Archiv | Februar 2015

achtung hörbuch: after passion von anna todd

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Tessa Young ist ein typisches Good-Girl. Sie hat erstklassige Noten, einen braven und treuen Freund, ist lieb und anständig und die wahre Vorzeigetochter ihrer Mutter. Und ein neuer Lebensabschnitt soll für sie beginnen, nämlich mit dem Besuch der Washington State University. Direkt am ersten Tag trifft sie auf ihre Zimmergenossin Steph, ein verrücktes punkiges Mädchen mit einem noch schrilleren Freundeskreis. Steph versucht sie sofort zu integrieren und so dauert es nicht lange, bis Tessa auch Hardin kennen lernt. Er ist der typische Bad-Boy, über und über tätowiert, unverschämt, gemein, das komplette Gegenteil von Tessa. Doch Gegensätze ziehen sich bekanntlich an und Tessa ist schon bald bis über beide Ohren in ihn verliebt. Und eins steht fest:

LIFE WILL NEVER BE THE SAME

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Vorab muss eins gesagt werden: Die After-Serie von Anna Todd wird die Lager spalten, genauso wie es Shades of Grey, Crossfire und all die anderen Romane dieser Art schon getan haben und noch immer tun. Schwarz oder weiß ist die Devise, Grauzonen gibt es dabei nicht wirklich. Man liebt es, oder hasst es! Und ich muss sagen, ich zähle zur ersten Liga 🙂

Das Schema ist altbekannt: Wir haben das brave Mädchen und den Bad-Boy, an den sie ihr Herz verliert. Ein Hin und Her der Gefühle: Er liebt sie, er liebt sie nicht,… Nervig? Für manchen Leser vielleicht, für mich nicht. Ich habe die 3 CD’s fast nahtlos gehört, weil ich einfach wissen wollte, wie es weitergeht und bei jeder Unterbrechung leise vor mich hingegrummelt wie ein Teenie *lach*

Ähnlich wie SoG hat auch „After passion“ einen Suchtfaktor. Einmal angefangen, kann man nicht mehr aufhören. Man ist wie in einem Sog, trotz der Handlung, die an sich ja nicht besonders viel hergibt als Streit, Versöhnung, Sex, Streit, Versöhnung, Sex,… Aber das ist nicht das, was die Geschichte ausmacht. Das sind viel mehr die Charaktere und ihre Entwicklungen. Auf dem Cover der CD schreibt literarygossip.com sehr treffend:

„Hardin zeigt Tessa das Leben & Tessa zeigt Hardin die Liebe“

Und diese Aussage trifft es auf den Punkt. Tessa blüht auf. Aus einer Knospe wird nach und nach eine Rose und auch Hardin überrascht immer aufs Neue. Er kämpft um Tessa, will sich ändern und man freut sich, wenn er dann über seinen Schatten springt und doch liebenswerte Züge unter der harten, manchmal grausamen Schale zeigt.

Dazu kommen auch die vielen verschiedenen Nebencharaktere, die sehr lebendig und voller Charakter gezeichnet sind und der Geschichte den passenden Rahmen verleihen. Gerade auch Hardins Freundeskreis ist so bunt gemischt, dass man immer gespannt ist, welche Intrigen, Freundschaften, Begegnungen als nächstes kommen werden.

Erotik spielt natürlich auch eine große Rolle, wobei es weniger war, als ich erwartet habe *lach*. Vielmehr sind die Szenen sehr ansprechend und ästhetisch gezeichnet und zeigen die Gefühlslage beider Hauptprotagonisten sehr gut. Hardin zeigt Tessa, dass es mehr gibt, als Lernen und braves nebeneinander herleben und erweckt in ihr ganz neue Seiten. Sex ist für ihn eigentlich nichts besonderes, aber mit Tessa wird es das und während der gesamten Geschichte steht das Zwischenmenschliche vor dem Sex.

Am Ende wartet noch ein fieser Cliffhanger auf den Leser, was zu erwarten, aber dennoch gemein war. Ich muss allerdings sagen, dass sich dieser im Nachhinein doch ein kleines bisschen als vorhersehbar entpuppt hat. Aber: Während des Hörens wollte ich das gar nicht wahrhaben und hab die Zeichen einfach überhört!

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Natürlich wird es, wie ich schon angedeutet habe, genauso viele Kritiker wie Fans der Buchreihe geben, aber gerade Freunden von SoG und vergleichbaren Büchern kann ich „After passion“ klar empfehlen. Doch auch vielen anderen Lesern und Hörern wird es Freude machen können, nämlich denen, die es einfach riskieren, sich darauf einlassen eine Geschichte voller Liebe und Schmerz, Auf und Ab der Gefühle und Drama zu bekommen. Diese Leser werden gefühlvollen und lebhaften Lesestunden belohnt werden, auch wenn das Rad dabei nicht neu erfunden wurde. Es war ein sehr unterhaltsames und spannendes Hörbuch, das mir als Auftakt sehr gut gefallen hat. Ich bin infiziert und freue mich auf die nächsten Teile!

Eins muss ich abschließend noch erwähnen: Ich habe „After passion“ als Hörbuch gehört und bin begeistert. Normalerweise mag ich weibliche Sprecherinnen nicht so gern wie männliche, aber Nicole Engeln hat mich sofort überzeugt. Dank ihrer vielseitigen und ausdrucksstarken Stimme gelang es ihr sehr gut, den einzelnen Charakteren Leben einzuhauchen und die Geschichte mit Gefühl zu füllen.

achtung buch: die frauen der rosenvilla von teresa simon

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Kennt ihr diese Art von Büchern, von denen ihr hört und wisst, dass ihr sie unbedingt haben müsst? Die wie die Liebe auf den ersten Blick einschlagen und die ihr so schnell nicht vergessen sollt? So ging es mir mit „Die Frauen der Rosenvilla“ von Teresa Simon. Warum, fragt ihr euch? Weil dieses Buch schon in den wenigen Zeilen drei Leidenschaften von mir erfasste: Dresden, Schokolade und Rosen.

