Archiv | September 2014

achtung buch: bloody catwalk von christoph gass

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Herzlich Willkommen in Lobostadt, der Stadt in der Menschen und Vampire zusammenleben. In Frieden? Keinesfalls, viel mehr wurden die Vampire in die zertrümmerte und zugemüllte Gegend am Kraterrand verdrängt und fristen dort ihre Existenz. Eines Tages wird das Model Nils van de Mas, ein wunderhübscher Vampir und Casanova tot aufgefunden. Alle Ermittlungen deuten auf einen Selbstmord hin – eine Tatsache, die Kilian Kreydenweiss, der begehrteste Modeschöpfer und beste Freund des Opfers. nicht wahr haben will. Denn Nils liebte das Leben im Glamour umgeben von schönen Frauen mehr als jeder andere. Kilian stürzt sich in die Ermittlungen, die bald gefährlicher werden, als er sich jemals vorstellen konnte.

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Christoph Gass ist mit seinem Roman Bloody Catwalk ein interessantes Buch gelungen, dessen Besprechung mir gerade etwas schwer fällt. Als ich das Cover und den Klappentext gesehen und gelesen habe, dachte ich: „Das musst du haben!“ Vampire, Catwalk, Glamour und etwas Crime – klingt nach der perfekten Mischung.

Als ich das ebook dann zu lesen begonnen habe, befand ich mich auf einmal im düsteren, schmutzigen, zertrümmerten Lobostadt, wo Vampire und Hybriden in Feindschaft mit den Menschen leben. Gleich zu Beginn trifft man auf Kilian Kreydenweiss, einen Hybriden, der in der Entwicklung zum Vampir stecken geblieben und darüber sehr unglücklich ist. Ablenkung bringen diverse erotische Abenteuer mit Models und heißen Vampirgirls, aber nur so lange, bis er vom Tod seines besten Freundes Nils van de Mas erfahren hat. Nils war mit Kilians Ex-Freundin Anjouli verheiratet, die ihm nun gemeinsam mit Hasina, einer anderen Vampirin bei der Suche nach der Wahrheit um Nils‘ Tod helfen will.

Verwirrend? Ja, das kann ich unterschreiben! Dazu kommt noch das immense Tempo, das der Autor vorgibt. Man kommt im Laufe der Story kaum zum Aufatmen, so viele neue Gegenden und Personen mit skurrilen Namen wie Glotz und Kannicht wie einem stets begegnen. Dazu entwickelt sich die Handlung auch in derlei viele Richtungen, dass es schwierig ist, alles auf Dauer auseinander zu halten.

Die Idee, die hinter dem Ganzen steckt ist jedoch nicht schlecht und es sind tolle Ansätze vorhanden, die das Buch nicht wirklich zu etwas Schlechtem gemacht haben. Nachdem ich mich dann auf das Tempo und die Handlung eingelassen habe, kam ich sogar ganz gut voran und konnte dem Ganzen bis zuletzt gut folgen. Die Mischung aus Vampirroman, Erotik und Crime macht es schwierig, das Buch in eine Richtung zu lenken, bzw. ihm eine Konstante zu geben. An manchen Stellen erweckte dies den Eindruck, dass der Autor sich nicht ganz schlüssig ist, wo das ganze hinführen soll.

Insgesamt denke ich, dass „Bloody Catwalk“ seine Liebhaber finden wird und für mich war es ein Leseabenteuer, da es sowohl von der Location als auch von der Handlung her komplettes Neuland war und eine komplett andere Richtung eingeschlagen hat, als Cover und Klappentext zunächst vermittelten.

Wer mehr über das Buch erfahren möchte, findet Bloody Catwalk beim Verlag books2readIch danke Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar.

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achtung buch: das haus der vergessenen bücher von christopher morley – ein neuer Fall für die SoKo Buch

Puh… Stockholm liegt hinter uns und die Akademiemorde sind auch aufgeklärt. Zeit für Urlaub meinte der Chef. Aber richtig Urlaub, weit weg, da wo man von Stress, Hektik und Arbeit verschont ist. Was wäre da nahe liegender als eine Zeitreise ins Brooklyn des Jahres 1919.

