achtung interview: im gespräch mit teresa simon

Im Februar 2015 erschien Teresa Simons wundervoller Debütroman „Die Frauen der Rosenvilla“ im Heyne Verlag. Debütroman trifft es dabei aber eigentlich nur halb, denn Teresa Simon ist das Pseudonym einer tollen deutschen Autorin aus München, die eine große Vorliebe für Katzen, Blumen und Schokolade hat. Da sie noch etwas geheim bleiben möchte, gibt es hier auch kein Foto aber dafür schöne blumige Bilder zum Buch und ein tolles Interview mit der Autorin für euch!

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Bereit? Dann lasst uns Teresa im Pavillon der Rosenvilla besuchen und schauen, was sie uns zu erzählen hat!

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Liebe Teresa,

“Die Frauen der Rosenvilla” ist dein erster Roman in diesem Genre. Er beschreibt das Leben einer ganzen “Dynastie” starker und besonderer Frauen, die in Dresden in der Rosenvilla lebten oder leben und deren Schicksale auf besondere Weise miteinander verbunden sind. Was inspirierte Dich zu dieser Geschichte?

 T: Die Initialzündung kam von einer lieben Freundin, die eine Gastprofessur in Dresden hatte und mir vollkommen hingerissen von den schönen Elbvillen erzählt. Da ich den Plan eines geheimnisvollen Familienromans schon länger hatte, begann ich, mich intensiver mit Dresden zu beschäftigen – und fand heraus, dass es um 1900 DER  Standort für Luxusindustrie im Deutschen Reich war. Und: Schokolade hat mich schon immer interessiert … wie auch das Thema alte Rosen … von da an ging es eigentlich wie von selbst …

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Während ich las, habe ich begonnen, Stammbäume zu den wundervollen Charakteren zu erstellen, um bei dem Zeitraum von über 100 Jahren, in denen der Roman spielt, nicht den Überblick zu verlieren. Heraus kam ein filigranes Netz, dass sich bis zur letzten Seite wie ein Puzzle zusammenfügte und in dem jeder seinen bestimmten Platz gefunden hatte. Insgesamt sind es 4 Frauen aus 4 Generationen, deren Schicksale nicht nur an einer Stelle miteinander verwoben sind. Jede der liebevoll gezeichneten Haupt- und Nebenfiguren hat ihren festen Platz in der Geschichte und nichts ist dem Zufall geschuldet. Wie gelang es dir, beim Schreiben den Überblick zu behalten, beziehungsweise was kam zuerst: eine genaue Gliederung der Personen und ihre Verbindungen, um die Du die Geschichte aufgebaut hast, oder die Grundidee der Geschichte, in die Du nach und nach die Personen eingefügt hast?

 T: das mit dem Stammbaum ist eine prima Idee – und nicht anders bin auch ich vorgegangen … ich wusste ja, wie das Ende sein sollte und habe gewissermaßen darauf hin erzählt … Ja, gerade das miteinander Verwobene  war mir ganz besonders wichtig, weil ja auch so in Familien erzählt wird und meistens nicht linear … Da die Figuren einen so festen Platz in meinem Kopf (und meinem Herzen) hatten, war es für mich nicht schwer, sie richtig zu platzieren, aber vielleicht muss man sich als Leser doch ab und an mal eine kleine Notiz machen …  der Ursprung meiner Idee war für mich Helenes  Geschichte … um die herum hat sich alles andere gerankt … mehr dazu darf ich hier aber nicht verraten …

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Geschichte, Schokolade, Dresden. Alles, was Du beschreibst, lässt sich historisch festmachen und ist wunderbar recherchiert. Wie betreibst Du Recherche für Deine Bücher? Bereist Du die Schauplätze Deiner Bücher und hast Du Dich selber an die Kunst des Pralinenherstellens gewagt?

