Archiv | Juni 2015

achtung gewinner: die hörbücher haben ein Zuhause gefunden :)

Ihr Lieben,

nun ist die Woche schon wieder rum und ich musste auslosen *lach* Nachdem es zuerst etwas schleppend begonnen hat und ich mir schon Sorgen gemacht hatte, dass gar niemand die wundervollen Hörbücher haben mag, ging es in den letzten Tagen noch einmal richtig los!

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Ich danke euch für die vielen tollen Kommentare und würde am liebsten jedem von euch eins geben. Aber leider geht das ja nicht. Also habe ich brav Lose gebastelt und die Mama hat Losfee gespielt.

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Tadaaa und die Gewinner stehen fest! Über ein Hörbuch der „Frauen der Rosenvilla“ dürfen sich freuen:

irveliest, Verena Julia, Astrid und Lese Linchen

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Ich wünsche euch total viel Spaß beim Hören dieser tollen Geschichte – bitte sendet mir eure Adresse per Mail! Und alles anderen: Es war sicher nicht das letzte Gewinnspiel, das ich veranstalten werden 🙂 Stay tuned…

Ein schönes Wochenende euch allen!

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achtung leseerlebnis der besonderen art: das schmökersofa in plauen

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Liebe Freunde,

letzte Woche hatte ich ein besonders schönes Erlebnis, denn es war wieder Schmökersofazeit. Wieder ist gut, denn eigentlich war es meine Premiere, da ich sonst bisher immer selbst arbeiten musste. Aber was ist denn ein Schmökersofa? Lesen ist toll, das wissen wir hier alle, aber erinnert ihr euch noch daran, als ihr klein wart? Was war da das Schönste am Ende des Tages? Richtig… vorgelesen bekommen!

Und genau das passiert beim Schmökersofa. Vier Vorleser – Vier Bücher – Vier Locations lautet das Motto des Abends. Schauspieler, Autoren oder andere vorlesewillige Leute werden von den Veranstaltern eingeladen, und auch die Location ist keineswegs willkürlich gewählt. Denn: Gelesen wird in Privatwohnungen Plauens, in wundervollen Gärten, auf Dachböden, in Scheunen… Der Überraschung ist kein Ende gesetzt, denn den genauen Vorleseort erfährt man erst direkt beim Kartenkauf. Und selbst dann kennt man zwar die Adresse, weiß aber nicht, was einen letztendlich erwartet.

So ist auch nur eine relativ geringe Zahl an Zuhörern möglich, was eine besonders intime und gemütliche Stimmung bei den Lesungen garantiert. Und geben wir es zu: Wer möchte sich nicht gern mal verstohlen in den Räumlichkeiten anderer Leute umschauen, dabei nette Kontakte knüpfen und sich dazu noch von einem guten Buch verwöhnen lassen? Auch die Gastgeber sind jedes Mal Feuer und Flamme und verwöhnen ihre Gäste mit kleinen Speisen und Getränken. Alles in Allem ein totales Wohlfühlprogramm!

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(Copyright: Ken Zötzsche)

So viel erstmal zur Theorie, doch wie sah es in der Praxis aus? Zunächst galt es aus den Vorlesern auszuwählen und Tickets zu kaufen. Eine schwierige Wahl, da mindestens zwei sich sofort in mein Herz gemogelt haben. Dann guck doch beide, denkt ihr vielleicht? Geht nicht, denn eine weitere Besonderheit des Schmökersofas ist, dass alle vier Lesungen zur gleichen Zeit stattfinden.

So haben wir uns für Shakespeares Richard III. entschieden, der nicht vorgelesen wurde, sondern von 2 ehemaligen Schauspielerinnen des Theaters Plauen-Zwickau (Johanna Steinhauser und Marsha Zimmermann) als turbulentes Zwei-Personen-Stück in knapp einer Stunde aufgeführt wurde.

Sie wollten schon immer wissen, wie man die Karriereleiter nach oben steigt? Hier finden Sie die Anleitung dazu! Das Drama von Shakespeare zeigt auch nach 400 Jahren, wie man es an die Spitze schafft. Ein wenig intrigieren, morden, lügen und verleumden und schon hat man es geschafft! Doch Vorsicht! Wer hoch steigt, kann tief fallen… Zwei Schauspielerinnen übernehmen alle Rollen in diesem brutalen und gleichzeitig witzigen Stück des größten Theaterautors aller Zeiten.
(schmökersofa.de)

Gespielt wurde in einer wundervollen Scheune und die Gastgeber gaben wirklich alles, um ihren Gästen einen wundervollen Abend zu bescheren. Es war wundervoll, temporeich und absolut lustig. Sogar Helene Fischer wurde zitiert und Plauens Oberbürgermeister bekam seinen großen Auftritt. Also: erstmal alles richtig gemacht bei der Wahl des Stückes. Hier ein paar kleine Impressionen für euch! (Copyright: Ken Zötzsche)

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Ja, das war wirklich ein Erlebnis! Und vor allem war unsere Gruppe ganz auf der sicheren Seite, denn das Wetter war leider alles andere als sommerlich und trocken. Aber Petrus hatte ein Einsehen und auch die anderen drei Lesungen, die in wundervollen Gärten stattfanden, konnten trocken über die Bühne gehen. Auch wenn ich da selbst nicht bei war, möchte ich euch die Leser und ihre Bücher und Locations wenigstens kurz zeigen.

