Archiv | November 2015

Es weihnachtet sehr bei Ruby und Paulinchen

Ja, ihr lest richtig. Weihnachten sollte man ja nicht allein feiern, drum begehen wir, also Ruby’s Cinnamon Dreams und die liebe Lesende Samtpfote die Adventszeit gemeinsam für euch, und haben auch ein paar kleine und größere Überraschungen im Gepäck.


Warum gerade wir beide, fragt ihr euch vielleicht? Weil wir ein kleines Vorweihnachtswunder erlebt haben. Wir haben vor einigen Jahren gemeinsam in einer der schönsten Städte Deutschlands Französisch studiert und sind dort richtig gute Freundinnen geworden! Ja, sogar eine Weile zusammen gewohnt haben wir. In der Vorweihnachtszeit – das Jahr weiß ich aber nicht mehr, du Yvonnchen?? Sterne haben wir gebastelt bei leckerem Kaffee und Kuchen und auch sonst war es toll!

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Dresden hat uns ganz schön geprägt, aber wie das Leben so spielt, verliert man sich irgendwann aus den Augen, weil jeder eigene Wege einschlägt – aber dass du mich allein mit Leeker in der Literaturwissenschaft gelassen hast… Tze… Bloß gut, dass an diesem Punkt Saint-Exupéry in mein Leben trat, nachdem du nach Thüringen gingst. Nun so gingen die Jahre ins Land, mit sehr sporadischem Kontakt – bis dieses Jahr eine ganz besondere Samtpfote unsere Wege gekreuzt hat: Moon hieß die kleine Fellkugel, die noch dazu Protagonistin eines wundervollen Romans ist, und die uns beide so richtig in ihren Bann zog. Und mit ihrer Katzenmagie ein wahres Wunder vollbracht hat, nämlich unsere alte Freundschaft so besonders strahlend wiederzubeleben. (Hier könnt ihr mehr über Moon erfahren: KLICK)

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Ja, so war das! Und es ging weiter. Ein anderes Buch drückte dem ganzen noch das letzte Siegel auf: Die Frauen der Rosenvilla. Eine Hommage an Dresden, Rosen, Schokolade und an die Freundschaft. Alles, was unsere gemeinsame Zeit in Dresden ausgemacht hat *hihi* …okay, für Rosen hat’s Budget nicht so wirklich gereicht, aber Schoki gab es immer *grins* Und genau hier stehen wir schon bei unserer ersten Aktion:

Wir wollen euch an unserem Dresdner Glück teilhaben lassen und haben das Striezelmarktpostamt überfallen. Exklusive und einmalige Dresdner Weihnachtsgrüsse werden euch pünktlich zum Fest erreichen. Was ihr dafür tun müsst? Ihr werdet es am Nikolaustag erfahren! 

 
Und auch dann ist noch nicht genug mit Dresden und den Rosen, denn das war nur der Vorgeschmack!

Ab dem 13.12. wird es ernst, die Rentiere scharren mit den Hufen und wollen Weihnachtspakete verschicken. Je zwei bei mir und zwei bei Paulinchen. Was drin ist? Überraschung. Aber ihr werdet buchig-weihnachtliche Überraschungen mit dem ganz persönlichen Touch erleben! Die Rosenvilla wird auch hierbei ihren Charme versprühen, es wird besinnlich, schmackhaft, einfach purer Weihnachtsgenuss für alle Sinne! Wir freuen uns auf euch!

 
In diesem Sinne, genießt die Adventszeit und bleibt dran! Wir halten euch auf dem Laufenden 🙂 Und HIER geht es direkt zur Lesenden Samtpfote, schaut doch mal, was sie so schreibt 🙂

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achtung buch: ruby redfort – dunkler als die nacht von lauren child

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Wieder ging eine Zeit ins Land, doch nun ist Super-Ruby wieder am Start. Nachdem sie sich im letzten Band wahrlich körperlich ausgezahlt hat und nun noch mit Gips durch die Welt düst, haben auch ihre Eltern den Zögling enger im Blick denn je. Eine Tatsache, die unserer kleinen Heldin natürlich gar nicht in den Kram passt. Schließlich ist sie die beste Codeknackerin des Geheimdienstes Spektrum.

Doch auch dort läuft nicht alles, wie es soll. Ruby hat sich mit ihrem Wagemut nicht nur Freunde geschaffen und auch ihr eigenes Leben aus dem Blick verloren. Zu selbstbewusst glaubt sie, dass ihr nichts passieren kann – schließlich wäre sie sonst schon viel zu lange tot – und stürzt sich wagemutig in die Abenteuer. Eine Tatsache, die LB, die Chefin bei Spektrum, einfach nicht gut heißen kann, da Ruby damit nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen Agenten in Gefahr bringt. So findet sich das toughe Mädel schneller auf Bewährung wieder, als ihr lieb ist. Eine Chance bekommt sie, um weiterhin im Außendienst tätig zu sein, eine Chance, die sie gekonnt vermasselt.

