achtung buch: teufelsmord von tanja noy

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Drei brutale Morde erschüttern das niedersächsische Wittenrode: Ein Mann, eine junge Frau und ein Kind wurden auf brutalste Weise ermordet. Die Kehle wurde ihnen aufgeschlitzt und ein Pentagramm in den Bauch geritzt – ein Teufelszeichen. Aus diesem Grund gingen die Morde auch als die „Teufelsmorde“ in die Annalen des Dorfes ein. Glücklicherweise konnte der Täter schnell gefasst werden. Beim Außenseiter des Dorfes, Bruno Kalis, wurden die Anziehsachen der Toten gefunden. Ein Beweis, der sich nur schwer wiederlegen lässt. Und als Kalis in seiner Zelle noch Selbstmord begeht, scheint das Schuldeingeständnis perfekt. Bis….

20 Jahre später eine neue Leiche auftaucht. Ein Mann wurde auf die gleiche Weise zugerichtet, wie die damaligen Leichen. Eine Jugendfreundin Julia Wagners gesteht die Tat und bringt sich, genau wie damals Kalis, in der Zelle um. Zur Beerdigung treffen sich die Freunde Julia, Eva und Greger wieder, nachdem sie sich aus den Augen verloren hatten, als sie das Kinderheim verlassen hatten, in dem sie die gemeinsame Kindheit verbracht haben. Julia ist sofort von der Unschuld ihrer alten Freundin überzeugt und stürzt sich in eigene Ermittlungen in der verschworenen Dorfgemeinschaft, zu der sie nie wirklich gehört hat. Anstatt auf den „gut gemeinten“ Rat der Dorfbewohner zu hören und ihre Tasche zu packen, stürzt sie sich immer tiefer in die Untersuchungen, bei denen sie sich gefährliche Feinde macht und ungeheuerliche Dinge über ihre eigene Vergangenheit erfährt…

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Tanja Noy entführt den Leser in ihrem Thriller „Teufelsmord“ in eine eingeschworene Dorfgemeinschaft, die nicht nur ein dunkles Geheimnis zu hegen scheint. Nach dem Selbstmord der ehemaligen Freundin kommen die drei früheren Freunde Julia, Eva und Greger zurück ins Dorf, dem sie eigentlich, und insbesondere Julia, für immer den Rücken zu kehren wollten. Die Freundschaft zwischen den vier verschiedenen Charakteren ist schon die erste Besonderheit des Romans, auf die unbedingt hingewiesen werden muss. Über Kerstin erfahren wir nur in der Retrospektive, aber die anderen drei werden dem Leser sehr gut nahegebracht und man erhält tiefe Einblicke in die Psychologie eines jeden der Akteure. Da sei zunächst Julia, deren Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen und die daraufhin in das Waisenhaus kam; Eva für die Julia zur Bezugsperson wurde und die sich von dieser komplett vor den Kopf gestoßen fühlt, da diese sie einfach aus ihrem Leben „verdrängt“ hat, nachdem sie eigene Wege ging. Und Greger, eigentlich ein ruhiger und besonnener Genosse, der sich jedoch in diesem Fall auch ganz schön ins Zeug legen kann.

Alle drei sind nun wieder in dem Dorf, in dem sie ihre Kindheit gemeinsam verbracht haben und zu dessen Gemeinschaft sie nie wirklich gehört haben. Eine Tatsache, die sie nahezu permanent zu spüren bekommen. Die Dorfbewohner, eine makabere Sammlung von verschrobenen Gesellen, resignierten Mädchen und Frauen, einem korrupten Bürgermeister und einem katholischen Pfarrer, der sich um das Waisenhaus kümmert und der versucht, seine Schäfchen zu frommen Leuten zu machen. Doch in jedem Einzelnen brodeln Geheimnisse, tiefe und teilweise sehr dunkle Geheimnisse, denen es auf die Spur zu kommen gilt, um Licht ins Dunkel um die „Teufelsmorde“ zu bringen.

Eine Aufgabe, der sich die drei Freunde stellen, obwohl die Gefahr immer spürbarer und die Aggression der Dorfbewohner immer offensichtlicher wird. Nachdem Julia aber erst einmal an der Oberfläche gekratzt hat, kommen Dinge ans Tageslicht, die sich die Freunde nicht im Entferntesten hätten träumen lassen und die ihre eigene Vergangenheit in einem ganz anderen Licht darstellen.

Teufelsmord ist ein Thriller, der alles hat, um einem Leser schlaflose Nächte zu bereiten und die Spannung bis zuletzt aufrecht zu erhalten. Die verschrobene Dorfgemeinschaft mit all ihren dunklen Geheimnissen hat mir nicht nur einmal einen Schauer über den Rücken gejagt und die Handlung an sich: puh, phasenweise ganz schön harter Stoff! Eine tolle Leistung von Tanja Noy, ein Dorf mit so vielen menschlichen Abgründen auszuschmücken, die nach und nach wie ein Puzzle ein grausiges Gesamtbild der dort wohnenden Gesellschaft ergeben. Allein das Ende hat mir nicht so gut gefallen, da zu viele Fragen offen blieben. Da aber im Dezember schon der Folgeband erscheint, hoffe ich jetzt einfach, dass diese Fragen dort beantwortet werden und empfehle dieses Buch jedem Fan von guten Thrillern.

Erschienen ist das Buch im Mira Taschenbuchverlag und mehr Informationen gibt es auch bei Blogg dein Buch, dank deren Aktion ich auf diesen super Thriller aufmerksam gemacht wurde!

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2 Kommentare zu “achtung buch: teufelsmord von tanja noy

  1. Interessant – ich fand das Buch nur so einigermaßen spannend. Nachdem der Priester sooo übertrieben verdächtig war, musste der Mörder ja der Polizist sein, und folglich kam dann auch nicht mehr viel Überraschendes. Ein bisschen hat mich das alles an die Fünf Freunde erinnert… samt Burgruine und Taschenlampe. =)

  2. Also mich hat er schon ganz schön gepackt, wobei die Spannung für mich eigentlich in den verschrobenen Gestalten im Dorf lag 😀 Der Pfarrer war natürlich sehr schnell im Visier, wobei ich auf den anderen Täter (hihi, Versuch, nicht zu spoilern) echt erstmal absolut nicht gekommen wäre. Aber die Vorstellung in so ’ne Dorfgemeinschaft zu kommen, wo echt jeder seine Leiche im Keller hat und wo man am Ende nicht weiß, wozu die bereit wäre, um ihre Geheimnisse zu wahren, ist schon bissl gruselig 🙂

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