achtung interview: im gespräch mit michelle natascha weber

Ihr Lieben, heute gibt es etwas ganz besonderes für Euch: ein Interview mit der absolut sympatischen und lieben Michelle Natascha Weber – Autorin von (u. a.) „Kurtisanen leben gefährlich“ und „Feenblut“! Genießt es 🙂

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 Liebe Michelle…

Was hat dich inspiriert zu schreiben, bzw. wann und warum hast du angefangen zu schreiben?

 Michelle: Lustigerweise hat das bei mir ein bisschen gedauert. Ich habe mit 17 durch meine Begeisterung für Fantasy-Bücher mit Rollenspielen angefangen. So mit 12 sind mir beim Stöbern im Laden die Drachenlanze Bücher von Margaret Weis und Tracy Hickman in die Finger gefallen und das war irgendwie genau meine Welt. Von da war der Weg hin zu Rollenspielen natürlich nicht weit. Da keiner den Spielleiter machen wollte, ist das dann an mir hängen geblieben und ich habe einfach gemerkt, dass mir das liegt. Erzählen konnte ich sofort, ohne Vorbereitung oder großartig nachzudenken. Dann kamen die ersten eigenen Texte, Weltenbau … ja, und natürlich dann auch irgendwann der erste Roman. Das lief alles relativ unbewusst. Es gab nie diesen: “So, ich schreibe jetzt Bücher“ Moment. Ich habe angefangen zu schreiben, weil das für mich irgendwie natürlich ist. Es gehört zu mir, zu erzählen.

Deine Romane spielen auf Terra Edea, einem fiktiven Abbild unserer Erde. Wie würdest du einem Leser die Besonderheiten dieser Welt erklären?

 Michelle: Ich habe mal irgendwo geschrieben, dass Terra Edea ein Abbild unserer Erde ist – durch einen romantischen Spiegel betrachtet. Es ist sehr stark an unsere Welt in der Vergangenheit angelehnt, irgendwo zwischen Renaissance und Barock. Entstanden ist diese Welt durch meine Begeisterung für Mantel & Degen Romane und das spielt im ursprünglichen Terra Edea auch eine große Rolle. Es ist eine Welt, in der all diese überlebensgroßen Heldengeschichten stattfinden können. Von schwingenden Kronleuchtern bis hin zu Liebesschwüren im Mondschein unter einem Balkon. Terra Edea soll nicht realistisch sein – das kann es mit der Magie natürlich nicht. Es ist eine idealisierte, romantische Vergangenheit mit edlen Helden und fiesen Schurken. Allerdings, ohne völlig Schwarz / Weiß zu sein. Und mit Asmoria / den Nebellanden gibt es natürlich noch einen Schauplatz für reine Fantasy – eine fantastischere Schwester des Ur-Terra Edea.

Wie kamst du auf die Idee zu Terra Edea? Hattest Du das Ganze schon so komplex geplant oder hat es sich im Laufe der Zeit entwickelt?

Michelle: Entstanden ist die Welt damals als Schauplatz für “Kurtisanen leben gefährlich“. Das war ihr eigentlicher Zweck und mehr war zunächst auch nicht geplant. Allerdings wurde Terra Edea dann als Rollenspiel-Szenario für ein Forenspiel ausgebaut. Dabei entstand dann die ganze restliche Welt, die mit den Jahren immer weiter gewachsen ist. Das war nicht geplant – daran waren damals eher Umwälzungen in meinem Privatleben schuld. Nachdem die Zeit der großen Forenspiele vorüber war, wurde Terra Edea dann wieder zu ihrem ursprünglichen Dasein zurückgeführt. Heute ist die kleine Schwester der Erde einfach wieder meine Romanwelt. Ich glaube, da ist sie auch am Besten aufgehoben.

Hast du eine besondere Lieblingsfigur unter deinen Romanfiguren?

Michelle: Am engsten verbunden bin ich wahrscheinlich immer mit den aktuellen Figuren, über die ich schreibe. Und irgendwo hat jede davon einen festen Platz in meinem Herzen. Aber wenn ich mich wirklich festlegen muss – eine Schwäche für Benneit kann ich nicht abstreiten.

An welchen deiner Romanschauplätze würdest du am liebsten einmal selbst reisen und warum?

Michelle: Irgendwie leben sie alle in meinem Kopf, also bin ich gewissermaßen schon da gewesen. Ich kann jederzeit durch die Straßen der Städte wandern und diverse Orte besuchen. So gesehen – alle wahrscheinlich. Ich würde Porto di Fortuna einen Besuch abstatten, allerdings auch mal meine Nase in die Hallen von Stormhaven stecken und nachsehen, wie es König James geht. Genau genommen würde ich wohl überall mal eine Rundreise hinmachen und meinen Figuren über die Schulter sehen. Auch gerne in die Feenwelt, nach Tar’Luen. Ich glaube, das muss sehr, sehr beeindruckend sein.

 Lukrezia und Viola: zwei starke, grundverschiedene Frauen, die sich ihren Platz im Leben erst richtig erkämpfen müssen…. Hast du Vorbilder für diese beiden oder sind sie rein aus der Fantasie entsprungen?

Michelle: Sie haben keine direkten Vorbilder, nein. Allerdings lebt in beiden ein Stück meines eigenen “Erwachsen Werdens“. Lukrezia ist in mein Leben getreten, als ich 22 war. Das merkt man ihr an. Im Vergleich zu Viola hatte sie es im Leben nicht schwer. Sie hatte ein liebendes Elternhaus, vielleicht sogar ein wenig naive Vorstellungen, was ihr Dasein als Kurtisane und dessen Folgen betrifft. Sie ist unbelastet, trotz ihrer eher bodenständigen Art romantisch und verändert sich erst durch ihre Reise, wird erwachsener.