In einem Hindernislauf sollen Gegenstände gefunden werden. Eine Aktion, die Ruby meistert, dabei aber das Wesentliche aus den Augen verliert: die Umsicht und Achtsamkeit. Mehr als einmal würde sie im Ernstfall dem Tod von der Schippe hüpfen, beziehungsweise gar nicht überleben, da sie wichtige Merkmale wie Hinweise auf Gift etc. einfach übersieht. Eine zu große Gefahr stellt Ruby also dar – für sich und für ihr Umfeld. Absolutes Außendienstverbot wird von LB ausgesprochen, und Ruby muss sich gezwungenermaßen fügen.

Und das, wo sich ein neuer, spannender Fall anbahnt, der den vorhergehenden Abenteuern in keinster Weise nachsteht. Ein mysteriöse Einbruchserie erschüttert Twinford und alle Spuren führen zur berühmten Schauspielerin Margo Bardem. Wie kann das sein? Die Einbrüche erfolgen an wahrlich unzugänglichen Orten, ja, selbst aus der Hochsicherheitszone des Agentenzentrums verschwinden Dinge. Und keine Spuren auf den Überwachungskameras. Nur kleine, weiße Karten an den Tatorten könnten eine erste Spur sein. Eine Spur, der Ruby nicht widerstehen kann. Schneller, als ihr lieb ist, befindet sie sich über den Dächern Twinfords und schwebt in Lebensgefahr. Wird sie sich aus der Misere befreien können, oder war es diesmal doch zu viel des Wagemuts?

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Kämpfte Ruby im letzten Band mit der Angst des Versagens, begegnet uns hier eine junge Protagonistin, die diese Angst überwunden hat. Allerdings nicht zum Besseren. Vielmehr ist es nun eine Art euphorische Selbstüberschätzung, die sie immer wieder in große Gefahr bringt, ohne dass sie das selbst bemerkt. Ruby ist wahrlich in einer Selbstfindungsphase gefangen, und muss  nun die bittere Pille schlucken, nicht mehr im Außendienst zugelassen zu sein. Zu leichtsinnig setzt sie ihr Leben, und das der Kollegen, aufs Spiel und fühlt sich nahezu unbesiegbar.

Das Grundproblem wird dabei schon sehr treffend am Beginn des Buches zitiert:

„Furchtlosigkeit wird oft als entscheidende Voraussetzung für Freiheit betrachtet. Aber hat Furcht nicht ihre Daseinsberechtigung? Ist dieses seit Urzeiten in uns angelegte Gefühl nicht dazu da, uns im Falle einer Gefahr zu warnen, damit wir lieber einen sichereren Weg einschlagen? Die Frage sollte besser lauten: Ist Furchtlosigkeit immer eine positive Charaktereigenschaft? Warum fürchten wir uns vor der Furcht? 
~Dr. Josephine Honeybone~
S. 7

Ein schwieriges Unterfangen, bei solch einem spannenden Fall, der sich hinter den Kulissen in der Pagoda anbahnt. Ruby kann ihre Nase da natürlich nicht aus den Ermittlungen heraushalten und ermittelt aktiv im Hintergrund – ohne Rücksicht auf Verluste. Im Hintergrund steht jedoch immer Hitch, ihr treuer Partner, der ein Auge auf sie haben soll. Doch auch er kann den Wagemut unserer quirligen Ruby nicht gutheißen. Aber anbinden kann man sie ja leider nicht. Dabei hat sie jedoch keinesfalls vom bekannten Ruby-Charme verloren. Noch immer ist sie vorlaut, trägt coole T-Shirts mit verrückten Sprüchen und kaut leidenschaftlich gern Kaugummi und hat ihre treuen Freunde – allen voran Clancy – an ihrer Seite. Und ganz ehrlich… ohne Rubys einzigartige Codeknackerfähigkeiten sähe Spektrum doch ganz schön alt aus, ganz gleich, ob im Innen- oder Außendienst.