Andreas Wunderlich las im Garten bei Familie Patzer aus „Ökonomie der Verbundenheit“ von Charles Eisenstein

Seit 30 Jahren erstaunt mich immer wieder, aus wie vielen unterschiedlichen Perspektiven das Thema „Geld“ gesehen, analysiert und erlebt werden kann. Charles Eisenstein hat den vielen Möglichkeiten eine neue, äußerst attraktive Version hinzugefügt. Sein Vorschlag: das Geld in ein Mittel menschlicher Verbundenheit statt der Trennung zu transformieren. Er deckt auf, wie unser Geld das Gefühl von Knappheit fördert, Geiz und ruinösen Wettbewerb stärkt, endloses Wachstum verlangt und Gemeinschaften zerstört. Und er zeigt, dass wir im Zusammenbruch der alten Welt, die auf diesem System basiert, bereits die Keime neuer Formen von Geld und Zusammenarbeit finden können, die unser Leben in Zukunft bestimmen werden. Seinen umfassenden Ansatz, der so anders ist als alles, was wir im ökonomischen Mainstream finden, entwickelt er aus ökonomischer, historischer und psychologischer Sicht, als Aktivist und Forscher, Philosoph, Poet und spiritueller Sucher. Die einfache Klarheit und Freude an der Weitergabe seiner Forschungsergebnisse und Vision beruhen auf dem tiefen Verständnis der Materie und sind deshalb mitreißend glaubwürdig.
(schmökersofa.de)

Diese Bilder stammen von Marie Rennwanz:

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Die dritte Lesung – auch in einem wundervollen Garten –  bestritt der ehemalige Schauspieler Jens Herrmann. Er las Cityboy von Geraint Anderson. (Fotos von Peter Awtukowitsch)

Geraint Anderson ist ein Insider. Er kennt das Finanzsystem und er hat darüber geschrieben. Er arbeitete zwölf Jahre als Analyst in Europas Finanzmetropole London und wurde in seinem Fachgebiet mehrmals zum besten Analysten aller Banken der Stadt gewählt. Was keiner wusste: Während der letzten beiden Jahre seiner beruflichen Tätigkeit ging er einem brisanten Nebenjob nach. 22 Monate war seine Identität eines der best gehütetsten Geheimnisse der Londoner City. Unter dem Pseudonym City Boy veröffentlichte er in der Gratiszeitung The London Paper schmutzige Details aus der Londoner Finanzwelt. 500.000 Leser verfolgten jeden Freitag seine Geschichten von ausufernden Hummer- und Champagner-Abenden auf Spesenrechnung, Drogenexzessen, Prostitution und illegalem Aktienhandel. Mittlerweile ist er komplett ausgestiegen und hat ein Enthüllungsbuch geschrieben: City Boy. Beer and Loathing in the Square Mile.
(schmökersofa.de)

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Hier kommt Mimi Balu! Diesen Namen sollten Sie sich merken, denn Mimi steht kurz vor dem internationalen Durchbruch als Sängerin. Sie ist hochtalentiert, äußerst fotogen und hat es aus ihrem sächsischen Geburtsort Limbach-Oberfrohna bis nach London geschafft. Nichts liegt Mimi ferner als der Gedanke an ihre Heimat, doch genau dorthin muss sie wegen eines familiären Notfalls zurück. Nimmt diese Reise Mimi, die unaufhaltsam auf die vierzig zugeht, die Chance auf die sehnsüchtig erhoffte Karriere als Weltstar?

Eine Heimkehr mit ungeahnten Folgen…

(schmökersofa.de)

Die Fotos stammen von Steffen Hennersdorf – leider aber ohne ein „Kati-liest“ Bild 🙂

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Aber das hat die Autorin auf ihrer Facebook-Seite selbst gepostet – nur, dass ihr eine Vorstellung habt 🙂

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Das waren sie, die Vorleser des Juni-Schmökersofas. Aber die Veranstaltung ist damit natürlich noch längst nicht vorbei. Weiter ging es ins Forum K, eine kleine aber feine Kunstgalerie im Stadtzentrum von Plauen zur „Nachlese“. Dort las jeder der vier Vorleser noch ein Stück aus seinem Buch, sodass man doch in gewisser Weise in den Genuss aller vier Bücher kam. Danach wurde bei lecker Bowle und anderen feinen Sachen noch schön erzählt und sich ausgetauscht. Auch Kontakte wurden geknüpft! An dieser Stelle winke ich nach Leipzig/ London zur lieben Kati Naumann, von der ihr hier auf meiner Seite bald noch mehr hören werdet! Kati, ich freu mich drauf!

Dank der Buchhandlung Klüger und der absolut netten Besitzerin Frau Petra Mäcke konnte man sich auch direkt vor Ort mit den gelesenen Büchern eindecken und in diesem Fall sogar noch original signieren lassen!

Mit ein paar Impressionen der „Nachlese“ lasse ich diesen Artikel ausklingen. Diese Bilder stammen von Peter Awtukowitsch.

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Ein riesen Dank auch an dieser Stelle an Nadja und das gesamte Organisationsteam! Leute, wenn ihr die Möglichkeit habt, einmal nach Plauen zu kommen – zur richtigen Zeit – lasst euch das Schmökersofa nicht entgehen! Eine wundervolle Veranstaltung!