Dresden ist seit 10 Jahren meine Wahlheimat geworden, aus der ich eigentlich nicht mehr weg möchte und in die ich mich auf den ersten Blick verliebt habe. Zur Schokolade brauche ich nicht viel mehr zu sagen, als ICH LIEBE SIE und wer mich kennt weiß, wie gern ich selbst Pralinen und Schokolade selbst kreiere und verschenke *lach*. Und auch Rosen haben einen festen Platz in meinem Leben. Sie waren die liebsten Blumen meines Papas und er hat sie mich schon von Klein auf im Garten lieben und pflegen gelehrt. Und auch heute vergeht auch kein Tag, an dem nicht mindestens eine bei uns zu Hause zu finden ist.

Ihr seht, dieses Buch war ein wahres MUSS für mich. Aber um was geht es nun eigentlich?

Dresden 2013 – Die Rosenvilla in Blasewitz

Die junge Anna Kepler hat gerade ihre zweite Chocolaterie mit selbstgemachten Kreationen eröffnet und verzaubert damit ganz Dresden. Ein Wunder? Eigentlich nicht, stammt sie doch aus einer Dresdner Schokoladendynastie, die bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurückzuverfolgen ist. Doch nicht nur das Talent zur Schokoldadenherstellung und den außergewöhnlichen Geschmackssinn hat sie geerbt, sondern auch die Rosenvilla, die sie nun mit vollstem Herzblut restauriert.

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Auch den einst so prächtigen Rosengarten möchte sie wieder mit neuem Leben füllen und macht sich direkt mit Hilfe ihres Gärtnerfreundes Jan an die Arbeit. Damit sollte ein weiter großer Schritt in Richtung persönliche Glückseligkeit gemacht werden, denn neben der Blumen und der Schokolade wünscht sich Anna nichts mehr, als den passenden Mann an der Seite und das Trappeln von Kinderfüßen in den großen Räumen der Villa. Plötzlich wird sie jedoch aus ihren Gedanken gerissen, nämlich als Jan beim Graben auf eine alte Schatulle stößt, deren Inhalt Anna weit in die Vergangenheit der Rosenvilla katapultieren soll.

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Zwischen einem schmalen goldenen Armreif in Schlangenform, einer zerrissenen Perlenkette, einer roten Haarsträhne, einem Eisernen Kreuz 1. Klasse und vielen anderen Dingen findet sie einen Stapel Briefe und eine Fotografie einer ihr unbekannten Frau. Annas Neugier ist entfacht und sie stürzt sich direkt auf die Briefe.

„Ich brenne. Ich glühe. Bin wie im Fieber.
Darf ihn niemals wiedersehen und werde es doch schon bald.
Noch heute!“

Mit diesen Zeilen eines Briefes von einer gewissen Emma aus dem Jahre 1919 beginnt Annas Reise in die Vergangenheit, die sie nicht allein bewältigen kann. Zu durcheinander ist alles, von mehreren Schreibern verfasst. Zum Glück gibt es ja Freundin Hanka, Bibliothekarin und ihren treuen Kater Libro, die in akribischer Kleinstarbeit alles sortiert und gemeinsam mit Anna nach und nach entschlüsselt. Und was die beiden Frauen dabei entdecken, ist einfach unglaublich…

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Knapp 450 Seiten umfasst Teresa Simons Roman. Schier hindurchgeflogen bin ich und habe dabei jede Seite tief in mich aufgesaugt. Bin gemeinsam mit Anna durch bekannte Ecken geschlendert, habe in Gedanken in der Schokoladenbar in der Neustadt Pause gemacht und mir dabei vorgestellt, wie es wäre, wenn es Annas Chocolaterie wirklich gäbe. War im Schokoladenshop an der Frauenkirche und wollte einfach nicht, dass das Buch endet.

Denn zu vielschichtig, schön, traurig, ergreifend, verrückt war das alles, was Anna auf den Briefseiten erlebte. Alle Fäden laufen zusammen in der Rosenvilla, die eine Familiengeschichte erzählt, die weiter zurück reicht, als Anna es sich hätte jemals träumen lassen. Genau wie sie in den Briefen gefangen war, war ich es im Buch. Von Seite zu Seite lüfteten sich die kleinen und filigranen Geheimnisse, die am Ende ein einmaliges Netz aus lebendigen und einzigartigen Charakteren sowie einer wundervollen und berührenden Geschichte ergaben.

Und die Protagonisten waren alle etwas ganz besonderes. Allen voran natürlich Anna, die ich vom ersten Moment an ins Herz geschlossen habe (nicht nur, weil wir beide rothaarig sind *lach*). Sie ist eine so liebenswerte und gefühlvolle Frau, die aber auch klare Ziele vor den Augen hat und diese auch verfolgt. Eine spritzige Mischung – wahres Elbfeuer eben. Dieses Feuer findet man auch in den anderen Frauen des Romans, über die an dieser Stelle nicht mehr verraten werden soll. Ihr müsst sie selbst kennen lernen, denn den Umfang dieses Buches kann und will ich nicht in Worte fassen. Man muss es lesen, wie eine Praline genießen und schmelzen lassen, langsam die Verbindungen herstellen, staunen, kopfschütteln, traurig sein, lachen, einfach den Gefühlen freien Lauf lassen.

