achtung buch: fussballgefühle von axel hacke

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Pünktlich zum Halbfinale dreht sich auch bei den Zimtträumereien alles um das runde Leder. Axel Hackes „Fussballgefühle“ haben mich in den letzten Wochen passend zur WM begleitet und etwas ganz Besonderes bewirkt.

Sprüche wie „Das Runde muss ins Eckige“ begleiten treue Fußballfans durch ihr ganzes Leben und viele Menschen hegen besondere Erinnerungen im Zusammenhang mit dem Sport. So auch Axel Hacke, Fußballfreund, der auch viele Jahre als Sportreporter tätig war.

„Als ich elf Jahre alt war, spielten wir Fußball mit allem, was sich treten ließ. An der Bushaltestelle kickten wir mit Quitten aus den Sträuchern neben dem Wartehäuschen. Auf dem Pausenhof kickten wir mit flach gedrückten Kakaotüten. Auf dem Heimweg von der Schule kickten wir mit zusammengeknülltem Butterbrotpapier. Einer bekam die Stulle immer in Tupperware verpackt. Mit der Tupperware kickten wir auch. Am Nachmittag kickten wir sogar mit einem Ball. Zum Kicken war uns alles recht. So fing alles an, für mich.“ (S.5)

Mit diesen Worten beginnt Axel Hackes persönliche Reise durch sein Leben mit dem Ball, auf die er uns Leser der „Fussballgefühle“ mitnimmt. Voller Humor und Herzenswärme zeigt er Phänomene, die von Damals bis Heute den Fußball prägten, wie zum Beispiel die kickenden Kids, die sich während der Spiele Namen berühmter Spieler gaben oder ihre favorisierte Mannschaft nachstellten. Mit einem Schmunzeln widmet er sich den großen Fragen wie: „Man müsse sich ja nur mal vorstellen, wie unsere Welt aussähe, gäbe es keinen Ball.“ 

Von den Jugenderinnerungen geht es direkt über in die Zeit der Tätigkeit als Sportreporter. Aufregende Partien, Kontakt zu den Sportlern, viel unterwegs sein und vieles erleben.

„Das mag ich auch am Fußball: Man kommt bei geringsten Anlässen ins Erzählen. Und Geschichten gibt es immer.“ (S. 11)

Da kann ich dem lieben Axel nur zustimmen, denn genau das ist eine Besonderheit des Sports und eine Besonderheit dieses Buches. Es macht etwas besonderes mit den Menschen: Sie erinnern sich an ihre eigenen Fußballgefühle. Schon nach den ersten paar Seiten haben sich bei mir erste Erinnerungen an meine eigene Zeit mit dem Fußball eingeschlichen. „Fußballerinnerungen? Die?“, denkt ihr euch vielleicht. Klar, hier schreibt ja ein gerade mal 29 Jahre altes Mädel, das noch dazu Germanistik und Französisch studiert – also in einem Gebiet fernab des runden Leders agiert. Denkste!

Seit meiner Kindheit lebe ich in der schönen Ostvorstadt neben dem Fußballplatz des 1. FC Wacker, wo ich schon von klein auf oft mit dem Papa zum Spiel schauen war (auch wenn damals der Sandkasten noch verführerischer war). Irgendwann kam dann die Lust doch mal in die Mannschaft zu gehen und zum großen Glück trainierten damals ein paar größere Mädels unter Herrn Haupt – eine Karriere, die ein jähes Ende nahm, als die Angst vorm Kopfballtraining zu groß wurde…

Fußball ist Männersache, sagt Axel Hacke in seinem Buch, ohne das abwertend zu meinen. Er interessiert sich nicht für Frauenfußball und erinnert sich gerne an die Zeit zurück, in der er und sein Vater diese besonderen Momente nur unter sich teilten. Umso interessanter findet er den Aspekt, dass sich die Frauen immer mehr für den Männerfußball zu interessieren scheinen.

In diesem Zusammenhang kamen mir durch Zufall einige Bilder in die Hände, die mir zeigten, dass meine Familie sowohl von Männer- als auch von Frauenfußball geprägt ist. Mein Pa war früher ein Fußballer – natürlich bei Wacker, aber meine Oma und die Tante meiner Mutter sowie deren Freundinnen waren auch aktive Spielerinnen in den 50er Jahren. Das Mannschaftsbild ist leider gerade verschwunden, aber die zwei aktiven Damen kann ich euch nicht vorenthalten:

