Archiv | Juni 2014

achtung interview: im gespräch mit michelle natascha weber

Ihr Lieben, heute gibt es etwas ganz besonderes für Euch: ein Interview mit der absolut sympatischen und lieben Michelle Natascha Weber – Autorin von (u. a.) „Kurtisanen leben gefährlich“ und „Feenblut“! Genießt es 🙂

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 Liebe Michelle…

Was hat dich inspiriert zu schreiben, bzw. wann und warum hast du angefangen zu schreiben?

 Michelle: Lustigerweise hat das bei mir ein bisschen gedauert. Ich habe mit 17 durch meine Begeisterung für Fantasy-Bücher mit Rollenspielen angefangen. So mit 12 sind mir beim Stöbern im Laden die Drachenlanze Bücher von Margaret Weis und Tracy Hickman in die Finger gefallen und das war irgendwie genau meine Welt. Von da war der Weg hin zu Rollenspielen natürlich nicht weit. Da keiner den Spielleiter machen wollte, ist das dann an mir hängen geblieben und ich habe einfach gemerkt, dass mir das liegt. Erzählen konnte ich sofort, ohne Vorbereitung oder großartig nachzudenken. Dann kamen die ersten eigenen Texte, Weltenbau … ja, und natürlich dann auch irgendwann der erste Roman. Das lief alles relativ unbewusst. Es gab nie diesen: “So, ich schreibe jetzt Bücher“ Moment. Ich habe angefangen zu schreiben, weil das für mich irgendwie natürlich ist. Es gehört zu mir, zu erzählen.

Deine Romane spielen auf Terra Edea, einem fiktiven Abbild unserer Erde. Wie würdest du einem Leser die Besonderheiten dieser Welt erklären?

 Michelle: Ich habe mal irgendwo geschrieben, dass Terra Edea ein Abbild unserer Erde ist – durch einen romantischen Spiegel betrachtet. Es ist sehr stark an unsere Welt in der Vergangenheit angelehnt, irgendwo zwischen Renaissance und Barock. Entstanden ist diese Welt durch meine Begeisterung für Mantel & Degen Romane und das spielt im ursprünglichen Terra Edea auch eine große Rolle. Es ist eine Welt, in der all diese überlebensgroßen Heldengeschichten stattfinden können. Von schwingenden Kronleuchtern bis hin zu Liebesschwüren im Mondschein unter einem Balkon. Terra Edea soll nicht realistisch sein – das kann es mit der Magie natürlich nicht. Es ist eine idealisierte, romantische Vergangenheit mit edlen Helden und fiesen Schurken. Allerdings, ohne völlig Schwarz / Weiß zu sein. Und mit Asmoria / den Nebellanden gibt es natürlich noch einen Schauplatz für reine Fantasy – eine fantastischere Schwester des Ur-Terra Edea.

Wie kamst du auf die Idee zu Terra Edea? Hattest Du das Ganze schon so komplex geplant oder hat es sich im Laufe der Zeit entwickelt?

Michelle: Entstanden ist die Welt damals als Schauplatz für “Kurtisanen leben gefährlich“. Das war ihr eigentlicher Zweck und mehr war zunächst auch nicht geplant. Allerdings wurde Terra Edea dann als Rollenspiel-Szenario für ein Forenspiel ausgebaut. Dabei entstand dann die ganze restliche Welt, die mit den Jahren immer weiter gewachsen ist. Das war nicht geplant – daran waren damals eher Umwälzungen in meinem Privatleben schuld. Nachdem die Zeit der großen Forenspiele vorüber war, wurde Terra Edea dann wieder zu ihrem ursprünglichen Dasein zurückgeführt. Heute ist die kleine Schwester der Erde einfach wieder meine Romanwelt. Ich glaube, da ist sie auch am Besten aufgehoben.

Hast du eine besondere Lieblingsfigur unter deinen Romanfiguren?

Michelle: Am engsten verbunden bin ich wahrscheinlich immer mit den aktuellen Figuren, über die ich schreibe. Und irgendwo hat jede davon einen festen Platz in meinem Herzen. Aber wenn ich mich wirklich festlegen muss – eine Schwäche für Benneit kann ich nicht abstreiten.