Mehr Informationen findet ihr auf: http://www.schmoekersofa.de/

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Bei den letzten Veranstaltungen wurde gelesen:

Juni 2013

Daniel Koch – Bukowski und Murakami
Daniel Tille – Seide von A. Baricco
Jörg Simmat – Tod in Venedig
Marsha Zimmermann – Wilde Reise durch die Nacht, Moers

November 2013

Johanna Steinhauser – Diesseits des Van Allen Gürtels, Hernndorf
David Moorbach – Tagebücher von Adam und Eva, M. Twain
Johannes Lang – Reinecke Fuchs, Goethe
Therese Langhof Thomas – Die Liebesblödigekeit, W. Genazino

Juni 2014

Maria Richter – Der Würger von Plauen
Scheune- Hörspiel
Henriette Fee Grützner – Erika oder Der verborgene Sinn des Lebens, E. Heidenreich
Evilin Sane – E.A.Poe und aus ihrem Buch „Psychografie“

November 2014

Jörg Simmat – Rasputin
Harry Walter – Puppenspiel mit Moralitäten
Benjamin Petschke – Tschechow, Hemmingway
Elisa Ueberschär – Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus

achtung buch und hörbuch: die seiten der welt – nachtland von kai meyer 

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Nachdem es Furia im letzten Jahr gelungen war, die Entschreibung und somit den Tod der Bibliomantik zu verhindern, war die Gefahr natürlich noch nicht gebannt. Die verbleibenden Mitglieder der Adamitischen Akademie, Vertreter der Gründungsfamilien Cantos, Himmel und Hohenmut, herrschen im geheimen Zentrum, dem Sanktuarium, auf brutale Art und Weise über die Bibliomanten und Exlibri. Dieser Terrorherrschaft stellen sich Furia und ihre Freunde mutig entgegen. Doch sie schaffen es nicht allein. Der Widerstand braucht Mitstreiter.

Schließe dich dem Widerstand zur Rettung der Bibliomantik an!

So lautet der Slogan auf der Homepage des Fischer FJB, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, den Freunden die bestmögliche Unterstützung zu bieten. Natürlich kann nicht jeder Mitglied werden. Nur die loyalsten, cleversten und mutigsten Kämpfer kamen durch die acht Challenges die es zu bewältigen galt.

Zunächst braucht ein richtiger Rebelle einen Rebellen-Namen. War dies geschafft, mussten Freunde mobil gemacht und der Widerstand auf die Straße gebracht werden.

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Codes mussten geknackt werden, Wissen über den Widerstand wurde auf die Probe gestellt, die Sanktuariumskarte musste erobert werden und natürlich musste auch eine gewisse Sicherheit auf dem Bookboard bewiesen werden, bevor es losgehen konnte.

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Doch dann war man sofort drin im Geschehen und schaute Furia direkt über die Schulter als sie mit Isis in Libropolis auf den Ausbruch des Chaos wartete. Ein Chaos das Finnian vorbereitet hat, um den Mädchen Einlass in die Festung Marduks, dem Herrscher über das Ghetto, zu ermöglichen. Dort sollte die sagenumwobene Sanktuariumskarte verborgen sein, die den Widerständlern den Weg ins Herz der Adamitischen Akademie weisen soll. Alles scheint erfolgreich zu laufen, bis den Freunden mitten in der bizarren Sammlung von bibliomantischen Artefakten, die Marduk in der Festung angehäuft hat, eines klar wird: Sie sind mitten in eine Falle getappt. Statt der Karte wartet der Bibliomanten Arbogast – Isis‘ ehemaliger Lehrmeister – auf die jungen Widerständler und versucht, Isis auf seine Seite zu ziehen. Sie bleibt bei ihm und ermöglicht den Freunden so die Flucht in die Residenz der Faerfax, die im Laufe der Zeit zum Zuhause von über 80 Exlibri geworden ist.

War das Vertrauen der Freunde in die Ex-Unterstützerin zu früh? Lagen die Exlibri mit ihrem Misstrauen gegen Isis richtig? Furia will das nicht wahrhaben und setzt mit den Freunden alles daran, auch dieses Geheimnis zu lüften. Im Hintergrund ziehen sich die Fäden jedoch mehr und mehr zusammen. Die drei Häuser spinnen ihre Fäden, um die Bibliomantik endgültig komplett zu kontrollieren und die Exlibri mehr und mehr ins Exil zu drängen. Nichts ist mehr übrig vom alten beschaulichen Libropolis der Buchliebhaber. Wir fliegen auf Bookboards durch dunkle, enge Gassen, in denen illegale Geschäfte abgewickelt werden. Wir stürmen Marduks Festung und landen in einem brual-grausigen Kabinett der Schaurigkeiten. Dort wird uns erstmals vor Augen gehalten, wie zerstörerisch man Bibliomantik einsetzen kann. Zwischendurch springen wir durch die Seiten der Welt, die von den gefährlichen Tintlingen bevölkert werden und uns nicht gern wieder gehen lassen.