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Dieses Buch kann ich wirklich nur jedem Leser ans Herz legen, der Dresden und Schokolade liebt, der den Duft von Rosen allgegenwärtig in der Nase haben will, während er in eine Familiensaga der ganz besonderen Art und Weise eintaucht. Geschichte und Fiktion treffen aufeinander und es gibt eine Explosion der Sinne und Gefühle. Und wem das auf dem Papier noch nicht reicht, sei dazu aufgefordert, sich zuerst mit den letzten Seiten des Buches auseinanderzusetzen, selbst Trüffel zu machen und den passenden Eierlikör und es sich dann mit dem Buch gemütlich zu machen! Teresa Simon hat einfach an alles gedacht! Und mehr als das: Sie stand mir sogar für euch noch Rede und Antwort! Mit einem Klick kommt ihr direkt zum

Interview mit Teresa Simon

Für mich ist „Die Frauen der Rosenvilla“ definitiv eines der Bücher schlechthin, das ich sicher nicht zum letzten Mal in den Händen hatte!

achtung interview: im gespräch mit teresa simon

Im Februar 2015 erschien Teresa Simons wundervoller Debütroman „Die Frauen der Rosenvilla“ im Heyne Verlag. Debütroman trifft es dabei aber eigentlich nur halb, denn Teresa Simon ist das Pseudonym einer tollen deutschen Autorin aus München, die eine große Vorliebe für Katzen, Blumen und Schokolade hat. Da sie noch etwas geheim bleiben möchte, gibt es hier auch kein Foto aber dafür schöne blumige Bilder zum Buch und ein tolles Interview mit der Autorin für euch!

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Bereit? Dann lasst uns Teresa im Pavillon der Rosenvilla besuchen und schauen, was sie uns zu erzählen hat!

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Liebe Teresa,

“Die Frauen der Rosenvilla” ist dein erster Roman in diesem Genre. Er beschreibt das Leben einer ganzen “Dynastie” starker und besonderer Frauen, die in Dresden in der Rosenvilla lebten oder leben und deren Schicksale auf besondere Weise miteinander verbunden sind. Was inspirierte Dich zu dieser Geschichte?

 T: Die Initialzündung kam von einer lieben Freundin, die eine Gastprofessur in Dresden hatte und mir vollkommen hingerissen von den schönen Elbvillen erzählt. Da ich den Plan eines geheimnisvollen Familienromans schon länger hatte, begann ich, mich intensiver mit Dresden zu beschäftigen – und fand heraus, dass es um 1900 DER  Standort für Luxusindustrie im Deutschen Reich war. Und: Schokolade hat mich schon immer interessiert … wie auch das Thema alte Rosen … von da an ging es eigentlich wie von selbst …

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Während ich las, habe ich begonnen, Stammbäume zu den wundervollen Charakteren zu erstellen, um bei dem Zeitraum von über 100 Jahren, in denen der Roman spielt, nicht den Überblick zu verlieren. Heraus kam ein filigranes Netz, dass sich bis zur letzten Seite wie ein Puzzle zusammenfügte und in dem jeder seinen bestimmten Platz gefunden hatte. Insgesamt sind es 4 Frauen aus 4 Generationen, deren Schicksale nicht nur an einer Stelle miteinander verwoben sind. Jede der liebevoll gezeichneten Haupt- und Nebenfiguren hat ihren festen Platz in der Geschichte und nichts ist dem Zufall geschuldet. Wie gelang es dir, beim Schreiben den Überblick zu behalten, beziehungsweise was kam zuerst: eine genaue Gliederung der Personen und ihre Verbindungen, um die Du die Geschichte aufgebaut hast, oder die Grundidee der Geschichte, in die Du nach und nach die Personen eingefügt hast?

 T: das mit dem Stammbaum ist eine prima Idee – und nicht anders bin auch ich vorgegangen … ich wusste ja, wie das Ende sein sollte und habe gewissermaßen darauf hin erzählt … Ja, gerade das miteinander Verwobene  war mir ganz besonders wichtig, weil ja auch so in Familien erzählt wird und meistens nicht linear … Da die Figuren einen so festen Platz in meinem Kopf (und meinem Herzen) hatten, war es für mich nicht schwer, sie richtig zu platzieren, aber vielleicht muss man sich als Leser doch ab und an mal eine kleine Notiz machen …  der Ursprung meiner Idee war für mich Helenes  Geschichte … um die herum hat sich alles andere gerankt … mehr dazu darf ich hier aber nicht verraten …

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Geschichte, Schokolade, Dresden. Alles, was Du beschreibst, lässt sich historisch festmachen und ist wunderbar recherchiert. Wie betreibst Du Recherche für Deine Bücher? Bereist Du die Schauplätze Deiner Bücher und hast Du Dich selber an die Kunst des Pralinenherstellens gewagt?

 T: Recherche ist sozusagen meine 2. Natur, und leider habe ich eine leicht enzyklopädische Ader, die alles manchmal sehr aufwändig (und teuer!) macht … ja, natürlich beginnt alles mit Literatur – richtig viel Sekundärliteratur -, bei der ich mich manchmal nur schwer bremsen kann, weil mir einfach ALLES wichtig vorkommt … und ich bereise IMMER (sofern es möglich ist) die Schauplätze meiner Bücher … Dresden kannte ich, aber nicht sehr gut, und als ich mich im Juni 2013 zu einem ausführlicheren Besuch wegen des Romans entschloss, kam die große Flut … es hat mir  leid für Dresden getan, aber für meine Eindrücke war es natürlich eine Fügung…

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“Für mich soll’s rote Rosen regnen…”. Rosen sind ein weiteres Hauptthema des Buches. Warum gerade diese Blumen? Einfach so oder doch aufgrund ihrer vielfältigen Bedeutungen, die von Liebe über Verschwiegenheit bis hin zum ewigen Leben reichen?

 T: Für mich ist die Rose DIE Blume der Blumen (und das sagt ein bekennender Tulpenfan!): geheimnisvoll, königlich, Symbol für Liebe und Leidenschaft – es konnten einfach nur Rosen sein! Es gab lange Zeit in München einen sehr besonderen Blumenladen, der nur alte Rosen (als Schnittblumen) verkaufte: Seit Studentenzeiten bin ich ihm treu geblieben – bis er schließlich vor 3 Jahren einem Coffeeshop (!) weichen musste – welch unersetzlicher Verlust!

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Und Schokolade! Schokolade und Schokolade machen steht immer im Zentrum des Romans. Dunkel, Zartbitter oder Weiß (ich weiß, es ist keine richtige Schokolade *lach*) – bist Du eine Naschkatze?

