achtung leseerlebnis der besonderen art: das schmökersofa in plauen

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Liebe Freunde,

letzte Woche hatte ich ein besonders schönes Erlebnis, denn es war wieder Schmökersofazeit. Wieder ist gut, denn eigentlich war es meine Premiere, da ich sonst bisher immer selbst arbeiten musste. Aber was ist denn ein Schmökersofa? Lesen ist toll, das wissen wir hier alle, aber erinnert ihr euch noch daran, als ihr klein wart? Was war da das Schönste am Ende des Tages? Richtig… vorgelesen bekommen!

Und genau das passiert beim Schmökersofa. Vier Vorleser – Vier Bücher – Vier Locations lautet das Motto des Abends. Schauspieler, Autoren oder andere vorlesewillige Leute werden von den Veranstaltern eingeladen, und auch die Location ist keineswegs willkürlich gewählt. Denn: Gelesen wird in Privatwohnungen Plauens, in wundervollen Gärten, auf Dachböden, in Scheunen… Der Überraschung ist kein Ende gesetzt, denn den genauen Vorleseort erfährt man erst direkt beim Kartenkauf. Und selbst dann kennt man zwar die Adresse, weiß aber nicht, was einen letztendlich erwartet.

So ist auch nur eine relativ geringe Zahl an Zuhörern möglich, was eine besonders intime und gemütliche Stimmung bei den Lesungen garantiert. Und geben wir es zu: Wer möchte sich nicht gern mal verstohlen in den Räumlichkeiten anderer Leute umschauen, dabei nette Kontakte knüpfen und sich dazu noch von einem guten Buch verwöhnen lassen? Auch die Gastgeber sind jedes Mal Feuer und Flamme und verwöhnen ihre Gäste mit kleinen Speisen und Getränken. Alles in Allem ein totales Wohlfühlprogramm!

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(Copyright: Ken Zötzsche)

So viel erstmal zur Theorie, doch wie sah es in der Praxis aus? Zunächst galt es aus den Vorlesern auszuwählen und Tickets zu kaufen. Eine schwierige Wahl, da mindestens zwei sich sofort in mein Herz gemogelt haben. Dann guck doch beide, denkt ihr vielleicht? Geht nicht, denn eine weitere Besonderheit des Schmökersofas ist, dass alle vier Lesungen zur gleichen Zeit stattfinden.

So haben wir uns für Shakespeares Richard III. entschieden, der nicht vorgelesen wurde, sondern von 2 ehemaligen Schauspielerinnen des Theaters Plauen-Zwickau (Johanna Steinhauser und Marsha Zimmermann) als turbulentes Zwei-Personen-Stück in knapp einer Stunde aufgeführt wurde.

Sie wollten schon immer wissen, wie man die Karriereleiter nach oben steigt? Hier finden Sie die Anleitung dazu! Das Drama von Shakespeare zeigt auch nach 400 Jahren, wie man es an die Spitze schafft. Ein wenig intrigieren, morden, lügen und verleumden und schon hat man es geschafft! Doch Vorsicht! Wer hoch steigt, kann tief fallen… Zwei Schauspielerinnen übernehmen alle Rollen in diesem brutalen und gleichzeitig witzigen Stück des größten Theaterautors aller Zeiten.
(schmökersofa.de)

Gespielt wurde in einer wundervollen Scheune und die Gastgeber gaben wirklich alles, um ihren Gästen einen wundervollen Abend zu bescheren. Es war wundervoll, temporeich und absolut lustig. Sogar Helene Fischer wurde zitiert und Plauens Oberbürgermeister bekam seinen großen Auftritt. Also: erstmal alles richtig gemacht bei der Wahl des Stückes. Hier ein paar kleine Impressionen für euch! (Copyright: Ken Zötzsche)

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Ja, das war wirklich ein Erlebnis! Und vor allem war unsere Gruppe ganz auf der sicheren Seite, denn das Wetter war leider alles andere als sommerlich und trocken. Aber Petrus hatte ein Einsehen und auch die anderen drei Lesungen, die in wundervollen Gärten stattfanden, konnten trocken über die Bühne gehen. Auch wenn ich da selbst nicht bei war, möchte ich euch die Leser und ihre Bücher und Locations wenigstens kurz zeigen.

Andreas Wunderlich las im Garten bei Familie Patzer aus „Ökonomie der Verbundenheit“ von Charles Eisenstein

Seit 30 Jahren erstaunt mich immer wieder, aus wie vielen unterschiedlichen Perspektiven das Thema „Geld“ gesehen, analysiert und erlebt werden kann. Charles Eisenstein hat den vielen Möglichkeiten eine neue, äußerst attraktive Version hinzugefügt. Sein Vorschlag: das Geld in ein Mittel menschlicher Verbundenheit statt der Trennung zu transformieren. Er deckt auf, wie unser Geld das Gefühl von Knappheit fördert, Geiz und ruinösen Wettbewerb stärkt, endloses Wachstum verlangt und Gemeinschaften zerstört. Und er zeigt, dass wir im Zusammenbruch der alten Welt, die auf diesem System basiert, bereits die Keime neuer Formen von Geld und Zusammenarbeit finden können, die unser Leben in Zukunft bestimmen werden. Seinen umfassenden Ansatz, der so anders ist als alles, was wir im ökonomischen Mainstream finden, entwickelt er aus ökonomischer, historischer und psychologischer Sicht, als Aktivist und Forscher, Philosoph, Poet und spiritueller Sucher. Die einfache Klarheit und Freude an der Weitergabe seiner Forschungsergebnisse und Vision beruhen auf dem tiefen Verständnis der Materie und sind deshalb mitreißend glaubwürdig.
(schmökersofa.de)