An welchen deiner Romanschauplätze würdest du am liebsten einmal selbst reisen und warum?

Michelle: Irgendwie leben sie alle in meinem Kopf, also bin ich gewissermaßen schon da gewesen. Ich kann jederzeit durch die Straßen der Städte wandern und diverse Orte besuchen. So gesehen – alle wahrscheinlich. Ich würde Porto di Fortuna einen Besuch abstatten, allerdings auch mal meine Nase in die Hallen von Stormhaven stecken und nachsehen, wie es König James geht. Genau genommen würde ich wohl überall mal eine Rundreise hinmachen und meinen Figuren über die Schulter sehen. Auch gerne in die Feenwelt, nach Tar’Luen. Ich glaube, das muss sehr, sehr beeindruckend sein.

 Lukrezia und Viola: zwei starke, grundverschiedene Frauen, die sich ihren Platz im Leben erst richtig erkämpfen müssen…. Hast du Vorbilder für diese beiden oder sind sie rein aus der Fantasie entsprungen?

Michelle: Sie haben keine direkten Vorbilder, nein. Allerdings lebt in beiden ein Stück meines eigenen “Erwachsen Werdens“. Lukrezia ist in mein Leben getreten, als ich 22 war. Das merkt man ihr an. Im Vergleich zu Viola hatte sie es im Leben nicht schwer. Sie hatte ein liebendes Elternhaus, vielleicht sogar ein wenig naive Vorstellungen, was ihr Dasein als Kurtisane und dessen Folgen betrifft. Sie ist unbelastet, trotz ihrer eher bodenständigen Art romantisch und verändert sich erst durch ihre Reise, wird erwachsener.

Viola dagegen hat schon zu Beginn einige Schatten auf ihrer Seele. Den Verrat eines geliebten Menschen, ein problematisches Elternhaus, ein Umfeld, das ihr keine Liebe entgegenbringt. Sie ist kein Charakter, den ich mit 22 auf diese Weise entwickelt hätte. Es gab sie zwar schon vor Lukrezia, aber damals war auch Viola anders angelegt, sicherlich naiver. Das merkt man bereits in den Kurzgeschichten, die damals entstanden sind und sich mit ihr befassen. Die heutige Viola – die ich mit 33 auf die Welt losgelassen habe – ist eine andere.

So gesehen sind beide rein meiner Fantasie entsprungen, aber ihre Entwicklung ist schon mit meiner eigenen verwurzelt. So wie man eben im Laufe des Lebens seine jugendliche Unschuld verliert, verändern sich auch die Charaktere, über die man schreibt.

Wenn du Magie erlernen könntest, welche wäre es?

Michelle: Ich glaube … ich wäre auf Terra Edea eine Märchenerzählerin aus Falkenland, die sich der Fähigkeiten der Gestalten aus ihren Geschichten bedient. Da gibt es eine junge Frau namens Helena Winterberg, die als Märchensammlerin durch die Welt zieht, die könnte ich mir gut als mein Terra Edeanisches Alter Ego vorstellen.

Wenn du auf Terra Edea leben würdest, wo würdest du sein wollen? Und warum?

Michelle: Hm. Ich glaube, die vorherige Antwort lässt das schon erkennen – ich wäre vielleicht eine Falkenländerin. Ich glaube, da würde ich mich einfach zuhause fühlen. Das Land der Märchen und Legenden … das wäre ganz sicher meins.

In „Feenblut“ zeigst du dem Leser, dass es auch unter den sonst so märchenhaft lieben Feen ganz schön grausame Zeitgenossen geben kann. Was hat dich dazu bewegt, die Feen einmal böse sein zu lassen und nicht einfach eine andere böse Gattung zu „erfinden“, die den Feen gegenübersteht?

 Michelle: Für mich sind Feen nicht unbedingt nette Wesen. Ich weiß, dass der Begriff durch die gute Fee oft sehr positiv belegt ist, zuckrig und süß. Und dann gibt es da die Elfen-Assoziation. Da wird oft erwartet, dass ein solches Volk eher reinweiß ist. Aber ich sehe solche Kreaturen durchaus auch als heimtückisch und verschlagen. Sie leben ewig. Sie sind in höchstem Maße magisch. Ich glaube, die Langeweile eines ewigen Daseins und der Gedanke der Überlegenheit, können viele hässliche Seiten an einer Kreatur zum Vorschein bringen. Also lebt die Dunkelheit vielleicht gerade in den Seelen solcher Wesen.