Eine Straße in Brooklyn im Jahre 1919

Der Krieg ist gewonnen, gute Stimmung macht sich breit, die Cafés florieren und auch kleine Buchhandlungen können die Besucher wieder in ihren Bann ziehen. Eine wirklich starke Anziehungskraft geht von ihnen aus und auch ich kam nicht umhin, mich in der kleinen Buchhandlung Parnassus umzuschauen, ein paar Worte mit dem netten Besitzer, Mr. Mifflin, zu wechseln und seinen Hund Boccacio – genannt „Bock“ hinter den Ohren zu kraulen, als plötzlich die Tür aufgestoßen wurde und ein junger, dynamischer Mann in den Laden kam. Er schien wichtige Dinge mit Mr. Mifflin besprechen zu wollen. Also zog ich mich mit meinem neuen Bücherschatz langsam zurück, nicht ohne jedoch mitzubekommen, dass der junge Mann, Aubrey Gilbert, aus der Werbebranche kommt und Mifflin ein ausgeklügeltes PR-Konzept für die Buchhandlung aufschwatzen wollte. Nun war mein Interesse aber geweckt: Würde ein solches Original wie Mr. Mifflin, stets tabakrauchumweht mit durchdringend blauen Augen, einem kurzen roten Bart und einem sichtlich wachem und cleveren Geist, auf einen solchen Werbescharlatan reinfallen? Dieses Spektakel kann ich mir wirklich nicht entgehen lassen. Also stöberte ich weiter durch die Regale, ein Ohr am Geschehen – das muss doch eine Berufskrankheit sein.

Und ich sollte Recht behalten: Mifflin gelang es doch wirklich, den jungen Werber von seiner Theorie zu überzeugen und ihn noch dazu für die Welt der Bücher zu begeistern! Ein derartig philosophischer und wortgewandter Dialog fand da statt, der noch lange in meinem Kopf herumschwirren wird. Mifflins Thesen waren aber auch einfach zu stichhaltig. Ein Beispiel?

Die Menschen brauchen Bücher, wissen es aber nicht. Meist wissen sie gar nicht, dass es die Bücher, die sie brauchen, überhaupt gibt. (S. 13)

Nun war es Zeit für den Feierabend, doch was ist das? Der Ladenbesitzer lädt den Werbemenschen zum Abendessen ein? Schade, dass ich da nicht Mäuslein spielen kann. Nun habe ich aber auch Hunger – also ab in das kleine Bistro gegenüber. Beim Hinausgehen bleibe ich an einem Buch hängen und es fällt aus dem Regal: Briefe und Reden des Oliver Cromwell von Thomas Carlyle. Schnell hebe ich das Buch auf, stelle es zurück ins Regal und verlasse das Geschäft.

Die Urlaubsruhe soll jedoch nicht lange anhalten, denn am nächsten Tag bekomme ich eine Anruf von unserem Mädchen für alles. Ein neuer Fall wartet auf die SoKo Buch und er spielt sich in eben dieser Buchhandlung in der Gissing Street ab – was für ein Zufall. Also fix ins Büro des Bookland Yard, wo schon unsere Ermittlungsakten aus dem Atlantik Verlag warteten.

Das Haus der vergessenen Bücher lautet der Titel unseres neuen Falls.

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Ein Buch ist verschwunden: Thomas Carlyle… Moment, doch nicht etwa der Cromwell? Genau der ist es. Das Buch, das ich beim Hinausgehen vom Regal gestoßen habe. Wer könnte ein Motiv für den Diebstahl eines alten Buches haben? Da es keinerlei Anhaltspunkte für uns gibt, beschlossen wir, in so viele Richtungen wie möglich zu ermitteln um auf schnellstmöglichem Wege zum Erfolg zu kommen. Da ich ja schon eine erste Begegnung mit dem Werbemann Gilbert hatte, sollte ich mich erneut an seine Fersen heften. Schließlich war er ja abends noch lange in der Buchhandlung gewesen. Nun gut, also mache ich mich mal auf die Suche, doch was ist das? Unser Mädchen für alles macht es sich im Maiskolbenclub, einem Club für bibliophile Menschen, gemütlich und eine neue Assistentin – Titania – hat ihre Arbeit im Buchladen aufgenommen. Und ich muss raus.  Die Ereignisse scheinen sich wirklich zu überschlagen, doch wo ist Aubrey Gilbert?