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Ihr seht, Kai Meyer hat erneut alles gegeben, um eine einzigartige Welt zu erschaffen, angefüllt mit phantastischen Kreaturen und einer wahnsinnig guten Story. Waren die „Seiten der Welt“ ein mehr als gelungener Auftakt, wird im „Nachtland“ ein großer Höhepunkt geschaffen. Alles Bekannte wird infrage gestellt oder man erkennt neue Perspektiven, Freundschaft und Loyalität nicht nur einmal auf die Probe gestellt. Man findet sich in einem großen Netz wieder, einem Netz aus Intrigen, Spannung, Hoffnung und Mut. Große Aufgaben warten auf unsere Freunde und nicht nur einmal müssen wir um ihr Leben bangen oder Verluste betrauern.

Doch auch neue Freunde und Gefährten bringt Kai Meyer ins Spiel: Da haben wir die zarte und wunderschöne Kallista Nassandra, desertierte Akademieagenten und mutige Exlibri, die sich auf die Seite der Freunde schlagen und zu treuen Beschützern oder Begleitern werden. Doch wie es so ist, hat man viele gute Charaktere, sieht sich auch immer das Böse gezwungen nachzuziehen. Lasst euch überraschen, zu welchen Abgründen manche Charaktere fähig sein können!

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Schon im letzten Jahr stand ich fast genauso hier, voller Lobes und mit der freudigen Aufgabe, meine Meinung über die „Seiten der Welt“ zu Papier zu bringen. Schon damals war ich absolut hingerissen von der Welt und den Figuren, die Kai Meyer geschaffen hat. Tief ergriffen hat mich die Bibliomantik, schnell bin ich durch die Seiten gerauscht, um absolut fasziniert aufzutauchen aus dieser einzigartigen Welt mit nur einer Frage im Sinn: Wie wird es weitergehen? Nun, es ging weiter und haben „Die Seiten der Welt“ meine Erwartungen erfüllt, muss ich über „Nachtland“ sagen, dass es meine Erwartungen noch übertroffen hat. Sowohl an Spannung als auch an Entwicklung, Phantasie und Figuren hat Kai Meyer noch eins drauf gesetzt. Wahnsinn – wie unerschöpflich muss die Kreativität dieses Mannes nur sein! Ich bin restlos begeistert und absolut fasziniert.

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An dieser Stelle sei auch der Argon Hörbuchverlag besonders lieb erwähnt, denn neben der wundervollen Printversion aus dem Hause Fischer FJB machte er „Nachtland“ für mich noch zu einem audiovisuellen Erlebnis! Bin ich über den Tag in die Seiten getaucht, habe ich abends das Gelesene noch einmal vom wundervollen Simon Jäger vorgelesen bekommen. Ein Traum! Die Stimme ist einfach nur facettenreich, warm und wundervoll zu hören. Jeder Charakter wird so auf eine ganz besondere Weise noch zum Leben erweckt! Dieses Hörerlebnis sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

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Eines muss ich ganz zum Schluss noch erwähnen: einen großen Dank an meine zwei Widerstandsmitleser Heike von irveliest und Arndt von AstroLibrium! Mit euch macht es einfach richtig Spaß! Ja, Arndt, wir haben Einhörner zu retten versucht und sind tief in die Refugien eingetaucht. Durch die 8 Challenges haben wir uns gemeinsam gewuselt und wurden letztendlich zu anerkannten Rebellen. Viele Artefakte haben wir gefunden und wieder verloren, aber wenigstens hast du dem Einhörnchen ein tolles Zuhause geben können! Freu mich schon auf unser nächstes Bookboardrennen *grins* (Bei einem Klick auf Arnds Bild kommt ihr direkt zu seiner Besprechung).

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Und die Heike! Was haben wir uns für eine Lesechallenge geliefert! Kopf an Kopf haben wir uns durch die Seiten gefiebert und hatten dabei so lustige Diskussionen! Leute, ich sage euch, die Fantasie dieser Frau ist unschlagbar! Was habe ich gegrinst manchmal! Ein paar kleine Einblicke sollt ihr bekommen – natürlich mit geschwärzten Figurennamen, wir spoilern ja nicht 🙂 (Und auch bei einem Klick auf Heikes Bild kommt ihr zu ihrer Besprechung)

J: Hihi, ich denke, du magst sie irgendwie.

H: Sagen wir mal so.. sie hat mich irgendwie fasziniert mit ihrer krassen, kaltschnäuzigen Art, aber ich fand… Rache genial. Und wenn nun Schluss ist mit… umso besser. 

Oder was auch sehr schön war:

H: Ach die … wird noch alle gut aufmischen, denke ich… und … ist wohl auch unkaputtbar.

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Liebe Leser und Hörer, ich kann euch nur noch sagen: greift zu diesem Buch oder Hörbuch und lasst euch tief in die Refugien entführen. Begleitet Furia und ihre Freunde bei diesem epischen Abenteuer!

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Hallo ihr Lieben,

heute gibt es etwas ganz besonderes für euch! Mit Unterstützung des Radioropa Hörbuchverlags hat die liebe Teresa Simon mir eine große Überraschung bereitet. Sie schickte mir 4 Hörbücher ihres tollen Dresden-Romans „Die Frauen der Rosenvilla“. Die sind natürlich nicht für mich, sondern …richtig… für euch!

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Hach… so schön sehen sie aus und sie sind auch furchtbar gut anzuhören 🙂 Gesprochen werden sie von Nadine Heidenreich, die die Geschichte ganz liebevoll, vielschichtig und toll zum Leben erweckt. Diese Chance könnt ihr euch nicht entgehen lassen, oder?