 T: Komischerweise hat mir schon als Kind die süße Vollmilchschokolade nie so recht geschmeckt … ein Fest für meinen lieben Vater, der verrückt nach Krokant und Nougat war und mir alles immer mit Vergnügen weggegessen hat … seit diesem Roman mag ich eigentlich nur noch Sorten ab 70% und hab mich sogar mit der bitteren 100% Schokolade angefreundet … im wirklichen Leben mag ich es gerne scharf: deshalb schmecken mir auch Sorten mit Chili oder Meersalz (ein Traum!)m am allerbesten …

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Gibt es eine Figur im Roman, die dir besonders ans Herz gewachsen ist und warum?

 T: Anna natürlich, aber dann gleich dahinter ihre Freundin Hanka mit dem bezaubernden Kater Libro (Katzen sind meine 3. Leidenschaft!) und ihrer lebensklugen, zupackenden Art: Wer von uns möchte nicht so eine Freundin haben?

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Wie sehen deine literarischen Pläne für die Zukunft aus?

 T: Es wird einen neuen Roman geben, der in München spielt, Zeitraum 1918-2014 … Erscheinen im Frühling 2016 …

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Und zum Abschluss: Alle Frauen der Rosenvilla waren auf der Suche nach Glück. Was bedeutet Glück für Dich und gibt es etwas, das Du Deinen Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

 T: Glück ist für mich der Moment – nicht immer alles aufschieben und auf später vertagen. Jetzt genießen – Liebe, Freundschaft, den Duft der Rosen, das Stück Schoki im Mund, das langsam schmilzt, die schnurrende Katze auf dem Schoß – auch scheinbar kleine Dinge können ganz groß sein!

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Vielen lieben Dank für das tolle Interview und die Zeit, die Du uns geschenkt hast, liebe Teresa! Ich freue mich, bald wieder von Dir zu hören und vor allem zu lesen!

Und neues gibt es zu lesen, ein neues und aktuelles Interview nämlich über und um ihr neues Buch „Die Holunderschwestern“ —> HIER

achtung buch: die geister von graz von robert preis

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Eine ganze Weile liegen die schrecklichen Ereignisse der Ermittlungen im „Wellness-Hotel“ hinter Armin Trost und seinem Team. Doch in ihm brodeln die traumatischen Geschehnisse noch stark nach, sodass er sich aus dem aktiven Dienst zurückgezogen hat und nun wie ein Einsiedler inmitten seiner eigenen Familie lebt.

Doch lang sollte ihm diese Ruhe nicht vergönnt sein, denn schon wird Graz von neuen schrecklichen Geschehnissen heimgesucht. Menschen verschwinden, einzelne Körperteile von ihnen tauchen als Talismane am Hals von Immigranten  oder einfach so an öffentlichen Plätzen auf und Obdachlose werden zusammengeschlagen.

Neblig und düster die Stimmung, alte Mythen tauchen auf und Sagen werden geraunt. Die Geister der Vergangenheit seien wieder aufgetaucht und würden nun ihren Tribut fordern. Doch welche Geister? Und warum die verstümmelten Leichen? Antworten auf diese Fragen kann nur Trost mit seinem Team finden. Doch ist dieser wirklich fähig in den Dienst zurückzukehren? Wie ein Einsiedler haust er in einem Baumhaus in seinem Garten und versucht mit dem Leben klar zu kommen. Kann er in diesem zerrüttelten Zustand wirklich zwischen Wahrheit und Mythos unterscheiden und diesen Fall lösen?

Die Medien kleben den Ermittlern an den Fersen und die Ausländerfeindlichkeit wächst von Tag zu Tag. Doch der Täter scheint den Ermittlern stets eine Spur voraus zu sein. Und auch privat läuft alles aus dem Ruder, vor allem, als es Trost nicht mehr gelingt, sein Versprechen zu halten und den Fall aus der Familie herauszuhalten. Nicht mal Frau und Kinder sind mehr sicher vor dem Wahnsinnigen.

Schließlich bleibt Trost nur der Weg auf den Balkan, wo er sich den Geistern der Vergangenheit in einem wahnsinnigen Showdown stellt. Nicht nur einmal hat er bis zu diesem Zeitpunkt mit dem Leben abgeschlossen. Doch wird er dem Tod auch diesmal ein Schnippchen schlagen und sich selbst und seine Familie retten können? Es bleibt spannend, bis wirklich ganz zum Schluss.

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Robert Preis ist es in „Die Geister von Graz“ gelungen, politisch mehr als aktuelle Themen mit sozialen Brennpunkten, Mythologie und sehr viel Spannung zu kombinieren. Heraus kam ein Krimi, der voller Tiefe steckt und sich erst nach und nach wie ein Puzzle zusammenfügt. Von Seite zu Seite taucht man mehr und mehr in den Strudel aus skurrilem Glauben, schrecklichen und eiskalt berechneten Morden, krankhaften Gesinnungen und menschlicher Kaltschnäuzigkeit und man ist erschüttert, zu was die bösen Buben fähig sind und vor allem aus welchen Beweggründen heraus.

Entsetzen paarte sich mit Schockiertheit, Kopfschütteln mit Verwunderung und irgendwann fiel es mir immer schwerer, das Buch wegzulegen, da ich unbedingt wissen wollte, was nun wirklich hinter den Morden steckt und ob es den Ermittlern gelingen würde, die Täter in den Griff zu bekommen.

Auch die Stimme des Gewissens kommt oft zu Wort – dem Leser wird ein Spiegel vorgehalten. Ein Spiegel, in den man momentan permanent schauen müsste. Rassismus ist die Parole, die ganz groß geschrieben steht und Preis zeigt nicht zu wenig, zu was Menschen fähig sein können, wie manipulierbar, leicht beeinflussbar sie sind und wie eiskalt sie gegen andere agieren können, denen sie die Schuld am eigenen Unwohlsein geben. Irrational, aber leider nach wie vor aktuell.