 T: Recherche ist sozusagen meine 2. Natur, und leider habe ich eine leicht enzyklopädische Ader, die alles manchmal sehr aufwändig (und teuer!) macht … ja, natürlich beginnt alles mit Literatur – richtig viel Sekundärliteratur -, bei der ich mich manchmal nur schwer bremsen kann, weil mir einfach ALLES wichtig vorkommt … und ich bereise IMMER (sofern es möglich ist) die Schauplätze meiner Bücher … Dresden kannte ich, aber nicht sehr gut, und als ich mich im Juni 2013 zu einem ausführlicheren Besuch wegen des Romans entschloss, kam die große Flut … es hat mir  leid für Dresden getan, aber für meine Eindrücke war es natürlich eine Fügung…

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“Für mich soll’s rote Rosen regnen…”. Rosen sind ein weiteres Hauptthema des Buches. Warum gerade diese Blumen? Einfach so oder doch aufgrund ihrer vielfältigen Bedeutungen, die von Liebe über Verschwiegenheit bis hin zum ewigen Leben reichen?

 T: Für mich ist die Rose DIE Blume der Blumen (und das sagt ein bekennender Tulpenfan!): geheimnisvoll, königlich, Symbol für Liebe und Leidenschaft – es konnten einfach nur Rosen sein! Es gab lange Zeit in München einen sehr besonderen Blumenladen, der nur alte Rosen (als Schnittblumen) verkaufte: Seit Studentenzeiten bin ich ihm treu geblieben – bis er schließlich vor 3 Jahren einem Coffeeshop (!) weichen musste – welch unersetzlicher Verlust!

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Und Schokolade! Schokolade und Schokolade machen steht immer im Zentrum des Romans. Dunkel, Zartbitter oder Weiß (ich weiß, es ist keine richtige Schokolade *lach*) – bist Du eine Naschkatze?

 T: Komischerweise hat mir schon als Kind die süße Vollmilchschokolade nie so recht geschmeckt … ein Fest für meinen lieben Vater, der verrückt nach Krokant und Nougat war und mir alles immer mit Vergnügen weggegessen hat … seit diesem Roman mag ich eigentlich nur noch Sorten ab 70% und hab mich sogar mit der bitteren 100% Schokolade angefreundet … im wirklichen Leben mag ich es gerne scharf: deshalb schmecken mir auch Sorten mit Chili oder Meersalz (ein Traum!)m am allerbesten …

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Gibt es eine Figur im Roman, die dir besonders ans Herz gewachsen ist und warum?

 T: Anna natürlich, aber dann gleich dahinter ihre Freundin Hanka mit dem bezaubernden Kater Libro (Katzen sind meine 3. Leidenschaft!) und ihrer lebensklugen, zupackenden Art: Wer von uns möchte nicht so eine Freundin haben?

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Wie sehen deine literarischen Pläne für die Zukunft aus?

 T: Es wird einen neuen Roman geben, der in München spielt, Zeitraum 1918-2014 … Erscheinen im Frühling 2016 …

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Und zum Abschluss: Alle Frauen der Rosenvilla waren auf der Suche nach Glück. Was bedeutet Glück für Dich und gibt es etwas, das Du Deinen Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

 T: Glück ist für mich der Moment – nicht immer alles aufschieben und auf später vertagen. Jetzt genießen – Liebe, Freundschaft, den Duft der Rosen, das Stück Schoki im Mund, das langsam schmilzt, die schnurrende Katze auf dem Schoß – auch scheinbar kleine Dinge können ganz groß sein!

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Vielen lieben Dank für das tolle Interview und die Zeit, die Du uns geschenkt hast, liebe Teresa! Ich freue mich, bald wieder von Dir zu hören und vor allem zu lesen!

Und neues gibt es zu lesen, ein neues und aktuelles Interview nämlich über und um ihr neues Buch „Die Holunderschwestern“ —> HIER

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5 Kommentare zu “achtung interview: im gespräch mit teresa simon

  1. Pingback: „Es muss nicht immer Schokolade sein!“ – Ein Wiedersehen mit Teresa Simon | Ruby's Cinnamon Dreams

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