achtung buch: die frauen der rosenvilla von teresa simon

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Kennt ihr diese Art von Büchern, von denen ihr hört und wisst, dass ihr sie unbedingt haben müsst? Die wie die Liebe auf den ersten Blick einschlagen und die ihr so schnell nicht vergessen sollt? So ging es mir mit „Die Frauen der Rosenvilla“ von Teresa Simon. Warum, fragt ihr euch? Weil dieses Buch schon in den wenigen Zeilen drei Leidenschaften von mir erfasste: Dresden, Schokolade und Rosen.

Dresden ist seit 10 Jahren meine Wahlheimat geworden, aus der ich eigentlich nicht mehr weg möchte und in die ich mich auf den ersten Blick verliebt habe. Zur Schokolade brauche ich nicht viel mehr zu sagen, als ICH LIEBE SIE und wer mich kennt weiß, wie gern ich selbst Pralinen und Schokolade selbst kreiere und verschenke *lach*. Und auch Rosen haben einen festen Platz in meinem Leben. Sie waren die liebsten Blumen meines Papas und er hat sie mich schon von Klein auf im Garten lieben und pflegen gelehrt. Und auch heute vergeht auch kein Tag, an dem nicht mindestens eine bei uns zu Hause zu finden ist.

Ihr seht, dieses Buch war ein wahres MUSS für mich. Aber um was geht es nun eigentlich?

Dresden 2013 – Die Rosenvilla in Blasewitz

Die junge Anna Kepler hat gerade ihre zweite Chocolaterie mit selbstgemachten Kreationen eröffnet und verzaubert damit ganz Dresden. Ein Wunder? Eigentlich nicht, stammt sie doch aus einer Dresdner Schokoladendynastie, die bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurückzuverfolgen ist. Doch nicht nur das Talent zur Schokoldadenherstellung und den außergewöhnlichen Geschmackssinn hat sie geerbt, sondern auch die Rosenvilla, die sie nun mit vollstem Herzblut restauriert.

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Auch den einst so prächtigen Rosengarten möchte sie wieder mit neuem Leben füllen und macht sich direkt mit Hilfe ihres Gärtnerfreundes Jan an die Arbeit. Damit sollte ein weiter großer Schritt in Richtung persönliche Glückseligkeit gemacht werden, denn neben der Blumen und der Schokolade wünscht sich Anna nichts mehr, als den passenden Mann an der Seite und das Trappeln von Kinderfüßen in den großen Räumen der Villa. Plötzlich wird sie jedoch aus ihren Gedanken gerissen, nämlich als Jan beim Graben auf eine alte Schatulle stößt, deren Inhalt Anna weit in die Vergangenheit der Rosenvilla katapultieren soll.

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Zwischen einem schmalen goldenen Armreif in Schlangenform, einer zerrissenen Perlenkette, einer roten Haarsträhne, einem Eisernen Kreuz 1. Klasse und vielen anderen Dingen findet sie einen Stapel Briefe und eine Fotografie einer ihr unbekannten Frau. Annas Neugier ist entfacht und sie stürzt sich direkt auf die Briefe.

„Ich brenne. Ich glühe. Bin wie im Fieber.
Darf ihn niemals wiedersehen und werde es doch schon bald.
Noch heute!“

Mit diesen Zeilen eines Briefes von einer gewissen Emma aus dem Jahre 1919 beginnt Annas Reise in die Vergangenheit, die sie nicht allein bewältigen kann. Zu durcheinander ist alles, von mehreren Schreibern verfasst. Zum Glück gibt es ja Freundin Hanka, Bibliothekarin und ihren treuen Kater Libro, die in akribischer Kleinstarbeit alles sortiert und gemeinsam mit Anna nach und nach entschlüsselt. Und was die beiden Frauen dabei entdecken, ist einfach unglaublich…

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Knapp 450 Seiten umfasst Teresa Simons Roman. Schier hindurchgeflogen bin ich und habe dabei jede Seite tief in mich aufgesaugt. Bin gemeinsam mit Anna durch bekannte Ecken geschlendert, habe in Gedanken in der Schokoladenbar in der Neustadt Pause gemacht und mir dabei vorgestellt, wie es wäre, wenn es Annas Chocolaterie wirklich gäbe. War im Schokoladenshop an der Frauenkirche und wollte einfach nicht, dass das Buch endet.

