achtung buch: sheila levine ist tot und lebt in new york von gail parent

13-10-18_sheila_levine_02

All the single Ladies:

Achtung, lange Zeit vor Carrie Bradshaw und Bridget Jones gab es eine andere Single-Lady in New York. 1972 erschien bei G. P. Putnam’s Sons erstmals der Roman Sheila Levine is dead and living in New York von Gail Parent. Jetzt, über 40 Jahre später, schaffte es der Roman über die quirlige junge Dame auch nach Deutschland und erschien 2013 in erster Auflage beim Metrolit Verlag.

Doch wer ist Sheila Levine?
Ihr erwartet ein quirliges Mädel à la Carrie? Da liegt ihr leider teilweise falsch. Sheila ist mittlerweile 30 Jahre alt, Jüdin und noch immer Single. Grund genug für sie, freiwillig aus dem Leben scheiden zu wollen. Eine Entscheidung mit der sie sich mehr und mehr anfreundet. Doch wie kam es zu diesem Entschluss?

Im Roman, Sheilas knapp 300 Seiten langem Abschiedsbrief, erfahren wir detailliert, wie ihr Leben von Geburt an bis jetzt verlaufen ist – eine desaströs, chaotisch-humorvolle Mischung aus Fettnäpfchen, lustigen und skurrilen Erlebnissen und der Erfüllung des großes Zieles: den einen wahren Traummann zu finden.

Ja, der perfekte Partner steht schon seit ihrer Geburt ganz oben auf der Liste. Die Hochzeit DAS Thema schlechthin, welches sich wie ein roter Faden durch das Leben der jungen Frau zieht und welches immer wieder für Depressionen und Verwicklungen sorgt.

„Geboren: am 12. August  vor dreißig Jahren… „Schau dir das an, was für ein hübsches Kind!“… Es ist also ein Mädchen, Manny? Dir ist wohl klar, dass du die Hochzeit bezahlen musst.“ … Einen Tag alt! Gerade mal einen Tag alt und schon reden sie von Heiraten.“

Schlimm genug, wäre da nicht noch das Problem, einen geeigneten Partner zunächst einmal finden zu müssen. Von Jahr zu Jah schraubt Sheila ihre Ansprüche weiter nach unten, findet eine Langzeitbeziehung, die sie eigentlich nicht will. Aber: Alles besser, als allein zu sein. Oder eher schlimmer? Schließlich scheint auch er keinerlei Ambitionen an einer Hochzeit zu haben, sodass Sheila letztendlich sogar zusehen muss, wie ihre kleine Schwester vor ihr vorm Altar landet.

Auch in ihrem sonstigen Leben läuft nicht gerade alles rund. Sheila ist unglücklich mit ihrer Figur, der Arbeit, der Wohnsituation und fühlt sich mehr und mehr wie eine Versagerin. Deshalb die Selbstmordentscheidung und der Brief, in dem Freunde, Verwandte und Bekannte, allen voran ihre Eltern, ihr Fett wegbekommen…

Insgesamt ist Gail Parent ein relativ unterhaltsamer Roman gelungen, in welchem sie mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus und schwarzem Humor sowie echter Verzweiflung das Leben der Protagonistin in allen Facetten schildert. Der Leser fühlt sich komplett in die 70er Jahre zurückversetzt, was dem Roman einen absoluten Retro-Bonus verleiht.
Trotz aller Unterhaltung und auch viel Charme und Witz war der Roman mir aber insgesamt etwas zu düster und zu depressiv. Sheila steht sich so oft selbst im Weg und man hat das Gefühl, dass sie sich in ihrem Selbstmitleid sonnt. Nur die anderen scheinen Schuld an ihrer Misere zu sein. Der Carrie-Glam bleibt dabei definitiv auf der Strecke und wird ersetzt durch ordentliche Jammerei. Auch das Ende konnte mich nicht wirklich überzeugen, da es dann doch etwas schnell und an den Haaren herbeigezogen wirkt.

Insgesamt ein unterhaltsamer Roman mit vielen netten Momenten, der mich aber aufgrund der oben genannten Dinge nicht  überzeugen konnte. Leider nur 3 von 5 Sternen.

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