Archiv

Achtung Blogtour: Kitty Kathstone Band 2 – Kitty und Lysander

Banner Blogtour Jitty Kathzstone

Herzlich Willkommen zu unserer Blogtour rund um Kitty Kathstone Band 2!

Wir haben uns tolle Themen für euch überlegt und es gibt absolut fantastische Gewinne. Bei der Blogtour werden euch 14 Blogs im Zeichen der 14 Guardians durch die Welt von Kitty Kathstone begleiten – wir alle hoffen ihr habt viel Spaß und freuen uns auf euren Besuch!!!

Mehr Informationen zu den einzelnen Artikeln und Blogs findet ihr auf unserer

FACEBOOK-VERANSTALTUNGSSEITE

Der jetzige Beitrag steht ganz im Zeichen des Zwerges Flammenbart, dem Wächter des Steins der Habsucht. Es gibt kaum jemanden, der sich besser an der C.O.G. auskennt und dort alle Vorgänge im Blick hat. Kein Wunder also, dass er auch über den Neuling Lysander viel zu berichten weiß… ganz besonders, nachdem dieser doch auf einmal so reges Interesse an Kitty zeigt…

17523669_10208840246148755_7306005219214346989_n

„Ach… immer diese Kinder…. laut sind sie, lärmen, machen Chaos…. wo ist denn nur meine kleine Statue? Sonno? … Sonnnnooooo? … SOOOOONNNOOOOO? Das hat sie sich nicht getraut… niemals würde es jemand wagen, einen Zwerg zu bestehlen. Und schon gar nicht mich, Flammenbart, den Wächter über alle Sicherheitsvorkehrungen und Guardian des Steins der „Habsucht“ hier an der C.O.G.

Halt… wer seid ihr denn? Freunde von Kitty? Na das hat mir gerade noch gefehlt. Noch mehr Anhänger dieses wilden Mädchens, das so viel Unruhe bringt und unbedingt ihr inneres Gleichgewicht finden sollte. Denn sonst bringt sie hier alles noch zum Einsturz… Was schaut ihr denn so verwirrt? Wart ihr heute früh nicht bei der „Lesenden Samtpfote“ zu Besuch? Sie hat euch doch schon einiges über das Gleichgewicht und die damit einhergehende Veränderung berichtet. Schaut nicht so bedröppelt. Ich werde es euch nicht noch einmal erzählen, aber ein KLICK reicht und ihr könnt alles nachlesen.Geschafft? Fein, dann wisst ihr ja nun, dass das Gleichgewicht absolut notwendig für das Bestehen unserer Gemeinschaft, nein der ganzen Welt ist. Ohne Licht kein Dunkel, ohne Schwarz kein Weiß, ohne Winter keinen Sommer… ach ich könnte ewig so weitermachen, aber ich habe ja nicht den ganzen Tag Zeit. Also, was wollt ihr wissen?

Kitty und Lysander…. Kitty und LYSANDER? Nun schreit den Namen doch nicht so heraus! Es reicht doch schon, dass Armand aufgebracht ist, weil Kitty und Victoria in einem Abenteuer stecken, dass alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Aber nun noch das Auftauchen von Lysander so ins Zentrum zu rücken… Ihr müsst doch verrückt sein.

Wie? Welche Geschehnisse am Weltenbaum? Die beiden allein? Jetzt mal langsam und der Reihe nach… Da kommt doch kein Zwerg mehr mit.“

Flammenbart hört gespannt den Fetzen der Erzählungen der Besucher zu, die unbedingt wissen wollen, was es mit dem Jungen und Kitty auf sich hat, nachdem diese doch eigentlich schon fest mit dem wundervollen Waldelfen Glade verbandelt war.

„Schon gut, schon gut. Ich sehe, hier muss etwas Licht ins Dunkel gebracht werden. Die Geschichte mit Glade… nun ja, das gestaltet sich doch etwas schwieriger als erwartet, da ihn bestimmte Traditionen in ihren Fesseln halten. Manchmal kann man eben leider nicht so wie man möchte und für den anderen kommt dies einem Hochverrat gleich. Einen solchen Hochverrat erlebt unsere Kitty gerade – richtig, ausgelöst durch Glade. Aber die Details müsst ihr schon selbst herausfinden. Ihr wisst doch, Zwerge sind sehr gute Geheimniswahrer. Außerdem werde ich den Teufel tun und mich in die Belange zweier pubertierender Jugendlicher einzumischen. Eins kann ich euch jedoch sagen… Kitty ist außer Rand und Band, ihr inneres Gleichgewicht komplett durcheinander und sie selbst eine größere Gefahr für sich als sie auf den ersten Blick annehmen mag.

Und nun ist da Lysander. Ihr erinnert euch sicher, wie er am Ende des ersten Buches nach dem tragischen Tod seines Vaters auftauchte und mit in die C.O.G. kam. Armand, zutiefst erschüttert über den Tod seines Bruders und auch außer Rand und Band, muss sich nun um seinen Neffen kümmern. Stellt euch den Schmerz vor! Jeden Tag in eine junge Version des Gesichts des einen Menschen zu blicken, der einem am Nächsten stand. Kein Wunder, dass er diese Aufgabe nicht bewältigen kann. Also degradiert er diese Aufgabe an … KITTY. Als ob das zum Erfolg führen würde…. tze… das Mädchen und der Junge.

Aber was sagt ihr? Seelenverwandte? Er hat auch zwei verschiedenfarbige Augen – genau wie Kitty, nur spiegelverkehrt? Beide am Weltenbaum? Beschützer? Er hat Kitty beruhigt als es kein anderer konnte? Das kann ich doch gar nicht glauben. Was erzählt ihr? Da muss ich mir sofort selbst ein Bild machen. Und ihr… ihr sollten schnell zum Buch greifen und auch mehr erfahren, um die Zusammenhänge zu verstehen!“

Flugs wandte sich Flammenbart ab und stapfte den Gang entlang, um tiefere Einblicke in das Geschehen an der C.O.G. zu bekommen. Einem Zwerg entgeht schließlich nichts.