Denn zu vielschichtig, schön, traurig, ergreifend, verrückt war das alles, was Anna auf den Briefseiten erlebte. Alle Fäden laufen zusammen in der Rosenvilla, die eine Familiengeschichte erzählt, die weiter zurück reicht, als Anna es sich hätte jemals träumen lassen. Genau wie sie in den Briefen gefangen war, war ich es im Buch. Von Seite zu Seite lüfteten sich die kleinen und filigranen Geheimnisse, die am Ende ein einmaliges Netz aus lebendigen und einzigartigen Charakteren sowie einer wundervollen und berührenden Geschichte ergaben.

Und die Protagonisten waren alle etwas ganz besonderes. Allen voran natürlich Anna, die ich vom ersten Moment an ins Herz geschlossen habe (nicht nur, weil wir beide rothaarig sind *lach*). Sie ist eine so liebenswerte und gefühlvolle Frau, die aber auch klare Ziele vor den Augen hat und diese auch verfolgt. Eine spritzige Mischung – wahres Elbfeuer eben. Dieses Feuer findet man auch in den anderen Frauen des Romans, über die an dieser Stelle nicht mehr verraten werden soll. Ihr müsst sie selbst kennen lernen, denn den Umfang dieses Buches kann und will ich nicht in Worte fassen. Man muss es lesen, wie eine Praline genießen und schmelzen lassen, langsam die Verbindungen herstellen, staunen, kopfschütteln, traurig sein, lachen, einfach den Gefühlen freien Lauf lassen.

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Dieses Buch kann ich wirklich nur jedem Leser ans Herz legen, der Dresden und Schokolade liebt, der den Duft von Rosen allgegenwärtig in der Nase haben will, während er in eine Familiensaga der ganz besonderen Art und Weise eintaucht. Geschichte und Fiktion treffen aufeinander und es gibt eine Explosion der Sinne und Gefühle. Und wem das auf dem Papier noch nicht reicht, sei dazu aufgefordert, sich zuerst mit den letzten Seiten des Buches auseinanderzusetzen, selbst Trüffel zu machen und den passenden Eierlikör und es sich dann mit dem Buch gemütlich zu machen! Teresa Simon hat einfach an alles gedacht! Und mehr als das: Sie stand mir sogar für euch noch Rede und Antwort! Mit einem Klick kommt ihr direkt zum

Interview mit Teresa Simon

Für mich ist „Die Frauen der Rosenvilla“ definitiv eines der Bücher schlechthin, das ich sicher nicht zum letzten Mal in den Händen hatte!

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9 Kommentare zu “achtung buch: die frauen der rosenvilla von teresa simon

  1. Das ist jetzt schon die zweite begeisterte Rezension die ich gelesen/ gesehen habe. Leider ist es 2015 erschienen und ich habe doch 2015er-Neuausgaben-Leseverbot…

  2. Wunderschöne Worte hast du zu diesem Buch gefunden – ich liebe es, wir lieben es und ich freue mich auf unsere Aktion…

    Das wird toll 🙂

    Es war zudem schön, wie du vorfreudig gehibbelt hast, während ich schon lesen konnte und wie du dich dann auf das Buch gestürzt hast – so schön – buchige Menschen – Lesevorfreude – da hüpft das Herz.

    Drück dich!

    Das Interview ist zudem total klasse. Danke dafür.

    • Hihi das war auch gar nicht schwer, deine Worte waren ja ebenso toll 🙂 Genau, wir lieben es und werden mit unserer Aktion eine ganz tolle Zeit haben *hihi* ich freu mich so sehr drauf, komm Frühling, komm!
      Hehe das glaub ich dir, und ich war so sehnsüchtig danach! Und wie schön du mich immer mit Bildern angefixt hast *lach* Aber so muss es sein: Vorfreude, Lesefreude, Austausch und wieder Freude 😀

      Drück dich auch dolle!

      Ps: Sehr gern!

  3. Und jetzt ist es soweit *AUCHHABENWILL* und zwar definitiv als Print. Ich glaube, diese Romantik, dieser Rosenduft und die Schoki können sich im Reader gar nicht entfalten….aber ich habe ja Kazfverbot *heul* Aber zum Glück nur noch…. ach es sind zu viele Tage, um sie zu zählen…..
    Tolle Rezi wieder ❤

  4. Pingback: Es weihnachtet sehr bei Ruby und Paulinchen | Ruby's Cinnamon Dreams

  5. Pingback: „Es muss nicht immer Schokolade sein!“ – Ein Wiedersehen mit Teresa Simon | Ruby's Cinnamon Dreams

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