Schwarz / Weiß ist einfach nicht mein Weg. Zu sagen: “Der ist gut und der ist böse“, ist zu leicht. Es gibt immer einen Grund, warum jemand “böse“ Wesenszüge an den Tag legt und darum geht es mir – diese Gründe zu zeigen. Klar kann das auch schlicht und ergreifend ein geistiges Problem sein – aber zumindest in einer Geschichte sollte es einfach mehr als das geben.

Es ist wie mit Gwydeon – er ist nicht einfach auf die Welt gekommen und war ein Schurke. Er ist durch Enttäuschung und Machtgier zu dem geworden, was er dann eben war. Eine Seele, die in die Dunkelheit gestürzt ist.

Was wird uns als Nächstes aus deiner Feder erwarten?

Michelle: Momentan schreibe ich an einem Roman über Rhydan, einen der Nebencharaktere aus “Feenblut”. Der Drachenkönig darf sich mit einem hässlichen Fluch herumschlagen und ich hoffe, dass auch seine Geschichte Anklang findet. Es wird Drachen geben, mehr über die Feen von Asmoria und andere Kreaturen, die diese Welt ihr Heim nennen. Diesmal gibt es auch keine Überschneidung mit Terra Edea, obwohl die beiden Welten natürlich dicht verwurzelt bleiben und man hier und da einen bekannten Namen lesen wird.

 Gibt es noch etwas, was du deinen Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

Michelle: Ich bin dankbar – dankbar für eure Unterstützung und euer Interesse. Denn allein das macht es möglich, dass ich das tun kann, was ich am meisten liebe – Schreiben. Ihr gebt all dem einen Sinn. Danke dafür.

 

Liebe Michelle, vielen Dank für das interessante, offene und liebe Interview! Es hat viel Spaß gemacht, deine Bücher zu lesen und ich freue mich sehr auf weitere Geschichten aus Stormhaven und von Lukrezia!

Wer noch nicht von Michelle Natascha Weber gehört, bzw. gelesen hat, sollte das unbedingt nachholen! Hier findet ihr meine Rezensionen zu:

Kurtisanen leben gefährlich und zu ihrem neuen Roman Feenblut

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Und wer mehr über die Autorin und ihre Welt erfahren möchte, sei herzlich nach Terra Edea eingeladen!

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Schon zum zweiten Mal durfte ich dank der lieben Michelle Natascha Weber in die Welt von Terra Edea eintauchen und es war mal wieder ein Genuss 🙂 Heute geht die Reise nach Asmoria – in die Welt der Feen! Kommt mit

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Willkommen in der Welt von Viola, einer schönen starken und stolzen Halbfey, also einer jungen Frau, die zur Hälfte Feenblut in sich trägt. Geheimnisumwoben und ziemlich einsam lebt sie unter den Menschen auf dem Schloss von Stormhaven, wo sie von den anderen aufgrund ihrer unterkühlten Art auch gern als die „Winterprinzessin“ bezeichnet wird. Dabei ist es ein düsteres Familiengeheimnis, welchem sie diesen Ruf und dieses Dasein zu verdanken hat. Immer wieder Nachts wird sie von einer Stimme in ihren Träumen heimgesucht und am Tage erscheint das Gesicht einer jungen Frau im Spiegel, die Viola um Hilfe anfleht. Doch nicht nur das: Die junge Frau scheint Violas Ebenbild mit dunklen Haaren zu sein und ist ihr auch sonst auf eine unheimliche Art und Weise vertraut. Was soll Viola nur tun?

In etwa zur gleichen Zeit taucht der Adlige Benneit MacDonegal aus den Highlands auf dem Schloss von Stormhaven auf. Viola fühlt sofort die enorme Anziehungskraft, die der attraktive und geheimnisvolle Fremde auf sie ausübt, obwohl dieser nach Außen eine extreme Abneigung gegen die junge Frau zu hegen scheint. Ein dunkler Fluch lastet auf dem Mann, der nicht nur sein Leben, sondern auch das Violas gefährdet, sobald er der jungen Frau zu nahe kommt.