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Und eine andere Frage Hackes beantwortet das Bild gleich mit: An einer Stelle im Buch fragt er, ob es Fußball auch ohne Rasen gäbe. Sicher gibt es den! Bis ins Jahr 2004 wurde bei Wacker auf dem Hartplatz gespielt, der seinen Abschied mit einem klasse Konzert der Puhdys feierte und zur heutigen Gerhard Bertram Sportanlage umgebaut wurde. Auf dem haben wir Kinder uns auch noch schön die Knie aufgeschlagen… nicht nur ein Mal! 🙂

Auch unser Fußballwille wurde 2012 noch einmal geweckt, als das jährliche Fanturnier anstand. Kurzentschlossen traten wir Mädels nach einem halben Jahr harten Trainings gegen die gestandenen Männer an, die ihren favorisierten Mannschaften nacheiferten. Gegen die ehrgeizigen Männer konnten wir uns leider nicht durchsetzen, aber der Spaß war es allemal wert! 🙂 

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Es folgen weitere Erinnerungen an brillante Spiele und Spieler, Meisterschaften und Mannschaften, die der Generation meiner Elten ein Strahlen in die Augen treiben würde und  für die ich einfach zu jung bin und die ich verpasst habe, was aber keinesfalls bedeutet, dass ich mich beim Lesen gelangweilt habe. Vielmehr ließ es mich verstehen, was der Fußball für meine Elterngeneration bedeutete.

Mit einigen der Namen kann ich jedoch auch vieles anfangen. Zum Beispiel Uwe Seeler, ehemals begnadeter Mittelfeldspieler und auch heute noch vielseitig im Sport engagiert. 2011 hatten wir beim 1. FC Wacker das große Glück die Uwe Seeler Traditionself begrüßen zu dürfen, die bei miesem Wetter mit einem starken 7:3 gegen die Old Boys Plauen gewann. Einige Eindrücke davon:

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Das Copyright der Bilder liegt bei Markus Löffler

Auch heute noch aktuellen Themen wie den Ultrafans und Hooligans widmet Axel Hacke einige Kapitel seines Buches und vervollständigt damit das Bild einer Sportart, die bis heute für Faszination sorgt und alle Generationen zu begeistern versteht. Das Phänomen der Panini Hefte und Mannschaftsbilder aus den Kicker-Heften kommt natürlich auch nicht zu kurz, hat Hacke doch viel Spaß daran gefunden, skurrile Mannschaften zusammenzustellen, wie beispielsweise die Truppe „Alptraum der Radioreporter“ aus der Saison 2003/2004: Zkitschwili, Ogungbure, Mbwando, Younga-Mouhani, Schindzielorz,… oder „Medizinische Abteilung“ aus der Saison 2012/2013: Kotze, Kastrati, Leberfinger, Huszti,…

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„Fussballgefühle“, ein Buch, das für jeden Fußballfan oder Fußballfreund ein Muss sein sollte! Gerade für die Generation meiner Eltern oder zumindest derer, die ein paar Jährchen älter sind, die genau mit den genannten Spielern und Mannschaften aufgewachsen sind und die Erinnerungen an grandiose Spiele und Tore dieser Zeit teilen können, ist es der perfekte Lesegenuss.

Axel Hacke schreibt so voller Humor, Leichtigkeit und Tempo, dass man mitgerissen wird von der Freude am Spiel, dass man die Spannung in den Stadien spüren kann und dass man vor allem auch in den eigenen Erinnerungen zu schwelgen beginnt, die mit den Fußballern und dem Sport an sich in Verbindung stehen. Erinnerungen, tolle Spiele und Sportler, Fußballphilosophie, Humor, ein fundiertes Fachwissen und persönliche Ansichten, die mich vollkommen begeistert haben, erwarten den sportbegeisterten Leser auf knapp 180 Seiten und seien jedem Fußballfreund ans Herz gelegt. Danke, Axel Hacke, für diese Worte und danke an den 1. FC Wacker Plauen, der mir meine persönlichen „Fußballgefühle“ beschert hat und bis heute eine tolle Vereinsarbeit leistet!

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„Wissen Sie, was das Schönste am Fußball ist? Es gibt immer ein nächstes Spiel, immer eine neue Saison. Es gibt immer Hoffnung, immer ein Morgen. Es fängt alles immer wieder an. Insofern ist Fußball schöner als das Leben.“ (S. 171)

Ps: Die erste Halbzeit des WM-Halbfinales ist durch und Deutschland führt mit 5:0 – auf der Straße kochen jetzt schon die Fußballgefühle. Ich glaube, es wird eine kurze Nacht. 🙂

…. Endstand: 7:1 für Deutschland, Feuerwerk auf der Straße…. Jungs, jetzt nicht leichtsinnig werden und am Sonntag noch eine gute Leistung abliefern 🙂

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