achtung buch: die seiten der welt von kai meyer

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Es gibt Bücher, die begegnen einem zufällig, dann gibt es Bücher, die empfohlen werden und letztendlich gibt es die Bücher, von denen man einfach weiß, dass man sie haben muss, sobald man sie das erste Mal sieht. So ging es mir mit den Seiten der Welt. Dank Kai Meyer konnte man ja als Leser direkt am Entstehungsprozess teilhaben, da er auf seiner Facebookseite den gesamten Prozess des Drucks bis hin zum fertigen Buch mit Fotoalben zeigte. Als ich dann das Cover mit der wundervollen Prägung und dem tollen Design zum ersten Mal sah, war es direkt um mich geschehen. Ich muss es haben, jetzt, sofort, gleich… Leider war es noch eine Weile hin, bis zum Veröffentlichungstermin, aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude *lach*

Diese Vorfreude wurde dann nach und nach ins Unermessliche gesteigert, als erste visuelle Eindrücke von Bloggern auftauchten, die das Glück hatten, ein Vorabexemplar zu ergatten! Und dann passierte es: Der Postmann, bzw. die Postfrau, brachte mir einen mysteriösen Brief:

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Dieser leitete mich sofort weiter auf die wundervoll gestaltete Homepage zum Buch, wo ich eine bibliomantische Prüfung ablegen konnte. 100 Bibliomanten sollten dort ausgewählt werden, die ein exklusives vom Autor signiertes Paket mit Buch, Hörbuch, Seelenbuch und Buchtasche gewinnen konnten. Große Chancen rechnete ich mir nicht aus, aber es war so schön, erste Einblicke in die Welt des Buches und seine Charaktere zu bekommen. Die Seite ist allein schon ein Geschenk an die Leser und machte das Warten gleich viel leichter!

Dann kam die große Überraschung aus dem Hause Argon! Die lieben Kollegen vom Hörbuchverlag ließen mir ein wundervolles Hörbuchexemplar zukommen, sodass ich mich direkt nach Libropolis begeben konnte!

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Ein riesen Dank dafür! Schon optisch war es ein wahres Schätzchen in Gold und Schwarz, genau wie seine große Buchschwester und Simon Jäger als Sprecher einfach nur ein Treffer mitten ins Schwarze! Über 14 Stunden Hörgenuss erwarteten mich, und eine Story, die den Leser/ Hörer einfach umhauen und ergreifen muss. Also lasst uns jetzt eintauchen in:

Die Seiten der Welt

Furia Salamandra Faerfax lebt gemeinsam mit ihrem Vater Tiberius, dem kleinen Bruder Pip und drei Hausangestellten in den abgelegenen Tiefen der Cotswolds. Ihr riesiger Landsitz wurde auf einer riesigen Bibliothek erbaut, und so ist es kein Wunder, dass auch Furia den Büchern verfallen ist. Ihr Vater ist schließlich ein Bibliomant und auch in ihr zeigen sich starke Züge dieser Macht. Wenn sie nur endlich ihr Seelenbuch finden würde, das sie zur vollständigen Bibliomantin machen würde! Die ganze Familie leidet noch sehr unter dem Tod von Furias Mutter und jeder bewältigt die Trauer auf seine Weise: Furia flieht in die Bücher Siebensterns, dem Lieblingsautor der Mutter, ihr Vater zog sich sehr zurück und hat sich dem Kampf gegen die Entschreibung der Bücher verschrieben. Am meisten leidet jedoch Pip darunter, der seither eine schlimme Angst vor Clowns entwickelt hat und nur mit Clownschminke durch das Haus läuft, da er denkt, dass er so unerkannt bleiben kann. Da er keinerlei bibliomantische Züge aufweist, ist er meist auf sich allein gestellt, und nur dem merkwürdigen Chauffeur Sunderland gelingt es, dem Jungen ab und an seine Fröhlichkeit zurückzugeben.

Eines Tages findet Tiberius wieder ein „leeres Buch“ und nimmt Furia mit, um es zu suchen. Diese leeren Bücher müssen zerstört werden, um die Entschreibung der Welt zu verhindern. Doch dann kommt es zu einer Katastrophe: Jemand scheint Furia und ihren Vater zu erwarten und es kommt zu einer Auseinandersetzung, bei der Tiberius schwer verletzt wird. Furia gelingt es mit Hilfe einer Unbekannten, den Vater wieder nach Hause zu bringen, wo er jedoch in den Armen der Tochter stirbt. Damit beginnt Furias Abenteuer jedoch erst richtig, denn jemand sehr gefährliches ist ihr auf der Spur. Als dann noch Pip entführt wird, heißt es schnell zu handeln. Eine spannende Reise in die Refugien beginnt und soll zu Furias größter Mission werden…

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Was kann man zu einem Buch sagen, das alles hat, was ein gutes Buch haben muss?? Ich glaube, Meisterwerk trifft es am besten! Kai Meyer ist ein wundervoller Roman gelungen, der von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln und begeistern versteht. Er entführt den Leser in Welten, von denen jeder Buchliebhaber nur träumen kann. Da ist einmal Libropolis, ein wahrer Traumort für Bücherliebhaber. Dort findet man alles rund ums Buch und auch jedes Buch was geschrieben wurde! Dort wachsen Bäume, an denen anstelle von Blättern Lesebändchen wachsen und aus Büchern gefallene Exlibri fristen ein trauriges Leben zwischen den Bibliomanten. Schnabelbücher werden aufeinander losgelassen in Wettkämpfen, die die heutige Vergnügungssucht nur zu deutlich darstellen. Bis eines der Bücher komplett zerstört ist, werden die armen Dinger aufeinandergehetzt. Doch eines kann gerettet werden. Wie? Lasst euch überraschen *grins*. Auch den Wald der toten Bücher mit seinen besonderen Bewohnern, den Kallixen, besucht Furia während ihres Abenteuers. Dazu soll an dieser Stelle aber nicht mehr verraten werden!