Unterdessen häufen sich unheimliche Geschehnisse im Leben Violas und die Stimme der jungen Frau im Spiegel wird eindringlicher und verzweifelter. Viola gibt ihrem Drängen nach und macht sich auf die Suche, die sie durch ein Tor in die Welt der Fey, nach Asmoria, führt. Dort angekommen muss sie allerdings bald erkennen, dass es ein großer Fehler war, der Stimme zu folgen, da sie mitten in eine Falle getappt ist, die die Zukunft aller gravierend verändern wird.

Die einzige Hoffnung ist nun der unnahbare Benneit, der Viola durch das Portal gefolgt ist und versucht, sie trotz des Fluches vor dem drohenden Unheil zu bewahren.

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Michelle Natascha Weber ist mit „Feenblut“ erneut ein ganz toller Roman gelungen, den ich nach wenigen Tagen schon verschlungen hatte. Die Geschichte um Viola hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen und bis zuletzt nicht an Spannung verloren. Eine Fülle toller Charaktere erwarten den Leser sowohl auf menschlicher Seite als auch auf Seiten der Fey. Viola und Ben seien allen vorangestellt: Sie, die junge unnahbare schöne Frau und er der starke geheimnisvolle Fremde, die auf mysteriöse Weise miteinander verbunden sind, obwohl sie sich lieber voreinander in Acht nehmen sollten, stürzen in ein Abenteuer, dessen Ausmaß erst nach und nach deutlich wird und dass sie eigentlich nur schwer bewältigen können. Und dann sind da ja noch die verbotenen Gefühle, die ins Spiel kommen. Besonders gut gefallen haben mir auch die Fey auf Asmoria: Einerseits die guten, hilfsbereiten und auf der anderen Seite die regierenden, kaltblütigen und auch grausamen Fey, die das Märchenimage der guten Feenwesen mal so richtig ins Wanken bringen.

Dazu kommt noch Michelle Natascha Webers Liebe zum Detail: Sie beschreibt Welten und Personen so voller Liebe und so genau, dass diese beim Lesen schier lebendig zu werden scheinen! Eine Tatsache, die mir schon in ihrem vorherigen Buch „Kurtisanen leben gefährlich“ sehr gut gefallen hat.

Dabei wären wir auch schon beim nächsten Punkt: Michelle hat nicht nur einen Roman geschaffen, sondern ein Universum. Terra Edea heißt die Welt, in der ihre Romane spielen. Jedes Land spielt dabei seine eigene Rolle und hat seine eigene Geschichte und ich bin wahnsinnig gespannt, mit was uns die Autorin als nächstes überrascht. Trafen bei der Kurtisane Lukrezia italienisches Feuer auf zarte Magie und Mantel und Degen Charme, reisten wir auf Asmoria in die fantastische Welt der Fey. Wer mehr über Terra Edea wissen möchte, sei an dieser Stelle herzlich auf einen Streifzug durch die Homepage der Autorin eingeladen:

Terra Edea

Ich kann abschließend nur sagen, dass ich das Buch ungern aus den Händen gelegt habe, da es wieder all das in sich vereint, was ein gutes Buch ausmacht! Für Freunde von Fantasy auf hohem Niveau ist Feenblut genau das Richtige! Ich war verzaubert und bin es noch immer 🙂

Danke für den Lesegenuss, liebe Michelle!!

achtung buch: alles wird gut und zwar morgen von toni mahoni

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Manchmal kommt im Leben alles anders als man denkt und dazu noch richtig dicke. So auch im Leben von Toni Mahoni, der aus heiterem Himmel von seiner Freundin Peggy verlassen wird. Der Grund: sein Bierbauch. Meint Toni verstanden zu haben. Aber eigentlich ist es die gesamte Situation, die Peggy zu schaffen macht. Es fallen Begriffe wie Alltag, Trott und mangelnder Respekt, die Toni nicht ernst nimmt. Mit den Worten: „Mahoni, mach erst mal alleine weiter, ja!“ packt sie ihre Sachen in zwei seiner Taschen und verschwindet aus Tonis Leben.