Brandaktuell sage ich, direkt am Puls der Zeit und so real, dass man sich komplett in die Geschehnisse hineinversetzen kann. Robert Preis ist meiner Meinung nach nicht nur ein ganz besonderer Kriminalroman gelungen, dessen Stil einzigartig ist. Denn man kann ihn genauso gut als Warnung verstehen, als Anregung, um die Augen zu öffnen und zu schauen, was auf den Straßen passiert. Sicher etwas überspitzt mit all der Mythologie, aber dennoch ist Ausländerfeindlichkeit ein Thema, was leider täglich Aufmerksamkeit verdient.

Auf jeden Fall eine klare Empfehlung meinerseits für Freunde guter Kriminalromane und für diejenigen, die ihr Ohr an den Geschehnissen der Zeit haben. Realität trifft Fiktion und Spannung in einer sehr explosiven Mischung, die den Leser von Anfang bis Ende in Atem hält. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Roman aus der Feder von Robert Preis.

Die Geister von Graz bei emons

achtung buch: tödliche legenden (4) – des todes labyrinth von sonja planitz

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Eine ganze Weile ist es her, dass ich mit euch gemeinsam die ersten drei Abenteuer unserer besonderen Mädels erlebt habe. Doch nun hat das Warten ein Ende und der vierte Band der „Tödlichen Legenden“ ist erschienen. „Des Todes Labyrinth“ lautet der Titel, der schon viel Spannung verspricht. Im Zentrum der Geschichte steht diesmal Sally allein. Eigentlich sollte sie eine nächtliche Trainingseinheit absolvieren, doch alles endete in einem furchtbaren Alptraum. Sally versagt und findet sich, als sie erwacht, im Haus des Todes wieder. Dort soll sich nun entscheiden, ob sie sterben oder leben wird. Dazu muss sie das Labyrinth des Todes durchqueren. Schafft sie es, darf sie in ihren Körper zurückkehren und ihr Leben normal weiterführen. Schafft sie es nicht, wird sie sterben und ihre Seele wandert in den Besitz des Todes. Da Sally als Vampirjägerin auf Erden jedoch eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hat, will der Tod ihr helfen und stellt ihr die junge Drachengöttin Illona zur Seite. So sollte das Labyrinth doch im Handumdrehen zu durchqueren sein, oder etwa nicht? Kaum haben die Mädchen das Labyrinth betreten, müssen sie auch schon erfahren, dass dieses seine eigenen Pläne hat und das Ziel gar nicht so leicht zu erreichen ist. Werden Sally und Illona das Labyrinth und seine Fallen gemeinsam bezwingen können, oder wird Sally auf ewig in den Fängen des Todes verweilen müssen? Lest selbst und lasst euch überraschen!

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Mit „Des Todes Labyrinth“ ist Sonja Planitz eine wahnsinnig tolle Fortsetzung der „Tödlichen Legenden“ gelungen. Standen sonst die Mädchen als Team im Zentrum, muss sich Sally diesmal fast allein durchschlagen, um am Leben bleiben zu dürfen. Sie versagt bei einer Trainingseinheit und sieht sich nun Auge in Auge mit dem Tod persönlich. Und nie ist mir ein sympathischerer Tod begegnet! Sehr charmant, wie er Sally behandelt. Da wäre ich auch wirklich gern mal zum Kaffee eingeladen – natürlich unter etwas anderen Bedingungen als die arme Sally. Genauso charmant wie der Tod ist auch Illona, die junge Drachengöttin. Einfach nur herrlich, wie sich die Mädchen zusammenraufen und sich gemeinsam den Herausforderungen des Labyrinths stellen. Man kann sich bildhaft vorstellen, wie die beiden scherzen, sich kabbeln und auch Kraft geben und es ist nur allzu verständlich, dass aus dieser Situation eine dicke Freundschaft entsteht. Kann man glatt ein wenig neidisch werden.

Neben den tollen Charakteren ist es natürlich die Handlung, die besticht. Liebe Sonja, woher nimmst du nur diese brillanten Ideen! Da schwebt das Mädchen zwischen Leben und Tod und was machst du? Schickst sie zum Kaffeekränzchen mit dem Gevatter höchstpersönlich. Und dieser steckt sie in ein Labyrinth, dass sie mit ihren schlimmsten Ängsten und vielem mehr konfrontiert. Wahnsinn! Ich habe von Raum zu Raum mitgefiebert und gebangt, ob sie die Rätsel richtig lösen werden und konnte das Buch nicht weglegen, bevor die letzte Seite gelesen war.

Ich kann nur sagen: Einfach klasse und bitte bald mehr davon!

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Ursprünglich war „Sally Morgenstern – Des Todes Labyrinth“ als Spin-Off der eigentlichen Legenden geplant. Es sollte der Auftakt zu insgesamt drei Kurzgeschichten über die einzelnen Protagonistinnen werden. Zwei weitere, die von Emily und Dascha handeln, erscheinen voraussichtlich im März und Mai diesen Jahres und versprechen, genauso spannend zu werden wie Sallys Abenteuer. Da in den einzelnen Geschichten jedoch wichtige Informationen für die eigentliche Reihe enthalten sind, wurden die Kurzgeschichten direkt in die Reihe der „Tödlichen Legenden“ eingegliedert. Seid nun gespannt auf:

„Emily Neumann – Atlantis“ (Erscheint voraussichtlich im März 2015)

„Dascha M. Kaiser – Die Geisterinsel“ (Erscheint voraussichtlich im Mai 2015)

achtung buch: der tag an dem ich fliegen lernte von stefanie kremser

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Luisa, das Mädchen, das sein Leben nur dem mutigen Eingreifen des Engländers Fergus zu verdanken hat, erzählt uns in Stefanie Kremsers Roman seine eigene Geschichte. Doch nicht nur diese, sondern vielmehr die Geschichte eines ganzen Dorfes, das es auf der Welt gar zweimal gibt, von bayrischen Brasilianern und von einer Mutter, die sie für einen Vogel hält. Doch zunächst zurück zum Anfang, denn Luisa ist wirklich ins Leben geflogen, da ihre Mutter Aza sie in einem Anflug aus Panik aus dem Fenster des Krankenhauses warf, in dem sie erst kurz zuvor zur Welt gekommen war. Doch anstatt eines viel zu frühen Lebensendes erwarten das Baby die starken Arme des Rugbyspielers Fergus, der aus Liebeskummer durch München streift und gerade im rechten Moment unter dem Fenster entlang läuft.