Wie gewohnt präsentiert Lauren Child eine wundervoll spannende Geschichte rund um Ruby, die nun neben der Probleme in der Agentur auch noch mit eigenen Problemen ganz schön bepackt ist. Ja, erwachsen werden ist nicht immer leicht! Das muss sie am eigenen Körper spüren, und sich nun erstmal etwas neu orientieren. Überraschende Wendungen und spannende Fügungen halten den Leser in gewohnter Ruby-Manier bis zum Ende fest im Bann der Geschichte. Man rätselt mit, fiebert mit und fühlt mit Ruby bis zuletzt. Und auch die eigenen detektivischen Fähigkeiten bleiben nicht auf der Strecke. Ein wahrer Genuss für junge Rätselfreunde, und ich sehne schon jetzt den nächsten Teil herbei! Für alle jungen Spürnasen ist das Buch eine wundervolle Idee für den Nikolausstiefel oder unterm Tannenbaum. 100% Empfehlung meinerseits!

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Lauren Child
Ruby Redfort – Dunkler als die Nacht
Roman
Aus dem Englischen von Anne Braun

achtung buch: nix dolci & liebeslang – zwei sina teufel krimis aus der feder von lara stern

Nachdem ich mir ja vorgenommen habe, irgendwann alle Bücher meiner liebsten Autorin gelesen zu haben (und ich denke, ich habe schon eine ganz gute Quote erreicht *lach*), habe ich mir nun abends auf dem Reader die Lara Stern Krimis rund um die charmante Anwältin Sina Teufel hergenommen. Die zwei ersten – ohne Beachtung der Reihenfolge, was aber auch nicht sooooo schlimm ist – habe ich binnen weniger Abende verschlungen und werde nun auch nach und nach die anderen hernehmen. Worum es geht?

Nix Dolci

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Sina Teufel, die toughe und temperamentvolle Anwältin lebt gemeinsam mit ihrem Kater Taifun in München und führt eine gut laufende Kanzlei. Eines Tages stürmt ihr alter Freund Nick in die Räume und will sie mit der Abwicklung des Verkaufs einer luxuriösen Villenanlage am Gardasee betrauen. Doch die Freude über den großen Coup währt nicht lange. Viel zu schnell stellt Sina fest, dass da etwas ganz und gar faul ist. Spätestens als Nick tot aufgefunden wird, ist klar, dass sich unsere junge Anwältin in einen komplizierten Fall hineinmanövriert hat, in dem Immobilienspekulationen in Millionenhöhe, Spielsucht und Autoschiebereien eine große Rolle spielen. Wird sie dem ganzen Drama ein Ende bereiten und den Tod ihres Freundes aufklären können?

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Liebeslang

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Für den Kammersänger Ottfried Fürst bricht eine Welt zusammen, nachdem seine Frau verstorben ist. Nicht einmal Zeit zum trauern bleibt ihm, da Sohn Leander so offen nach dem Erbe giert und dem Vater das Leben zu Hölle macht. Als Fürst kurz darauf tot in seinem Bett gefunden wird, steht Sina Teufel mitten in einem neuen Fall. Denn alle Indizien, die auf einen natürlichen Tod hinweisen, können sofort dementiert werden. Wer hat Interesse daran, den alten Mann vor dem Tod zu quälen und wo steckt die wertvolle Cartier-Uhr des Opfers? Ein Tagebuch einer berühmten Sängerin enthüllt zudem erotische Details aus dem Leben Fürsts, der gar nicht solch ein Unschuldslamm war, wie es den Anschein hatte. Zu all dem Trubel kommt noch Sinas Privatleben. Schließlich gibt es da Lazlo, ihren heißblütigen Liebhaber, der nun so stark wie nie zuvor nach einer gemeinsamen Zukunft mit Sina drängt. Ob sie ihre Freiheit wirklich aufgeben kann?

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Soweit der Inhalt der beiden Kriminalromane, die mich sehr gut unterhalten und auf ganzer Linie überzeugt haben. Sina Teufel ist dabei als Hauptprotagonistin eine toughe Person, die weiß, wo sie im Leben steht und was sie erreichen will. Unabhängig und freiheitsliebend setzt sie sich auch gekonnt gegen das sogenannte starke Geschlecht durch und steht auch in Krisensituationen ihre Frau. Unterstützung bekommt sie dabei von ihren sympathischen Kollegen und Kolleginnen sowie ihren Freunden. Allen voran muss dabei Carlo von Rees erwähnt werden, ein wahrer Paradiesvogel und Vertreter des „dolce vita“, der es stets versteht, Sina (und auch mich) zum Schmunzeln zu bringen.