Dabei ist er doch ein absoluter Prachtkerl, finden zumindest seine Kumpels und sein WG-Genosse Pierre, die zum Trösten vorbeigekommen sind. Toni sieht die Sache aber langsam klarer und erkennt, dass das Leben wohl mehr zu bieten hat, als ein stickiges WG-Zimmer, Bierbäuchlein und ein fröhliches In-den-Tag-hinein-leben. Aber Ablenkung ist erstmal wichtiger und so fahren die Jungs kurzfristig nach Mallorca ins Haus ihres Kumpels Ronny.

Dort scheint das Leben perfekt: Sonne pur, Spaß, das Meer vor der Tür, heiße Mädels und schon am ersten Tag eine Einladung zu einer Party bei den neuen Bekanntschaften. Also machen die Jungs sich abends auf und landen auf der ultimativen Party der spanischen Oberschicht. Besser gesagt: Der Kulturminister ist außer Haus und die Söhne tanzen auf dem Tisch, bzw. die vielen Mädels, die eindeutig auf Vergnügen jeder Art aus sind. Alkohol und Drogen fließen am laufenden Band und bald haben die Jungs alle ein schickes Mädel an der Hand. Alle bis auf Toni, der von einem Fettnäpfchen ins nächste Tritt und seine Bekanntschaft gleich wieder vergrault.

Ersatz ist bald gefunden, als er in der Eingangshalle auf das wohl schönste Wesen trifft, dass es auf der ganzen Welt gibt. Eine Alabasterschönheit in absoluter Vollendung. Eine wunderschöne Jungfrau. Aus Stein. Er verliert sich komplett in der wundervollen Statue und schwups steht er bei ihr auf dem Sockel. Die Gastgeber finden das aber gar nicht komisch und versuchen ihn vom Sockel zu holen. Toni im absoluten Drogenrausch denk aber gar nicht daran und das unvermeidliche passiert: Statue und Toni stürzen vom Sockel und übrig bleibt ein Meer aus Scherben.

Jetzt beginnt das eigentliche Drama, denn die Statue ist unendlich kostbar und sollte eigentlich im Museum stehen. Was sie dann hier im Haus des Kulturministers macht, fragt ihr euch? Der Kulturminister ist tief in der spanischen Mafia verwurzelt und hat somit die besten Kontakte um derlei Kunstschmuggeleien perfekt durchzuziehen und sich sein Haus so temporär mit unbezahlbaren Kunstschätzen zu schmücken. Nur doof, wenn das Exponat dann anstatt beim Restaurator zu stehen, auf einem komplett kaputt ist.

Toni steckt jetzt richtig in der Patsche, denn die beiden Söhne fordern Ersatz. Er hat drei Monate Zeit um ein perfektes Duplikat herstellen zu lassen, bevor es für ihn und seine Freunde richtig ungemütlich wird. Ob ihm das gelingen wird?

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Toni Mahoni ist mit „Alles wird gut und zwar morgen“ ein absoluter Knaller gelungen.

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Wir haben einen beziehungsgeschädigten und etwas bequemen Toni, der von hier auf jetzt auf sich allen gestellt ist und einen Haufen Probleme an der Backe hat, die es zu stemmen gilt – und zwar schnell. Dazu bedarf es viel Kreativität und vor allem guter Freunde. Allen voran WG-Kumpel Pierre, einem nymphomanen „Frauenvernichter“, der irgendwann auch noch lernen wird, dass Frauen keine Ware sind und dass einen die Liebe dann trifft, wenn man es am Wenigsten erwartet. Dann seine Kumpels von der Band und aus anderen Lebensabschnitten, die zusammen einen wunderbar bunten Haufen darstellen und auf die man in jeder Situation zählen kann. Und wir haben Vlad: Würde man ihn nach dem ersten Eindruck beurteilen, hätte man das Bild des perfekten ukrainischen Penners. Auf den zweiten Blick entpuppt er sich jedoch als Künstler in mehrerlei Hinsicht: Er versteht die Frauen, das Leben, den Genuss und ist dazu noch ein begnadeter Steinmetz, der neben der körperlichen Arbeit auch noch mit vielen Lebensweisheiten für Toni punkten kann. Dazu noch die zwei Sonnys, Mafiajungs, die das Leben der Freunde ganz schön auf Trab halten und nicht nur einmal mit brutaler Gewalt verdeutlichen, wie dringend die Statue wiederbeschafft werden muss.