Während der Cromwell zu den unmöglichsten Zeiten auftaucht und wieder verschwindet, ohne dass wir bisher wissen weshalb, sitze ich im Café und hoffe, dass Gilbert noch einmal zur Buchhandlung kommt – zu dem einzigen Ort, den ich bisher mit ihm in Verbindung bringen konnte. Und das Warten wird belohnt, da kommt er! Augenscheinlich hat er sofort eine Schwäche für die bezaubernde Miss Titania entwickelt, doch Mifflin verwickelt ihn direkt in ein Gespräch über den Cromwell. Gilbert scheint nun endgültig von der Geschichte gepackt zu sein, nicht zuletzt um die Aufmerksamkeit Titanias zu erringen, und beschließt, auf eigene Faust zu ermitteln.

Plötzlich scheinen sich die Dinge zu überstürzen: Viele Menschen unterschiedlichster Typen scheinen sich für den Cromwell zu interessieren, Gilbert wird das Opfer eines Überfalls, es wurde eingebrochen,… Arbeit ohne Ende. Deshalb muss ich an dieser Stelle auch vorerst schließen und verweise sie freundlich, den Rest der Ermittlungen im gerade erschienenen Begleitbuch, das kurioserweise den gleichen Namen wie unsere Akten trägt, nachzulesen:

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 Das Haus der vergessenen Bücher ist wie gemacht für jeden Bücherfreund. Nachdem wir dieses Jahr schon die Sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra besucht haben und in Schweden die Akademiemorde zu den Akten legen konnten, ist dies das dritte Buch über Bücher, welches ausgiebig gelesen wurde und ich muss sagen, es hat sich eine Platz tief in meinem Leserherz erobert. Vor 95 Jahren wurde es zum ersten Mal veröffentlicht und dann sollte es bis ins Jahr 2014 dauern, bis es auch in deutscher Sprache beim Atlantik Verlag erscheint und die Herzen der Büchermenschen im Sturm erobert. Und ich denke, das tut es.

Christopher Morley präsentiert einen bibliophilen Schatz voller Wortwitz, Philosophie und Charme. Besonders Mifflin und der Maiskolbenclub seien dabei zu erwähnen: Eine Gruppe von Bücherliebhabern, die sich treffen, um über die geliebten Bücher zu sprechen. Mehr dazu findet ihr aber beim Kollegen Arndt. Der Buchhändler fungiert dabei als brennender Verfechter der guten Literatur und die Diskussionen über das Gute Buch und den Perfekten Kunden entlocken dem Leser oftmals ein herzliches Schmunzeln.

 Bücher sind doch eigentlich die einzig wahre Medizin, die die kranken Seelen der Menschen nach dem Krieg zu heilen vermag. Und so lautet auch der Leitspruch der Buchhandlung Parnassus:

Wir haben, was Sie wollen. Geistige Unterernährung ist ein ernstes Leiden. Wir haben die richtige Medizin für Sie. (S. 9)

Dazu kommen natürlich noch viele andere liebenswert gezeichnete Charaktere, wie zum Beispiel mein Werbemensch Gilbert, die sich ins Herz der Leser schleichen und einfach dort bleiben. Viel Gefühl und wohl dosierte Spannung im Cromwell-Fall runden die Sache mit und man kann großartige Entwicklungen der Protagonisten bewundern. Ich bleibe hier bei Gilbert, denn die anderen Protagonisten wurden von den anderen SoKo Mitgliedern ausführlich durchleuchtet. Aubrey Gilbert, Anfangs Werbefachmann durch und durch, macht im Laufe des Romans einen Wandel durch, wie das hässliche Entlein zum schönen Schwan. Will er anfangs noch einfach nur einen Werbevertrag mit Mifflin abschließen, wächst er schon bald über sich hinaus und stürzt sich – beseelt von der Liebe und der aufkeimenden Begeisterung für Bücher – in ein turbulentes Abenteuer.

