treppenhaus. Ich mich da erstmal durchgequetscht und auf die Treppe fallen lassen – bergauf pack ich wirklich nicht so gut. Unterdessen kommen weitere Rentner rein, suchend, schnüffelnd nach einer Lücke im System, durch welche man sich einen Vorteil verschaffen kann. 7.30 Uhr: es gibt
Banaaaaaaaaaaaaaanaaaaaaaaas, nee die Tür geht nur auf. Ich hilflos auf meinen Krücken – schwankend, bibbernd, Angstschweiß – an dieser wilden Horde vorbei, bzw. habe mich treiben lassen. Besagte Killeroma drängelte sich
natürlich durch, ohne Rücksicht auf Verluste bis auf Platz 2, Opa mit großen Zähnen holte auf, überholte sie auf der Zielgeraden, bevor er von der eigentlichen Erstplatzierten zurückkomplementiert wurde. Das war wie auf der
Galopprennbahn. Ich stand neben einer netten Omi, die mich sogar noch aufmerksam machte, dass ich vor ihr dran bin – es gibt doch nette Menschen – wobei es mir an dieser Stelle eigentlich alles egal war. Nur gut und heil da
wieder rauskommen. Anmeldung absolviert und mit den ermunternden Worten der Schwester, dass alles wieder heile wird zum Warteraum gebeten. Hmmm innerer Monolog: du musst jetzt durch die Omas zurück. Haaaaaaaalt da links gehts
auch lang… Versuch macht klug, hüpf hüpf hüpf tadaaaaaa *plumps* angekommen. Jacke aus (war ja warm) und Luft geholt – zack Frau Groß in Zimmer 2. Häääääääääää ich???? *umguck* Rennbahnrentner sitzen alle noch,
echt jetzt ichhhh??? *hihi* also wieder hüpf hüpf hüpf…Sprechzimmer. Bin glaub echt so ein Routinefall, denn die Schwester hat gleich mal alles klar gemacht was Rezepte und Krankenschein (18.10.!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!) betraf, aber mir
auch gleich die freudige Botschaft vermittelt, dass ich ganz bestimmt, wenn ich mich nicht so anstrenge, eher etwas arbeiten darf! Dann kam der Meister höchstpersönlich – Doc Thurau. Guckt drauf, grinst, schreibt noch Thrombose
Spritzen dazu (ich kann das nicht, ich kann das nicht, ich kann das nicht – bloß gut, wenn man eine derart schmerzfrei Ma hat, die das sichtlich genießt, wie man sich windet 😉 aaaaaaaaaaaaaber… Drogenkarriere definitiv ausgeschlossen). Und nun kommts –  wenn nächste Woche beim Röntgen alles hübsch ist, bekomme ich einen Schuh,  *juhuuuuuuuuuuuuu* und wenn ich damit gut klar komme, dann darf ich auch bissl arbeiten und so! Natürlich slow motion, aber schnell geht eh nicht, mache ich eben nur Rentner Abo…. 😀 Das war es dann auch schon und ich bin wieder rausgehüpft, mit einem
minimalen Lächeln und einem netten „Auf Wiedersehen“, was kaum Resonanz fand. Waren die Rentner wohl angepisst, dass ich doch eher dran war….

Soviel von mir, nächstes Mal wird es wieder buchig 🙂

so weit die flügel tragen: metamorphose am rande des himmels von mathias malzieu

Nachdem ich „Die Mechanik des Herzens“ von Mathias Malzieu schon verschlungen hatte, war natürlich klar, dass ich mich sofort auf dieses Buch stürzen würde. Vor 2 Tagen habe ich es begonnen… und auch beendet.

