Achtung Buch: Der Wahnsinn den man Liebe nennt von Clara Römer

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Ihr Lieben, heute habe ich ein Buch für euch, das aus dem wahren Leben gegriffen sein könnte. „Der Wahnsinn den man Liebe nennt“, so heißt der neue Roman aus der Feder der bezaubernden Clara Römer aus München.

Ist Liebe nicht immer Wahnsinn? Manchmal schlägt sie ein wie ein Blitz, manchmal ist sie furchtbar anstrengend, manchmal erwischt sie einen ganz kalt aus der Hinterhand und lässt einen nicht mehr los und manchmal endet sie in einem furchtbaren Desaster. So auch im Leben der charmanten und absolut liebenswerten Susa Bergman, die eine kleine Papeterie besitzt und glücklich mit ihrem Mann Wolf verheiratet ist. So glaubt sie zumindest bis zu dem Tag, an dem fälschlicherweise ein Kühlschrank zu ihr geliefert wird, der für jemanden ganz anderen gedacht ist. Nachdem auch die Arbeitskollegen von Wolf Susa nur ausweichend auf ihre Fragen antworten, beschließt sie auf eigene Faust zu ermitteln, was gerade schief läuft.

Und schief läuft leider so einiges: Während Susa in ihrem Leben glücklich zu sein scheint, spielt sich hinter der Fassade Schlimmes ab. Denn der Kühlschrank wird zu Wolfs Affäre geliefert, mit der er schon seit Jahren eine Zweitbeziehung führt und mit der er sogar ein Kind gezeugt hat. Für Susa bricht eine Welt zusammen: Sie wollte immer ein Kind mit Wolf, ein glückliches Leben, und nun sah sie sich in einer Parallelwelt gefangen, in der eine andere Frau all das hat, was sie niemals haben wird – inklusive ihres Mannes…

Nachdem das wunderschöne Cover das Buch schon zu einem absoluten Must-Have macht, setzt die Geschichte dem Ganzen noch die Krone auf. Angesiedelt im schönen München (das auch sehr bildlich und detailliert beschrieben wird), begleiten wir Susa durch die Höhen und Tiefen ihrer Beziehung. Eigentlich sind es ja anfangs mehr Tiefen, denn der Betrug durch den Mann und die Freunde setzt ihr verständlicherweise mehr als zu, aber ich muss sagen, dass ihr nichts besseres hätte passieren können. Denn Wolf ist von der ersten Seite an einfach nur die Personifizierung des Arschlochs im Kostüm eines schönen Mannes. Und glaubt mir, nicht an wenigen Stellen hätte ich ihn liebend gern ordentlich die Meinung gesagt, wenn er vor mir gestanden hätte. Dass es Susa dennoch schwerfällt ihn zu verlassen, ist dennoch verständlich, denn wenn man liebt, dann liebt man – und das ohne Rücksicht auf (eigene) Verluste.

Doch Susa geht ihren Weg weiter, lässt Wolf hinter sich. Und gerade diese Entwicklung ist es, die mich an den Roman gefesselt hat – so sehr, dass ich ihn kaum aus den Händen legen konnte und wollte, und ihn so schon innerhalb von zwei Abenden ausgelesen hatte. Susa ist eine Frau wie du und ich, absolut authentisch und ungekünstelt, genau wie ihr Leben, das die Autorin in einem fließenden und mitreißendem Stil schildert. Wohlgeführte Dialoge reichen bildhaften und detaillierten Beschreibungen die Hand und ergeben am Ende eine Szenerie, die in sich rund und ausgeglichen ist. Keine Ecken und Kanten, ein Buch zum Wohlfühlen und zum hineinlesen, trotz der ernsten Thematik. Denn auch diese ist sehr behutsam verpackt. Man kann das Buch also einerseits als niveauvolle Unterhaltungsliteratur betrachten, aber andererseits auch sehr tiefgründig lesen. Denn dass manche Trennung und vor allem mancher Betrug mit viel Schmutz und Bösartigkeit verbunden sein kann, muss man nicht extra erwähnen. Clara Römer nähert sich dieser Thematik auf eine sehr einfühlsame und sensible Weise, die das Buch auch nach dem Lesen noch im Herzen nachhallen lassen.

Dieser Aspekt wird von der Lebendigkeit der Charaktere noch unterstrichen. Allesamt sind sie wie aus dem Leben gegriffen. Geh auf die Straße und schau dich um: Im Nachbarhaus könnte Susa wohnen, um die Ecke könnte gehetzt Wolf kommen, der angeblich aus dem Büro kommt, in Wahrheit jedoch bei seiner kleinen Zweitfamilie war. Was weiß man schon, was sich hinter den verschlossenen Türen der Nachbarn abspielt.

Knapp 320 Seiten voller Gefühl, voller Schmerz, voller Liebe und Sehnsucht erwarten den Leser. 320 Seiten, die berühren, fesseln, nachdenklich machen, aber auch einfach nur schön sind. Begegnungen, die das Herz berühren, Momente der Wut – ein Potpourri der Gefühle, das ich jeder Leserin sehr ans Herz legen kann und möchte. Lernt Susa kennen und geht mit ihr einen schwierigen Weg – er lohnt sich! Für mich definitiv ein Herzensbuch aus mehreren Gründen und eine Top-Empfehlung für das Frühjahr 2016. Das perfekte Buch für die lauen Frühlingsabende.

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