achtung hörbuch: harry potter und der halbblutprinz von j.k. rowling

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Nun ist das sechste Schuljahr in Hogwarts angebrochen und für unsere jungen Zauberlehrlinge ist nichts mehr wie es war. Schließlich verlor Harry am Ende des fünften Jahres während eines epischen Showdowns im Ministerium seinen Paten Sirius. Doch nicht nur das: Jetzt kann keiner mehr leugnen, dass Voldemord zurückgekehrt ist.

Direkt zu Beginn warnt der Minister vor den dunklen Zeiten, die anzubrechen drohen. Dementoren und Todesser sammeln sich, um dem Dunklen Lord zu dienen und der Einfluss des Bösen ist sowohl in der Zaubererwelt als auch bei den Muggeln deutlich zu spüren. Dumbledore holt Harry in dieser Zeit überraschend von den Dursleys ab, um einen Besuch bei dem ehemaligen Professor Slughorn zu machen.

Während in der Außenwelt alles langsam in Düsternis versinkt, gestaltet sich der Alltag in Hogwarts zu Beginn erstaunlich normal. Fast zumindest: Slughorn übernahm den Zaubertrank Unterricht und Snape übernahm endlich die lang ersehnte Verteidigung gegen die dunklen Künste. Dumbledore unterdessen glänzt mit einer seltsam kranken Hand und mit sich häufender Abwesenheit trotz der widrigen Geschehnisse in der Zaubererwelt.

Doch auch für Harry läuft nun einiges anders: Zum einen misstraut er Draco Malfoy mehr denn je und macht sich in eigener Sache auf dessen Spur, da er vermutet, dass Draco sich den Todessern angeschlossen hat und Übles im Sinn haben muss. Dazu kommt noch der Spezialunterricht bei Dumbledore. Wenn dieser doch einmal in der Schule ist, macht er Harry mit der Vergangenheit der Schule und Voldemorts vertraut, um ihn irgendwann mit zu einer geheimen Mission zu nehmen. Und welche Rolle spielt Snape in dem Ganzen? Steckt er mit den Todessern unter einer Decke und hilft Malfoy gar bei seinen dubiosen Plänen?

Wenigstens läuft es im Unterricht für Harry diesmal ausgesprochen gut. Dank des Buches eines gewissen Halbblutprinzen glänzt er im Fach Zaubertränke und überholt sogar Hermine auf ganzer Strecke. Doch wer ist dieser Prinz? Und wohin führt die gemeinsame Reise in die Vergangenheit? Dumbledore und Harry geraten schon bald in eine Situation, die den Kampf aussichtsloser erscheinen lässt als in all den letzten Jahren.

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Je weiter die Buchreihe um unseren jungen Harry voranschreitet, desto düsterer wird sie unweigerlich, schließlich bleibt nach diesem Buch nur noch ein Teil, der mit dem unweigerlichen Showdown zwischen Harry und Voldemort enden wird. War bisher alles Spekulation, ist das Böse nun greifbar in der Welt – in beiden Welten – angekommen. Eine immense Entwicklung, die zugleich einen ganz neuen Spannungsbogen ermöglicht.

Eine Vielzahl neuer Schauplätze und Charakteren macht aus diesem Teil viel mehr einen Krimi als ein Jugendbuch. Harry, der sich auf eigene Faust auf Malfoys Spur begibt, weil er vermutet, dass sich der Junge nun endgültig auf die dunkle Seite begeben hat. Ein Gedanke der gar nicht so abwegig erscheint, wenn man sich der Tatsache bewusst ist, dass Malfoy von Voldemort einen lebensbedrohlichen Auftrag bekommen hat.

Doch nicht nur Harry spielt ein doppeltes Spiel: Auch Snape agiert auf zwei Seiten, da er Malfoys Mutter versprochen hat, an Dracos Stelle „ihn“ zu töten. Undurchsichtig bleibt bis zum Schluss ob Snape auf der hellen oder der dunklen Seite agiert.

Gemeinsam mit Dumbledore verfolgt er die Lebensgeschichte Voldemorts zurück bis in dessen Kindheit, um so die tiefste Psyche des Feindes kennenzulernen. Mit viel Geschick muss der junge Zauberer agieren, um Slughorn das größte Geheimnis des Dunklen Lords zu entlocken und so dem guten Ausgang des Krieges einen kleinen Schritt näher zu kommen. Dieses Geheimnis sind die sogenannten Horkruxe – Seelenteile Voldemorts, die in bestimmten Gegenständen eingesperrt worden sind.

Gefährliche Missionen, die unser junger Zauberer zu bewältigen hat. Missionen, bei denen ihm glücklicherweise seine Freunde Hermine und Ron hilfreich zur Seite stehen. Fast kann man sagen, dass dieser Band einer Art Entwicklungsroman gleichzusetzen ist. Unweigerlich wurde durch alle Schicksalsschläge aus dem jungen Zauberer ein souveräner junger Mann, der sich der Gefahr stellt und sich nicht einschüchtern lässt. Trotz aller Ernsthaftigkeit bleibt aber auch die Komik nicht ganz auf der Strecke und die Freunde frotzeln nach wie vor viel herum. Die Liebe spielt eine große Rolle – nicht nur zur Freude sondern auch zum Leidwesen unserer Protagonisten.

Die gesamte Zaubererwelt zeugt in diesem Teil von einer immensen Komplexität. Beschränkte sich bisher der Handlungsraum auf Hogwarts, das Haus der Dursleys und kurze Abstecher nach Hogsmeade und zum Grimmauldplatz überzeugt J. K. Rowling hier mit ganz neuen Schauplätzen in gewohnt wundervoll bildlicher Darstellung. Dazu kommt die Sprache. Wie auch in den anderen Bänden beschreibt sie auf wundervolle Weise die Stimmungen und Gefühle ihrer Charaktere und macht diese so zu plastischen und greifbaren Figuren, die man einfach nicht missen möchte.

Insgesamt reiht sich dieser Band perfekt in die Serie um den jungen Zauberer ein und lässt nichts zu wünschen übrig. Souverän und magisch überzeugend hat Rowling ihre Geschichte so dem Höhepunkt mit großen Schritten entgegengeführt und das epische Finale eingeleitet. Für mich wie immer ein wahres Highlight, das in Hörbuchform von Felix von Manteuffel wundervoll in Szene gesetzt wurde.

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