Die Storys beider Krimis sind bis zum Ende angenehm spannend gehalten und halten den Leser phasenweise ganz schön auf Trab. Fein gewebte Verstrickungen, überraschende Wendungen und gut durchdachte Sprünge sorgen dafür, dass man erst nach und nach die Teile des Puzzles zusammensetzen kann und bis zum Schluss fest in der Geschichte gehalten wird. Was dabei besonders gefällt, ist das Talent der lieben Lara Stern alias Brigitte Riebe, ihre Figuren so gekonnt miteinander in Verbindung zu bringen, dass es eine wahre Freude ist, mitzurätseln oder beim Lesen Vermutungen anzustellen, wer wann wie mit wem was zu tun hatte. Genauso verhält es sich mit den Charakteren an sich: Sie sind so plastisch gezeichnet und gut in Szene gesetzt, dass man sie einfach nur gern kennen lernt und bei ihren Erlebnissen begleitet. So steht nicht nur der Aspekt Krimi im Vordergrund, sondern eine absolute Symbiose zwischen Handlung und Handelnden. Man ist direkt im Geschehen, blickt Sina Teufel bei den Ermittlungen über die Schulter und erlebt ein rundum Krimipaket, das alles hat, was sich der Krimifreund wünscht. Klare Empfehlung meinerseits, und bald gibt es mehr zu den anderen Teilen!

achtung hörbuch: lindbergh – die abenteuerliche geschichte einer fliegenden maus

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Ihr denkt, dass Charles Lindbergh der erste große Pionier der Lüfte war? Der erste, dem es gelang, mit einem gewagten Flug allein über den Atlantik Fluggeschichte zu schreiben? Der dies mit seinem Flugzeug, der „Spirit of St. Louis“ ohne Zwischenlandung in ca. 33 Stunden schaffte? Dass Ihr Euch da mal nicht irrt. Was wäre denn, wenn sein Erfolg auf den Erlebnissen einer kleinen und mutigen Maus basiert, die ihn zu seinen großen Taten inspirierte? So ein Quatsch denkt ihr, steht doch überall wissenschaftlich belegt nachzulesen, dass sowohl Otto Lilienthal als auch die Gebrüder Wright und einige andere großartige Persönlichkeiten der Luftfahrtgeschichte dafür sorgten, dass nach den geflügelten Tierfreunden der Mensch den Luftraum eroberte.

Doch dann kam Torben Kuhlmann und mit ihm sein toll illustriertes Kinderbuch „Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus“.  Auf einmal wird alles bisher Bekannte auf eine wundervolle Weise infrage gestellt und selbst die Erwachsenen, die es ja eigentlich besser wissen, lassen sich nur zu gern auf die Erlebnisse der kleinen Maus ein und pochen einmal nicht auf den Wahrheitsgehalt des Dargestellten. Aber wie kam es denn dazu, dass die Maus den festen Boden unter ihren Füßen verlassen wollte?

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Schuld daran hatte natürlich der Mensch. Die kleine Maus las sehr gern und viel in den Büchern der Menschen und verkroch sich dazu in die Bibliotheken der Menschen. Eines Tages, als sie zu Familie und Freunden zurückkehren wollte, waren diese jedoch alle verschwunden und die Maus fand sich allein zwischen merkwürdigen und unheimlich wirkenden Apparaten wieder, die die Menschen neu erfunden hatten und die MAUSEFALLEN hießen. Unser Mäuserich begann sich Gedanken zu machen. Es musste an dieser Erfindung liegen, dass alle verschwunden sind. Doch wo sind sie hin? Die Lösung scheint klar: das Land der unbegrenzten Möglichkeiten! Amerika! Doch wie sollte die kleine Maus den weiten Weg bewältigen? Schiff fahren scheint schier unmöglich, da dort die Katzen das Zepter in der Hand haben. Erst eine unfreiwillige Begegnung mit den fliegenden Verwandten, richtig – den Fledermäusen, bringt den Mäuserich auf die zündende Idee. Ein Flugapparat muss her! Unser Mäuserich stürzt sich in die Arbeit und die Mission „Suche nach Freunden und Familie“ kommt ins Rollen. Doch nicht alles läuft glatt, denn die wahren Herren der Lüfte, die Eulen, wollen ihr Revier nicht wirklich gern mit unserem kleinen Helden teilen. Wird er es dennoch schaffen, das Flugzeug zu bauen und letztendlich seine Familie und Freunde wiederzusehen? Kommt mit auf diese einzigartige Reise und lasst Euch überraschen!

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Torben Kuhlmann ist mit „Lindbergh“ ein wundervolles Kinderbuch gelungen, welches auch die Erwachsenen in seinen Bann zu ziehen weiß. Eine wundervolle großformatige Aufmachung, ein erstes Aufblättern und man kann nicht mehr loslassen. Die Geschichte ist so liebevoll erzählt, mit wenig Text und großformatigen zauberhaften Illustrationen. Da braucht es nicht mehr Text, denn Bilder sprechen mehr als tausend Worte! Bilder, die eine wahnsinnige Tiefe vermitteln, die eine eigene Traumwelt erschaffen, in die man als Leser tief eintaucht. Bilder, die den Figuren Leben einhauchen.