18254611_10208999676094404_165706697_n

So, meine lieben Leser, nachdem uns Flammenbart an dieser Stelle etwas ratlos zurückgelassen hat, versuche ich euch noch einmal etwas auf die richtige Spur zu bringen und die Beziehung zwischen Kitty und Lysander etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Nachdem im ersten Buch noch Kitty der Neuling an der C.O.G. war, ist es diesmal Lysander, der ins Leben an der Schule eingeführt werden muss. Leider unter schlimmen Voraussetzungen, starb doch sein Vater unter schlimmen Bedingungen. Dazu kommt noch eine ordentliche Portion an Ablehnung durch den eigenen Onkel – die bis dato einzige Person, die ihm wirklich geblieben ist. Zum Glück nimmt sich Kitty – wenn auch murrend – dem Neuling an und entdeckt schon bald mehr Gemeinsamkeiten als ihr lieb ist. Irgendwie schafft es Lysander als einziger, sie zu beruhigen, wenn sie mal wieder komplett aus der Bahn geworfen wird. Er scheint auch stets zu spüren, wenn Kitty in Schwierigkeiten ist, und es gelingt ihm immer aufs Neue, brisante Situationen zu entschärfen. Man möchte fast sagen, dass man hier auf unfreiwillige Seelenverwandte trifft. Und genau so werde ich es auch an dieser Stelle im Raum stehen lassen.

Lest Kitty Kathstone Band 2 und lernt Lysander kennen, einen Charakter, der mir sehr ans Herz gewachsen ist und der genau im richtigen Moment in Kittys Leben gepurzelt ist. Unverhofft kommt oft und bedeutet gerade in Kittys Fall oft große Veränderungen.

18216704_10208964239288506_1824197024765572123_o

Im Zusammenhang mit unserer Blogtour gibt es natürlich noch ein einmalig tolles

GEWINNSPIEL

Ihr seht schon unseren wahnsinnig tollen Hauptpreis: einen Tolino Shine 2 HD!!!!

Außerdem verlosen wir pro Blog ein personalisiertes e-Book. Was das heißt? Ihr bekommt euer ganz persönliches e-Book, in dem ihr selbst eine Rolle spielen werdet!

Um in den Lostopf für den Tolino zu hüpfen, könnt ihr Lose sammeln. Auf jedem Blog gilt es eine Frage zu beantworten. Pro Antwort erhaltet ihr ein Los. Bitte denkt daran, uns beim anonymen Kommentieren eine E-Mail Adresse zu hinterlassen. Wer die Kommentarfunktion nicht nutzen kann, sendet seine Antwort einfach per E-Mail an sandra@21film.at

Die Frage
Glaubst du, dass es Seelenverwandtschaft wirklich gibt? Dass es irgendwo da draußen dein Gegenstück gibt? 

Teilnahmebedingungen

– Ihr müsst entweder 18 Jahre alt sein oder eine Einverständniserklärung eurer Eltern/Sorgeberechtigten besitzen
– Die Teilnehmer erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden
– Ein Anspruch auf eine Barauszahlung des Gewinns besteht nicht
– Keine Haftung für den Postversand
– Versand der Gewinne innerhalb von Deutschland, Österreich und Schweiz
– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
– Im Gewinnfall müsst ihr euch innerhalb von 5 Tagen melden, ansonsten verfällt der Gewinn
– Das Gewinnspiel läuft vom 08.05. bis zum 17.05.2017 um 23:59 Uhr
– Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt zeitnah nach Ende des Gewinnspiels auf allen Blogs und in der Facebook-Veranstaltung
– wer die Kommentarfunktion der einzelnen Blogs nicht nutzen kann oder möchte, kann seine Antwort per E-Mail an sandra@21film.at. Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt zeitnah nach Ende des Gewinnspiels auf diesem Blog

Achtung Buch: Im dunklen dunklen Wald von Ruth Ware

img_2510

Freundschaft ist…

… wenn man eigentlich seit geraumer Zeit gar kein Freund von Thrillern ist, sich aber im Gespräch mit den anderen Lesemädels doch dazu breit schlagen lässt, es zu versuchen. So kam es, dass ich mich der Herausforderung gestellt habe, und nicht nur das Buch gelesen, sondern auch an der Blogtour zum Buch teilgenommen habe. Was wir da so erlebt haben, könnt ihr auf den folgenden Seiten nachlesen:

Kurzvorstellung des Buches bei Ronja

Eine besondere Cocktailparty bei Anja

Interview mit Ruth Ware bei Sabine

Dialog über die Freundschaft und ihre Besonderheiten bei Yvonne, Pauli und mir

Eva erklärt uns warum wir Angst im Wald haben und was ihn so besonders macht

Heike erklärt uns das Phänomen des Junggesellinnenabschieds

41-1-mc3a4delswaldtour

Das war sie also, unsere sehr spannende und gruselige Blogtour zum Thriller von Ruth Ware. Doch um was geht es nun genau?

Der Klappentext verrät uns Folgendes: 
Eine bizarre Junggesellinnenparty.
Ein Spiel, das aus dem Ruder läuft.
Manche Partys sind gut, manche sind schlecht. Diese hier ist tödlich.
Als Nora, 26, eine Einladung zum Junggesellinnenabschied ihrer ehemals besten Freundin Clare bekommt, ist sie mehr als überrascht. Sie hat Clare seit zehn Jahren nicht gesehen. Seit dem Vorfall damals, den Nora nie ganz überwunden hat… Und jetzt aus heiterem Himmel diese Einladung. Ein idyllisches Wochenende in einem Haus tief in den winterlichen Wäldern Nordenglands ist geplant. Was kann es schon schaden? Nora gibt sich einen Ruck und fährt hin. Doch etwas geht schief. Grauenvoll schief.

Viel mehr Worte möchte ich dazu gar nicht verlieren, denn jedes Wort zu viel wäre ein Wort, das euch einen, wenn auch noch so kleinen Teil der Spannung nehmen könnte. Was zunächst wie ein allseits bekanntes Schema für dieses Genre klingt, entwickelt sich schon ab der ersten Seite zu einem perfiden Katz und Maus Spiel. Jeder Mensch hat zwei Seiten, heißt es immer so schön. Und genau dies wird im Buch bewiesen. Da wird die beste Freundin zur Kratzbürste und die Feindin zur Verbündeten. Da glaubt man jahrelang, sich zu kennen und wird sich auf engstem Raum doch fremder als man es je zu glauben gewagt hatte.