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Eine kleine Aufgabe gilt es allerdings zu bewältigen:

Dresden, Schokolade und Rosen – Das sind die drei Eckpunkte, die den Roman charakterisieren. Kommentiert kurz hier auf meinem Blog, was ihr spontan mit diesen Begriffen verbindet oder was diese drei Dinge für eine Bedeutung für euch haben.

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Alle Antworten, die bis zum 26.6.2015 um 23.59 Uhr eingehen, kommen in den Lostopf. Ausgelost wird am Samstag im Laufe des Tages 🙂 So, nun haut in die Tasten und kommentiert, was das Zeug hält. Die Schätzchen scharren mit den Hufen und suchen ein liebevolles neues Zuhause!

Hier findet ihr noch einmal meine Besprechung zum Buch und das tolle Interview mit Teresa Simon 🙂

Viel Spaß und Glück!

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Wann ist es endlich wieder Sommer? Richtig, dann wenn der neue Apulien-Krimi von Kirsten Wulf erscheint. Ein Jahr Wartezeit liegt hinter mir, in der ich mich oft nach Apulien gesehnt habe und mit Elena und zio Gigi einen kleinen caffe getrunken habe.

Und zio Gigi steht nun mitten im Zentrum des Geschehens. „Vino Mortale“ heißt der neue Krimi, in dem sich alles um die edlen Tropfen dreht. Und keiner kennt sich besser mit den Weinen des Salento aus wie unser Gigi. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass er zu einem exklusiven Weinseminar eingeladen wird. Gut trifft es sich in diesem Moment, dass Gigi festgelegt hat, dass sein guter Freund Commissario Cozzoli auch dringend Erholung nötig hat. So machen sich beide Männer auf, um den Weinen zu frönen.

Höhepunkt des Seminars ist die Präsentation der edelsten Weise des Salento auf dem Gut der jungen Winzerin Paola, einer jungen und erfolgreichen Bio – Önologin und Winzerin. Kurz zuvor wird Cozzoli zu einer Beerdigung nach Rom berufen und Gigi beschließt, trotzdem zum Seminar zu gehen. Ein weiterer Gast ist der berühmte französische Weinkenner Lille, der jedoch an den besonderen Tropfen des Salento nicht viel Gutes findet und so unweigerlich heftig mit Gigi zusammenstößt.

Am nächsten Morgen folgt der große Skandal: Lille liegt brutal ermordet im Weinkeller und Gigi gerät in dringenden Tatverdacht. da er schwer betrunken als letzter Gast die Nacht auf dem Gut Paolas verbracht hat und nun behauptet, sich an nichts erinnern zu können. Cozzoli macht sich sofort auf, um seinem Freund Gigi zu helfen und natürlich ist klar, dass auch Elena ihre Spürnase nicht aus dem Geschehen heraushalten kann. Schnell wird deutlich, dass der Wein nur die Fassade ist und die Spuren viel tiefer in die dunkle, fast schon vergessene Vergangenheit des Salento führen…

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Und auch der dritte Roman aus der Feder von Kirsten Wulf war ein großer Genuss, der viel zu schnell vorbei war. Wie ein guter Wein perlte er auf der Zunge und behielt viel des guten Aromas im Abgang. Die Geschichte war, wie man es von der Autorin gewöhnt ist, eine perfekte Mischung aus dem italienischen Dolce Vita und einer spannenden Handlung, die bis zuletzt zu fesseln vermochte. Dies allerdings auf eine lockere und sommerlich frische Art und Weise.

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Man erfährt viel Informatives über die Weinkultur des Salento aber auch über die düstere Vergangenheit, die das Ganze bis heute überschattet. Vieles wurde vergessen oder totgeschwiegen, aber eben nur fast. Die Alten erinnern sich bis heute und verlangen im Inneren Gerechtigkeit. Eine Gerechtigkeit, die ihre Opfer fordert. Dinge sollen im Verborgenen bleiben, die ans Tageslicht zu kommen drohen; Menschen, die zu laut sind oder ihre Nase zu tief in verborgene Angelegenheiten stecken, müssen mundtot gemacht werden.

All dies geschieht vor der wundervollen Kulisse Apuliens, die von der Autorin besonders lebendig vermittelt wird. Man sehnt sich förmlich nach Italien, hört das Rauschen des Meeres, möchte durch die Olivenhaine und Weinberge spazieren und vor allem ganz viel des gezeigten Dole Vita in sich aufsaugen. Man möchte auf der Vespa durch die wundervolle Landschaft fahren, mit Elena Fotos machen, hinter Spuren herjagen, sich darüber mit Cozzoli kabbeln und am Ende mit Gigi im open space eeh relaxen.

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Und genau diese Charaktere sind es, neben vielen anderen, die mir während der drei Bücher so stark ans Herz gewachsen sind, dass ich sie am liebsten besuchen und mich bei ihnen einnisten würde. Gigi ist einfach nur der tollste Onkel, den man sich wünschen kann, wenn er in diesem Buch auch zeigt, dass es auch in seiner Vergangenheit kleine Geister gibt, die bis zur Gegenwart überleben konnten. Elena hat einfach alles richtig gemacht, als sie mit Sohn Ben zu ihm gezogen ist. Ihr Naturell, ihre ganze Art gehören einfach ins sonnige Apulien und auch Cozzolis verschrobene raue Art, unter der ein weicher Kern schlummert, hat dort ihren angestammten Platz gefunden.