Metamorphose am Rande des Himmels von Mathias Malzieu

„Ich heiße Tom „Häma-Tom“ Cloudman. Man sagt, ich sei der schlechteste Stuntman aller Zeiten. Ganz falsch ist das nicht. Ich bin außergewöhnlich ungeschickt und laufe ständig überall gegen. Ich beneide die Vögel um ihre Freiheit, vielleicht schaue ich zu oft zu ihnen hoch. Schon damals auf dem Schulhof zog ich Rollschuhe an, um fliegen zu üben und den unerreichbaren Miniaturfrauen einen Kuss zu entlocken. Aber ich flog nicht hoch, sondern immer nur auf die Nase.“ (Quelle: M. Malzieu: Metamorphose am Rande des Himmels)

Mit diesen Worten wird uns der Protagonist des knapp 140 Seiten starken Romans des Franzosen Mathias Malzieu vorgestellt. Trotz der vielen Unfälle und Missgeschicke, kann Tom jedoch nicht aufhören, immer weiter, immer höher, immer verrückter zu versuchen von der Erde abzuheben, was jedoch nie zu Erfolg führt – sieht man von den schlimmen Verletzungen ab, die er jedesmal wieder davonträgt. Aufgeben – dieses Wort gab es für Tom jedoch zu keiner Zeit und so ging er auf Reisen um dort seinem ungewöhnlichen Hobby nachzugehen. Während seine Reise, die er in einem arg außergewöhnlichen Gefährt antrat, entdeckte er auch seine Liebe zu Büchern. Da er jedoch kaum Platz für diese hatte, entwickelte er eine geschickte Technik um auch andere Menschen an seinem Glück teilhaben lassen zu können.

„Wenn Sie dieses Buch finden, nehmen Sie es mit und lesen Sie es. Am Schluss schreiben Sie Ihre Gedanken dazu auf. Notieren Sie auch das Datum und den Fundort. Legen Sie es anschließend wieder irgendwo ab, wo jemand anderes es finden kann.“

Diese Idee berührte mich auf besondere Weise, da sie mich an die vielen Bücherkisten erinnert, die in Dresden an den Straßenrändern der Neustadt stehen und dazu auffordern, in die Welt der Bücher zu verschwinden, die jemanden anderen vorher verzaubert haben.

Doch nun nochmals zurück zu Tom. Seine Reise nahm durch einen schweren Unfall ein jähes Ende. Tom landete im Krankenhaus, wo ihn eine viel schlimmere Diagnose erwartete, als eine komplizierte Fraktur: ein Tumor am Rücken – von ihm als Rote Beete bezeichnet. Tom gibt seinen Traum vom Fliegen jedoch niemals auf, auch dann nicht, als die Rote Beete ihn zu verschlingen droht. Zu diesem Zeitpunkt begegnet er der Vogelfrau Endorphina, die seinem Leben eine entscheidende Wendung geben wird…

Mehr soll zum Inhalt nicht verraten werden, denn man muss die Geschichte einfach gelesen haben, um ihre Tragweite zu verstehen. Jedes Wort würde den Gehalt schmälern, da man nur schwerlich in der Lage ist, den wundervollen Schreibstil des Autors in Worte zu fassen.

 Ich bin ganz unvorbereitet auf den Roman “zugestürmt”, ohne vorher Inhaltsangaben, Klappentext etc. gelesen zu haben. Die Erinnerung an “Die Mechanik des Herzens” hatte mir genug Euphorie verliehen. Doch dann, nach dem Unfall, kam die Krebsdiagnose des Protagonisten wie ein Hammer. Für mich ein “nicht-schon-wieder-Moment”, ohne das abwertend zu meinen. Grund dafür ist (ich bin hier jetzt komplett offen, was mir nicht leicht fällt….) die schwere Krebserkrankung meines Vaters. Es werden bald drei Jahre Kampf gegen diese Krankheit. Große Hoffnungen, die innerhalb von Minuten zerstört werden können, wie bei uns vor 3 Wochen, als die “Rote Beete” auf einmal nach hoffnungsvollen Momenten mit vollster Aggressivität wieder da war. Begriffe, wie “letzte Chance”, “sieht nicht gut aus”, “entweder… oder”, dominieren das Leben mit einer brutalen Gewalt. Und dieses wird im Roman auf eine märchenhaft, verschleierte Weise deutlich. Der von Euch erwähnte fehlende Hoffnungsgedanke trifft zu, wobei er andererseits die klare Realität wiederspiegelt. Man bekommt diese Diagnosen und die Folgen leider nicht sonderlich sensibel vermittelt, sondern nüchtern und sachlich serviert. Da kommt für mich die Figur der Endorphina ins Spiel – einerseits die “Flucht” des Patienten vor dem Schmerz, dem Leid… und andererseits als Mittel der Verdrängung und des Wegschiebens. Aber Liebe ist kein Pakt, Liebe muss wirklich aus dem Innersten des Menschen kommen, denn in einer solchen Situation zueinanderzuhalten und das gemeinsam durchzustehen erfordert mehr als nur menschliche Kraft – das kann nicht auf Basis einer Vereinbarung passieren…