Dass ein Mord passieren wird, wird hier jedem klar sein. Denn was ist schon ein Thriller ohne Blut und ohne Mord. Aber wie er vollzogen und vor allem wie sich die Geschichte im weiteren Verlauf entwickelt, das ist schon gar nicht von schlechten Eltern. Ein Mord also, MORD… wieso kann sich Nora aber an nichts erinnern? Und wieso liegt sie im Krankenhaus? Was machen die Polizisten vor ihrem Zimmer? Wie ein undurchdringlicher Nebel liegt die Vergangenheit über ihrem Gedächtnis und kann selbst mit der größten Anstrengung nicht hervorgeholt werden. Der Druck auf die junge Frau nimmt zu und da ist sie: eine erste kleine Erinnerung. Schritt für Schritt rekonstruiert Nora im Geiste die Geschehnisse vom Tag der Einladung zum Junggesellinnenabschied bis hin zum Krankenhaus. Und je weiter sich der Nebel lichtet, desto mehr wird sich Nora der Gefahr bewusst, in der sie und die anderen schweben.

img_2511

Ruth Ware ist brillant. Anders kann man es nicht sagen. Ihr ist es gelungen, einen althergebrachten Stoff so gekonnt neu zu verpacken, dass man von der ersten bis zur letzten Seite im Buch gefangen ist. Man hegt erste Ahnungen, verwirft sie wieder. Man verfolgt Spuren, die zunächst klar zu sein scheinen und dann im Schnee verlaufen. Man vertraut, um am Ende mehr zu misstrauen und man dreht sich ähnlich wie Nora permanent im Kreis, um die richtige Lösung zu finden. Perfekt spielt Ware dabei mit der Vergangenheit und der Gegenwart ihrer Protagonisten und lässt still und leise Unstimmigkeiten aus der Schulzeit einfließen. Unstimmigkeiten, die Misstrauen säen und kleine, subtile Boshaftigkeiten, die auf den ersten Blick als Neckereien abgetan werden könnten. Am Ende weiß man gar nicht mehr, wem man überhaupt noch trauen kann…

Untermalt wird dies noch durch die schaurige Kulisse. Ein Glashaus mitten im dunklen und dichten Wald. Gegensätzlicher hätte es nicht sein können: Transparenz trifft auf Bedrohung. Man fühlt sich permanent beobachtet und kann doch selbst keinen Blick ins Dunkle werfen. Dazu noch dichter Schnee und kein Handyempfang. Viel mehr braucht es nicht, um eine beklemmende Stimmung zu verursachen. Auch die einfache und knapp gehaltene Sprache unterstreichen diese Gefühle. Bis zuletzt spinnt Ruth Ware ihre Fäden, die sich mehr und mehr zu einem tödlichen Kokon verfestigen und es bleibt lange Zeit unklar, auf wen das Ganze nun eigentlich abzielt und ob Nora sich wirklich wieder komplett erinnern können wird.

Trotz einiger Längen im ersten Teil und des doch bekannten Stoffes konnte mich der Thriller komplett überzeugen und hat den Ausflug in dieses Genre für mich zu einem lohnenswerten Leseerlebnis gemacht. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich gern in eine beklemmende Stimmung voller Spannung entführen lassen will und danke auch meinen Mitleiterinnen sowie dem dtv für die tolle Leserunde!

Achtung: #mädelswaldtour: Im dunklen dunklen Wald von Ruth Ware

img_2510

Hallo ihr Lieben und herzlich willkommen im dunklen Wald… Heute ist schon der 4. Tag unserer tollen Blogtour.

Ihr habt doch keine Angst, oder? Hier ist es nur ein bisschen dunkel und es passieren ziemlich schräge Dinge. Ihr wollt wissen was passiert? Na dann macht mit bei unserem Gewinnspiel und lest diesen fantastischen Thriller selbst. Der Klappentext soll euch aber dennoch einen kleinen Hinweis geben:

Eine bizarre Junggesellinnenparty. Ein Spiel, das aus dem Ruder läuft.
Manche Partys sind gut, manche sind schlecht. Diese hier ist tödlich.
Als Nora, 26, eine Einladung zum Junggesellinnenabschied ihrer ehemals besten Freundin Clare bekommt, ist sie mehr als überrascht. Sie hat Clare seit zehn Jahren nicht gesehen. Seit dem Vorfall damals, den Nora nie ganz überwunden hat… Und jetzt aus heiterem Himmel diese Einladung. Ein idyllisches Wochenende in einem Haus tief in den winterlichen Wäldern Nordenglands ist geplant. Was kann es schon schaden? Nora gibt sich einen Ruck und fährt hin. Doch etwas geht schief. Grauenvoll schief…
***

Eine besondere Rolle spielt das Thema Freundschaft. Was würde es da besseres geben, als ein bisschen mit unserer lieben Yvonne und der herzallerliebsten Pauli von der „Lesenden Samtpfote“ über das Thema Freundschaft zu plaudern. Ich habe sie die Tage zufällig im Wald getroffen und mit ihr über das Geheimnis einer langlebigen Freundschaft gesprochen. Aber lest selbst:

***

Pauli: Hey Jule, ich lese gerade „Im dunklen, dunklen Wald“ und da sind mir ganz viele Frage in den Kopf gekommen, die ich unbedingt loswerden wollte. Wie lange hatten Frauchen und du eigentlich keinen Kontakt mehr?

Jule: Hey Pauli, schön, dich hier auf dieser Bank im Wald zu treffen! Findest du es nicht ein wenig dunkel hier? Gerade wo wir doch noch zusammen im passenden Buch stecken!

Puh, das waren schon einige Jahre, die wir nichts voneinander gehört haben. War sehr traurig, aber wir hatten ja auch beide viel um die Ohren. Vieles hat sich spontan geändert, viele schöne und unschöne Dinge sind passiert, wir haben unseren Weg im Leben gesucht und mussten so manche Entscheidung treffen. Da blieb einfach kaum Zeit. Aber weißt du, was richtig schön ist? Nachdem wir durch die liebe Brigitte Riebe wieder so richtig in Kontakt kamen, war es so, als hätte es diese „leeren“ Jahre nie gegeben. Als würden wir einfach wieder bei Animal Crossing und Caramel Latte dasitzen und über Gott und die Welt reden. Es hatte sich absolut nix geändert. Die gleiche Vertrauensbasis, der gleiche Humor, wir können lachen, weinen, uns kritisieren, … Hat man nur selten im Leben und umso mehr bin ich froh, dass wir uns das so erhalten konnten.

FullSizeRender

Was meinst du denn dazu? Dich hab ich ja auch so vermisst! Was macht für dich die enge und langjährige Freundschaft aus?

