achtung hörbuch: harry potter und die heiligtümer des todes von joanne k. rowling

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Jedes Mal, wenn ich „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ höre oder lese, wird mir ganz wehmütig ums Herz, denn das bedeutet, dass das letzte Jahr unseres jungen Zauberers in Hogwarts angebrochen ist. Wobei das ja nicht ganz richtig ist, da er ja für das siebte Jahr gar nicht in die Schule zurückgekehrt ist. Vielmehr hat er sich der großen Aufgabe gestellt, die verbleibenden Horkruxe zu finden, sie zu zerstören und damit die gesamte Zaubererschaft vor Lord Voldemort zu retten.

Ein wahres Himmelfahrtskommando, dem sich unser junger Zauberer natürlich nicht allein stellen muss. Ron und Hermine sind dicht an seiner Seite und auch die Mitglieder des Ordens des Phönix stehen hinter ihm. Dies mindert jedoch zunächst das Problem nicht, dass die jungen Freunde weder wissen, wonach sie suchen müssen, noch wie sie es zerstören können. Sie wissen nur, dass es Relikte sind, in denen Voldemort Teile seiner Seele eingeschlossen hat.

Auch Dumbledores Erbe scheint zunächst nicht sonderlich hilfreich, bis das Märchenbuch von Beedle dem Barden jedoch wichtige Informationen preis gibt, die die Freunde bisher übersehen haben. Harte Zeiten stehen den jungen Zauberern bevor und auch ihre Freundschaft wird auf eine wahre Zerreißprobe gestellt. Wird es ihnen gelingen, alle Horkruxe zu finden und die Zaubererwelt vor dem Dunklen Lord zu retten? Es bleibt mehr als spannend.

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Es ist ein wirklich düsteres Hörbuch, das man hier vor sich hat. Vorbei ist es mit dem Zauber der Hogwarts-Schule, mit den Kabbeleien im Unterricht und dem Mitfiebern beim Quidditch. Unsere Freunde wurden herausgerissen aus dieser Zauberwelt, um sie zu retten. All dies wegen des Fluches und der Prophezeiung, die noch so viel mehr beinhalten sollten, als den Zauberern zu Beginn klar war. Ist Harry der letzte Horkrux? Muss er sterben? Zentrale Fragen, die im Raum stehen und zermürben, die an der Freundschaft kratzen. Zentrale Fragen, die man nicht einfach verdrängen kann. Die kindliche Unbefangenheit ist gänzlich verschwunden, aus den jungen Zauberern wurden viel zu schnell Erwachsene, die der Situation geschuldet an manchen Stellen nicht wissen, wie sie miteinander umzugehen haben. Zwischenmenschliche Konflikte und Probleme werden deutlich, die Rowling sehr feinfühlig in die Handlung einfließen lässt, die damit noch mehr an Tiefe gewinnt.

Im Zentrum auch das Thema Tod: Zunächst erfährt man von Dumbledores Testament, vom Nachruf, den Elphias Doge auf den Freund schrieb und von der Biografie aus der Feder Kimmkorns. Und mit Schrecken wird Harry bewusst, dass er von dem Mann, dem er wohl mit am meisten vertraute, eigentlich gar nichts wusste. Viel mehr ließ in Dumbledore mit einer Reihe schwammiger Informationen und Hinweisen zurück, die es erst zu entschlüsseln galt. Sicher diente all das nur Harry Sicherheit, da der Feind die Informationen auch sehr nützlich finden würde, aber ich kann nachfühlen wie Harry sich fühlen musste: verlassen, verraten, hilflos. Schließlich waren all seine engsten verbundenen Menschen tot. Sirius, seine Eltern, jetzt Dumbledore – wer konnte ihm neben seinen Freunden nun noch zur Seite stehen, ihm Antworten geben oder Ratschläge?

Folter, Schmerz und Leid auf seelischer und körperlicher Basis spielen eine Rolle, genau wie der epische Krieg am Ende. Ein Krieg, der schlimme Opfer fordert – natürlich für das Gemeinwohl, aber musste es so hart sein? Mussten es diese Leute sein, die ihr Leben ließen? Rowling zieht harte Konsequenzen aus ihrer Geschichte, die mich oft Schlucken ließen und auch einzelne Tränen konnte ich nicht zurückhalten – so sehr sind mir die Figuren in den letzten Jahren ans Herz gewachsen. Aber im Krieg gibt es nun einmal keine Gerechtigkeit. Als Gegenpol dazu steht natürlich die Freundschaft unserer drei Zauberer, wenngleich diese auch harten Prüfungen unterworfen ist.