Viola dagegen hat schon zu Beginn einige Schatten auf ihrer Seele. Den Verrat eines geliebten Menschen, ein problematisches Elternhaus, ein Umfeld, das ihr keine Liebe entgegenbringt. Sie ist kein Charakter, den ich mit 22 auf diese Weise entwickelt hätte. Es gab sie zwar schon vor Lukrezia, aber damals war auch Viola anders angelegt, sicherlich naiver. Das merkt man bereits in den Kurzgeschichten, die damals entstanden sind und sich mit ihr befassen. Die heutige Viola – die ich mit 33 auf die Welt losgelassen habe – ist eine andere.

So gesehen sind beide rein meiner Fantasie entsprungen, aber ihre Entwicklung ist schon mit meiner eigenen verwurzelt. So wie man eben im Laufe des Lebens seine jugendliche Unschuld verliert, verändern sich auch die Charaktere, über die man schreibt.

Wenn du Magie erlernen könntest, welche wäre es?

Michelle: Ich glaube … ich wäre auf Terra Edea eine Märchenerzählerin aus Falkenland, die sich der Fähigkeiten der Gestalten aus ihren Geschichten bedient. Da gibt es eine junge Frau namens Helena Winterberg, die als Märchensammlerin durch die Welt zieht, die könnte ich mir gut als mein Terra Edeanisches Alter Ego vorstellen.

Wenn du auf Terra Edea leben würdest, wo würdest du sein wollen? Und warum?

Michelle: Hm. Ich glaube, die vorherige Antwort lässt das schon erkennen – ich wäre vielleicht eine Falkenländerin. Ich glaube, da würde ich mich einfach zuhause fühlen. Das Land der Märchen und Legenden … das wäre ganz sicher meins.

In „Feenblut“ zeigst du dem Leser, dass es auch unter den sonst so märchenhaft lieben Feen ganz schön grausame Zeitgenossen geben kann. Was hat dich dazu bewegt, die Feen einmal böse sein zu lassen und nicht einfach eine andere böse Gattung zu „erfinden“, die den Feen gegenübersteht?

 Michelle: Für mich sind Feen nicht unbedingt nette Wesen. Ich weiß, dass der Begriff durch die gute Fee oft sehr positiv belegt ist, zuckrig und süß. Und dann gibt es da die Elfen-Assoziation. Da wird oft erwartet, dass ein solches Volk eher reinweiß ist. Aber ich sehe solche Kreaturen durchaus auch als heimtückisch und verschlagen. Sie leben ewig. Sie sind in höchstem Maße magisch. Ich glaube, die Langeweile eines ewigen Daseins und der Gedanke der Überlegenheit, können viele hässliche Seiten an einer Kreatur zum Vorschein bringen. Also lebt die Dunkelheit vielleicht gerade in den Seelen solcher Wesen.

Schwarz / Weiß ist einfach nicht mein Weg. Zu sagen: “Der ist gut und der ist böse“, ist zu leicht. Es gibt immer einen Grund, warum jemand “böse“ Wesenszüge an den Tag legt und darum geht es mir – diese Gründe zu zeigen. Klar kann das auch schlicht und ergreifend ein geistiges Problem sein – aber zumindest in einer Geschichte sollte es einfach mehr als das geben.

Es ist wie mit Gwydeon – er ist nicht einfach auf die Welt gekommen und war ein Schurke. Er ist durch Enttäuschung und Machtgier zu dem geworden, was er dann eben war. Eine Seele, die in die Dunkelheit gestürzt ist.

Was wird uns als Nächstes aus deiner Feder erwarten?

Michelle: Momentan schreibe ich an einem Roman über Rhydan, einen der Nebencharaktere aus “Feenblut”. Der Drachenkönig darf sich mit einem hässlichen Fluch herumschlagen und ich hoffe, dass auch seine Geschichte Anklang findet. Es wird Drachen geben, mehr über die Feen von Asmoria und andere Kreaturen, die diese Welt ihr Heim nennen. Diesmal gibt es auch keine Überschneidung mit Terra Edea, obwohl die beiden Welten natürlich dicht verwurzelt bleiben und man hier und da einen bekannten Namen lesen wird.

 Gibt es noch etwas, was du deinen Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

Michelle: Ich bin dankbar – dankbar für eure Unterstützung und euer Interesse. Denn allein das macht es möglich, dass ich das tun kann, was ich am meisten liebe – Schreiben. Ihr gebt all dem einen Sinn. Danke dafür.

 

Liebe Michelle, vielen Dank für das interessante, offene und liebe Interview! Es hat viel Spaß gemacht, deine Bücher zu lesen und ich freue mich sehr auf weitere Geschichten aus Stormhaven und von Lukrezia!

Wer noch nicht von Michelle Natascha Weber gehört, bzw. gelesen hat, sollte das unbedingt nachholen! Hier findet ihr meine Rezensionen zu:

Kurtisanen leben gefährlich und zu ihrem neuen Roman Feenblut

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Und wer mehr über die Autorin und ihre Welt erfahren möchte, sei herzlich nach Terra Edea eingeladen!

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2 Kommentare zu “achtung interview: im gespräch mit michelle natascha weber

  1. It is really a nice and helpful piece of info. Im glad that you shared this helpful information with us. Please keep us up to date like this. Thanks for sharing. agbdbgcfkcca

    • Dear John,

      thank you for your lovely words! I love to contact the authors and to work with them together, because, you said it, there will be more additional information about the books and the author himself. We come closer with those people who give us so many hours of reading pleasure 🙂

      Have a nice day 🙂

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