Pauli: Ich finde es auch ziemlich dunkel hier, fast schon gruselig. Aber ich hab es im Buch und dem Glashaus nicht ausgehalten. Doch wenn ich mir recht überlege, gruselt es mich noch mehr, dass du mir genau die Frage gestellt hast, wegen der ich zu dir komme. Mir geht es einfach nicht mehr aus dem Kopf, wie Tom Nora gefragt hat, was das Geheimnis einer langlebigen Freundschaft ist und Nora gar nicht wusste, was sie antworten soll, weil sie und Clare so lange Funkstille hatten. Deshalb dachte ich, ich frage dich. Frauchen und du, ihr hattet doch auch so lange Funkstille. Ist das Geheimnis eurer Freundschaft vielleicht genau diese Funkstille? Eine Zeit, in der sich jeder weiterentwickelt hat, um dann dem anderen gegenüberzutreten und genau da weiterzumachen, wo man vor vielen Jahren aufgehört hat – ohne Vorwürfe, sondern mit Verständnis? Ich denke, das ist der Schlüssel! Verständnis für den anderen, den man so gut kennt, auch nach einer längeren Kontaktpause. Und welche Rolle spiele ich dabei, hier in diesem Rahmen, in dem wir uns wiedergetroffen haben. Bin ich vielleicht so besessen von Frauchen, wie Flo von Clare? Das Buch macht mich paranoid…

Darf ich dich was anderes fragen?

Jule: Flo ist wirklich besessen von Clare. So etwas kenne ich auch. Ich hatte einmal eine beste Freundin in der Schule. Sie rief mich jeden Tag an, ich durfte nur mit ihr etwas unternehmen und kaum Kontakt zu anderen haben. Das hat mich dann so fertig gemacht, dass ich es kaum mehr ausgehalten habe und diesen Kontakt auch sehr zurückgeschraubt habe.

Pauli: Solche Freunde kenne ich auch. Man denkt, sie können ohne diese eine andere Person nicht existieren, weil sie so abhängig sind. Das ist nicht nur für den Freund sehr anstrengend, an den sich diese Person klammert, sondern auch für alle anderen Personen. Man hat immer das Gefühl, dass man diese eine Person mitschleifen muss.

Aber irgendwie finde ich es traurig, dass es Menschen gibt, die sich so abhängig machen von einem Menschen. Allerdings bin ich ehrlich gesagt ja auch so abhängig und besessen von Frauchen… bei Katzen ist das aber was anderes.

Jule: Das stimmt. Aber wieso tun sie das? Vielleicht aus Bewunderung oder auch aus dem Gefühl heraus, einfach etwas Besonderes in der Person zu sehen, ihr nahe sein zu wollen? Ist das gut dosiert, kann das sehr schön sein. Aber sobald es ungesunde Ausmaße annimmt, muss man schon vorsichtig sein.

Pauli: Mir tun die Menschen leid, die sich von jemandem so abhängig machen. Jeder ist doch auch allein toll, auf seine eigene Art.

Jule: Magst nicht vorbei kommen und bissl kuscheln? Ich mag keine gruseligen dunklen Wälder, obwohl ich sonst sehr gern draußen bin! Und was wolltest du mich fragen?

Pauli: Oh ja, es ist auch ziemlich kalt, da kuschel ich gern. Aber nun zu einer dieser Fragen, die mich nicht loslässt. Stell die vor, Frauchen hätte dich in all den Jahren der Kontaktpause aus heiterem Himmel auf ihren Junggesellinnenabschied eingeladen… wärst du gegangen, um der alten Zeiten willen?

Jule: Oh…. diese Frage ist wirklich schwierig, da ich ja eigentlich kein Freund dieser ganzen Spektakel bin *Lach* komisch, wo ich doch so ne ewig endlose Romantikerin bin. Ich kann dir darauf keine eindeutige Antwort geben, da das auch die Zeit und die Umstände bestimmt hätten. Wäre es in der Zeit gewesen, als mein Pa… sicher nicht, wäre es zu machen gewesen, vielleicht… hmm das ist wirklich ein etwas schwieriges Thema, auf Frauchen hätte ich mich sehr gefreut und hätte es bei ihr sicher auch in Erwägung gezogen, auch wenn ich sonst niemanden gekannt hätte.

Pauli: Hättest du dich gar nicht gewundert?

Jule: Gewundert – sicherlich etwas, aber ich kenn so viele verrückte Pärchen, bei denen das Knall auf Fall passiert und auch Freunde, mit denen man viel weniger als mit Frauchen zu tun hatte, die einen einladen, von daher wäre ich sicher überrascht gewesen, aber positiv und erfreut. Und hundert pro hätte das dazu geführt, dass wir wieder eher mehr Kontakt gehabt hätten – egal, ob ich hingegangen wäre oder nicht.😉

Pauli: Und wenn ihr so lange keinen Kontakt gehabt hättet, dass du nicht mal weißt, wer der Bräutigam ist? Wärst du gegangen? Ist das das Geheimnis, dass man sich nach Jahren noch blind vertraut.

img_2511

Jule: Gegenfrage: Steht da meine Meinung denn zur Debatte? Ich meine, ich hätte ihn zwar nicht gekannt, aber Frauchen ist ja dennoch meine Freundin und wird schon wissen, was sie da tut. Hofft man zumindest.🙂

Und du hast recht: Verständnis ist die Grundvoraussetzung, um nahtlos an etwas anzuknüpfen, das lang unterbrochen war. Wie eben unsere Freundschaft. Und dazu kommt sicher noch die Ebene auf der man sich bewegt hat. Wir waren ja so arg auf einer Wellenlänge, da war das kaum ein Problem. Eher habe ich mich geärgert, dass es überhaupt alles so lang auf Eis lag. Umso schöner ist es aber, dass wir uns jetzt wiedergefunden haben.

Magst du denn Hochzeiten? Und Junggesellinnenabschiede? Wie würdest du den denn gern feiern? Oder wie überhaupt nicht?

Pauli: Ich hätte eingeladen zur Wellnessbehandlung an einem Mauseloch an einem See oder so. Ich hätte aber alle eingeladen. Nicht nur Katzen, auch Kater. Alle Kumpels! SamRoc, Wallee, Ponyo, Jack, Chester (aber nur bis 22 Uhr) und alle anderen und wir hätten Milchskey getrunken und uns von unseren Frauchen kraulen lassen. Aber wenn, dann würde ich nur Frauchen heiraten und die hat gesagt das geht nicht. Da fällt mir ein, dass ich gar nicht weiß, wie und ob sie feiern würde. Da muss ich genau zuhören, was Heike am 31.10.2016 von Frauchen zu berichten hat.

Wurdest du schon mal nach langer Zeit der Funkstille zu einem Junggesellinnenabschied eingeladen?

