achtung buch: die rache trägt prada von lauren weisberger

Gerade das weibliche Lese- und Kinopublikum wird sich an „Der Teufel trägt Prada“ erinnern. Eine zauberhafte Anne Hathaway in der Rolle der naiven Andie Sachs, die ihre ersten vorsichtigen Schritte in die Verlagswelt machte und dort auch direkt bei Miranda Priesley (brillant gespielt von Meryl Streep), der Herausgeberin des berüchtigten Runway-Magazins – eine der führenden Modezeitschriften – landete. Aus dem Entlein wurde ein hübscher Schwan, der den Verlockungen der luxuriösen Modewelt zu erliegen scheint und sich letztendlich mit einem „Leck mich am Arsch“ bei der Pariser Fashion-Week von Miranda, deren permanenten Schikanen und einer Karriere bei Runway verabschiedete.

Die-Rache-trägt-Prada

Zehn Jahre ist dies nun her. Andie ist nun verlobt mit dem reichen und attraktiven Max Harrison, Sohn eines großen Verlagsmoguls, und hat zusammen mit ihrer ehemaligen Erzrivalin und jetzt besten Freundin Emily (damals die erste Assistentin Mirandas) die erfolgreiche Hochzeitszeitschrift „The Plunge“ gegründet. Kurz vor der Hochzeit mit Max findet Andie jedoch einen Brief ihrer zukünftigen Schwiegermutter, in welchem diese keinen Hehl aus der Abneigung gegenüber der unstandesgemäßen Andie macht und wie sehr sie sich doch wünschte, dass Max sich doch für seine Ex entscheiden würde, die er noch am Tag des Junggesellenabschieds getroffen hat – wovon er Andie natürlich nichts gesagt hat. All den Wirrungen zum Trotz findet die Traummhochzeit statt und auch Andies Stimmungsschwankungen finden eine logische Erklärung: Das Wunschkind ist auch schon unterwegs.

Während sich im Privaten alles zum Guten gewendet haben scheint, wird Andie im Beruflichen wieder mit ihrer Vergangenheit in Form von Miranda Priesley konfrontiert, die ein großes Interesse daran hat „The Plunge“ aufzukaufen. Es folgen harte Verhandlungen, Schmeicheleien, doch Andie steht dieser „feindlichen Übernahme“, bei der sie letztendlich wieder komplett unter Mirandas Fuchtel stehen würde, komplett negativ gegenüber und verweigert die Unterzeichnung der Vertragsunterlagen. Emily hingegen kann nicht wirklich aus ihrer alten Haut heraus und hängt begierig an Mirandas Lippen und sieht eine schillernde Zukunft – schon aufgrund der horrenden Verkaufssumme, die ihnen geboten wird. Wie wird es weitergehen? Wird Andie Mutterschaft, Familie und Beruf unter einen Hut bekommen und vor allem: Wird sie dem Verkauf zustimmen? Es bleibt spritzig, witzig und spannend…

Nun aber meine Meinung  zum Buch (Achtung SPOILER)

Der zweite Roman aus der Prada-Serie scheint auf den ersten Blick eine wirklich gelungene Fortsetzung zu sein. Locker, lustig, humorvoll, mit dem nötigen Hauch Drama entführt er den Leser erneut in die Luxuswelt der New Yorker Verlage. Auch die Figuren überzeugen, dabei vor allem Andie, die sich nicht mehr herumkommandieren lässt und ihre eigene Meinung hat zu der sie auch steht und für die sie auch kämpft. So gerade die Übernahme von „The Plunge“. Sie will es nicht und macht dies mehr als deutlich. An dieser Stelle erwachte in mir der Eindruck, dass die anderen sie nicht für voll nehmen, ja, ihre Meinung kaum zu interessieren scheint. Max und Emily bezeichnen sie als engstirnig und kurzsichtig, nur weil sie sich dem Terror unter Miranda nicht noch einmal aussetzen will. Während Emily wieder zur anhimmelnden Marionette mutiert und dabei von Max unterstützt wird, der Andie letztendlich sogar absolut mies hintergeht, steht Andie bis zuletzt hinter ihrer Meinung und zieht auch die nötigen Konsequenzen. Sie verlässt „The Plunge“ und auch Max, während Emily zu Miranda zurück geht, dabei jedoch alles anderes als glücklich wird. À propos Miranda: Wo ist die prophezeite Rache?? Ich habe mir mehr Miranda im Roman erwartet, aber mehr als die Versuche um an „The Plunge“ zu kommen (mal bittend, mal charmant, nur einmal drohend) war nicht drin und Rache gleich gar nicht. Sie war nie wirklich fies zu Andie, überhäufte sie eher mit Komplimenten und Nettigkeiten zur Geburt der Kleinen.

Alex, der liebe Ex durfte natürlich auch nicht fehlen und mutiert zum Ende hin doch glatt noch zum Ritter auf dem weißen Ross. Eine Entwicklung, die für mich persönlich zu schnell und zu konstruiert wirkt. Hätte man besser machen können. Bin vom Ende nicht überzeugt.

Alles in allem war es aber ein unterhaltsames Lesevergnügen, wenn auch mit einigen Ecken und Kanten.

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