So traurig bin ich, dass es das für dieses Jahr schon wieder gewesen ist und ich hoffe, dass nächstes Jahr ein neuer Band der Apulien-Reihe wartet. Allen Lesern sei dieser nun wärmstens ans Herz gelegt! Träumt euch ins sonnige Apulien und erlebt dort in einer wundervollen Kulisse einen spannenden Krimi mit viel Lokalkolorit, tollen Charakteren und einmaligem Flair!

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Über die Autorin

Kirsten Wulf

Kirsten Wulf, geboren 1963 in Hamburg, arbeitete als Journalistin in Mittel- und Südamerika, Portugal und Israel. Seit 2003 lebt und arbeitet sie in Italien. Über ihren Debütroman »Aller Anfang ist Apulien« schrieb dieFrankfurter Rundschau: »Kirsten Wulf beschreibt ein Italien, wie man es auch aus Hochglanzprospekten kennt: voll Lavendelduft, Olivenhainen, gutem Rotwein und feinster selbst gemachter Pasta. Und sie zeigt ein dunkles Italien, wie es in Gangsterfilmen erscheint: mit mafiösen Strukturen, Prostitution und Menschenhandel.« Und über »Tanz der Tarantel« urteilte die Freundin: »Der Roman überzeugt durch italienisches Flair und witzige Charaktere.«

Mehr Infos zum Buch:

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: KiWi-Taschenbuch (11. Juni 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462047663

und bei: KiWi-Verlag und meiner Herzensbuchhandlung

achtung hörbuch: harry potter und die heiligtümer des todes von joanne k. rowling

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Jedes Mal, wenn ich „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ höre oder lese, wird mir ganz wehmütig ums Herz, denn das bedeutet, dass das letzte Jahr unseres jungen Zauberers in Hogwarts angebrochen ist. Wobei das ja nicht ganz richtig ist, da er ja für das siebte Jahr gar nicht in die Schule zurückgekehrt ist. Vielmehr hat er sich der großen Aufgabe gestellt, die verbleibenden Horkruxe zu finden, sie zu zerstören und damit die gesamte Zaubererschaft vor Lord Voldemort zu retten.

Ein wahres Himmelfahrtskommando, dem sich unser junger Zauberer natürlich nicht allein stellen muss. Ron und Hermine sind dicht an seiner Seite und auch die Mitglieder des Ordens des Phönix stehen hinter ihm. Dies mindert jedoch zunächst das Problem nicht, dass die jungen Freunde weder wissen, wonach sie suchen müssen, noch wie sie es zerstören können. Sie wissen nur, dass es Relikte sind, in denen Voldemort Teile seiner Seele eingeschlossen hat.

Auch Dumbledores Erbe scheint zunächst nicht sonderlich hilfreich, bis das Märchenbuch von Beedle dem Barden jedoch wichtige Informationen preis gibt, die die Freunde bisher übersehen haben. Harte Zeiten stehen den jungen Zauberern bevor und auch ihre Freundschaft wird auf eine wahre Zerreißprobe gestellt. Wird es ihnen gelingen, alle Horkruxe zu finden und die Zaubererwelt vor dem Dunklen Lord zu retten? Es bleibt mehr als spannend.

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Es ist ein wirklich düsteres Hörbuch, das man hier vor sich hat. Vorbei ist es mit dem Zauber der Hogwarts-Schule, mit den Kabbeleien im Unterricht und dem Mitfiebern beim Quidditch. Unsere Freunde wurden herausgerissen aus dieser Zauberwelt, um sie zu retten. All dies wegen des Fluches und der Prophezeiung, die noch so viel mehr beinhalten sollten, als den Zauberern zu Beginn klar war. Ist Harry der letzte Horkrux? Muss er sterben? Zentrale Fragen, die im Raum stehen und zermürben, die an der Freundschaft kratzen. Zentrale Fragen, die man nicht einfach verdrängen kann. Die kindliche Unbefangenheit ist gänzlich verschwunden, aus den jungen Zauberern wurden viel zu schnell Erwachsene, die der Situation geschuldet an manchen Stellen nicht wissen, wie sie miteinander umzugehen haben. Zwischenmenschliche Konflikte und Probleme werden deutlich, die Rowling sehr feinfühlig in die Handlung einfließen lässt, die damit noch mehr an Tiefe gewinnt.

Im Zentrum auch das Thema Tod: Zunächst erfährt man von Dumbledores Testament, vom Nachruf, den Elphias Doge auf den Freund schrieb und von der Biografie aus der Feder Kimmkorns. Und mit Schrecken wird Harry bewusst, dass er von dem Mann, dem er wohl mit am meisten vertraute, eigentlich gar nichts wusste. Viel mehr ließ in Dumbledore mit einer Reihe schwammiger Informationen und Hinweisen zurück, die es erst zu entschlüsseln galt. Sicher diente all das nur Harry Sicherheit, da der Feind die Informationen auch sehr nützlich finden würde, aber ich kann nachfühlen wie Harry sich fühlen musste: verlassen, verraten, hilflos. Schließlich waren all seine engsten verbundenen Menschen tot. Sirius, seine Eltern, jetzt Dumbledore – wer konnte ihm neben seinen Freunden nun noch zur Seite stehen, ihm Antworten geben oder Ratschläge?