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Ein paar Zitate und Illustrationen, die dem Leser das Buch noch zusätzlich versüßen (ja, es gibt viel mehr davon 🙂 )

Und wir haben die Frauen: Peggy, die Kunstwissenschaftlerin und Ex von Toni, die ihn auch nach der Trennung noch in die eine oder andere Schwierigkeit bringt und ihm dabei – auch wenn er es erst gar nicht so sieht – einen riesigen Gefallen tut. Mandy, die neue Mitbewohnerin in der WG – immens füllig, immens toll! Jeder würde sich so eine Mandy wünschen! Und wir haben Katja, die mysteriöse neue Bekanntschaft Tonis. Katja, die einfach an der Currywurstbude auftaucht und von da an das Leben des kleinen Chaoten ganz schön auf den Kopf stellt.

Alle zusammen versuchen sie Toni aus der Statuenmisere herauszuhelfen und ein verrückter Trip beginnt, der nicht nur der Wiederbeschaffung der Alabasterjungfrau dient, sondern mehr und mehr zu einem Selbstfindungstrip für Toni wird. Eine absolut erfrischende Story, die uns der Autor hier präsentiert: viel Humor, unterschwellige Lebensweisheiten, ein Hauch Krimi… Dazu noch die Moral, dass das Glück nicht planbar ist und eigene verschlungene Wege geht.  Eine perfekte Mischung, die sich nur schwer in Worte packen lässt. Man muss es lesen, um den gesamten Umfang erfassen zu können! Habe mich köstlich amüsiert und grinse immer noch vor mich hin wenn ich an das Buch denke und hoffe bald mehr aus Toni Mahonis Feder lesen zu können! Eine absolute Empfehlung und für mich momentan der absolute Sommerhit aus diesem Genre!

„Alles wird gut und zwar morgen“ auf der Seite des Galiani Verlags

Zum Autor

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Toni Mahoni wurde 1976 in Berlin geboren, er ist Sänger und Autor in Personalunion. Mahoni kam als Videoblogger bei Spreeblick zu frühem Ruhm und erhielt 2006 für seine witzig-schnoddrigen Podcasts den Grimme-Online-Award. Mit seiner Mahoni-Band eroberte er auf einen Schlag die Herzen nicht nur des Berliner Publikums; ihre Auftritte im BKA beim Klub Mahoni sind Kult. 2009 erschien Mahonis Debütroman Gebratene Störche. Toni Mahoni lebt in Berlin.

 

achtung buch: silber – das erste buch der träume von kerstin gier

Letztes Jahr im Sommer erschien dieses Buch als Auftakt der Silber-Reihe aus der Feder von Kerstin Gier. Nächste Woche erscheint endlich Band 2 und ich kann es kaum erwarten, ihn endlich in meinen Händen zu halten. Da ich erst im August 2013 begonnen habe zu bloggen, nutze ich diese Gelegenheit, um Band 1 nochmal zu lesen und Euch auf meinem Blog vorzustellen, bevor es dann mit dem zweiten Buch der Träume weitergeht 🙂

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Alles sollte wundervoll werden im Leben von Liv und Mia Silber. Ihre Mutter hat gerade den langersehnten Lehrauftrag an der Universität von Oxford bekommen und sie würden nun in London nach vielen Jahren des Herumreisens und des aus-wenigen-Kartons-lebens endlich in einem netten Cottage am Stadtrand mit ihrer Mutter, dem Kindermädchen Lotti und der Hündin Buttercup sesshaft werden. So war zumindest der Plan.

Schon am Flughafen von London zeigt sich den Mädels jedoch, dass aller (Neu-)Anfang schwer ist, denn sie werden sofort einer strikten Drogenkontrolle unterzogen. Doof nur, dass der Spürhund nicht auf Drogen sondern auf feinsten Schweizer Entlebucher Biosphärenkäse angesprungen ist – sehr zur Erheiterung der sicher im Flug anwesenden wahren Drogenschmuggler, die nun mit heiler Haut davonkommen würden und *argh* was noch schlimmer ist, zur Erheiterung des äußerst hübschen Jungen, der auch mit im Flugzeug war.