Jule: Eine liebe Freundin, die ich ewige Jahre auch nicht mehr gesehen habe, hat mich auch zur Hochzeit eingeladen gehabt und war unterdessen Mama geworden und so einige Überraschungen mehr, das war auch etwas komisch und am Ende aber eine riesen Freude.🙂

Pauli: Ich bin ja von Natur aus skeptisch.

Aber ich weiß, dass Frauchen genau diese Sache zu schaffen macht. Vor dem Studium, in der Schulzeit, gab es schon mal eine Juliafreundin. Zu der war auch einige Jahre der Kontakt abgebrochen, als plötzlich eine Einladung zum Junggesellinnenabschied und zur Hochzeit kam. Frauchens Mama war in der Zeit grad so krank und Frauchen ist kaum noch aus dem Haus gegangen, weil alles zu viel war. Deshalb hat sie die Einladung abgesagt. Ich weiß aber ganz genau, dass sie nicht mehr bereut, als diese Entscheidung. Nachvollziehbarerweise, ist der Kontakt zu dieser Freundin jetzt nicht mehr so gut. Ich glaube, sie hat es Frauchen nie verziehen, dass sie nicht gekommen ist. Frauchen ist deshalb immer sehr traurig.

Yvonne: Pauli, hier bist du? Ich habe schon gesucht! Hey Jule, schön dich zu sehen. Na, plaudert der Fellball wieder aus dem Nähkästchen.

Jule: Hey Yvonnchen! Mannomann, Pauli ist aber wissbegierig. Man kommt ja gar nicht zum durchatmen.😉

Yvonne: Wem sagst du das. Aber ich bin froh, dass Pauli so clever ist. Ohne ihre Idee mit dem Blog, hätten wir uns wohl nicht so schnell wieder gefunden. Aber wieso ist das Kontakthalten oftmals so schwierig heutzutage? Wir leben doch im Zeitalter der modernen Kommunikation.

Jule: Vielleicht besteht genau da das Problem – wir sind übermedialisiert! Nie war es leichter als heute, Kontakt zu knüpfen und zu halten. Man kann auf Facebook schauen, auf Instagram, Twitter und wie die ganzen Social Medias alle so heißen. Deshalb macht man sich ja kaum noch die Mühe, einen Kontakt bewusst aufrecht zu erhalten. So mit Briefe schreiben und so. Ich will wissen, was jemand macht: Ach schau, ein neuer Snap, ein neuer Eintrag auf der Pinnwand. Man wird so von Informationen aus allen Bereichen überflutet, dass man auch manchmal einfach den Überblick verliert. Jeder arbeitet viel und hart und will in seiner Freizeit so wenig Stress wie möglich haben. Da wird es einem ja sehr leicht gemacht. Allerdings sind das sehr oberflächliche Kontakte. Wenn man diese vertiefen möchte, muss man dann schon wieder auf die konventionellen Wege zurückgreifen. Oder wie siehst du das? Ach… ich bin gern hier mit euch!

Yvonne: Das stimmt schon. Man denkt immer, man kann ja jederzeit jemandem schreiben, weil man so gut vernetzt ist. Aber irgendwann ist so viel Zeit vergangen, dass man sich irgendwie nicht mehr traut und dann die Funkstille immer länger wird.

Ich bin jedenfalls froh, dass wir uns wiedergefunden haben und es nun auch hinbekommen, den Kontakt zu halten.

***

Bei der #Mädelswaldtour könnt ihr übrigens auch ein Exemplar von Ruth Wares „Im dunklen, dunklen Wald gewinnen – und das müsst ihr dafür tun:

Auf allen 6 Stationen sind 4 Buchstaben, bzw. einmal 3 Buchstaben, im Text rot markiert.
Diese ergeben in die richtige Reihenfolge gebracht das Lösungswort (23 Buchstaben), welches per Mail an lesende_samtpfote@web.de bis einschließlich 31.10.2016, 23.59 Uhr geschickt werden sollte und euch mit viel Glück das Exemplar von „Im Dunklen dunklen Wald“ beschert.

Teilnahmebedingungen:

  • Wer darf teilnehmen? Minderjährige nur mit Erlaubnis der Eltern, nur Teilnehmer aus Deutschland. Teilnehmer aus dem Ausland sind ebenfalls zugelassen, sofern diese das Porto selbst tragen.
  • Die Gewinner werden ausgelost und stimmen durch ihre Teilnahme zu, namentlich auf den teilnehmenden Blogs genannt zu werden.
  • Die Verlosung beginnt am 26.10.2016 und endet auch am 31.10.2016 um 23:59 Uhr.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Eure Daten werden ausschließlich für das Gewinnspiel und den Versand benutzt und danach gelöscht.
  • Eine Haftung für den Versand ist ausgeschlossen.
  • keine Barauszahlung möglich
  • Meldet sich der Gewinner auf unsere Nachricht nicht innerhalb von 7 Tagen nicht, wird neu ausgelost.

Der Gewinner wird am 01.11.2016 gezogen und veröffentlicht, bzw. bekommt dann auch eine entsprechende Mail mit der Bitte um Angabe seiner Anschrift.

VIEL GLÜCK

Die Frauen und Augustus

augustus_cover_032530

Im Rahmen einer tollen Blogtour mit dem dtv habe ich mich gemeinsam mit vier anderen Bloggern mit dem „Augustus“ von John Williams auseinandergesetzt und diesen intensiv durchleuchtet. Was nach dem Lesen bleibt, ist die Erkenntnis, einen wahrlich monumentalen Roman gelesen zu haben, der in seiner Tiefe und Besonderheit nachhallt und das Herz eines jeden Freundes von Rom höher schlagen lassen wird. Ich nehme euch hier mit auf eine kleine Reise durch das Leben des Kaisers und lege mein besonderes Augenmerk dabei auf die Begegnungen mit Frauen und deren Auswirkungen auf das Leben Octavius‘.

Ein besonderes Erlebnis ist dieser Roman auch in der Hörfassung. Berühmte Stimmen aus Fernsehen und Rundfunk erwecken das alte Rom zum Leben und vermitteln ein einmaliges Gefühl, direkt in das Geschehen involviert zu sein.

dtv_r_bloggeraktionsteaser_desktop_1170x510_augustus_020812

Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau – diesen Spruch kennt wohl jeder von euch, doch trifft er auch auf einen der größten und wichtigsten Menschen der römischen Geschichte zu? Eins steht fest: Abgeneigt war Augustus dem schönen Geschlecht in keiner Weise, jedoch konnten ihn nur wenige Frauen wirklich nachhaltig prägen.

