achtung interview: im gespräch mit mechthild gläser

LIebe Lesefreunde,

heute habe ich mal wieder ein ganz besonderes Schmankerl für euch! Mechthild Gläser, die Autorin des wundervollen Buches „Die Buchspringer“ stand mir vor einigen Wochen Rede und Antwort! Das kann und will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Also, los geht’s 🙂

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Copyright: Homepage der Autorin

Liebe Mechthild,

Ich freue mich sehr, dass du dir die Zeit genommen hast und mir und meinen Lesern so ausführlich Rede und Antwort gestanden hast! Bevor ich dich gleich löchere, wäre es lieb, wenn du ein paar Worte zu Dir und Deinem Leben sagen könntest!

Mein Name ist Mechthild Gläser, ich bin ein Sommerkind des Jahres 1986 und ich stamme aus dem Ruhrgebiet. Hier lebe und arbeite ich noch immer. Bis vor kurzem habe ich Geschichte, Politik und Wirtschaft studiert, nach meinem Abschluss konzentriere ich mich derzeit jedoch auf das Schreiben. In meiner Freizeit lese ich natürlich auch wahnsinnig gerne. Außerdem mag ich Ballett, Pfefferminztee und lange Spaziergänge.

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Erinnerst Du Dich an das erste Buch, das Du gelesen hast, oder gibt es ein Buch aus Deiner Kindheit, das Dich sehr geprägt hat?

An das erste Buch, das ich tatsächlich selbst gelesen habe, erinnere ich mich nur noch verschwommen. Ich glaube, ein Drache kam darin vor. Besonders geprägt haben mich als Kind die Bücher von Michael Ende, vor allem Momo habe ich geliebt. Außerdem weiß ich noch, dass ich meinen Vater immer wieder dazu genötigt habe, mir aus einem alten Märchenbuch vorzulesen.

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Welches ist Dein momentanes Lieblingsbuch?

Da gibt es mehrere. Am liebsten mag ich aber immer noch „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen.

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Wann fingst Du selber an zu schreiben?

Meine ersten Schreibversuche unternahm ich mit 14. Damals besuchte ich die Theater-AG meiner Schule und erfuhr eines Tages, dass die Lehrerin, die unsere AG leitete, die Stücke für uns selbst verfasste. Zwar hatte ich zuvor nicht geglaubt, dass Geschichten vom Himmel fallen, aber es brachte mich dennoch zu der Erkenntnis, dass anscheinend ganz normale Menschen, wie zum Beispiel Lehrerinnen, Bücher schreiben. Na ja, und da dachte ich dann eben, ich könnte es ja auch einmal probieren.

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Wo schreibst Du am liebsten?

Meistens schreibe ich in öffentlichen Bibliotheken. Ich mag den Geruch von Büchern und das Rascheln umblätternder Seiten. Außerdem lasse ich mich dort nicht so leicht ablenken, wie Zuhause. 

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Wie kannst Du am besten entspannen?

Am besten entspannen kann ich mich in der Badewanne oder auf der Couch, auf jeden Fall aber in Begleitung eines guten Buches. Außerdem wandere ich gerne in der Natur, um den Kopf frei zu bekommen.

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Nun noch ein paar Fragen im Zusammenhang mit den Buchspringern:

Wenn Du selbst eine Buchspringerin wärst, welches wäre das Buch, um das Du Dich kümmern würdest?

Ich hoffe natürlich, dass es „Stolz und Vorurteil“ wäre.

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Welchen literarischen Buchhelden würdest Du:

-am liebsten besuchen? Harry Potter, weil Hogwarts so cool ist.

-als Gefährten haben? Lizzy Bennet, weil sie eine gute Freundin ist, die ehrlich ihre Meinung sagt

-mal so richtig die Meinung sagen? Diversen Bösewichten, die keinen nachvollziehbaren Grund für ihr Handeln haben.

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Gibt es eine Figur im Buch, die Dir besonders ans Herz gewachsen ist?

Das ist zweifellos der junge Werther. Der arme Kerl kann einem ja durchaus auf die Nerven fallen mit seinem ständigen Gejammer. Aber irgendwie hat er sich im Laufe der Geschichte dann doch noch zu einem Helden gemausert.

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Welche wäre von allen Buchideen die tragischste für Dich, die zerstört werden könnte?

Ich fände die Zerstörung jeder einzelnen Buchidee tragisch. Auch, wenn mir der Verlust meiner Lieblingsbücher natürlich am meisten wehtun würde, wäre jedes verlorene Buch eine Tragödie für sich. Bücher spiegeln unsere Welt und unser Leben auf so unterschiedliche Weise wider und gerade diese Bandbreite von Ideen, die uns immer wieder neue Perspektiven auf die Realität ermöglicht, ist meiner Meinung nach einer der größten Schätze der Literatur.

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Zu Beginn des Romans stirbt Sherlock Holmes – sehr tragisch. Infolge dessen wird er von den anderen Sherlocks aus den anderen Geschichten ersetzt. Trotz dessen es im Prinzip die selbe Figur ist, ist jeder Sherlock anders. Warum hast Du Dich zu diesen Unterschieden innerhalb der Charaktere entschieden? Man könnte ja sagen: Egal, es gibt so viele Romane um Sherlock Holmes und Sherlock ist Sherlock. Er ist ja immer der gleiche Detektiv, müsste also auch leicht durch einen anderen zu ersetzen sein. Aber so hat Will seinen besten Freund verloren und fast einen Klassiker zerstört und es wird deutlich, dass Sherlock unwiederbringlich verloren ist. (Ich weiß, diese Frage klingt bissl wirr, aber ich weiß nicht, wie ich es anders formulieren könnte *lach*, hoffe aber, du verstehst was ich meine).

