Mainbook-Tour – Buchvorstellungen Tag 2

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Heute geht es weiter mit zwei Autorinnen aus dem Mainbook-Verlag, die nicht unterschiedlicher sein können. Wir begrüßen heute Rotraut Mielke und Barbara Petermann. Vergisst nicht zu Kommentieren, denn ihr könnt noch immer eure Wunschbücher gewinnen. 😉

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Rotraut Mielke: Rentner-Disco

Ein Best-Ager-Roman aus Frankfurt

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Durch eine Terminverwechslung verschlägt es die Teilnehmer eines Klassentreffens vierzig Jahre nach dem Abitur in die Techno-Disco ‚No Way Out‘. Die Leute, alle um die Sechzig, sind entsetzt über das triste Hinterzimmer und die nervige, stampfende Technomusik. Schnell kommt das Gespräch auf die 70er Jahre, wo es in Frankfurt-Sachsenhausen viele nette Diskotheken gab, und Disco-Fox angesagt war. „Ich hab noch nicht genug getanzt in meinem Leben“, bringt es Monika auf den Punkt. Denn alle sehnen sich zurück nach den Zeiten, wo das Leben noch einfach und sorglos war.

Kurz nach dem Klassentreffen entdeckt Schorsch ein leer stehendes Gebäude: das ehemalige Finanzamt Nord. Er überredet den Hausmeister, ihm die Kantine für einen Abend zu überlassen und lädt die Ehemaligen zu einer Party ‚wie zu alten Zeiten‘ ein. Der Abend wird ein voller Erfolg, und schon bald finden regelmäßig Discoabende statt.

Über die Jahre war der Kontakt zwischen den Leuten spärlich, eigentlich kennt man sich überhaupt nicht. Eines haben jedoch alle gemeinsam: Sechs Lebensjahrzehnte haben Spuren hinterlassen, und jeder schlägt sich mit Problemen herum. Von der glatten Weigerung, älter zu werden, über Krankheiten und ängstlich versteckte Homosexualität bis hin zu einem Eifersuchtsdrama und dem Generationenkonflikt zwischen Mutter und Tochter – die Ehemaligen haben alle Hände voll zu tun, um ihr Leben in den Griff zu kriegen.

Nur in der Rentner-Disco fühlen sich alle wohl, die aufgekratzte, fröhliche Atmosphäre wirkt wie ein Jungbrunnen.  Und es kommen immer mehr Leute, denn die Rentner-Disco wird schnell zum Geheimtipp unter Frankfurts Senioren.

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Barbara Petermann – „Emmy und die Tänzerin“

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 „Emmy und die Tänzerin“ ist eine warmherzige Geschichte über Familie, das Älterwerden und die Liebe. Der Roman, in dessen Mittelpunkt die an Demenz erkrankte Emmy steht, enthält nichts weniger als ganz viel Leben. Ein Leben, von dem wir vielleicht gehört haben, aber von dem die Meisten wohl nichts wissen oder wissen wollen.

Wenn ihre Gedanken wandern, ist Emmy wieder erfolgreiche und engagierte Inhaberin einer Buchhandlung, liebende und betrogene Ehefrau, loyale und enttäuschte Freundin, fürsorgliche und verzweifelte Mutter. In Wirklichkeit aber verbringt sie ihre Tage in einem offenen Seniorenheim namens Friedvoll und die gedanklichen Ausflüge in ihre Vergangenheit sind Symptome ihrer Demenzerkrankung. Die eigentliche Gegenwart scheint immer mehr zu verschwinden. Dennoch trifft sie auf ihren täglichen Streifzügen außerhalb der Mauern des Seniorenheims auf ganz verschiedene Menschen und insistiert selbstbewusst auf ein menschliches Miteinander. Begegnungen, die von einem bestechenden, vom jeweiligen Augenblick inspirierten Charme geprägt sind und ihr so einen emotionalen Zugang zu den Menschen gewähren.

Durch die Vieldeutigkeit und den Perspektivenwechsel der Erzählstränge wird eine Atmosphäre pulsierender Rätselhaftigkeit erzeugt. Biografien und Handlungsstränge, die zunächst scheinbar losgelöst nebeneinander zu stehen scheinen, bestenfalls sich eher zufällig berühren, verschmelzen im Laufe des Romans immer mehr zu einer allumfassenden dicht verwobenen Geschichte. Pointiert und dennoch einfühlsam offenbaren sich Freuden, Sorgen, Probleme und zwischenmenschliche Beziehungen. Poetisch, humorvoll, tänzerisch leicht, auf jeden Fall aber sehr berührend wird die Balance aus vorsichtig keimenden Hoffnungen und verkrusteten Lebenslügen ertastet.

Neben der behutsamen Schilderung von Emmys Entwicklung,  mahnen die realistischen und durchaus kritischen Szenen der Lebensumstände in einem Pflegeheim dringend zu neuen Sichtweisen auf das, was uns am Herzen liegen sollte.

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9 Kommentare zu “Mainbook-Tour – Buchvorstellungen Tag 2

  1. Die Krimis von gestern waren nichts für mich, aber die Bücher heute gefallen mit richtig gut. Diese Themen sind nicht so häufig in der Literatur. Zumindest nicht, wenn man sich so durch die verschiedenen Buchblogs klickt.

  2. Hallo Julia,

    also ich muss sagen, dass Verlagsprogramm hat es echt in sich. Wenn das so weiter geht, wird meine Wunschliste explodieren. Heute spricht mich besonders die Renterdisko an. Das Thema ist zwar ein Randthema, aber dennoch betrifft es uns alle.

    Liebe Grüße
    Sabrina

  3. Hallöchen,
    das Verlegasprogramm scheint ja sehr vielfältig zu sein, da bin ich doch mal gespannt, was da noch so kommen wird.
    Die beiden vorgestellten Titel hören sich gut an, auch wenn ich eigentlich eher der Fantasy-Leser bin.
    Liebe Grüße
    Jana

  4. Schöne Bücher heute 😉
    Das Buch „Emmy und die Tänzerin“ landet gleich auf meiner Wunschliste.

    Vielen Dank für die schöne Tour!

  5. Hallo und guten Tag,

    auch heute ist wieder ein Buch dabei, was mein Interesse weckt…die Renterdisco…

    Danke für das Vorstellen..LG..Karin..

  6. Hallo 🙂
    “ Emmy und die Tänzerin „klingt interesant und sicher berürend aber humorvoll.
    Liebe Grüße Margareta

  7. Ich kann mich gerade nicht entscheiden, welches der beiden Bücher ich interessanter finde. Da hilft wohl nur eins: beide lesen. 😉

  8. Auch diese Titel klingen interessant, aber nachdem ich mich nun durch alle deine tollen Beiträge gewuselt habe, steht mein absoluter Top-Favorit fest: „Das Haus hinter dem Spiegel“ – ich hoffe, ich habe mir jetzt den Titel richtig gemerkt…. Da werde ich gleich mal bissi stöbern gehen 🙂

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