 Man ist mitten drin in der Geschichte, sucht nach der Familie der kleinen Maus, schaut ihr bei den Versuchen, eine Flugmaschine zu konstruieren, genau über die Schulter und sitzt letztendlich hinter ihr im Cockpit während der Flugversuche. Man bangt vor Katzen und Eulen und wird einfach nur mitgerissen. Ein Buch, das eine ganze Traumwelt eröffnet, wenn man sich darauf einlässt, was wahrlich nicht schwer fällt. Groß und Klein werden dieses Buch wirklich zu lieben wissen. Die großen, die im Herzen Fantasie und Kindlichkeit bewahrt haben, werden es mit strahlenden Augen an die Kleinen weitergeben, die es ebenso lieben werden und manchmal kommt es vor, dass die Kleinsten am Ende die Größten sein werden!

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So weit der Stand im letzten Jahr. Und Torben Kuhlmann setzt noch einen drauf, indem er sich Bastian Pastewka und den hessischen Rundfunk ins Boot holt. Voller Lebendigkeit und Liebe, erzählt Pastewka die Geschichte des kleinen Mäuserichs, sodass man gar nicht anders kann, als gebannt zu lauschen. Ganz anders und besonders ist dabei die gewählte Erzählperspektive: Auf einer Seite wird unser kleiner Mäuserich zum Leben erweckt und andererseits taucht der Zeichner höchstpersönlich auf. Ein Eingreifen, das auch nötig ist, denn schließlich erlebt Charlie seine Abenteuer so schnell, dass unser Zeichner gar nicht so schnell hinterher kommt, diese zu Papier zu bringen.

Ein wahrlich tolles Hörerlebnis, das noch unterlegt wird von einer lebendigen Geräuschkulisse. Da trippeln die Mäuse, dort schwingen sich die Eulen majestätisch in die Lüfte, man ist direkt drin im Geschehen und genießt mit allen Sinnen. Ein wahrlich bezauberndes Hörerlebnis, das der Buchvorlage mehr als gerecht wird – aber nach 45 min leider schon vorbei ist.

achtung buch: die straße der pfirsiche von f. scott fitzgerald

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Vor einigen Tagen flatterte ein kleines, schmuckes Büchlein aus dem Aufbau-Verlag bei mir ein: die schmucke Ausgabe von „Die Straße der Pfirsiche“. Darin beschreibt Scott Fitzgerald den wahnwitzigen Roadtrip nach Alabama, den das frischgebackene Ehepaar antrat, nur weil Zelda morgens den immensen Appetit auf Biscuits und Pfirsiche hatte, die es nur in ihrer Heimat gibt. Außerdem wäre dies doch die perfekte Gelegenheit für einen Überraschungsbesuch bei Zeldas Eltern.

So bestiegen sie ihren alten und gebrechlichen Expenso, liebevoll „Rolling Junk“ genannt, und machten sich auf die Reise, die kein Automechaniker je für möglich gehalten hätte. Am Rolling Junk war nämlich nichts mehr heile und auch am notwendigen Werkzeug mangelte es vorn und hinten. Doch davon ließen sich die FItzgeralds nicht ausbremsen und machten sich frohen Mutes auf den Weg durch die Bundesstaaten.

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Stadt für Stadt, Staat für Staat schlug sich das Paar durch die Straßen, die es wahrlich nicht gut mit dem Rolling Junk meinten. Eine Panne jagte die nächste, und unser Paar verzweifelte mehr und mehr. In jeder Werkstatt warteten neue Hiobsbotschaften, und eigentlich war das Auto ein wirtschaftlicher Totalschaden, von dem die Fitzgeralds aber auf keinen Fall ablassen wollten. Dennoch waren sie an einem gewissen Punkt auch von einer bestimmten Hoffnungslosigkeit ergriffen. Die Reise zog sich immens, das Geld schwand und die Stimmung der jungen Liebenden rutschte mehr und mehr in den Keller.