„Das war der schönste Up-and-under, den er in seiner Karriere als Fullback Südost-Londons je gefangen hatte.“

Luisa ist wohlauf, doch von Aza fehlt jede Spur. So wächst die Kleine in der WG ihres Vaters, des Illustrators Max und der esoterisch angehauchten Irene inmitten eines liebevollen Chaos, Haschkeksen und einem nie endenden Vorrat an Malpapier und Stiften auf, in dem es ihr an nichts fehlen soll. Und als eines Tages noch Fergus mit Sack und Pack vor der Tür steht und in die WG einzieht, scheint Luisas Leben perfekt. Nie stellt sie sich die Frage nach der Mutter, deren Name in der WG tabu ist. Niemals wird Aza zum Gespräch, bis zu jenem Tag, an dem Irene sich umbringen will und in einem Abschiedsbrief an Paul Azas Adresse hinterlässt. All die Jahre hat Irene ihm die Chance auf den Kontakt verwehrt, indem sie dieses kleine aber enorm wichtige Blatt Papier vor ihm verbarg.

Nun kann auch Luisas Interesse nicht mehr zurückgehalten werden. Fragen stehen im Raum, auf die Antworten gefunden werden müssen und so machen sich Vater und Tochter auf, um ein neues Leben in Brasilien zu beginnen. Ob sie dabei Aza finden werden und wie alles ausgehen wird? Begleitet die beiden auf dem ganz persönlichen Roadtrip, der sowohl eine persönliche Geschichte als auch die Folgen einer Auswanderung inklusive langlebiger Familienlegenden erzählen wird.

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„Der Tag an dem ich fliegen lernte“ ist ein wirklich wunderbarer Roman. Schon von Beginn an schließt man die verschiedenen Charaktere fest in das Herz und erfreut sich an der Harmonie des WG-Lebens, wenn dieses auch nicht immer leicht ist. Das Thema Liebe überschattet dabei alles: Die Liebe Pauls zu Aza, an der eventuelle zukünftige Beziehungen schon in der Wurzel zu ersticken drohen, die Liebe von Fergus zu seiner Ex, die ihn zu zerstören droht, die Liebe von Irene zu Paul, die unausgesprochen immer im Raum schwebt wie der Rauch aus ihrer Wasserpfeife und die Liebe zu Luisa. Diese Liebe, die jeder auf seine Art dem kleinen Wesen zeigt. Jeder ist für sie da, jeder behütet sie, jeder beschäftigt sich mit ihr, sodass ihr im Leben eigentlich nichts fehlt und sie die eigene Mutter gar nicht vermisst.

Ganz im Gegenteil zu ihrem Vater, der Aza nie vergessen konnte und der es Irene wirklich übel nimmt, dass sie ihm die einzige Kontaktmöglichkeit verwehrt hat. Mit Irenes Zusammenbruch werden nun auch die Fragen in Luisa lauter, denn zum ersten Mal wird sie mit der Tatsache konfrontiert, dass sie von ihrer Mutter direkt aus dem Fenster geworfen wurde, also nicht gewollt war. Warum nur? Mehr und mehr nagt dieses so lange totgeschwiegene „warum“ in Paul und Luisa, bis sie schließlich den Entschluss fassen, nach Brasilien zu gehen und Aza zu suchen.

Wie es der Zufall so will, wird auch gerade ein Job in Pauls Branche frei und die beiden machen sich auf den Weg. Ein erster Zwischenstopp führt sie ins bayrische Hinterdingen, wo eine erste Spur sie hingeführt hat. Und unglaublich ist es, was sie dort vorfinden! Aza kam nicht nur nach Deutschland, um zu studieren, sondern auch, um die Botschaft ihres Dorfes mitzubringen. Des Dorfes, das einst zum deutschen Hinterdingen gehörte und aus dem sich 1883 knapp 70 Bewohner auf den Weg machten, um in Amerika ein neues Leben zu beginnen.

An diesem Punkt war ich schon so tief in der Geschichte gefangen, dass ich das Buch kaum mehr aus den Händen legen wollte. Ich musste einfach wissen, was da geschehen ist, wieso die Menschen auswanderten und in welchem Zusammenhang Azas Geschichte dazu steht. Brillante Wendungen werden von Stefanie Kremser mit viel Gefühl und einer absolut packenden Story gekoppelt. Ein kleines bayrisches Dorf steht auf einmal im Zentrum der Geschehnisse von 1883 bis heute! Dort laufen alle Fäden zusammen. Dort und im Paralleldorf in Brasilien, wo die Reise von Paul und Luisa endet und die beiden auch noch die letzten Unklarheiten beseitigen können.

Man kann erst dann zufrieden leben, wenn man mit sich im Reinen ist, habe ich einmal gelesen. Dieser Spruch scheint auf dieses Buch zu passen, denn erst nachdem Paul mit dem Kapitel Aza abschließen konnte, steht seinem glücklichen Leben mit Luisa nichts mehr im Wege. Ich liebe dieses Buch und habe es direkt in meinem Herzen eingesperrt. So eine brillante, herzerwärmende Geschichte mit viel Gefühl, Dramatik, Spannung und unerwarteten Wendungen! Ich hoffe, dass es bald mehr von Stefanie Kremser zu lesen gibt und kann diesem Buch nur eine klare Empfehlung geben. Es ist genau der richtige Lesestoff für lange Nächte mit Kakao oder Tee, in denen man in ferne Länder fliehen möchte und dabei in der Seele berührt werden möchte.