Das war jedoch noch nicht genug, denn anstelle des neuen Cottages erwartete die Mädels ein Neuanfang in Form von Ernest Spencer, dem neuen Freund ihrer Mutter, bei dem sie in Kürze einziehen sollten. Genau wie bei den Silber-Schwestern, hielt sich auch die Begeisterung von Ernests Kindern Grayson und Florence sehr in Grenzen, was aber nichts an dem ganzen Drama ändern konnte.

Bloß gut, dass es die Schule gibt, die sich als gar nicht mal sooooo schlecht entpuppt. Besonders die Clique um ihren neuen Halbbruder Grayson rückt dabei mehr und mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit der Mädchen, denn irgendein merkwürdiges Geheimnis scheint die vier Jungs zu umgeben – mal abgesehen davon, dass sie alle verteufelt gut aussehen. Als Liv dann noch in einem mysteriösen Traum auf einem Friedhof auftaucht, in dem die vier auch mit von der Partie sind, ist ihre Neugier erst recht geweckt und allen Warnungen zum Trotz lässt sie sich auf ein gefährliches Spiel ein. Das Interesse der Jungs an Liv ruft jedoch neben dem Neid vieler anderer Schülerinnen auch noch Secrecy auf den Plan. Wer das ist? Keine Ahnung… aber seid gewiss: Sie weiß alles über euch! Schaut nur regelmäßig auf dem Tittle-Tattle-Blog vorbei und ihr erfahrt Dinge über Euch, die ihr selber noch nicht wusstet J

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Nach der Edelstein-Trilogie ist Kerstin Gier mit „Silber – Das erste Buch der Träume“ ein absolut gelungener Auftakt zu ihrer neuen Buchreihe gelungen. Die Handlung ist einfach nur super schön und die Ideen der Wahnsinn. Das Verschwimmen von Traum und Wirklichkeit aufgrund eines dämonischen Pakts, dass sich letztendlich als ziemlich gefährlich entpuppt, wirbelt das Leben von Liv ganz schön durcheinander. Aber das toughe Mädel lässt sich davon sicher nicht unterkriegen. Mehr soll zur Handlung gar nicht gesagt werden, denn ich will ja nicht zu viel verraten!

Die Charaktere sind allesamt liebevoll gezeichnet und man möchte am liebsten auch Schüler der Frognal-Academy sein, dem Herbstball entgegenfiebern, sich über die Schulzicken amüsieren, die nichts besseres im Sinn haben, als die vier Jungs anzuschmachten *grins*. Und Lotti…. Ich will auch eine Lotti und sie nie wieder hergeben. Dafür würde ich sogar auf ganzjahrestaugliche Vanillekipferln verzichten…host mi? Bei allen Figuren ist ein immenser Entwicklungsspielraum in Bezug auf die Geschichte da und ich bin wirklich gespannt und voller Vorfreude, wie sich die Verbindungen zwischen den Figuren und diese allgemein sich weiterentwickeln werden.

Dann ist da noch der schon oben erwähnte Tittle-Tattle-Blog. Eine tolle Idee, zwischen den Seiten eine gewisse Dosis High School Klatsch und Tratsch einzufügen und dieses sogar im Real Life fortzuführen. Ja, ihr lest richtig, es gibt ihn wirklich. Und zwar hier:

Tittle-Tattle-Blog der Frognal Academy

Insgesamt präsentiert uns Kerstin Gier einen Jugendroman, der auch viele Erwachsene zu begeistern wissen wird. Spannung trifft Gefühl und Mystik, Kitsch und Glamour sind kaum vorhanden – fehlen mir aber auch absolut nicht, denn dafür gibt es viele viele Geheimnisse!

Auch optisch ist das Buch ein richtiges Schmankerl, denn auch unter dem Schutzumschlag verbirgt sich das Cover nochmal ganz toll in das rote Leinen geprägt und viele einzelne Buchseiten sind mit verspielten Ornamenten geschmückt!

Eine absolute Empfehlung meinerseits und nun heißt es, die letzten Tage bis zur Veröffentlichung von Band 2 zählen.