Folter, Schmerz und Leid auf seelischer und körperlicher Basis spielen eine Rolle, genau wie der epische Krieg am Ende. Ein Krieg, der schlimme Opfer fordert – natürlich für das Gemeinwohl, aber musste es so hart sein? Mussten es diese Leute sein, die ihr Leben ließen? Rowling zieht harte Konsequenzen aus ihrer Geschichte, die mich oft Schlucken ließen und auch einzelne Tränen konnte ich nicht zurückhalten – so sehr sind mir die Figuren in den letzten Jahren ans Herz gewachsen. Aber im Krieg gibt es nun einmal keine Gerechtigkeit. Als Gegenpol dazu steht natürlich die Freundschaft unserer drei Zauberer, wenngleich diese auch harten Prüfungen unterworfen ist.

Dazwischen steht die große schriftstellerische Leistung Rowlings: Sie vermischt die Geschichte mit Wissen, auf das man in den letzten Bänden gewartet hat. Sie präsentiert Dumbledores Lebensgeschichte basierend auf einer Biografie, die posthum veröffentlicht wurde und beruft sich auf Gespräche zwischen Harry und alten Freunden Dumbledores. Sie baut Legenden und Märchen der Zauberwelt als Hinweise ein, die es zu entschlüsseln gilt und Codes, die geknackt werden sollen. All das würzt sie mit einem Hauch Grusel, viel Abenteuer, etwas Jugendbuch und einer Prise feinstem Humors und verpackt es in der Kulisse einer einmaligen, neuen und viel dunkleren Welt, als man sie bisher kannte.

Erst hier im siebten Teil laufen alle Fäden zusammen. Hier wird deutlich, dass sie schon im ersten Teil genau wusste, worauf sie hinaus wollte. In allen Büchern streute sie Hinweise und Elemente, die zum Großen und Ganzen führen sollten, das in den Heiligtümern des Todes sein episches Finale findet. Für mich ist dieser Teil wohl der komplexeste aus der Feder Rowlings. Alles klärt sich auf und vor allem wird die Vielschichtigkeit der Charaktere noch einmal auf ganz besondere Weise präsentiert. Nichts ist wirklich so, wie es scheint. Oft erblickt man den wahren Charakter erst dann, wenn die Maske fällt. Jeder spielte seine Rollen und hatte seine persönliche Geschichte, die oftmals bis fast zum Ende im Schatten verborgen blieb. Episch natürlich der finale Kampf in Hogwarts. Jeder muss seine Seite wählen und sich dabei bewusst sein, dem Tod direkt ins Auge zu blicken. Jeder muss bedingungslos für seine Sache einstehen und alles geben.

Mit dem siebten Teil erreichte Rowling ein grandioses Finale ihrer Harry Potter Geschichte, das uns Leser mit ein wenig Wehmut und einem dicken Kloß im Hals zurücklässt. Schließlich ging hiermit ein Ära zu Ende. Eine Ära, die viele von uns durch den Großteil der Jugend begleitet hat. Man lebte mit den Charakteren und fieberte bis zur letzten Seite mit ihnen. Ganz groß, liebe J.K. Rowling – du hast ein Meisterwerk geschaffen!

Noch ein paar Worte zum Hörbuch: Gelesen wurde es von Felix von Manteuffel, dem es wieder auf besondere Weise gelang, die Zaubererwelt zum Leben zu erwecken. Besonders beeindruckend war bei diesem Teil aber, wie es ihm gelang, nur mit der Stimme die Düsternis und Bedrohlichkeit dieses Bandes einzufangen und dem Hörer zu vermitteln. Gänsehautfeeling, viel Spannung und eine fesselnde Geschichte, die man fast nicht besser vermitteln kann!

achtung buch: die buchspringer von mechthild gläser

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Nachdem in ihrem Leben nicht alles so rund läuft, wie es soll, beschließen Amy und ihre Mutter die Flucht auf die kleine Insel Stormsay, wo die Familie der beiden wohnt, die Amy bisher noch nicht kennen lernen durfte. Und das hat auch seinen Grund, den Amy schon direkt nach der Ankunft erfahren sollte. Sie dürfe nämlich nur unter der Bedingung bleiben, dass sie liest. Nichts leichter als das, schließlich ist Amy ja ein geborener Bücherwurm. Sehr schnell muss sie aber erfahren, dass Lesen nicht gleich Lesen ist. In ihrer Familie und in der verfeindeten Familie Macalister wird das besondere Talent der Buchspringer vererbt, das beide Familien trotz der Feindschaft auch zusammenschweißt. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Literatur zu beschützen, indem sie in die Werke hineinspringen und dort nach dem Rechten sehen. Natürlich können sie nicht willkürlich von Buch zu Buch springen, sondern müssen sich an feste Regeln halten. Doch schon bei ihrem ersten Sprung verletzt Amy die Regeln und verlässt ihre Geschichte – das Dschungelbuch – und stößt auf erste Unstimmigkeiten in der Literatur. Im Gespräch mit diversen Figuren der Weltliteratur wird schnell deutlich, dass in letzter Zeit etwas ganz und gar nicht mehr stimmt. Und als dann noch Sherlock Holmes aus seiner Geschichte verschwindet, schrillen die Alarmglocken in Amys Kopf laut. Immer mehr Ideen verschwinden aus den Büchern und niemand weiß warum. Die Literatur schwebt in großer Gefahr und Amy und ihr neuer Freund Will machen sich auf, um die Literatur vor der Vernichtung zu retten.

