achtung buch: ruby redfort – dunkler als die nacht von lauren child

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Wieder ging eine Zeit ins Land, doch nun ist Super-Ruby wieder am Start. Nachdem sie sich im letzten Band wahrlich körperlich ausgezahlt hat und nun noch mit Gips durch die Welt düst, haben auch ihre Eltern den Zögling enger im Blick denn je. Eine Tatsache, die unserer kleinen Heldin natürlich gar nicht in den Kram passt. Schließlich ist sie die beste Codeknackerin des Geheimdienstes Spektrum.

Doch auch dort läuft nicht alles, wie es soll. Ruby hat sich mit ihrem Wagemut nicht nur Freunde geschaffen und auch ihr eigenes Leben aus dem Blick verloren. Zu selbstbewusst glaubt sie, dass ihr nichts passieren kann – schließlich wäre sie sonst schon viel zu lange tot – und stürzt sich wagemutig in die Abenteuer. Eine Tatsache, die LB, die Chefin bei Spektrum, einfach nicht gut heißen kann, da Ruby damit nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen Agenten in Gefahr bringt. So findet sich das toughe Mädel schneller auf Bewährung wieder, als ihr lieb ist. Eine Chance bekommt sie, um weiterhin im Außendienst tätig zu sein, eine Chance, die sie gekonnt vermasselt.

In einem Hindernislauf sollen Gegenstände gefunden werden. Eine Aktion, die Ruby meistert, dabei aber das Wesentliche aus den Augen verliert: die Umsicht und Achtsamkeit. Mehr als einmal würde sie im Ernstfall dem Tod von der Schippe hüpfen, beziehungsweise gar nicht überleben, da sie wichtige Merkmale wie Hinweise auf Gift etc. einfach übersieht. Eine zu große Gefahr stellt Ruby also dar – für sich und für ihr Umfeld. Absolutes Außendienstverbot wird von LB ausgesprochen, und Ruby muss sich gezwungenermaßen fügen.

Und das, wo sich ein neuer, spannender Fall anbahnt, der den vorhergehenden Abenteuern in keinster Weise nachsteht. Ein mysteriöse Einbruchserie erschüttert Twinford und alle Spuren führen zur berühmten Schauspielerin Margo Bardem. Wie kann das sein? Die Einbrüche erfolgen an wahrlich unzugänglichen Orten, ja, selbst aus der Hochsicherheitszone des Agentenzentrums verschwinden Dinge. Und keine Spuren auf den Überwachungskameras. Nur kleine, weiße Karten an den Tatorten könnten eine erste Spur sein. Eine Spur, der Ruby nicht widerstehen kann. Schneller, als ihr lieb ist, befindet sie sich über den Dächern Twinfords und schwebt in Lebensgefahr. Wird sie sich aus der Misere befreien können, oder war es diesmal doch zu viel des Wagemuts?

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Kämpfte Ruby im letzten Band mit der Angst des Versagens, begegnet uns hier eine junge Protagonistin, die diese Angst überwunden hat. Allerdings nicht zum Besseren. Vielmehr ist es nun eine Art euphorische Selbstüberschätzung, die sie immer wieder in große Gefahr bringt, ohne dass sie das selbst bemerkt. Ruby ist wahrlich in einer Selbstfindungsphase gefangen, und muss  nun die bittere Pille schlucken, nicht mehr im Außendienst zugelassen zu sein. Zu leichtsinnig setzt sie ihr Leben, und das der Kollegen, aufs Spiel und fühlt sich nahezu unbesiegbar.

Das Grundproblem wird dabei schon sehr treffend am Beginn des Buches zitiert:

„Furchtlosigkeit wird oft als entscheidende Voraussetzung für Freiheit betrachtet. Aber hat Furcht nicht ihre Daseinsberechtigung? Ist dieses seit Urzeiten in uns angelegte Gefühl nicht dazu da, uns im Falle einer Gefahr zu warnen, damit wir lieber einen sichereren Weg einschlagen? Die Frage sollte besser lauten: Ist Furchtlosigkeit immer eine positive Charaktereigenschaft? Warum fürchten wir uns vor der Furcht? 
~Dr. Josephine Honeybone~
S. 7

Ein schwieriges Unterfangen, bei solch einem spannenden Fall, der sich hinter den Kulissen in der Pagoda anbahnt. Ruby kann ihre Nase da natürlich nicht aus den Ermittlungen heraushalten und ermittelt aktiv im Hintergrund – ohne Rücksicht auf Verluste. Im Hintergrund steht jedoch immer Hitch, ihr treuer Partner, der ein Auge auf sie haben soll. Doch auch er kann den Wagemut unserer quirligen Ruby nicht gutheißen. Aber anbinden kann man sie ja leider nicht. Dabei hat sie jedoch keinesfalls vom bekannten Ruby-Charme verloren. Noch immer ist sie vorlaut, trägt coole T-Shirts mit verrückten Sprüchen und kaut leidenschaftlich gern Kaugummi und hat ihre treuen Freunde – allen voran Clancy – an ihrer Seite. Und ganz ehrlich… ohne Rubys einzigartige Codeknackerfähigkeiten sähe Spektrum doch ganz schön alt aus, ganz gleich, ob im Innen- oder Außendienst.

Wie gewohnt präsentiert Lauren Child eine wundervoll spannende Geschichte rund um Ruby, die nun neben der Probleme in der Agentur auch noch mit eigenen Problemen ganz schön bepackt ist. Ja, erwachsen werden ist nicht immer leicht! Das muss sie am eigenen Körper spüren, und sich nun erstmal etwas neu orientieren. Überraschende Wendungen und spannende Fügungen halten den Leser in gewohnter Ruby-Manier bis zum Ende fest im Bann der Geschichte. Man rätselt mit, fiebert mit und fühlt mit Ruby bis zuletzt. Und auch die eigenen detektivischen Fähigkeiten bleiben nicht auf der Strecke. Ein wahrer Genuss für junge Rätselfreunde, und ich sehne schon jetzt den nächsten Teil herbei! Für alle jungen Spürnasen ist das Buch eine wundervolle Idee für den Nikolausstiefel oder unterm Tannenbaum. 100% Empfehlung meinerseits!

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Lauren Child
Ruby Redfort – Dunkler als die Nacht
Roman
Aus dem Englischen von Anne Braun
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