„Wir sprachen nun nicht mehr über Biscuits oder Pfirsiche. Nachdem wir sie hundertfünfzig Stunden mit allmählich schindender Energie erörtert hatten, war Zeldas Appetit auf Phantasievorstellungen ganz und gar gestillt. Und ich selber glaube, dass ich bei dem Anblick eines Pfirsichs oder Biscuits mit Würgreiz reagiert hätte.“
(S. 50)

Und auch von allen Reiseplänen wurden sie enttäuscht. Dr. Jones‘ Reiseführer hatte wohl besseres vor, als unser Paar ordentlich nach Alabama zu bringen:

„Dr. Jones‘ Reiseführer hatte sich nun ganz auf das Gebiet reiner Literatur verlegt – billiger, kitschiger Schundliteratur, um genau zu sein. Auch wenn ich es durchaus begrüße, diverse Fakten des Lebens diskret zu verhüllen, halte ich jemanden, der versucht, ein ausgetrocknetes felsiges Flußbett als „Boulevard“ durchgehen zu lassen, für einen krankhaften Optimisten. Und die Karte schmückte sich mit Städten, Einwohnerzahlen, Dorfläden und guten Straßen, die wohll nur in Dr. Jones‘ rosiger Phantasie existierten.“
(S. 55)

Letztendlich erreichte unser Paar sein Ziel, aber nicht mit dem gewünschten Ende – lasst euch überraschen. Dennoch kann man sagen, dass es eine erfolgreiche Reise war: Pfirsiche und Biscuits warteten in Alabama sowie alte Freunde und maßlose Erleichterung, dass der Rolling Junk es wider aller Prognosen und Erwartungen doch geschafft hatte.

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„Die Straße der Pfirsiche“ ist in mehrerlei Hinsicht ein ganz besonderes Buch. Eigentlich nur eine Schilderung und auf den zweiten Blick doch viel mehr. Im Zentrum haben wir Scott und Zelda Fitzgerald, eines der Paare der 20er Jahre schlechthin, wobei nicht unbedingt im positiven Sinne. Zelda war sehr unstet und bremste ihren Scotty oftmals in der Arbeit aus. Wilde Partys und Exzesse gehörten zu ihrem Leben, wie die Schreiberei zum Buch. Dabei waren sie aber auch nicht das Vorzeigeehepaar, sondern hin und her gerissen zwischen Charme und alkoholisiertem Danebenbenehmen. So beschreibt es auch Alexander Pechmann in seinem Nachwort „Zwei romantische Egoisten“. Ein Titel, der treffender nicht möglich wäre, wenn man sich die Ehe der Fitzgeralds anschaut.

Scott sagte selbst über Zelda:

„Ich weiß nicht, ob Zelda und ich real sind oder nur Figuren in einem meiner Romane.“

Diese Aussage kann man schon anhand des Romans „Die Straße der Pfirsiche“ bestätigen. Zelda und Scott, Protagonisten eines tragikomischen Roadtrips, in dessen Zentrum der Rolling Junk als eine Art tragischer Held fungiert.

Und Tragik gab es wahrlich auch im Leben der Fitzgeralds genug: Alkoholsucht, Minderwertigkeitskomplexe, Abtreibungen, Selbstmordversuche, grenzenlose Eifersucht und Betrug standen einer bedingungslosen Liebe gegenüber. Ein Kontrast, der schwer zu tragen war. Kontraste bestimmten das gesamte Leben des Paares. Charmante Gastgeber vs. garstig unter Alkohol, Scheitern vs. Erfolg, große Illusionen und nahezu vollendete Perfektion in der Selbstinszenierung.

Mitten in diesen „wilden Jahren“ entstand „Die Straße der Pfirsiche“, eine Art Reportage, aber ohne kompletten Wahrheitsanspruch. Pechmann bezeichnet den Roman außerdem als einen ironischen Verweis auf abenteuerliche Reiseberichte. Ein Elternbesuch wird zu einer heldenhaften Odyssee erhoben, deren Ausgang ungewiss ist. Und genau dieses Gefühl erreicht den Leser. Man fiebert mit Zelda und Scott von Etappe zu Etappe. Wird der Rolling Junk durchhalten oder doch den Geist aufgeben?

Und auch hinter der gesamten Geschichte spürt man die Bedingungslose Liebe Scotts zu Zelda. Er charakterisiert sie als eine sehr starke, gewitzte und clevere Person, wohingegen er sich oft als hilflos, unwissend darstellt. Die realen heftigen Streitereien, die auch auf Zeldas labile Psyche verweisen, werden dabei auf humorvoll-spitze Dialoge herunter reduziert, was dem Buch noch einen ganz besonderen Charme verleiht.