Dazwischen steht die große schriftstellerische Leistung Rowlings: Sie vermischt die Geschichte mit Wissen, auf das man in den letzten Bänden gewartet hat. Sie präsentiert Dumbledores Lebensgeschichte basierend auf einer Biografie, die posthum veröffentlicht wurde und beruft sich auf Gespräche zwischen Harry und alten Freunden Dumbledores. Sie baut Legenden und Märchen der Zauberwelt als Hinweise ein, die es zu entschlüsseln gilt und Codes, die geknackt werden sollen. All das würzt sie mit einem Hauch Grusel, viel Abenteuer, etwas Jugendbuch und einer Prise feinstem Humors und verpackt es in der Kulisse einer einmaligen, neuen und viel dunkleren Welt, als man sie bisher kannte.

Erst hier im siebten Teil laufen alle Fäden zusammen. Hier wird deutlich, dass sie schon im ersten Teil genau wusste, worauf sie hinaus wollte. In allen Büchern streute sie Hinweise und Elemente, die zum Großen und Ganzen führen sollten, das in den Heiligtümern des Todes sein episches Finale findet. Für mich ist dieser Teil wohl der komplexeste aus der Feder Rowlings. Alles klärt sich auf und vor allem wird die Vielschichtigkeit der Charaktere noch einmal auf ganz besondere Weise präsentiert. Nichts ist wirklich so, wie es scheint. Oft erblickt man den wahren Charakter erst dann, wenn die Maske fällt. Jeder spielte seine Rollen und hatte seine persönliche Geschichte, die oftmals bis fast zum Ende im Schatten verborgen blieb. Episch natürlich der finale Kampf in Hogwarts. Jeder muss seine Seite wählen und sich dabei bewusst sein, dem Tod direkt ins Auge zu blicken. Jeder muss bedingungslos für seine Sache einstehen und alles geben.

Mit dem siebten Teil erreichte Rowling ein grandioses Finale ihrer Harry Potter Geschichte, das uns Leser mit ein wenig Wehmut und einem dicken Kloß im Hals zurücklässt. Schließlich ging hiermit ein Ära zu Ende. Eine Ära, die viele von uns durch den Großteil der Jugend begleitet hat. Man lebte mit den Charakteren und fieberte bis zur letzten Seite mit ihnen. Ganz groß, liebe J.K. Rowling – du hast ein Meisterwerk geschaffen!

Noch ein paar Worte zum Hörbuch: Gelesen wurde es von Felix von Manteuffel, dem es wieder auf besondere Weise gelang, die Zaubererwelt zum Leben zu erwecken. Besonders beeindruckend war bei diesem Teil aber, wie es ihm gelang, nur mit der Stimme die Düsternis und Bedrohlichkeit dieses Bandes einzufangen und dem Hörer zu vermitteln. Gänsehautfeeling, viel Spannung und eine fesselnde Geschichte, die man fast nicht besser vermitteln kann!

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8 Kommentare zu “achtung hörbuch: harry potter und die heiligtümer des todes von joanne k. rowling

  1. Harryyyyy 😀 ICh liebe diese Reihe und vorallem auch die Filme. Die Finale Schlacht damals im Kino zu sehen, war einfach hammer. Vielleicht besorg ich mir auch mal die Hörbücher davon 🙂

    LG Eva

  2. Hallo und guten Tag,

    O.K. Harry Potter ist schon extra klasse. Aber da bin ich die totale Kino und TV Schauerin.

    LG..Karin..

  3. Julie, jetzt hast du mich aber doch neugierig gemacht. Teil 6+7 kenne ich ja noch nicht….aber vielleicht sollte ich die ganze Reihe doch mal hören??? Momentan zieht es mich ja merkwürdigerweise mehr zu den Audios als zu den Prints 🙂

    • Dann fang am besten nochmal ganz von vorn an und lass dich verzaubern 🙂 so macht es den meisten Spaß! Ich liebe es immer so sehr, mitzuerleben wie die drei erwachsen werden und welche Abenteuer sie erleben ❤

      • 🙂 Ich weiß, du bist ein Superfan! Jetzt mache ich erst die Seiten der Welt unsicher und dann kommt bald Magisterium 2 und vielleicht die Erdmännchen *zwinker*…..und danache gerne Harry-Audio-Check!
        LG Heike

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