achtung buch: river singers – aufbruch ins ungewisse von tom moorhouse

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Alles begann an einem Grauen Morgen, an dem das Wasser des großen Flusses besonders still war. Sylvan, einer der Jungen der Schermaus Daphne, erwachte als Erster und suchte den Weg nach draußen. Denn heute sollte es soweit sein: Die jungen Mäuse sollten das erste Mal den Bau verlassen und ihr Territorium kennenlernen. Nachdem auch seine Geschwister Fern, Orris und Avens endlich wach waren, konnte das Abenteuer beginnen. Im Hinterkopf waren dabei immer die Worte der Mutter:

„Wir sind Fluss-Sänger, ein Wasservolk, die Kinder von Sinethis. Wir leben, wie er es uns vorgibt. Er nimmt unsere Alten und schenkt uns Junge. Er stillt unseren Hunger und ernährt uns mit Gräsern. Er schützt uns in seinen Wassern und Bauen. Er zieht uns zu sich und stößt uns wieder von sich, wenn es ihm gefällt. Er singt mit uns ein Lied, so weich wie die Disteln, so hart wie die Wurzeln, so tief wie die Schatten und so alt wie die Steine. Wir singen mit ihm ein Lied, so schnell wie Gedanken, so süß wie Äpfel, so kurz wie der Tag. Wir sind Fluss-Sänger und wir gehören ihm.“ (S. 14-15)

Geführt und beschützt von der Mutter und mit dieser Lebensregel im Hinterkopf wagten die vier jungen Mäuse ihre ersten vorsichtigen Schritte in die Freiheit, lernten Nahrung zu finden und trafen auch auf erste Feinde, vor denen sie sich zukünftig besser in acht nehmen sollten, wie zum Beispiel vor Fischreihern. Die Mäuse lernten, den Fluss zu überqueren und in ihm zu schwimmen, sich tragen zu lassen. Besonders Sylvan war von der Welt außerhalb des Baus stark beeindruckt und war nur schwer wieder nach drinnen zu bewegen.

Die Idylle sollte jedoch nicht von Dauer sein, denn großes Unheil droht über die Sänger hereinzubrechen. Mäuse verschwinden spurlos, die erwachsenen Sänger sind besorgt und ratlos und guter Rat ist teuer. Man spricht von einer dunklen Gefahr, die in der Nacht hereinbricht und das Volk des Flusses bald ganz zum Verschwinden bringen wird, von einer Gefahr, die der Fluss noch nie gesehen hat. Das Ausmaß wird den jungen Mäusen erst dann bewusst, als sie nachts vom Grauen aufgesucht werden. Von einem Grauen mit Krallen, das in ihren Bau einzudringen versucht und den jungen Mäusen die Mutter nimmt.

Ein Ereignis, das die vier kleinen Schermäuse tief trifft und an der Sicherheit des Territoriums zweifeln lässt. Letztendlich fällt Sylvan den Entschluss, dass der Fluss an dieser Stelle keine Sicherheit mehr birgt und dass sich die Sänger auf die Suche nach einer neuen Heimat machen müssen. Eine lange und abenteuerliche Reise beginnt, die neben vielen Gefahren auch etliche Überraschungen bereithält.

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Tom Moorhouse ist mit seinem Roman „River Singers – Aufbruch ins Ungewisse“ ein wundervolles Werk gelungen. Eine Geschichte, die an die großen Bücher „Unten am Fluss“ und „Wind in den Weiden“ erinnert und diesen auch absolut das Wasser reichen kann.

Die Geschichte ist herzerwärmend und man begleitet die vier kleinen Mäuse von der ersten bis zur letzten Seite voller Hoffnung, Liebe, Bangen, Trauer und Freude bei ihren Abenteuern. Die Figuren sind so liebevoll und detailliert gezeichnet, dass es eine wahre Freude ist, ihre Entwicklung zu verfolgen. Zunächst Sylvan, der nicht schnell genug aus dem Bau heraus in die Freiheit kommen konnte und dann vor die Prüfung seines Lebens gestellt wird. An seiner Seite die kleine Fern, voller Power und Cleverness, die den stürmischen Sylvan nicht nur einmal vor einem lebensgefährlichen Fehler bewahrt. Dazu noch Avens und Orris voller Mut, Durchhaltevermögen und Kampfgeist und man hat eine Familie, die gemeinsam alles erreichen kann. Und genau diesen Wert vermittelt das Buch: Familie ist etwas, um das es sich zu kämpfen lohnt, egal wie aussichtslos die Situation zu sein scheint. Und die vier Mäuse halten zusammen! Doch auch gute Freunde braucht man, um ein solches Abenteuer überstehen zu können. Meist sind das die, von denen man es am Wenigsten erwartet, um nicht sogar zu sagen, die, welche man nie zu seinen Freunden zählen würde. Doch wenn man ihnen erst einmal zuhört und eine Chance gibt, entstehen möglicherweise Freundschaften, die wertvoller sind, als der schillerndste Diamant.

Insgesamt eine Geschichte, die jedem, egal ob groß oder klein, nur ans Herz zu legen ist. Voller Weisheit und auf eine besonders liebevolle Art wird eine Geschichte erzählt, die man auf das eigene Leben projizieren kann. Jeder wird einmal im Leben vor eine ausweglos scheinende Situation gestellt oder mit starken Verlusten konfrontiert werden, aus der er nur mithilfe der Familie und Freunde herausfinden kann. Doch man sieht: Der Kampf lohnt sich!

Lasst Euch vom Lied der River-Singers verzaubern und begleitet die Mäuse beim Abenteuer ihres Lebens! Ich hoffe, dass es weitere Bände aus der Reihe um den kleinen Sylvan und seine Familie geben wird, und danke dem Rowohlt-Verlag für diesen Lesegenuss der besonderen Art.

 

 

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