Eigentlich kann er auch gar nicht anders, denn wenn man in diese Geschichte eintaucht, ist man dem Zauber der Bücher schon verfallen. Christopher Morley ist mit diesem Werk eine wundervolle Hommage an den Beruf der Buchhändler gelungen. Die Liebe zum Buch wird auf jeder Seite mehr als deutlich und am Liebsten würde man sich sofort auf den Weg machen, der wundervollen Buchhandlung „Parnassus“ einen Besuch abstatten und im Cromwell oder Dickens oder einem anderen literarischen Schatz stöbern, den Duft der Seiten tief inhalieren und sich zuhause fühlen. Für mich zählt „Das Haus der vergessenen Bücher“ eindeutig zu den buchigen Highlights des Jahres und bekommt das Prädikat „Herzensbuch“ verliehen.

Die gesamten Ermittlungsergebnisse

Wenn ihr auf dieses Bild klickt, kommt ihr direkt zum Gesamtüberblick zu unseren Ermittlungsergebnissen. Jeder von uns hat das Buch unter einem bestimmten Aspekt betrachtet und das Endergebnis ist eine wunderbare runde Sache. Natürlich sind momentan noch nicht alle Besprechungen geschrieben, aber wenn ihr immer einmal vorbei schaut, werdet ihr nach und nach die komplette Welt des Hauses der vergessenen Bücher vorfinden und verstehen können, warum dieses Buch ein Herzensbuch sein muss.

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Besucht auch gerne Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra oder begeitet die SoKo bei den Ermittlungen zu den Akademiemorden!

achtung buch: totenleuchten von klara nordin

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Willkommen in Jokkmokk, einer kleinen Stadt direkt am Polarkreis. Dort, wo Huskyrennen auf dem Talvatis-See stattfinden und die Einheimischen denn alljährlichen Wintermarkt vorbereiten, geschieht ein tragischer Unfall: Emil, ein junger Mann, ertrinkt eines Abends im See, als sein Motorschlitten einbricht. Wer hat die Begrenzungspfeiler, die das Loch im Eis markierten, weggenommen? Viel Zeit, um darüber nachzudenken bleibt leider nicht, denn eine viel grausigere Tat überschattet das Ganze. Lucas, ein Freund von Emil wird in der Nacht des traditionellen Samedans ermordet. Nein, nicht ermordet – brutal niedergeschlachtet nach einer traditionellen Methode der Renterschlachtung, mit genau einem gezielten Stich in den Nacken.

Ein Hinweis, denkt ihr? Leider nicht in Jokkmokk, wo fast jeder etwas mit Rentieren zu tun hat und diese Tradition beherrscht. Ein toller Einstieg für Linda Lundin, die gerade ihren neuen Job als Hauptkommissarin in Jokkmokk angetreten hat. Solch eine grausame Tat hat auch sie noch nicht gesehen. Gemeinsam mit ihren Kollegen Bengt und Margareta stürzt sie sich in die Ermittlungen, die sie tief in die samische Geschichte und deren Mythen und Geheimnisse führt. Auch die Bewohner des Dorfes zeigen sich nicht unbedingt kooperativ, scheint doch jeder mehr zu wissen, als er sagt. War der Unfall von Emil etwa gar kein Unfall und liegt der dritte Freund, Per Ante, richtig mit seiner Vermutung, dass er der Nächste auf der Liste des Mörders sein könnte? Schwingt euch auf den Motorschlitten und begleitet unsere Ermittler bei ihrem ersten gemeinsamen Fall!

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Klara Nordin ist mit Totenleuchten ein Krimi gelungen, dem es an Nichts fehlt. Liebevoll und detailliert gezeichnete Charaktere treffen auf eine spannende Handlung, die den Leser mit auf eine Reise in die samische Tradition und Kultur nimmt.

Die Kommissare Bengt, Linda und Margareta bilden dabei ein tolles Team, das von der ersten Minute an harmoniert, auch wenn jede Figur ihr Päckchen zu tragen hat. In wechselnden Perspektiven erfährt man aus dem Privatleben der drei Ermittler, ohne dass die Handlung darunter leidet. Viel mehr fiebert man mit den Figuren mit und kann sich direkt in sie hineinversetzen. Sie sind keine Übermenschen, sondern normale Menschen wie du und ich – ein Aspekt, der sie alle von der ersten Minute an mehr als sympathisch macht.