Ja, ich verstehe, was du meinst. In einer Leserunde haben die Teilnehmer diesen Sachverhalt das „Sherlock-Paradoxon“ getauft J. Natürlich ist Sherlock als Figur in jedem Band gleich angelegt. In meiner Vorstellung funktioniert die Buchwelt allerdings so, dass jedes Buch seine eigenen Figuren hat, also auch jeder Sherlock Holmes- Roman seinen eigenen Sherlock. Der ist von seinem Aussehen und seinen Charaktereigenschaften natürlich identisch mit den anderen. Allerdings sind es ja auch unsere Erfahrungen und Erlebnisse, die uns zu den Menschen machen, die wir sind. Und „Wills Sherlock“ ist nun einmal derjenige, mit dem Will so viele Jahre seines Lebens verbracht hat. Sie waren durch ihre gemeinsamen Erlebnisse und Erinnerungen verbunden und deshalb kann man „Wills Sherlock“ zwar für die Geschichte durch einen anderen Sherlock ersetzen, aber der ist dann nicht automatisch Wills bester Freund.

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Im Buch tauchen verschiedenste Klassiker auf. Welcher ist für Dich der wichtigste Klassiker in der Literatur?

Ich denke nicht, dass es DEN Klassiker schlechthin gibt. Für mich ist deshalb keiner der wichtigste oder lehrreichste oder sonst irgendetwas. Natürlich gibt es Geschichten, die ich mehr mag als andere. Aber grundsätzlich ist es, wie gesagt, vor allem die Vielfalt, die ich schätze.

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Wolltest Du, indem Du so viele Klassiker und Figuren einbaust auch einen Anreiz schaffen, diese Bücher zu lesen? Ich zum Beispiel habe *Asche auf mein Haupt* die Sturmhöhe noch nie gelesen. In letzter Zeit ist sie mir aber in so vielen Büchern unterschwellig begegnet, dass ich nun doch neugierig bin und mir dieses Buch demnächst besorgen und lesen werde *lach*.

Ich finde es schwierig, wenn Autoren oder Bücher „etwas wollen“. Meine Geschichten erzähle ich ausschließlich zum Vergnügen. Es soll in erster Linie Spaß machen, sie zu lesen und es geht mir nicht darum, die Leser in irgendeiner Weise zu erziehen. Aber man mag der Geschichte vielleicht anmerken, dass ich persönlich die klassische Literatur für sehr wertvoll und häufig zu Unrecht als langweilig und verstaubt abgestempelt halte. Wenn also jemand nach der Lektüre der Buchspringer auf die Idee kommt, zu Werther und Co. zu greifen, freut mich das schon. Wenn nicht, ist das aber auch vollkommen in Ordnung.

´~

Amy hat ja noch ein paar Jahre Zeit, die sie in den Büchern verbringen kann, oder vielleicht auch mehr als ein paar Jahre. Sind die Buchspringer ein Einzelprojekt oder könntest Du Dir vorstellen, dass auf Amy noch das eine oder andere Abenteuer in der Buchwelt warten könnte? Unholde gibt es ja genug in der Welt der Literatur!

Es stimmt, Amy hat vermutlich noch einige Jahre zum Springen und die Möglichkeiten der Buchwelt sind noch bei Weitem nicht ausgeschöpft. Trotzdem habe ich die Buchspringer als Einzelband geschrieben und vorerst wird es auch dabei bleiben. Aber man soll ja bekanntlich niemals nie sagen. 

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Welche literarischen Zukunftspläne hast du im Moment?

Im Moment bastele ich an verschiedenen Projekten. Zum einen habe ich mehrere Ideen für Jugendliche, die sich wieder im phantastischen Bereich bewegen. Zum anderen denke ich aber auch über ein Kinderbuch nach.

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Gibt es etwas, das Du Deinen Lesern gern mit auf den Weg geben möchtest?

Passt gut auf die Geschichten auf, die Ihr lest! Nicht, dass die Bücher in unseren Regalen plötzlich wieder dünner werden…

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Liebe Mechthild,

ich danke Dir nochmals sehr, dass Du Dir die Zeit für die vielen Fragen genommen hast! Ich wünsche Dir alles Liebe und viele Erfolge für Deine Zukunft und freue mich, mehr aus Deiner Feder zu lesen.

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7 Kommentare zu “achtung interview: im gespräch mit mechthild gläser

  1. Sehr nettes Interview 🙂 Werd ich gleich mal auf meinem Blog rebloggen, schließlich hab ich ja auch schonmal über die Buchspringer berichtet und da passt es thematisch gut 🙂

      • Ohhh das klingt gut! Haha muss sowieso mal wieder ausgiebig Blog stöbernd kommen! Momentan ist so viel los hier! Bleibt leider alles etwas auf der Strecke 😦

      • Ja das kenn ich. Entweder man macht etwas anderes, oder man sitzt stundenlang da und stöbert in anderen Blogs rum 🙂

        Aber so lange du meine Blogs ab und zu besuchen kommst ist ja alles gut 🙂

        Nichts ist besser zum entspannen als Blogbesuche und das Betrachten von Fotografien 🙂

      • Da hast du aber sowas von recht *hihi* werd jetzt schnell die Rezi fertig machen und dann mal kurz in die Wanne springen, dann heißt es schon fast wieder los zum Dienst 😛

  2. Hat dies auf booksandmore81 rebloggt und kommentierte:
    Wer „Die Buchspringer“ gelesen hat – oder die Autorin auf der Leipziger Buchmesse live erlebt hat, kann diese Bekanntschaft mit diesem netten Interview von zimttraeumereien vertiefen…

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