In Bezug auf die Charaktere kann man nur sagen, dass Kai Meyer eine Fülle von liebevoll gezeichneten Persönlichkeiten präsentiert, die gemeinsam mit den Handlungsräumen ein absolut einzigartiges Werk ergeben. Auf der einen Seite haben wir Furia und ihre Familie – die Guten – die sich dem Kampf gegen die Entschreibung verschworen haben und somit auch Gegner der Akademie sind. Leider wird Tiberius schon sehr zeitig aus der Welt gerissen, sodass man nicht viel mehr von ihm kennen lernen konnte, als dem Fleiß in Bezug auf seine Arbeit und die Trauer um seine verstorbene Frau. Pip, der Angst vor Clowns hat und sich deshalb als einer von ihnen tarnt, steht mit seiner Trauer meist etwas allein da. Furia ist sehr fixiert auf ihre erwachenden Fähigkeiten, die sie eng an den Vater binden, doch Pip hat keine bibliomantischen Fähigkeiten und somit auch nicht diese besondere Verbindung zum Vater. Dennoch spürt man die Liebe zwischen allen Familienmitgliedern und auch den drei Hausangestellten Sunderland, Pauline und Wackford.

Neben den menschlichen Figuren begegnet man auch noch besonderen Haushaltsgeräten und Möbeln, die ein Eigenleben entwickeln: Sessel und Tischlampe werden zu ebenso nützlichen Begleitern und Helfern, wie die kleinen staubfressenden Origami in der Bibliothek.

Außer den Guten muss es natürlich innerhalb einer solchen Geschichte auch die Bösen geben und die begegnen uns gerade in den Refugien sehr häufig, bevor sie letztendlich auch die Menschenwelt stürmen. Dabei muss natürlich allen voran Die Umgarnte samt ihrer Kavaliere genannt werden, die es von der ersten Minute an erbarmungslos auf Furia abgesehen hat und den kleinen Pip in ihrer Gewalt hat. Doch sie ist nur eine Gefahr, auf das Furia während ihres Abenteuers trifft. Aber zum Glück findet man in Notsituationen oft Freunde fürs Leben. So ergeht es auch Furia, die in Libropolis auf Cat und Finnian trifft, die treue Begleiter in allen Lebenslagen werden sollen. Auch Severin, der treue Brieffreund aus der Vergangenheit spendet Trost und unterstützt Furia auf eine besondere Weise, die sich mancher Leser sicher auch wünschen würde!

“Sich zu mögen heißt, zu entdecken, dass man dieselbe Sprache spricht. Sich zu lieben bedeutet, in derselben Sprache zu dichten. Ich weiß nicht, ob wir schon miteinander dichten, Furia, aber zumindest schreiben wir ein Buch zusammen.” (Sevrin an Furia)

Das waren bei Weitem noch nicht alle Figuren, Orte und Besonderheiten des Buches, aber mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten! Die Seiten der Welt muss man selbst erkunden, um ihre Fülle und Vielseitigkeit erkennen zu können. Mann kann diese Welt kaum in Worte fassen, die Kai Meyer da kreiert hat. Einfach nur wundervoll! Ich möchte dieses Buch wirklich jedem Bücherliebhaber empfehlen, vielleicht findet so mancher darin ja sein Seelenbuch. In meinem Herzen hat es seinen festen Platz gefunden und ich glaube zu spüren, wie sich manch ein Seitenherz zu spalten beginnt und wie sich die wohlige Wärme der Bibliomantik in mir ausbreitet, wenn ich an diesen Lesegenuss denke.

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Abschließend möchte ich noch einmal Danke sagen! Danke an Kai Meyer, der dieses Wunderwerk geschaffen hat, der ein wundervoller Autor und Mensch ist und der immer ein offenes Ohr für seine Fans hat, wie ich selbst erleben durfte. Gemeinsam mit dem Fischer FJB hat er ein Projekt auf die Beine gestellt, dass es so häufig nicht zu finden gibt: Eine wundervolle Homepage zum Buch entstand, die Bibliomantische Prüfung an der tausende Fans teilnahmen – ich möchte wahrlich nicht mit der „Jury“ tauschen wollen, die damals die Auswahl der 100 treffen musste! Dazu noch die persönlichen Einblicke in den Entstehungsprozess via Facebook und Videointerviews. Einfach nur klasse und beeindruckend! Hut ab und Respekt an alle Beteiligten. Und ein riesen Dank an meine persönliche Glücksfee, die mir kurz vor dem offiziellen Erscheinungsdatum ein Päckchen bescherte, das sowohl ich, als auch die liebe Postfrau nicht so schnell vergessen werden. Denn ich hatte das große Glück, eine der 100 zu sein, was ich bis jetzt noch nicht richtig glauben kann! Natürlich wollte ich mein Glück gleich teilen und habe mit Autogrammkarte und Lesezeichen einer lieben Bloggerfreundin eine kleine Freude machen können, da ich von Kai ja schon eine Autogrammkarte bekommen hatte und mein zweites Hörbuch an eine weitere Bibliomantin übergeben, die natürlich zuvor auf Haut und Knochen geprüft wurde! 🙂 Danke für eine einzigartige Aktion rund um ein besonderes Buch, die man sicher so schnell nicht vergessen wird!

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