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Die Reise an sich kann dabei auch schon als Symbol betrachtet werden: Ein weiterer Anhang im Buch ist Zelda Fitzgeralds Geschichte „Führen Sie Mr. und Mrs. F. zu Zimmer Nr. -„. Darin schildert sie knapp und präzise die Reisetätigkeit über mehrere Jahre. Eine Vielzahl von Hotels wurden in der ganzen Welt bereist, ohne dass je ein wenig Ruhe ins Leben gelassen wurde. Rastlos, ziellos, irgendwie heimatlos mutet diese Beschreibung an. Die von Pechmann erwähnte übertriebene Heiterkeit, die manchmal unerträglich wurde, trifft hier nun auf eine gewisse Hilflosigkeit. Immer unterwegs – nirgends ankommen können. Vielleicht eines der größten Probleme des rastlosen Paares, das dennoch voller Liebe füreinander war. So tat Scott alles, um die vielen Behandlungen seiner Frau zu finanzieren und auch in einem Interview zeigt er, wie sehr er sie liebt:

„“Sie ist die bezauberndste Frau der Welt.“ „Danke, mein Lieber“, lautete die anmutige Erwiderung. Auf die Bitte, die so verheißungsvoll begonnene Bescreibung fortzusetzen, sagte er: „Das ist alles- Ich werde das nicht ausschmücken. Mit folgender Ausnahme – sie ist perfekt.““
(S. 127)

Perfekt sicher, aber ehrgeizig?

„“Ob ich ehrgeizig bin?“, wiederholte sie die letzte Frage, „Nicht wirklich, aber ich habe jede Menge Hoffnungen. Ich möchte keinen Clubs angehören. Keinen Komitees. Ich muss nicht überall dabei sein. Ich will mich selbst verwirklichen und das Leben genießen.““
(S. 128)

Ein Zitat, in dem ich mich persönlich sehr stark wiederfinden kann! Dieses kleine Büchlein ist für mich ein kleiner Schatz. Neben der wundervoll und humorvoll geschriebenen Hauptgeschichte brilliert es mit einer Menge Zusatzmaterial, das dem Leser die Fitzgeralds sehr nahe zu bringen versteht. Für mich sind sie oftmals die Verkörperung zweier Erwachsener, an die das Leben große Ansprüche gestellt hat und die eigentlich niemals erwachsen werden wollten. Kindlich naiv bis hin zu mondän und weltgewandt. Dazu viel Glamour, Hysterie und schwere Zeiten. All dies charakterisierte dieses einzigartige Paar. Nehmt dieses Buch in die Hand und lasst euch unbeschwert auf diesen Roadtrip mitnehmen. Genießt den Fahrtwind und all die kleinen Strapazen und Turbulenzen, während ihr den Duft der Pfirsiche in der Nase habt. Und vielleicht bekommt ihr dann ja Lust, doch noch etwas mehr über das Leben der beiden sehr interessanten Persönlichkeiten herauszufinden! Ein wahrer Genuss!

achtung buch: faszientraining mit yin-yoga von dirk bennewitz und andrea kubasch

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Zum Thema Yoga muss, denke ich, nicht mehr zu viel gesagt werden. Jeder weiß, dass man mit Yoga sehr viel Gutes erreichen kann, wie Stressabbau, das Beheben körperlicher Beeinträchtigungen und einfach ein rundum Wohlfühlgefühl für den ganzen Körper und die Seele hervorrufen kann. Doch was ist jetzt genau Faszien-Yoga? Dazu steht im Klappentext des Buches geschrieben:

„Die Effekte des Faszientrainings mit Yin-Yoga sind ebenso erstaunlich wie erstrebenswert: Der gesamte Körper wird vitalisiert und kann sich bis in die Zellen hinein regenerieren. Denn mit den Übungen wird eine physische Ebene angesprochen, die bislang sowohl in der Medizin als auch in den Bereichen Sport und Fitness stark vernachlässigt wurde: Die Faszien. Sie durchziehen den kompletten Körper mit einer netzartigen Struktur, die ihm Halt und Elastizität gibt. Wird dieses Netz mit einer besonderen Trainingsform gedehnt, aktiviert und letztendlich sogar entschlackt und gereinigt, ist dies für den gesamten Organismus wie eine Vitalisierungs- und Verjüngungskur.“

Das klingt doch schon einmal prima, oder? Nachdem ich nun schon einige Sachen ausprobiert habe, von Zumba bis Pilates, werde ich mich nun endlich richtig dem Yoga zuwenden. Dabei soll dieses Buch nur ein Beginn für mich sein, bis ich im Januar mit zwei Freundinnen einen richtigen Kurst beginnen werde. Im Buch selbst habe ich dazu viele Anregungen bekommen.

In einem ersten großen Theoroieteil konnte ich mich über die Wirkung und Besonderheiten des Yin-Yoga informieren und erfuhr, wie sich dieses von „normalem“ Yoga abgrenzen lässt. Dazu kamen noch wichtige Erklärungen zum Thema inneres Gleichgewicht, und die Grundkonzepte des Yin-Yoga wurden erklärt. Dazu gab es noch viele interessante Informationen zum Thema Faszien allgemein: Wo sind sie? Was bewirken sie?

