achtung buch: atlantia von ally condie

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Die Zwillingsschwestern Rio und Bay leben in der harmonischen Unterwasserstadt Atlantia. Nach dem mysteriösen Tod ihrer Mutter naht ein wichtiger Tag heran: Die Zeremonie, bei der sich die jungen Leute entscheiden müssen, ob sie Unten leben wollen oder nach Oben gehen. Diese Entscheidung ist endgültig. Da beide durch den Tod der Mutter noch viel enger zusammengeschweißt sind, beschließen sie Unten zu bleiben. Doch während der Zeremonie passiert das Unerwartete: Bay entscheidet sich für das Oben, ohne mit ihrer Schwester noch ein einziges Wort gewechselt zu haben. Nach ihrer Abreise versucht Rio alles, um einen Weg zurück zu ihr und nach Oben zu finden, was durch die starke Absicherung Atlantias schier unmöglich scheint. Hilfe sucht sie dafür bei ihrer Tante Maire, zu der sie eigentlich kein gutes Verhältnis hat, und bei True, dessen bester Freund gemeinsam mit Bay nach Oben ging. Während ihrer Versuche, nach Oben zu kommen, geraten sie schlimmen Verschwörungen auf die Spur, die sich im Untergrund abspielen und nichts Gutes bedeuten. Wird es Rio und den anderen gelingen, nach Oben zu kommen und das Unheil von Atlantia abzuwenden? Lest selbst!

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Nachdem mich die „Cassia & Ky“ Trilogie von Ally Condie im Laufe der drei Bände leider nicht komplett überzeugen konnte, war ich sehr auf Atlantia gespannt. Positiv war dabei schon auf Anhieb für mich, dass es sich um einen Einzelband und nicht um eine weitere Trilogie handeln würde.

Schon das wundervoll gestaltete Cover hat mich sofort verzauber und auch die Inhaltsangabe hat mehr als neugierig gemacht. Atlantia selbst überzeugt durch die authentische und sehr gut durchdachte Unterwasserwelt inklusive ihrer detailliert und lebendig gezeichneten Bewohner. Ganz besonders sticht hierbei die tiefe Verbundenheit der Schwestern Bay und Rio hervor, die nicht einmal durch die Distanz zwischen „Unten“ und „Oben“ zerstört werden konnte. Mutig, zuversichtlich und ihren Ängsten trotzend, stehen die beiden Mädchen „ihren Mann“ und verfolgen zielstrebig ihre Missionen. Auf Anhieb waren mir die beiden Mädchen sympathisch, wenngleich ich Bays Handeln zu Beginn nicht verstehen konnte. Warum verlässt sie trotz Absprache ihre Schwester und Atlantia? Aber die Schatten lichteten sich bald und alles wurde klar.

Hinzu kommt noch Maire, die Tante der beiden Mädchen. Sie ist eine Sirene und muss sehr zurückgezogen leben, da diese aufgrund ihres betörenden Gesangs als verpönt gelten. Schnell wird deutlich, dass die beiden Mädchen ihrer Tante nicht wirklich trauen, sie aber brauchen, um das Geheimnis um Atlantia zu lösen. Ist Maire wirklich so durchtrieben, wie es scheint oder ist sie doch auf der richtigen Seite? Lasst euch überraschen!

Wir treffen auf weitere Weggefährten wie den jungen True, die mir allesamt ans Herz gewachsen sind. True dabei ganz besonders, hat ihn doch das gleiche Los erteilt wie Rio. Auch sein bester Freund verschwand – mit Bay gemeinsam – nach „Oben“ und hinterließ seinen Kumpel in totaler Ratlosigkeit. So ist es auch kein Wunder, dass True zu Rios Gefährten wird und ih bedingungslos zu helfen versucht. Gemeinsam machen sie sich daran, herauszufinden, warum Freund und Schwester den Weg nach „Oben“ gewählt haben.

Auch das Böse kommt natürlich nicht zu kurz, aber dazu möchte ich an dieser Stelle nicht mehr verraten. Stürzt euch in das Buch und lernt die wundervollen Charaktere selbst kennen! Es ist eine Freude!

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Die Grundstimmung des Buches ist eher ruhig, passend zum Gefühl des Wassers, das einen beim Lesen fast spürbar begleitet. Kampf und Action gibt es nicht, aber sehr wohl die Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse, zwischen Egoismus und Allgemeinwohl, die sehr subtil mit leisen aber nachdrücklichen Tönen vermittelt wird. Dies ist nicht weniger wirksam als ein epischer Kampf, sondern unterstreicht das Gesamtbild des Romans auf eine tolle Art und Weise.

Neben der Geschichte der Zwillinge spielt die Geschichte der Sirenen und die Geschichte Atlantias eine große Rolle. Sie steht in einem engen Zusammenhang zur Geschichte der Mädchen und fügt sich nach und nach gekonnt wie ein Puzzle zusammen. Außerdem schwebt bis fas zuletzt die entscheidende Frage im Raum: Starb die Hohepriesterin – die Mutter der Zwillinge – eines natürlichen Todes?

Ähnlich wie bei einem Tauchgang durch ein Korallenriff gibt es viel zu entdecken: Jede Erzählung, jedes Detail und jedes Geheimnis ist Teil eines Großen Gesamtbildes, das  sich auf eine besondere Weise ganz am Ende zusammengefügt hat und mich als sehr glückliche Leserin zurücklässt. Insgesamt ist Atlantia eine sehr vielschichtige und tiefgründige Geschichte, die mit einem – trotz des ruhigen Erzähltons – immensen Spannungsbogen zu überzeugen weiß. All dies im Rahmen einer wundervoll bildlich geschriebenen Welt, die auch an vielen Stellen zum Träumen einlädt. Ich bin begeistert und fasziniert von diesem kleinen Schatz voller Geheimnisse und kann Atlantia jedem Freund eines sehr guten Jugendbuchs mit einem Hauch Dystopie nur wärmstens empfehlen!

Mehr Informationen zum Buch findet ihr auf der Seite des Fischer FJB

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