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Bücher über Bücher und die Liebe zu Büchern sind immer etwas besonderes. Mechthild Gläsers Roman zählt dabei für mich zu den ganz großen Schätzen dieses Genres. Welch wundervolle Idee hinter der Geschichte steckt! Träumt nicht jeder davon, einmal tief in die Geschichte einzutauchen, die er gerade liest? Sich mit den Charakteren zu unterhalten, ein Teil davon zu sein? All dies ist den Buchspringern möglich.

Gemeinsam mit Amy taucht man ein in die wundervolle Atmosphäre auf Stormsay und in der Welt der literarischen Werke. Man springt zwischen Fiktion und Realität hin und her, spürt die Vermischung beider und findet es einfach nur wunderbar! Man lernt die absolut lebendig und authentisch gezeichneten Charaktere kennen, leidet mit Werther, rennt dem weißen Kaninchen hinterher, trifft auf Mogli und Shir Khan und so viele alte Freunde mehr. Aber vor allem leidet man mit Will und trauert um seinen besten Freund Sherlock Holmes, dessen Tod den Ausschlag dafür gibt, das in der literarischen Welt etwas ganz und gar nicht stimmt. Merkwürdige Dinge gehen vor sich: Bücher werden dünner, verlieren an Inhalt. Amy und Will versuchen herauszufinden, warum das so ist und stellen mit Erschrecken fest, dass die Ideen – also die Herzstücke der Bücher – verschwunden sind und die Geschichten so nicht mehr funktionieren. Zum Beispiel verschwindet das weiße Kaninchen aus Alice im Wunderland. Überlegt mal, was wäre die Geschichte ohne Kaninchen? Richtig, nichts, denn das Kaninchen initiiert ja das Geschehen, indem es Alice in den Bau lockt. Kein Kaninchen, keine Alice, die in den Bau klettert und somit wird auch das Wunderland nie entdeckt und die Geschichte wäre unwiederbringlich verloren.

Wer hat Interesse daran, die Literatur so zu schädigen und warum werden die Ideen gestohlen? Das Kaninchen ist nur eine Figur in der Reihe der verschwundenen Ideen und Amy beschließt, mit allen Mitteln und mit ganzer Kraft, die Literatur zu retten. Gesagt, getan und schon ist unsere junge Heldin gefangen aus einem Strudel von Märchen, Realität und großer Gefahr, bei der sie von ihrer Familie und Freund Will tatkräftig unterstützt wird. Doch wem kann Amy wirklich trauen?

Mit ihrem wundervollen leichten und flüssigen Schreibstil gelingt es Mechthild Gläser, den Leser tief in die Geschichte eintauchen zu lassen. Geschickt lässt sie Klassiker der Weltliteratur in das Geschehen einfließen und gibt den darin agierenden Charakteren eigene kleine Episoden, die mir viel Lust darauf gemacht haben, diese Bücher herzunehmen oder neu kennen zu lernen, wenn ich sie bisher noch nicht gelesen habe. Die Haupthandlung hat mich verzaubert, von der ersten bis zur letzten Seite wollte ich das Buch nicht aus den Händen legen und habe es fast in einem Zug durchgelesen. Die Charaktere sind, wie schon angedeutet, sehr detailliert und mit Liebe gezeichnet, sodass es eine wahre Freude war, ihre Entwicklung und Erlebnisse innerhalb der Geschichte zu verfolgen.

Fantastische und märchenhafte Elemente treffen auf Spannung, ein wenig Romantik und eine deftige Portion Humor. Bekannte literarische Werke werden mit der fiktiven Geschichte um Amy vermischt. Das Ende kam etwas überraschend daher, fügte sich aber wunderbar in das Geschehen ein, wenngleich es mich doch ein wenig traurig gestimmt hat. Aber auch das stellt einen großen Pluspunkt dar, trennte sich Mechthild Gläser doch von der klassischen und von mir fast erwarteten Methode.

Insgesamt kann ich nur sagen: Lasst euch von diesem literarischen Schatz verzaubern, legt ein Buch auf euer Gesicht, atmet tief durch und taucht ein in euer persönliches Leseerlebnis. Springt Amy hinterher und rettet die Literatur. Mechthild Gläser ist ein wundervolles Buch gelungen, das eine tolle und einmalige Geschichte mit der wahren und puren Liebe zwischen Mensch und Buch vereint. Ich bin hin und weg von den Bildern, die sich während des Lesens in meinem Kopf auftaten und kann nur jedem von euch empfehlen, dieses Buch zu lesen!

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Nachdem ich dieses tolle Buch verschlungen hatte, blieben natürlich viele Fragen offen. Wer ist die Autorin dieses tollen Buches und was bewegte sie zum schreiben? Dies und vieles mehr hat sie mir in einem wundervollen Interview verraten, das ich euch nicht vorenthalten will. Mit einem Klick aufs Bild von Mechthild kommt ihr direkt zum Interview 🙂 Ich wünsche euch viel Spaß!

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