Es folgte der zweite Themenkomplex: Wirkung. Dort wurde genau erklärt, was man mit dem Yin-Yoga alles erreichen kann und wie viel Gutes man seinem Körper auf diesem Wege zuführen kann. Ich finde es immer beeindruckend, wie eng Körper und Seele doch zusammenhängen und wie gezielt man doch gegen die innere Anspannung vorgehen kann, die sich derartig auf den Körper legen kann.

Dann geht es auch schon direkt in die Grundlagen, also: Wie bereite ich mich seelisch und körperlich aufs Yoga vor, was brauche ich, wie wird geatmet,…. und los geht es mit der Praxis!

Es folgen 25 sehr gut erklärte und bebilderte Figuren, die das Faszientraining bestimmen sollen. Einige davon werde mit einer sogenannten Black-Roll, einer Rolle aus Hartschaum durchgeführt. Man kann alle Übungen machen, oder sich auf eine der gezeigten Sequenzen für bestimmte Körperregionen oder zum Entspannen beziehen.

Ich habe die Übungen gemeinsam mit meiner Physio getestet und muss sagen, dass es alles schon sehr anspruchsvoll, aber auch sehr wirksam ist. Im Yoga finde ich mich mehr wieder als im Pilates, was aber eine persönliche Erfahrung ist, die jeder für sich selbst machen sollte. Für mich als blutige Anfängerin war dieses Buch sehr informativ und hat mir den Stups in die richtige Richtung gegeben. Freue mich sehr, nun tiefer in die Materie einzutauchen und hoffentlich zu einer kleinen Yogi zu werden!

Kann dieses Buch also wirklich nur empfehlen. Praxis gemischt mit kompetenter Einführung und vielen hilfreichen Tipps ergeben ein interessantes und komplexes Gesamtwerk.

achtung buch: das lied des eisdrachen von george r. r. martin

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Gemeinsam mit ihrem Vater und ihren Geschwistern lebt Adara ein meist zufriedenes Leben, wenn da nicht die Tatsache wäre, dass sie komplett anders ist als ihre Geschwister. Während die anderen die Frühlingssonne und die Wärme genießen, zieht sich das Mädchen zurück und sehnt sich nach der Kälte. Denn: Sie ist ein Winterkind, geboren in der kältesten Nacht seit Menschengedenken.

Ihre Freunde sind die Kälte, die Eisechsen und ein kristallblauer Eisdrache – ein Vertreter der gefürchtetsten Kreaturen überhaupt. Doch er fasst Vertrauen zu dem Mädchen. Und als eines Tages feindliche Drachenkämpfer Adaras Heimat bedrohen, ist es die einzigartige Freundschaft zwischen dem Eisdrachen und dem Winterkind, die das Leben von Adaras Familie zu retten vermag…

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George R. R. Martin, ein Name der Großes verheißt. Nicht umsonst wird er überall als der Großmeister der Fantasy bezeichnet. Vor allem bekannt geworden durch sein Meisterwerk „Das Lied von Eis und Feuer“ und die dazugehörige Serienfassung „A Game of Thrones“, gelingt es ihm, die Menschen in seinen Bann zu ziehen.

Mit „Das Lied des Eisdrachen“ wendet er sich einer ganz anderen Zielgruppe zu, nämlich den Kindern. Und auch diese versteht er meisterhaft zu verzaubern. Bildgewaltig und voller Phantasie schuf er hier eine Welt des Eises, die voller Gefahren, aber auch voller Schönheit steckt. Untermalt wird dies noch durch eine Vielzahl wundervoller Illustrationen von Luis Rayo, die den Leser tief in den wundervollen Winterzauber eintauchen lassen.

Doch es ist nicht nur eine schöne Geschichte, die erzählt wird. Vielmehr präsentiert uns Martin eine Welt voller Botschaften wie Toleranz, Mut, Loyalität und Tapferkeit. Adara ist keinesfalls eine typische Protagonistin, muss sie sich doch als „kaltes Mädchen“ unter den warmen Geschwistern bewähren und immer um die Liebe des Vaters kämpfen. Letztendlich wird sie, die Andere, zur Retterin und die meist gefürchtete Kreatur zu ihrem Helfer.

Wundervoll geschrieben und ein kleines Meisterwerk für junge Leserherzen, das zu verzaubern vermag. Sogar mich als große Leserin hat es sofort gehabt. Tief habe ich die Schönheit des Winters inhaliert und so manch kühlen Windhauch wie das Flügelschlagen des Drachen beim Lesen zu spüren geglaubt, während ich voll und ganz in Adaras Geschichte versunken war, die von Andreas Helweg so schön ins Deutsche übertragen wurde.

Ein Muss für jeden kleinen Lesefreund mit einem großen Herzen für Drachen und Abenteuergeschichten!