achtung advent: ein lieber gruß an euch :-)

Adventszeit, turbulente Zeit – vor allem mit einem Nebenjob am Theater, wo im Dezember fast täglich morgens zwei Märchenvorstellungen mit ca. je 430 Kindern stattfinden und abends noch der normale Spielbetrieb läuft. Resultat: akuter Schlafmangel, Konzentrationsdefizite, eine Masterarbeit, die noch einige Wochen in die Ferne rückt, keine Weihnachtsgeschenke aber tausend Ideen, …

Das soll allerdings keine Klage sein, denn um nichts in aller Welt möchte ich die begeisterten Kiddies missen, die Herzenswärme, die strahlenden Augen, das bunte Gewusel in den Wandelgängen – einfach der schönste Lohn für die Arbeit.

Vielmehr sollte dies eine kleine Erklärung für Euch, meine lieben Leser, sein. Ich habe drei, fast schon 4 angefangene Rezis hier liegen und den zweiten Advent verpennt. Das macht mir ein schlechtes Gewissen. Aber ab Dienstag habe ich 3 Tage frei und werde aufarbeiten *lach*

Bis dahin ein mega lieber Gruß an Euch und ein Adventsgedicht vom göttlichen Loriot:

Advent
©  Vicco v. Bülow alias Loriot

Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.
Und dort, von ferne her durchbricht
den dunklen Tann ein helles Licht.

Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein:
Am Niklasabend muss es sein.

Und als das Häslein ging zur Ruh,
das Rehlein tat die Augen zu,
erlegte sie direkt von vorn
den Gatten über Kimm und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei- drei- viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln,
derweil die Sterne traulich funkeln.

Und in der Guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.

Nun muß die Försterin sich eilen
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Weidmanns Sitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied,
was der Gemahl bisher vermied.
Behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück.
Und packt sodann, es geht auf Vier –
die Reste in Geschenkpapier.

Von Ferne tönt´s wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist’s, der in so tiefer Nacht
so spät noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt auf goldnem Schlitten
mit einem Hirsch herangeritten.
Sagt, gute Frau, habt Ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?

Die sechs Pakete, heil’ger Mann,
s‘ ist alles, was ich geben kann.
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise,
die Silberschellen klingen leise,
im Försterhaus die Kerze brennt,
die Glocke klingt, es ist Advent.

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