Auch eine Reihe von einzigartigen Nebencharakteren ist der Autorin gelungen: Die schrulligen, teilweise sehr eigenbrötlerischen Bewohner Jokkmokks unter der Leitung ihres selbstherrlichen Bürgermeisters beispielsweise. Selten lassen sie sich in die Karten schauen, auch wenn man genau merkt, dass sie mehr wissen, als sie zugeben. Am besten waren allerdings die beiden schrulligen alten Damen, die sich in einer Tour zanken und streiten. Göttlich – ich musste so oft lachen, wenn sie auf der Bildfläche aufgetaucht sind und alle um sie herum aufgemischt haben.

Satu und Julla habe ich sofort ins Herz geschlossen. Einfach wundervoll, wie herzlich die beiden miteinander umgehen, obwohl sie sich gar nicht so lange kennen. Und auch die Liebe der Großmutter zu ihrem Enkel Per Ante geht einfach nur ans Herz.

Die Geschichte an sich steckt bis zur letzten Seite voller Spannung. Wohl dosierte Hinweise gepaart mit vielen falschen Fährten, sorgen dafür, dass man bis zuletzt am Raten und Mitfiebern ist. Und selbst dann wird man noch überrascht. Während der Ermittlungen muss man als Leser auch wirklich aktiv dabei sein, denn nahezu jeder Bürger des Dorfes hat direkt oder indirekt mit den Geschehnissen zu tun.

Sehr gut gefallen hat mir, dass die Autorin die Kultur der Samen in den Vordergrund rückt. Für mich war dieses Volk nahezu unbekannt und ich fand es sehr spannend, über ihre Traditionen und Lebensweisen informiert zu werden. Dabei berichtet Klara Nordin auf so eine erfrischende und liebevolle Art und Weise, dass man sich direkt selbst nach Lappland versetzt fühlt.

Insgesamt ist Totenleuchten für mich ein brillanter Auftakt um das Ermittlerteam um Linda Lundin, und ich hoffe, bald mehr aus Klara Nordins Feder lesen zu dürfen! Jeder Krimifreund wird hierbei auf seine Kosten kommen! Von mir gibt es eine klare Empfehlung!

Totenleuchten beim KiWi-Verlag

achtung buch: die thea sisters und das rätsel von new york von thea stilton

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Liebe Lesefreunde, heute bekam ich Besuch von ein paar besonders vorwitzigen Mäusedamen. Von wem? Na von den Thea Sisters. Wer das ist? Schaut her:

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Da haben wir die fünf Mädels. Ich stelle sie euch mal eben kurz vor: Links oben in grün seht ihr Nicky. Sie kommt aus Australien und will Umweltschützerin werden. Darunter haben wir Colette aus Frankreich, ein wahres Energiebündel, das aber leider nicht so viel von Pünktlichkeit hält. Vielleicht sollte ihr Paulina, das Computergenie mal einen Peilsender verpassen? Wäre ein Plan, wenn sie nur nicht manchmal so chaotisch wäre. Auf der rechten Seite seht ihr noch Pam aus Tansania, die eine Vorliebe für Pizza hat und zu guter letzt Violet, die Lesemaus unter den Thea Sisters.

Nun fragt ihr euch aber sicher, wieso die Mädels Thea-Sisters heißen: Thea Stilton ist die Schwester des berühmten Geronimo Stilton und arbeitet für die Neuen Nager Nachrichten. Bei ihren Recherchen fährt sie sehr gern zum Mausford College, wo sie auch unterrichtet hat – richtig, auch die Thea Sisters wurden ihre Schülerinnen. Die fünf haben schon viele Abenteuer erlebt und Thea Stilton war immer ihr Vorbild. Deshalb haben sie sich kurzentschlossen Thea Sisters genannt. Ihre Namensgeberin fühlt sich natürlich sehr geehrt und hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Abenteuer der Mädels aufzuschreiben.

Und hier haben wir nun ihr neuestes Abenteuer: Die Thea Sisters und das Geheimnis von New York!