Der Tag an dem ich Fliegen lernte beim KiWi-Verlag.

Achtung: Mädchenlesezeit mit der „Holly“ aus dem Hause Goldmann und den „Bittersweets“ von Carlsen

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Mädchenlesezeit bei den Zimtträumereien! Was das ist, fragt ihr euch? Eine ganz neue Kategorie des Lesens, die sich in mein Blog gemogelt hat. So ganz heimlich, ohne dass ich etwas dagegen tun konnte. Aber ich will auch nichts dagegen tun, denn es ist wundervoll. Doch was gehört nun zur Mädchenlesezeit? Mode, viel Gefühl, Romantik und die Farbe ROSA (sonst ja so gar nicht meine Farbe, aber diesmal hat es voll gepasst). Aus zwei wundervollen Verlagen stammen die Bücherfreuden meiner Mädchenlesezeit, die ich euch vorstellen möchte. Zum einen ist es der erste Band der neuen Kulstserie „Holly“ aus dem Goldmann Verlag und zum anderen ist es eine süße Pralinenschachtel voller „Bittersweets“ von Carlsen.

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Zunächst zu „Holly“ aus dem Goldmann Verlag:

„Holly – Die verschwundene Chefredakteurin“ ist der erste Band einer neuen Romanserie von Anna Friedrich. Sechs Bände soll die erste Staffel umfassen, von der monatlich ein neuer Band erscheinen wird. Auf knapp 150 Seiten wird man direkt ins turbulente Leben in der Agentur von HOLLY, der wichtigsten und besten Modezeitschrift überhaupt katapultiert. HOLLY bedeutet Mode, HOLLY bestimmt, was angesagt ist, HOLLY ist Leben im Rampenlicht.  Glamour, Mode, Klatsch & Tratsch sowie Intrigen, Geheimnisse, Skandal und Sex reichen sich die Hand ziehen den Leser durch einen lockeren und fließenden Schreibstil schnell in ihren Bann. Kurz und knapp werden die handelnden Personen beschrieben und schon ist man mittendrin: Ähnlich der allgegenwärtigen Kamera, zoomen wir in Räume hinein, laufen Straßen entlang und begleiten die einzelnen Personen.

So auch Simone, die ihren ersten Arbeitstag bei HOLLY angeht. Arbeitsabläufe optimieren steht auf ihrem Programm, ein Posten, der sie sicher nicht bei allen Mitarbeitern beliebt machen wird. Zurecht ist sie deshalb auch sehr aufgeregt vor dem ersten Zusammentreffen mit Annika Stassen, der Chefredakteurin des Magazins. Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse, denn Stassen ist wie vom Erdboden verschluckt. Und das kurz vor Redaktionsschluss der neuen Ausgabe…

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„Holly“ wurde im Vorfeld auf vielfache Weise beworben und laut Klappentext spricht man von „Must-Have des Jahres“ und der „Buchreihe mit Kultfaktor“. Ich denke, dass dies auch für eine bestimmte Zielgruppe zutreffen wird. Ich persönlich oute mich jetzt hier mal als Fan der damaligen Telenovelas „Verliebt in Berlin“ und „Anna und die Liebe“ und denke, dass „Holly“ genau diesem Format entspricht. Locker geschrieben, in der Großstadt angesiedelt. Im Zentrum eine Agentur, schöne und aufstrebende Menschen, Machtspiele, Intrigen, Karriere, Sex, Lügen und Mode. Das volle Programm, was man von einem solchen Format erwartet. Es ist spritzig, nicht zu tiefgründig, macht Spaß.

Der erste Band „Die verschwundene Chefredakteurin“ stellt dabei einen gelungenen Auftakt dar. Man bekommt einen Einblick in das Arbeitsleben der Agentur, lernt kurz und knapp die verschiedenen und nicht gerade wenigen Charaktere kennen und bekommt auch erste Einblicke in Intrigen, die hinter der glamourösen Kulisse gesponnen werden. Die Kamera begleitet den Leser dabei als allwissende Instanz, die im rasenden Tempo durch die Szenen switcht. Man fühlt sich teilweise wie in einem Skript gefangen: Schnelle Orts- und Perspektivenwechsel erfolgen sehr häufig, was am Anfang vielleicht etwas verwirrend ist, aber schnell zur Routine beim Lesen wird. Es passt zur Schnelligkeit des ganzen Buches. Viele Fragen werden aufgeworfen, viele bleiben unbeantwortet, aber es sollen ja auch noch fünf weitere Bände folgen. Der fiese Cliffhanger am Ende macht auf jeden Fall Spaß auf mehr und ich freue mich auf den zweiten Band von „Holly“ im März.

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Ein weiteres rosa Schmankerl, das in den letzten Tagen bei mir einziehen durfte, war eine Schachtel voller „Bittersweets“ aus dem Hause Carlsen. Die „Bittersweets“ sind eine neue Reihe von E-Shorts, also Kurzgeschichten in E-Book-Form, die dem Leser viele tiefe Gefühle bescheren sollen. Verpackt als Pralinenschachtel, erreichten mich sechs Kurzgeschichten, die ich via QR-Code auf meinen PC, mein Smartphone oder Tablet laden konnte. Ich muss sagen, dass ich total gespannt war, ob das alles so funktioniert, und ja, es klappt alles reibungslos.

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Zwei der sechs Geschichten habe ich schon gelesen und möchte sie euch auch hier kurz vorstellen:

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„Im Herzen der Vollmond“ von Natalie Luca

 Lilly befindet sich gerade auf der Zugfahrt nach Hause, als sie aus dem Schlaf geschreckt wird. Der Zug, in dem sie sitzt, musste aufgrund von Bäumen auf den Gleisen eine Notbremsung machen. Der Schaffner und der Lokführer versuchen vergeblich, die Gleise zu räumen und beschließen letztendlich, eine Notrufstation aufzusuchen. Lilly bleibt zunächst beim Zug, bis ihr bewusst wird, dass sie scheinbar komplett allein im dunklen Wald steht. Kurz entschlossen packt sie ihre Tasche und sucht auf eigene Faust nach Hilfe.