achtung, buch: gone girl von gillian flynn

Gone-Girl-Gillian-Flynn

Wir befinden uns am Tag, als….

Amy und Nick Dunne ihren fünften Hochzeitstag haben. Alles scheint auf den ersten Blick normal, Amy ist in der Küche und bereitet Pfannkuchen zu und Nick geht zur Arbeit. Doch schon der erste Einblick in Nicks Gedanken zeigt, dass die äußerliche Harmonie nur eine Täuschung ist. Die Ehe der beiden ist von permanenten Spannungen gezeichnet, seit Nick und Amy arbeitslos wurden, Nicks Mutter schwer krank wurde und beide nach Missouri, Nicks Geburtsort, zurückzogen – an einem Ort, an dem Amy nie glücklich werden konnte….

Als Nick von der Arbeit zurückkam, war Amy plötzlich verschwunden und Nick wird zum Hauptverdächtigen für die Polizei, die Familie und die Freunde. Sein gesamtes Auftreten und sein Charakter tun ihr übriges, um diesen Umstand zu untermauern. Wird es ihm gelingen, aus dieser Misere herauszukommen oder war er wirklich der Täter? Mehr soll zum Inhalt des Buches an dieser Stelle gar nicht gesagt werden.

Im ersten Teil – Junge verliert Mädchen – beschreibt Gillian Flynn in wechselnder Perspektive die Geschehnisse der Gegenwart (Nick’s Darstellung) und der Vergangenheit (Amy’s Tagebuch), sodass man sich bald ein Bild der beiden Charaktere machen kann. Ist das wirklich so? Nein, denn die Autorin stellt beide Figuren so raffiniert dar, dass man permanent am Schwanken ist, ob Nick nun sympathisch ist oder doch ein grausamer Ehemann. Genauso verhält es sich auch mit Amy: Ist sie wirklich die arme Hausfrau oder doch nur eine New Yorker Nervensäge, die mit dem Leben mit Nick nicht zurechtkommt? Kaum denkt man, dass man die Figuren durchschaut hat, wird man jedoch schon wieder eines besseren belehrt, da die Geschichte zu hundert Prozent wieder eine Wendung einschlagen wird, welche die bisherige Meinung über den Haufen werfen wird.

Bis zum Beginn des zweiten Teils konnte ich mir eine gute Meinung zum Buch machen und es ließ sich mehr und mehr die Richtung feststellen, in welche die Handlung letztendlich gehen würde – habe ich gedacht. In diesem Teil – Junge trifft Mädchen – erfahren wir neben den aktuellen Geschehnissen aus der Sicht Nicks auch die Dinge, die seit dem Hochzeitstag aus der Sicht Amys geschehen sind. Mehr soll nicht gesagt werden, außer dass an dieser Stelle die Brillanz der Autorin noch stärker hervorkommt. Mit welcher psychologischen Raffinesse die Charaktere gezeichnet wurden, wird nun erst richtig deutlich. Von nun an entwickelt sich das Buch weiter mit einer Fülle von Überraschungen, unerwarteten Wendungen und auch einer gewissen Portion Humor stetig zum Ende hin, wobei die Überschrift des dritten Teils – Junge bekommt Mädchen zurück (oder andersherum) zunächst diverse Hoffnungen (oder auch Ängste) beim Leser weckt, bevor das Buch mit einer letzten großen Überraschung endet.

