achtung buch: auf sendung von beate baum

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Wir befinden uns in Erfurt im Jahr 1991. Die Wende liegt noch nicht lange zurück und vieles befindet sich noch im Umbruch oder im Aufbau. So auch die neu entstehende Medienlandschaft. Mitten drin: Kirsten Bertram, Redakteurin, die ihre Chance ergreift und einen Job im neu entstandenen „Tageskurier“ annimmt. Ein Job, der aufregend und abwechslungsreich auf einmal ist.

Genau wie auch ihr Privatleben: Die Suche nach einer schönen Wohnung scheint aussichtslos, sodass die junge Frau in einer typischen 1-Raum Studentenbude in einem der bekannten Hochhäuser unterkommt, was an sich nicht so schlimm ist, da sie die meiste Zeit bei ihrem neuen Freund, dem Privatdetektiv Dale Ingram, zubringt. Jedoch haben wir hier auch schon Problem Nummer 2: Kirstens ExAndreas. Andreas ist leider nicht nur Ex, sondern auch Arbeitskollege von Kirsten, der mit der Trennung so gar nicht klarzukommen scheint. Er lebt in seiner Welt voller Trennungsschmerz, exzessivem Alkoholkonsum und Schludrigkeit.

Ein Glück, dass es einen spannenden neuen Fall gibt, den die Reporter untersuchen wollen: Junge Frauen verschwinden spurlos, nachdem sie an einer freizügigen Sendung des privaten Senders PLT teilgenommen haben. Die Chefetage besteht darauf, dass Andreas am Fall dran bleibt – eine gute Entscheidung, da er sich so aus seinem Loch befreien kann. Zumindest teilweise. Bald schon gibt es eine heiße Spur, der Andreas im Alleingang nachgeht – mit fatalen Folgen. Der Mitarbeiter von PLT, der ihn kontaktiert hat, wurde umgebracht und Andreas wird zum Hauptverdächtigen.

Kann es Kirsten gelingen, den Kollegen mithilfe von Dale aus dieser misslichen Lage befreien und wird es dem Team gelingen, den Fall zu lösen?

Beate Baum ist mit ihrem Roman „Auf Sendung“ ein spritziger Krimi gelungen. Eine gute Portion Lokalkolorit, ein Spritzer Humor und eine große Dosis Nachwendefeeling machen das Lesen zu einem munteren Vergnügen.

Was die Handlung betrifft, bleibt der Mordfall an mancher Stelle hinter den privaten Turbulenzen und den persönlichen Befindlichkeiten der Protagonisten zurück, was ich aber nicht so dramatisch finde, wenn man das Buch unter dem Aspekt betrachtet, dass es die Geschichte erzählt, wie das ungleiche Trio zusammenfand und in den Folgeromanen erfolgreich zusammenarbeiten kann. Insofern ist es sogar ein Muss, dass die Charaktere so detailliert gezeichnet werden und ihr Weg ausführlich beschrieben wird.

Anders sieht es mit dem Ausgang der Geschichte aus: Begann alles vielversprechend und spannend mit dem Verschwinden der jungen Damen, wird das Ende einfach zu offen gelassen. Als ich das Buch fertig gelesen hatte, habe ich wirklich nochmals zurückgeblättert, da ich dachte, ich hätte etwas überblättert oder verpasst. Sehr schade! Insgesamt aber dennoch eine top Handlung und ein gut gezeichneter Plot, wenn man sich nicht auf den Krimiaspekt versteift!

Ich werde auf jeden Fall die anderen Romane von Beate Baum lesen, da mir ihr Stil sehr gut gefällt und wer weiß, vielleicht schließt ja einer direkt an die in „Auf Sendung“ so abrupt endende Handlung an. Dann würden aus den 4 Sternen, die ich aufgrund des mangelnden Endes vergebe, noch 5 werden!

 

 

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4 Kommentare zu “achtung buch: auf sendung von beate baum

  1. Es ist ja immer so eine Sache mit dieser Art von Krimis und deren Lokalkolorit. Wenn ich nun mit Erfurt nichts am Hut habe, was bleibt da noch an Besonderem, was mein Interesse an dem Buch wecken könnte? Humor, Nachwendefeeling, ein außergewöhnlicher Fall?

    • Da hast Du recht. Ich bin auch nicht besonders eng mit Erfurt verbandelt, wurde aber größtenteils trotzdem gut unterhalten. Einerseits durch diverse Details der Nachwendezeit, die den einen oder anderen „nostalgischen Moment“ erwecken (ja, auch schon in meinen jungen Jahren) und andererseits durch die Handlung, die wirklich gut angesetzt war. Für Erfurt-Kenner und -liebhaber sicher noch einen ticken mehr von Bedeutung, hat man es doch tendenziell gern, über Orte zu lesen, an denen man schon gewesen ist oder zu denen man einen Bezug hat 🙂

  2. Wenn es sich von Anfang an um einen ersten Teil handelt, zu dem es eine Fortsetzung gibt, ok. Aber in dem Fall ist davon keine Rede und mir reicht es nicht, wenn es vielleicht einen zweiten Teil gibt. Für meine Begriffe blieb hier zu viel offen.

    • Da stimme ich Dir zu, habe später durch Nachfragen bei der Autorin erfahren, dass es keine Fortsetzung geben wird. Schade, denn es ist wirklich so vieles offen geblieben, was mithilfe eines zweiten Teils hätte geklärt werden können. Bin froh, dass es nicht nur mir so geht 🙂

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