Beginnen wir also einmal bei der wichtigsten Frau im Leben eines jeden Mannes: seiner Mutter Atia. Weise und mit mütterlicher Wärme hielt sie stets die Hände über ihren Sohn und warnte ihn vor den Folgen, die ihn erwarten würden, sollte er Cäsars Erbe annehmen. Glanz und Ruhm auf der einen Seite, aber auch Unbekanntes, Dunkles und Mächtiges, dessen Ausmaß er in seinem jungen Alter noch gar nicht ermessen könne.

„Das Testament wurde öffentlich gemacht, und es ernennt Dich zu Cäsars Sohn und Erben. Ich weiß, Dein erster Impuls wird sein, beides anzunehmen, den Namen und das Vermögen, aber deine Mutter fleht dich an zu warten, zu überlegen und abzuschätzen, in welche Welt Dich das Testament Deines Onkels einlädt. Es ist nicht die schlichte Welt von Velletri, diesem Ort auf dem Land, in dem Du Deine Kindheit verbracht hast, (…). Dies ist die Welt Roms, in der niemand Feind noch Freund kennt, in der Freizügigkeit stärker als Tugend bewundert wird und Prinzipien nur den Eigennutz dienen:“
(S. 43)

Trotz aller gut gemeinten Ratschläge tritt Octavius das Erbe des Onkels an und wird binnen wenigen Jahren zu einem mächtigen Herrscher, der seine Mutter aber immer im Herzen trägt, was insbesondere nach deren Tod während der Beerdigungszeremonie deutlich wird. Sehr wohl trug er ihre Ratschläge im Herzen und versuchte diese für sich und das römische Volk umzusetzen. So spricht er über sie:

„Rom wird dich, die du Rom warst, nie wieder erblicken. Ein Verlust, der allein durch deine beispielhafte Tugend zu ertragen ist, die uns doch sagt, dass unser Kummer, währt er zu lang und wird er zu tief empfunden, dem eigentlichen Ziel deines Lebens zuwiderläuft. (…). Du, der du einen ehrenwerten römischen Namen trägst, hast in vollem Maße jene alten Tugenden des Landes verkörpert, die unsere Nation im Laufe ihrer Geschichte genährt und erhalten haben.  (…). Dank deiner Sanftmut besaßt du eine anderen Feinde als die Zeit, die dich nun von uns genommen hat. Rom, ach Rom, blicke auf jene, die hier ruht und sehe in ihr das Beste deines Wesens, deines Erbes.
(S. 122-123)

Insbesondere diese Worte zeigen, welch wichtige Rolle Atia im Leben ihres Sohnes gespielt hat. Sie war es, die ihm die monumentalen Werte, die Ideale vermittelt hat, die für ihn Rom ausmachen. Ihre Güte und Weisheit sollen auf ewig in den Menschen weiterleben. Eine Rede, eine Geste, die nur von wahrer Liebe zeugen kann.

In diesem Zusammenhang sei auch Hirtia zu nennen, deren Mutter zur Zeit der Geburt Octavius‘ als Sklavin in Atias Haushalt arbeitete. Sehr eng war ihre Bindung zu dem kleinen Jungen und bis ins hohe Alter, als sie noch einmal nach Rom fuhr, um die Stadt mit schwindendem Augenlicht ein letztes Mal zu sehen, hielt sie die Erinnerungen an den kleinen Jungen Tavius im Herzen. Nun, nach über fünfzig Jahren sieht sie diesen Jungen am Ende ihres Lebens noch einmal wieder. Er begegnet ihr voller Güte und auch sie entgegnet ihm die Wärme des Herzens.

14317398_666627706846232_3513235345381211785_n

Ganz anders war es dabei um die Ehen Octavius‘ bestellt. Arrangiert wurden sie durch Maecenas und erfolglos waren sie. Man mag von Liebe gar nicht sprechen. Die erste Ehe wurde mit Servilia arrangiert und basierte – wie auch alle folgenden Ehen – auf politischen Gründen. Sie wurde niemals geschlossen, da sie in der Endkonsequenz nicht nutzbringend für Rom gewesen wäre. Die zweite Ehe betraf Clodia und ihr lag einer Vereinbarung des Triumvirats zugrunde, mit dem ein Friede mit Antonius einhergehen sollte. Ganz das Gegenteil war jedoch der Fall und somit wurde die Scheidung beschlossen. Die dritte Ehe wurde mit Scribonia beschlossen, mit der Frau, die ihm seine einzige Tochter Julia schenken sollte. Auch diese Ehe wurde letztendlich geschieden.

Wenn man diese Erlebnisse so betrachtet, wird deutlich, dass die Politik und die Liebe einfach nicht zu vereinen sind. Zweckmäßig arrangierte Ehen erfüllen nie den Zweck der Liebe, der zur Zeit Octavius‘ aber sowieso hintergründig war. Allerdings erfüllten seine Ehen nicht einmal die politischen Zwecke, für die sie ausgerichtet wurden. Ist es also verwunderlich, dass er sich den leichten Vergnügungen zuwendete?

Eine Frau gab es jedoch, die sein Herz erreichte, die ganz die Seine war: seine Tochter Julia. Wider aller Gesetzmäßigkeiten ließ er ihr alle Bildung zukommen und sie von seiner neuen Frau Livia – einer starken Person, die genau wusste, was sie wollte und wie sie es bekommt – anstelle einer Amme großziehen. Julia bewunderte Livia und beide Frauen entwickelten über die Jahre hinweg eine gewisse Art von Freundschaft. Und das, obwohl Livia die Berechnung und Härte in Person war, die alles tat, um ihre persönlichen Wünsche und Ziele zu erreichen, koste es was es wolle. Julia lernte die traditionellen Hausarbeiten ebenso wie die Kunst des Latein und der Rhetorik gleichwertig mit den Jungen. Über ihre Kindheit sagte sie:

„Mir scheint, dass ich damals glücklich gewesen bin, vielleicht so glücklich wie sonst nie in meinem Leben, doch nach drei Jahren ging diese Zeit zu Ende, und ich musste zur Frau werden. Es war der Abschied von einer Welt, auf die ich nur erste Blicke geworfen hatte.“
(S. 245)

Und es sollte nicht der letzte Abschied im Leben der jungen aufstrebenden Frau bleiben. Drei Ehemänner hatte sie, die sie nicht liebte. Mit siebzehn wurde sie das erste Mal zur Witwe, als ihr Mann Marcellus verstarb. Es folgte die Ehe mit Marcus Agrippa, dem engen und vertrauten Freund des Vaters, die neun Jahre andauern sollte. Doch auch in Julias Leben dominierte nicht die Liebe, sondern das Pflichtgefühl:

„Ich war des Kaisers Tochter. Ich war auch die Frau von Marcus Agrippa, meines Vaters Freund, zuallererst aber war ich die Tochter des Kaisers. Man ging gemeinhin davon aus, dass meine Pflicht vor allem Rom galt.“
(S. 294)

img_1511

Doch genau gegen diese Pflicht begann sich die junge Frau aufzulehnen und widersetzte sich den Gepflogenheiten des Landes. So setzte sie selbstbewusst durch, dass sie die Stadt verlassen dürfe, um an der Seite ihres Mannes zu reisen. Sie lernte die Welt kennen, durchlebte diverse mythische Rituale und musste letztlich doch eines bitter erfahren: Sie würde immer Rom sein und in dessen Pflicht stehen.