Fazit: Flynn beschreibt in ihrem Roman sehr gut die Beziehung zwischen den beiden Menschen – sogar so gut, dass diese jeder, der selbst in einer Beziehung ist, nachvollziehen kann. Nach außen hin gelingt es oft, die Dinge besser aussehen zu lassen, als es in Wahrheit ist. Was sich in den eigenen vier Wänden abspielt, wissen eben doch nur die, die darin leben. Mit Gone Girl ist Gillian Flynn ein Kunstwerk der menschlichen Psychologie gelungen. Voller Raffinesse und mit einem fließenden, nie langweilig werdendem Stil beschreibt sie die Beziehung ihrer beiden Protagonisten mit all ihren Höhen und Tiefen, bishin zu den wirklichen Abgründen der Menschlichkeit. Tana Frenchs Aussage (Klappentext): „GONE GIRL ist eines der besten und furchterregendsten Bücher, das ich jemals gelesen habe. Hier wird unglaublich gnadenlos, geistreich und perfide manipuliert. Erschreckend, wie sich oberflächliche Normalität und das abgründig Böse untrennbar verstricken.“ kann ich nur zustimmen. Sie trifft den Kern des Buches total. Mir wurden schlaflose Nächte beschert, da ich GONE GIRL einfach nicht mehr weglegen konnte und ich kann es jedem nur empfehlen. Und liebe Leute in Beziehungen oder Ehen: Seid ihr wirklich sicher, dass ihr eure Partner richtig kennt??? 😉

urlaub 2013 – einmal durch die eifel und zurück

Nachdem ich jetzt eine Weile nichts von mir hören lassen habe (ziemlich turbulente Wochen liegen hinter uns in Bezug auf Papas Krankheit etc.) wird es heute dafür ein ganz besonderer Text.

Am 26. August ging es los in den Urlaub – nämlich nach Köln und in die Eifel zu meinem ehemaligen Arbeitskollegen und gutem Freund Klaus. Geplant haben wir das Ganze irgendwann Anfang Juli, nachdem wir es uns schon lange vorgenommen hatten. Eigentlich wollte ich ja mit der Bahn fahren, aber 133€ pro Strecke und 7,5h Fahrzeit waren gleich wieder so ein gnääääähhhh Faktor. Aber manchmal ereilen einen ja die merkwürdigsten Geistesblitze – meiner hieß Germanwings. Tadaaaaa Termine gecheckt und alles klar gemacht und „zack“ hatte ich die Daten im Mailpostfach.

Am 26.8. war ich dann schon bissl nervös, denn a) wann war ich das letzte Mal geflogen?? Und b) wie wird es alles werden? Es ist ja das Eine, ob man sich auf Arbeit und in der Freizeit gut versteht, oder ob man eine Woche komplett zusammen wohnt 🙂

Doch zunächst einmal das Abenteuer Flughafen. Nachdem ich mich erstmal orientiert hatte und sogar elektronisch eingecheckt hatte *juhuuuu*, machte ich mich erstmal auf die Suche nach dem Ort, an dem ich mein Gepäck loswerden würde. Den fand ich auch sehr schnell und bekam einen ersten Einblick in die Gesellschaft meiner Mitreisenden: eine Horde wilder Kölscher Terrorrentner. Oh mein Gott… Irgendwann war mein Gepäck dann ordnungsgemäß abgeliefert und hey, meine Panik bezüglich Übergewichts war absolut unbegründet 🙂 bis der nächste Hammer kam: 45min Verspätung.

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Dann, endlich – Flugzeug da und alle rein und Murphy’s Gesetz schlug erneut erbarmungslos zu. Direkt hinter mir der schlimmste der Kölschen Terrorrentner, der sich den ganzen Flug damit beschäftigte so laut zu lachen und irgendwelche Zoten von sich zu geben, dass man phasenweise wirklich Angst hatte, sein Gebiss in den Nacken zu bekommen. Also Kopfhörer auf, Hörbuch an und Aussicht genießen.