An einer Weggabelung begegnet ihr eine alte Dame mit einer Pferdekutsche, die sie mit in ein Dorf nimmt. Anstelle der Schlafgelegenheit findet sie jedoch nur offene Feindlichkeit unter den Dorfbewohnern. Wird Lilly nach Hause finden oder ist sie geradewegs ins Verderben gegangen? Und wer ist der mysteriöse Gastwirt, der ihr Unterschlupf gewährt?

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„Im Herzen der Vollmond“ war mein erstes E-Short aus der Reihe der „Bittersweets“. Ich habe mich rein instinktiv dafür entschieden, da einerseits gerade Vollmond war, und dieser auch meist auf eine bestimmte Gattung von Halbwesen verweist *lach*. Puh, wie kann man auf knapp 50 Seiten so viel Spannung erzeugen? Die gruselige Vollmondnacht, das Zugunglück, die Einsamkeit Lillys und die merkwürdigen Dorfbewohner – all das übertrug sich beim Lesen wirklich spürbar auf mich selbst. Dies wurde auch noch durch die Erzählweise aus der Sicht Lillys verstärkt. Man war direkt drin im Geschehen und blickte der Protagonistin quasi direkt über die Schulter.

Wahnsinn, wie mutig sie ist, so mutterseelenallein durch den Wald zu gehen und dann auch noch zu der mysteriösen Alten in die Kutsche zu steigen. Und diese Dorfbewohner, so eine spürbar offene Feindlichkeit, puh, ich glaube ich wäre wieder in den Wald und zurück zur Lok gelaufen. Lieber eine Nacht dort, als bei diesen finsteren Gestalten. Wäre da nicht…. Nein, ich verrate nicht mehr, lest selbst!

Natalie Luca ist eine tolle Geschichte gelungen, die sowohl lebendige und sehr gut gezeichnete Charaktere aufweist, als auch eine Story, die zu berühren versteht. Nicht auf sentimentale Weise, aber durch die Stimmungen, die sie erzeugt. Viele Fragen bleiben offen und auch der Ausgang der Geschichte lässt viel Deutungsspielraum. War es vielleicht doch alles nur ein Traum? Wer weiß! Auf jeden Fall ein wundervolles E-Short, das nach Fortsetzungen aus der Feder der Autorin schreit!

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Mein zweites E-Short war: „Hinter den Buchstaben“ von Felicitas Brandt

Die junge Faith hat eine Gabe, um die sie jeder Bücherliebhaber beneidet! Sie kann in ihre Lieblingsbücher reisen und dort direkt erleben, wie es ihren Helden in den Geschichten ergeht. Problem: Faith weiß nichts von ihrem Glück. Sie hört zwar ein merkwürdiges Murmeln und ab und an Stimmen, die aus den Büchern zu dringen scheinen, nimmt das jedoch nicht weiter ernst. Bis zu dem Tag, an dem auf einmal Liv auftaucht und sie darüber aufklärt, dass nun das wirkliche Abenteuer auf sie wartet. Eine Figur ist aus einem Buch geflohen und direkt in „Robin Hood“ eingetaucht. Nun ist es an Faith, ihren liebsten Romanhelden zu retten, bevor es zu spät ist…

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Wundervoll, einfach nur wundervoll! Ein E-Short, das definitiv die Leserherzen höher schlagen lässt. Gemeinsam mit Faith durfte ich den Traum eines wohl fast jeden Lesers teilen. Einmal im Sherwood Forest sein und mit Little John und den anderen Gesellen am Lagerfeuer sitzen, Bogen schießen, reiten und Abenteuer erleben, die ich sonst nur als Leser in Gedanken mitgefiebert habe!

Felicitas Brandt ist eine wundervolle und romantische Geschichte gelungen, die sich sofort ins Herz mogelt. Die Charaktere allesamt wundervoll und mit Liebe gezeichnet – man weiß gar nicht, wen man mehr mögen soll. Dazu der ruhige Ton der Geschichte: Alles ist im Fluss und hinterlässt ein wahnsinnig tolles Gefühl beim Lesen. Selbst das relativ offene Ende ist so getroffen, dass man mit einem Lächeln vom Buch aufsieht. Ein Klassiker wird zur Hülle für ein romantisches und fantasievolles Abenteuer, und man ist wirklich traurig, dass es so schnell vorbei ist. Aber vielleicht ist es ja auch nur ein Auftakt? Schließlich hat Faith ja gerade erst ihre Fähigkeiten entdeckt und es gibt sicher noch viele Schurken, die in anderen Büchern Unheil stiften wollen! Es wäre auf jeden Fall eine große Freude, mehr über Faith und Liv zu lesen!

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So viel zur ersten Runde der Mädchenlesezeit *lach*. Vom Modetrubel in Berlin über eine gruselige Vollmondnacht im Wald hinein in den Sherwood Forest – eine gute Quote, würde ich sagen. In der Pralinenschachtel warten noch vier weitere E-Shorts (es werden sicher nicht die letzten gewesen sein) und die nächste „Holly“ streckt auch schon langsam ihre Fühler nach mir aus. Mitte des Monats ist es soweit, dann erscheint Holly #2 – „Die gestohlenen Tagebücher“ und eine neue Ausgabe der Mädchenlesezeit wird euch hier erwarten! Bis dahin! Think Pink!

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Wer mehr zu Holly wissen möchte, kann gern auf der Homepage oder aber auch auf der Seite des Goldmann-Verlags stöbern. Und wer hungrig auf die „Bittersweets“ geworden ist, sollte die Seite von Carlsen besuchen!

Natürlich könnt ihr auch einfach bei Facebook unter Holly oder bittersweet schauen – da erwarten euch auch regelmäßig Neuigkeiten!