„Im Jahr des Konsulats von Tiberius Claudius Nero, Livia Sohn und Ehemann von Vipsania, der Tochter meines Mannes, fuhr ich wieder nach Rom. Ich war fünfundzwanzig Jahre alt. ich, die eine Göttin gewesen war, kehrte zurück als einfach Frau und verbittert.“
(S. 307)

Nach Agrippa Tod wurde Julia von ihrem Vater an Tiberius Claudius Nero versprochen, dem Ehemann, den sie abgrundtief hasste. Ein Hass, der soweit reichte, dass sie ihn nur mithilfe einer Vielzahl von Liebhabern ersticken konnte. Liebhaber, die ihr zum Verhängnis werden sollten. Denn was Julia nicht merkte war, dass ihre Liebhaber hinter ihrem Rücken gegen ihren Vater verschworen hatten und ein tödliches Komplott schmiedeten. Des Ehebruchs und der Mitschuld bezichtigt würde das unweigerlich den Tod Julias mit sich bringen. Eine Tatsache, die der liebende Vater mit klugen Schachzügen aus der Welt schaffen kann. Aber zu einem teueren Preis: die geliebte Tochter muss ins Exil. Dies war der einzige Weg um ihr Leben und die Ehre der Stadt Rom zu retten. Zwei Schicksale, auf ewig und unzertrennlich aneinander gebunden. Und immer blieb in ihm die Liebe zu seiner Tochter:

„Aller Groll, den ich meiner Tochter gegenüber gehegt haben mag, ist längst versiegt, da ich einsam, dass es trotz ihrer Rolle bei der Verschwörung noch immer eine Julia in ihr gab, die das den Vater liebende Kind blieb und vielleicht alle vernarrt in ihn war, eine Julia, die entsetzt vor dem zurückgewichen sein muss, wozu sie gedrängt wurde, eine Julia die sich immer noch, auch in der Einsamkeit Reggios, an die Tochter erinnert, die sie einmal gewesen war. (…). Ich wünschte mir damit, dass Rom einmal jenes Potential besäße, das ich in meiner Tochter sah. Letzten Endes haben sie mich beide verraten, nur kann ich sie deswegen nicht weniger lieben.“
(S. 432)

98

Ja, die Frauen begleiteten Octavius von jungen Jahren an und hinterließen ihre Spuren in seinem Leben. Spuren, die Williams auf eine einzigartige Weise in seinen Briefen lebendig werden lässt und die den Leser bannen. Wie intensiv die Beziehung zwischen Vater und Tochter in diesem Zusammenhang war, zeigt schon allein die Tatsache, dass er ihrer Geschichte ein ganzes Buch im Roman eingeräumt hat. Doch weniger Platz hätte auch nicht gereicht, um das Leben und die Beziehung zwischen Vater und Tochter in all ihrer Vielschichtigkeit darzustellen.

img_1509

Flüchtige und zweckdienliche Beziehungen waren es vordergründig, die Octavius‘ Leben prägten, sieht man von seiner Mutter, der Tochter und seiner letzten Frau Livia ab, die einen großen Einfluss auf ihn und die Geschichte Roms hatten. Rom über alles, Rom ist der Atem, das Leben und der Tod. Und dennoch schlummert auch im stärksten Kaiser die Sehnsucht nach der Liebe, die insbesondere bei Julia zu spüren ist, aber auch in der Beschreibung seiner Ehe mit Terentia, einer auf den ersten Blick einfachen Frau, die es jedoch verstand, ihm Liebe und Zuneigung zu geben, für ihn da zu sein und ihm Trost zu spenden. Dinge, die er, das Oberhaupt Roms, nur selten erfahren durfte. Denn es ging schließlich um Rom, immer um Rom…

img_1510

Mainbook-Tour – Buchvorstellungen Tag 5

BLOGTOUR LOGO

Heute geht es mit einem interessanten und spannenden E-book über die italienische Sprache weiter und einem Buch über einen Auftragsmörder.

~

Per E-Book nach Italien – spannend und lehrreich mit Alessandra Barabaschi

italia

Ich bin Kunsthistorikern, Autorin und Europäerin, die in einigen Ländern der Welt gelebt hat: Iran, Nigeria, Tunesien, England, Japan, Vereinigte Arabische Emirate und natürlich Italia. Studiert habe ich in Parma und Mailand und schon damals faszinierte mich die Kunst und Kultur Italiens. Was lag näher, als aus meiner Leidenschaft eine Buchreihe zu machen. Seit einigen Jahren bin ich in Bonn sesshaft geworden und habe Gerd Fischer vom mainbook Verlag kennengelernt. Einige Monate später erblickte meine E-Book-Reihe mit Lernkrimis, Sprachkursen und Stadtführer das Licht der Welt. Darin lade ich die Leser ein zu einer Rundreise durch Italien: nach Rom (Band 1. „Der Krieg der römischen Katzen“ A1), in die Verdi-Stadt Busseto (Band 2: „Der Diebstahl der Aida“ B1), in die Stradivari-Stadt Cremona (Band 3: „Die verschwundene Stradivari-Geige“ B2), nach Venedig (Band 4: „Der Gondoliere des Todes“ A2) nach Florenz (Band 5: „Das Gift der Medici“) und nach Verona („Die Blutspur in der Opernarena“ A2). Band 7 „Verhängnisvolle Modenschau“, der in Mailand angesiedelt ist, wo 2015 die Expo stattfindet, wird noch dieses Frühjahr erscheinen.