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Endlich angekommen, hieß es erstmal den Ausgang zu suchen – Köln-Bonn ist doch schon ne andere Größenordnung als Dresden, aber ich hab es dann doch geschafft. Dann ging es auch schon in die Kölner Innenstadt, etwas bummeln, Dom schauen, geniale Burger futtern und 2, 3, 4 Kölsch trinken. Ziemlich groggy ging es danach in die Eifel mitten in den Wald, wo ich die nächsten Tage mit Klaus und den Miezen verbringen würde – Idylle und Ruhe pur.

Am Dienstag fuhren wir dann nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück (ja, in mich passt früh nur ein großes Brötchen rein J ) los in die Eifellandschaft. Erster Zwischenstopp war Wallenborn, wo wir den kleinsten aktiven Vulkan „Brubbel“ angeschaut haben, der alle 35 min ausbricht.

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Danach ging es weiter zu den Dauner Maaren. Falls sich der eine oder andere nun genauso wie ich fragt, was das ist: Es sind ehemalige, mit Wasser gefüllte Vulkankrater. Wahnsinn!!!!! Der perfekte Ort zum Seele baumeln lassen.

 

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Letzte Etappe war dann die Burg Eltz – die hat mich wirklich sprachlos gemacht. Es ist die älteste komplett erhaltene mittelalterliche Burg Deutschlands, die teilweise sogar noch von Teilen der Familie bewohnt wird. Nach einer tollen Burgführung ging es dann zurück nach Hause und lecker italienisch essen.

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Mittwoch hieß es dann nochmal Köln.Erster Zwischenstpp war der Musicstore. Da geht jedem, der etwas für Musik, Sound, Licht oder Veranstaltungen übrig hat, das Herz auf. Haben viele Bekannte und Kollegen von Klaus getroffen und viel Zeit da gelassen! Aber es war klasse.

Dann ging es weiter in die Innenstadt. Nach einer ausgiebigen Dombesichtigung waren wir bummeln, haben den Mausladen leer gekauft und einfach schön den Tag verbracht.

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Abends haben wir noch nen anderen Kumpel und Musikerkollegen von Klaus getroffen, der als Überraschungsgast die Kölner Musiklegende Micky Brühl mitgebracht hat. War sehr sehr lustig und viel Kölsch gab es natürlich auch

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Der Donnerstag stand dann ganz im Zeichen der Mosel. Wir haben eine knapp 5 Stunden Moselfahrt gemacht, die Landschaft und den guten Wein genossen und einfach komplett die Seele baumeln lassen, bevor wir abends nach Luxemburg gefahren sind, wo wir bei Freunden und ehemaligen Kollegen zum Essen eingeladen waren. Hier einige Bilder der schönen Landschaft:

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In Luxemburg angekommen, haben wir einen kurzen Halt an der Philharmonie gemacht, an der ich eine Zeit lang in der Dramaturgie als Praktikantin gearbeitet habe. Danach ging es auch schon zu Johannes, wo wir bei einem brillanten Essen einen einfach nur einmalig schönen Abend mit seiner Familie und Rara hatten. 

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Freitag hieß es dann packen und nochmal schön die Seele baumeln lassen im Eifelwaldhaus. Klaus hatte Besuch von einem Kumpel – die beiden waren dann schnell im Studio zum Basteln verschwunden *grins* und ich habe die Zeit genutzt, um mit meinen Babykatzen zu spielen, durch den Wald zu schlendern, den Alltag noch ein letztes Mal komplett hinter mir zu lassen.

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Abends war wir dann noch lecker beim Thai essen und haben den Abend entspannt ausklingen lassen, da es früh um 7 leider schon wieder zurück in die Heimat gehen würde.

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Zusammenfassend kann ich zu diesem Urlaub nur sagen: Es war einmalig toll, entspannend, interessant – Urlaub eben. Und ich danke an dieser Stelle vor allem Klaus, der diesen Urlaub so unvergesslich für mich gemacht hat und auch allen anderen, die ich wiedertreffen oder kennenlernen durfte. Freue mich schon wahnsinnig auf den Gegenbesuch und den nächsten Trip in die Eifel 🙂