Im Mausford College fieberten alle einem besonderen Ereignis entgegen: Der College-Direktor Oktavius Enzyklopädikus Mausor hatte Thea Stilton eingeladen, um gemeinsam mit den Schülern den New-York-City-Marathon zu verfolgen, an dem Nicky als Vertreterin der Schule teilnehmen wird. Was für ein Spektakel!

Die fünf Freundinnen reisten also nach New York, wo sie bei Pams Familie unterkamen, die sogar eine eigene Pizzeria besaß. Kein Wunder, dass Pam so verrückt auf Pizza ist!

Schon am Flughafen treffen sie auf Nickys Konkurrentin Ragna Maussen, die jedoch keinen Blick für die Mädchen hat. Viel Zeit bleibt den Mädels nicht, um darüber nachzudenken, denn schließlich liegt ihnen ja New York zu Füßen und will erobert werden. Doch was ist das? Als die Mädels abends von ihrer Erkundungstour zurückkommen, sehen sie noch, wie ein Mann die Fassade der Pizzeria mit einer Drohung beschmiert: Seid gewarnt! Das Feuer vergisst nichts! Phönix.

Doch die Pizzeria ist nicht der einzige Ort, der bedroht wird. Wer ist Phönix und was steckt dahinter? Wird es den Mädels gelingen, den Fall zu lösen? Und wird Nicky ihre Konkurrentin besiegen können? Setzt euch zu Thea und verfolgt die spannenden Ereignisse am Big Apple!

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Die Thea Sisters und das Geheimnis von New York ist das erste Buch aus der Reihe, das ich in die Hände bekommen habe, und ich muss sagen, dass es genau das richtige für kleine Spürnasen ist. Die kecken Mäusemädels muss man einfach von der Minute an ins Herz schließen und auch die Geschichte ist so spannend, dass kleine Lesemäuse gut bei Laune gehalten werden dürften.

Dazu kommt noch die Schrift, die mit verschiedenen Schriftarten, viel Farbe und bunten Effekten zu punkten versteht und der Geschichte noch einen extra Reiz gibt, wobei ich denke, dass das eine Schwierigkeit für Leseanfänger darstellen könnte. Aber die können es sich ja vorlesen lassen *lach*. Viele Bilder untermalen die Erlebnisse der Mädels und machen auch das Anschauen zu einer wahren Freude.

Rätsel und Fragen, aber auch gut platzierte Hinweise helfen dabei, dem Täter beim Lesen auf die Spur zu kommen und sorgen dafür, dass die kleinen lesenden Spürnasen aktiv dabei bleiben.

Insgesamt ein toller Lesespaß für kleine weibliche Spürnasen, die unbedingt mit den Thea-Sisters auf die Reise zum Big Apple gehen sollten! Tolle Reihe, die man unbedingt weiterempfehlen kann!

achtung buch: ruby redfort – schneller als feuer von lauren child

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Endlich ist Super-Ruby wieder da! Und mit ihr wartet natürlich wieder ein neuer, spannender Fall auf die Leserschaft. Nachdem sie dem Grafen im letzten Band (Kälter als das Meer) entkommen konnte, begegnen wir Ruby diesmal während eines Survival Trainings in den Bergen. Jedes Spektrum-Mitglied, das am Training teilnimmt, wird an einer unbekannten Stelle abgesetzt und hat eine Reihe von Aufgaben zu erfüllen, bevor es in einem festgelegten Zeitraum von drei Tagen wieder im Basiscamp ankommen muss.

Keine schwere Aufgabe, denkt sich Ruby, schultert den Rucksack und springt aus dem Flugzeug ins Ungewisse. Schließlich hat sie ja die Handbücher gelesen und alles zum Überleben notwendige Wissen in sich aufgesogen. Nur das Wichtigste hat sie dabei vergessen: ihren Instinkt und ihre Sinne. Denn die beste Theorie nützt nichts, wenn man blind und taub durch die Wildnis rennt und nicht auf die Zeichen achtet, die die Natur bereit hält.