Diese Bilder stammen von Marie Rennwanz:

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Die dritte Lesung – auch in einem wundervollen Garten –  bestritt der ehemalige Schauspieler Jens Herrmann. Er las Cityboy von Geraint Anderson. (Fotos von Peter Awtukowitsch)

Geraint Anderson ist ein Insider. Er kennt das Finanzsystem und er hat darüber geschrieben. Er arbeitete zwölf Jahre als Analyst in Europas Finanzmetropole London und wurde in seinem Fachgebiet mehrmals zum besten Analysten aller Banken der Stadt gewählt. Was keiner wusste: Während der letzten beiden Jahre seiner beruflichen Tätigkeit ging er einem brisanten Nebenjob nach. 22 Monate war seine Identität eines der best gehütetsten Geheimnisse der Londoner City. Unter dem Pseudonym City Boy veröffentlichte er in der Gratiszeitung The London Paper schmutzige Details aus der Londoner Finanzwelt. 500.000 Leser verfolgten jeden Freitag seine Geschichten von ausufernden Hummer- und Champagner-Abenden auf Spesenrechnung, Drogenexzessen, Prostitution und illegalem Aktienhandel. Mittlerweile ist er komplett ausgestiegen und hat ein Enthüllungsbuch geschrieben: City Boy. Beer and Loathing in the Square Mile.
(schmökersofa.de)

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Hier kommt Mimi Balu! Diesen Namen sollten Sie sich merken, denn Mimi steht kurz vor dem internationalen Durchbruch als Sängerin. Sie ist hochtalentiert, äußerst fotogen und hat es aus ihrem sächsischen Geburtsort Limbach-Oberfrohna bis nach London geschafft. Nichts liegt Mimi ferner als der Gedanke an ihre Heimat, doch genau dorthin muss sie wegen eines familiären Notfalls zurück. Nimmt diese Reise Mimi, die unaufhaltsam auf die vierzig zugeht, die Chance auf die sehnsüchtig erhoffte Karriere als Weltstar?

Eine Heimkehr mit ungeahnten Folgen…

(schmökersofa.de)

Die Fotos stammen von Steffen Hennersdorf – leider aber ohne ein „Kati-liest“ Bild 🙂

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Aber das hat die Autorin auf ihrer Facebook-Seite selbst gepostet – nur, dass ihr eine Vorstellung habt 🙂

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Das waren sie, die Vorleser des Juni-Schmökersofas. Aber die Veranstaltung ist damit natürlich noch längst nicht vorbei. Weiter ging es ins Forum K, eine kleine aber feine Kunstgalerie im Stadtzentrum von Plauen zur „Nachlese“. Dort las jeder der vier Vorleser noch ein Stück aus seinem Buch, sodass man doch in gewisser Weise in den Genuss aller vier Bücher kam. Danach wurde bei lecker Bowle und anderen feinen Sachen noch schön erzählt und sich ausgetauscht. Auch Kontakte wurden geknüpft! An dieser Stelle winke ich nach Leipzig/ London zur lieben Kati Naumann, von der ihr hier auf meiner Seite bald noch mehr hören werdet! Kati, ich freu mich drauf!

Dank der Buchhandlung Klüger und der absolut netten Besitzerin Frau Petra Mäcke konnte man sich auch direkt vor Ort mit den gelesenen Büchern eindecken und in diesem Fall sogar noch original signieren lassen!

Mit ein paar Impressionen der „Nachlese“ lasse ich diesen Artikel ausklingen. Diese Bilder stammen von Peter Awtukowitsch.

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Ein riesen Dank auch an dieser Stelle an Nadja und das gesamte Organisationsteam! Leute, wenn ihr die Möglichkeit habt, einmal nach Plauen zu kommen – zur richtigen Zeit – lasst euch das Schmökersofa nicht entgehen! Eine wundervolle Veranstaltung!

Mehr Informationen findet ihr auf: http://www.schmoekersofa.de/

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Bei den letzten Veranstaltungen wurde gelesen:

Juni 2013

Daniel Koch – Bukowski und Murakami
Daniel Tille – Seide von A. Baricco
Jörg Simmat – Tod in Venedig
Marsha Zimmermann – Wilde Reise durch die Nacht, Moers

November 2013

Johanna Steinhauser – Diesseits des Van Allen Gürtels, Hernndorf
David Moorbach – Tagebücher von Adam und Eva, M. Twain
Johannes Lang – Reinecke Fuchs, Goethe
Therese Langhof Thomas – Die Liebesblödigekeit, W. Genazino

Juni 2014

Maria Richter – Der Würger von Plauen
Scheune- Hörspiel
Henriette Fee Grützner – Erika oder Der verborgene Sinn des Lebens, E. Heidenreich
Evilin Sane – E.A.Poe und aus ihrem Buch „Psychografie“

November 2014

Jörg Simmat – Rasputin
Harry Walter – Puppenspiel mit Moralitäten
Benjamin Petschke – Tschechow, Hemmingway
Elisa Ueberschär – Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus

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