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achtung buch: drohnenland von tom hillenbrand

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Stellt euch vor, ihr lebt im Europa der Zukunft. In einem Europa, in dem das perfekte Verbrechen unmöglich ist. Das perfekte Verbrechen? Nein, alle Verbrechen. Dank des technischen Fortschritts ist nahezu alles vorhersehbar geworden. Die Menschen bewegen sich mit Specs (Datenbrillen, die ihr Umfeld scannen können, Menschen identifizieren, …) durch die Gegend und Drohnen scannen das gesamte Umfeld. Dazu kommt noch „Terry“, ein allwissender Datencomputer, der jeden Schritt eines jeden Menschen schon erkennt, bevor dieser gelaufen wurde. Totale Sicherheit, denkt ihr euch? Richtig, bis zu dem Tag, an dem das Unerwartete doch eintrifft.

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Kurz vor den Wahlen zur neuen EU-Verfassung wird ein Parlamentarier umgebracht. Ein Verbrechen, das sofortiger Aufklärung bedarf. Kommissar Westerhuizen wird auf den Fall angesetzt und hofft, diesen mithilfe seiner Analytikerin Ava schnell lösen zu können – eine Hoffnung, die sich schnell als Trugschluss entpuppen wird. Trotz der immensen technischen Möglichkeiten gibt es kaum nützliche Spuren, die der Klärung des Falls dienlich wären, denn die Datenspuren wurden manipuliert.

Westerhuizen will sich damit jedoch nicht zufrieden geben und bleibt den Ermittlungen, sehr zum Missfallen einiger unbekannter Gegner, auf der Spur und entdeckt dabei ein Geheimnis auf, dass Europa in schlimmster Weise zu erschüttern droht. Nicht nur einmal scheinen die Grenzen zwischen Realität und Illusion zu verschwimmen und der Kommissar gerät letztendlich in Lebensgefahr. Wird es dem Team dennoch gelingen, den Fall zu lösen?

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„Drohnenland“ war der erste Roma von Tom Hillenbrand, den ich gelesen habe und er hat mich bis zur letzten Seite gefesselt. Eine Story, die bis zur letzten Seite nicht an Spannung verliert und immer wieder zu überraschen weiß, wird gepaart mit einem erschreckenden Bezug zur Realität. Es lässt sich leicht beweisen, dass Hillenbrand diesen Roman vor den Enthüllungen Edward Snowdens verfasst hat. Macht ihn das zu einem Visionär oder zu jemandem, der die Zeichen der Zeit zu deuten versteht? Eindeutig Zweiteres! Er zeigt uns eine gläserne Welt mit gläsernen Menschen, eine Welt voller modernster Technologien, gespiegelten Abbildern der Realität, die Ermittlungen u. Ä. erleichtern sollen. Eine Welt, die, so perfekt überwacht, frei von jeglichen Verbrechen sein müsste – aber eben auch frei von jeglicher Privatsphäre. Erschreckend oder? Aber auch erschreckend wahrscheinlich, finde ich, betrachtet man die aktuelle Lage der NSA-Skandale, die sicher nicht das Einzige sind, was weltweit in Richtung „Gläserner Mensch“ und geheimer Totalüberwachung geschieht oder geplant ist.

Dazu kommen noch die Charaktere: wundervolle detailliert gezeichnete Menschen, die uns Hillenbrand präsentiert. Da haben wir zum einen Westerhuizen, süchtig nach Lakritz und Fan „nostalgischer“ Filme wie Casablanca. Zum anderen Ava, brillante Analytikerin mit einer Schwäche für Westerhuizen (welche auf Gegenseitigkeit beruht), die jedoch die professionelle Zusammenarbeit niemals beeinflusst und noch viele andere mehr. Kaltblütige Geheimdienstler, aalglatte Politiker, die alles haben außer einer weißen Weste und Computerprogramme von beängstigender Intelligenz.

All das zusammen ergibt einen perfekten Krimi, der für mich von Anfang bis Ende ein absoluter Lesegenuss war und der das Herz eines jeden Krimi-Fans höher schlagen lassen dürfte! Eine absolute Leseempfehlung meinerseits und ein großer Dank an den KiWi Verlag!

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