So kommt es, wie es kommen muss. Ruby hat sich total selbst überschätzt und bringt sich durch Schusselei und falschen Ehrgeiz in Lebensgefahr, aus der sie nur ein Spektrumkollege befreien kann. Das Resultat des Tests: totales Versagen. Natürlich erfährt auch Chefin L.B. davon, die alles andere als begeistert ist. Am meisten wurmt es natürlich Ruby selbst, dass sie versagt hat, und nicht einmal ihrem besten Freund Clancy gelingt es, sie wieder aufzuheitern.

Zur gleichen Zeit dreht sich Twinford alles um eine Parfümpräsentation, bei der das geheime Parfüm der Marie Antoinette vorgestellt werden soll. Ein Ereignis, das Rubys Eltern total begeistert. Außerdem kommt es zu einer Serie von Diebstählen teuren Schmucks. Da diese Diebstähle am Ort der Präsentation stattfindet, schickt L.B. Ruby dort hin, um den Fall zu lösen. Eine letzte Chance für unsere kleine Ermittlerin und für ihre Karriere bei Spektrum! Derweil werden auf Twinfords Straßen eine Reihe exotischer Tiere gesichtet und verheerende Waldbrände machen den Gebieten rund um die Stadt arg zu schaffen. Wird es Ruby gelingen, das Rätsel um den verschwundenen Schmuck und die Geschehnisse in der Stadt zu lösen und ihre Instinkte richtig einzusetzen? Kommt mit und schaut ihr über die Schulter!

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Schneller als Feuer ist der dritte Band aus der Serie um die junge Superermittlerin und Codeknackerin Ruby Redfort. Ruby wird zum ersten Mal mit dem Gefühl des totalen Versagens konfrontiert. War sie doch bisher immer die coole und toughe Codeknackerin, die sich mit ihrer großen Klappe und ihrem Talent überall durchmogeln konnte, wird sie hier mit etwas ganz Neuem konfrontiert: mit ihrem eigenen Ehrgeiz. Wir begegnen in diesem Band einer erwachseneren Ruby, die merkt, dass ihr Talent nicht alles ist, was zählt und dass auch sie ersetzbar ist. Sie ist nachdenklicher und schafft es sogar manchmal, im rechten Moment die Klappe zu halten – manchmal.

Dabei hat sie jedoch keinesfalls vom bekannten Ruby-Charme verloren. Noch immer ist sie vorlaut, trägt coole T-Shirts mit verrückten Sprüchen und kaut leidenschaftlich gern Kaugummi. Auch ihren Lehrern gegenüber ist sie gewohnt keck und manövriert sich von Nachsitzen zu Strafarbeit. Bloß gut, dass sie neben vielen Attesten so tolle Freunde wie Clancy, Del und Red hat, die zusammenhalten wie Pech und Schwefel. Gegenseitig holen sie sich aus jeder Schwierigkeit und helfen einander wo sie nur können. Und wenn das einmal nicht reicht, gib es ja zum Glück noch Hitch, ihren Butler… ähm… Undercover Spektrumpartner, der stets zur Stelle ist, wenn es wirklich brennt.

Die Geschichte ist wie gewohnt spannend bis zum Schluss und auch die Codes und zu lösenden Rätsel kommen natürlich nicht zu kurz! Überraschende Wendungen führen den Leser von Spur zu Spur, bis fast auf der letzten Seite alle Fäden zusammengeführt werden. Ein wahnsinnig tolles Lesevergnügen für kleine und auch größere Spürnasen, die dem Ruby-Charme erlegen sein werden, sobald sie die ersten Seiten gelesen haben. Dazu lernt man noch eine Menge über verschiedene Codes und Geheimsprachen und man kann an vielen Stellen im Buch die eigenen detektivischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Für mich eine klare Empfehlung aus dem Bereich der Kinder- und Jugendbücher. Ruby kann zu 100 % mit ihren Kollegen, den Drei ???, den Fünf Freunden und auch den Drei!!! mithalten und dürfte gerade auch in jungen weiblichen Spürnasen die Lust am Detektiv spielen wecken. Endlich gibt es nicht mehr nur coole Jungs, sondern einen weiteren Fall der wohl brillantesten jungen Ermittlerin dieser Welt!

Ruby Redfort – Schneller als Feuer beim Fischer Verlag