Meine E-Books bieten die Möglichkeit, mit Spaß und Spannung die italienische Sprache zu lernen, zu verbessern … und italienische Städte kennenzulernen. Neben den Krimis und der italienischen Kunst und Kultur kommen hinzu: leckere italienische Rezepte mit anschaulichen Bildern, berühmte italienische Lieder, praktische Informationen über italienische Sitten und Gebräuche, ein Stadtplan, Dossiers über Sehenswürdigkeiten und Persönlichkeiten der Stadt, ein Überblick über die italienische Grammatik und mehrere lustige Übungen, denn es ist einfacher, mit Spaß zu lernen!

Die Reihe vereint daher ein einzigartiges Angebot – so können Reisende fast ganz Italien einfach in die Tasche stecken und haben alle Highlights immer dabei. Per E-Book durch Italien – die neue Art zu reisen und wie nebenbei auch viel Neues zu erfahren und viel zu lernen.

Eine neue Reihe auf Deutsch für englische und italienische Leser mit Hauptschauplätzen in München, Köln/Bonn, Frankfurt, Berlin und Hamburg habe ich schon in Arbeit. Die Reise geht also weiter!

 ~

Volker Bitzer und seine Krimis rund um Dick Tossek

rache

Die „Dick Tossek“-Kriminalnovellen sind als Trilogie angelegt. Teil eins, „Sind Sie ein Freund von Dick Tossek?“, erschien im Jahr 2011 und wurde 2014 als ebook im mainbook Verlag neu aufgelegt. Teil zwei, „Dick Tosseks Rache“, erschien als Taschenbuch und ebook Ende 2014 ebenfalls im mainbook Verlag. Teil drei ist in Arbeit. In den „Dick Tossek“-Novellen wird die Geschichte des Auftragsmörders John und seiner Freundin, der Ex-Prostituierten Rosemarie O’Dowell, erzählt. Die beiden haben dem König der Unterwelt, Dick Tossek, einen ganzen Haufen Geld gestohlen und sich damit in sonnige Gefilde abgesetzt. Doch auf ihrer Flucht geht so ziemlich alles schief. Und nachdem Tossek plötzlich vor Ihnen steht, wird ihr Leben zur Hölle – und der Teufel lädt zum Golfspielen ein.

 „Dick Tossek“ ist geprägt durch seinen schwarzen Humor. Der Auftragsmörder John erzählt seine Geschichte als Ich-Erzähler, bezieht die Leser in das Geschehen ein und gibt ihnen ein Rätsel auf, das es gemeinsam zu lösen gilt. Schräge Charaktere und Spannung bis zum feurigen Finale – in den „Dick Tossek“-Novellen ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint.

 ~

Das war es von mir! Viele tolle Buchvorstellungen der Autoren gab es für euch und ich denke, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist! Kommentiert fleißig! Ihr wisst, jeder Kommi ist ein Los für die große Abschlussverlosung 🙂 Weiter geht es am 13.4. mit spannenden Autoreninterviews bei Jessi und René.

Mainbook-Tour – Buchvorstellungen Tag 4

BLOGTOUR LOGO

Heute geht es weiter mit einem Hauch Fantasy und Mystery. Hier stellen heute Frank Schuster und Tanja Bruske ihre beiden Romane vor. 😉 Nicht vergessen, jeder Kommentar hüpft in den Lostopf! 😉

 ~

„Das Haus hinter dem Spiegel“ von Frank Schuster

 haus

Eliza ist zurzeit ziemlich verdreht. Sie verwechselt links und rechts und schreibt plötzlich nur noch in Spiegelschrift, selbst ihre Klassenarbeiten. Ihre Schwester Lorina macht sich Sorgen. Ist Eliza tatsächlich in die Welt hinter den Spiegeln gelangt? Lorina schiebt alles auf ein seltsames altes Buch, das sie aus der Schulbibliothek geliehen und gelesen hat. Seitdem sieht Eliza plötzlich überall die Figuren aus dem Roman zum Leben erwachen: die eineiigen Zwillinge Zwiddeldum und Zwiddeldei, das lustige Eiermännchen Goggelmoggel sowie der fürchterliche Drache Zipferlake. Und was hat es mit Papas Schachspiel auf sich? Seitdem es umgekippt war und eine Elster die schwarze Königin geraubt hat, scheint die Anordnung der Figuren auf dem Brett den Lauf der Dinge zu beeinflussen. Zusammen mit dem kauzigen Mathelehrer Herr Hundsen und Herrn Ritter, dem zerstreuten Erfinder vom Dachgeschoss, machen sich die beiden Schwestern auf den Weg, um das Geheimnis hinter Elizas seltsamer Verwandlung zu ergründen …

 Das Haus hinter dem Spiegel ist ein fantastischer Roman für Jung und Alt. Gespickt mit literarischen Anspielungen auf Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ und „Alice hinter den Spiegeln“ erzählt er auf detektivische Weise die Geschichte einer Zehnjährigen, die aufbegehrt. Die Handlung kehrt sich jedoch um: Nicht das Mädchen gerät in ein Wunderland, sondern der Nonsens bricht in den scheinbar logischen Alltag ein.

 ~

Tanja Bruske – Leuchte

leuchte

Eine uralte Legende, eine mysteriöse Zeitreise, ein historischer Held und ein Mord – das sind die Zutaten, mit denen Tanja Bruske ihren Kriminalroman „Leuchte“ würzt. Der Mystery-Thriller verknüpft Fiktion und geschichtliche Tatsachen.

Die Protagonistin Lisa landet nach einem Autounfall im Jahr 1792. Im nächtlichen Wald stolpert die Studentin über eine Frauenleiche, landet unsanft in einem Brunnenschacht – und erwacht in der Vergangenheit im Hause des attraktiven Arztes Jonas Faust. Auf der Suche nach dem Mörder und nach dem Grund für ihre Zeitreise stößt Lisa auf die Legende um die geheimnisvolle Leuchte. Doch viel Zeit für Nachforschungen bleibt ihr nicht, denn während dem mutmaßlichen Mörder Prozess und  Folter drohen, fallen zudem französischen Soldaten über die Region rund um Frankfurt her – die Stunde des tapferen Schultheißen Johannes Mörschel rückt immer näher.

Die Fortsetzung von „Leuchte“ erscheint in wenigen Monaten.

Mainbook-Tour – Buchvorstellungen Tag 3

BLOGTOUR LOGO

Heute geht es weiter mit zwei neuen Autoren des Mainbook-Verlages. Zum einen wäre da Jessica Swiecik, die 2014 ihren Debütthriller veröffentlicht hat und dann wäre da Daniel Stenmans mit seinem „Friedhofssänger“. Und ihr wisst ja: jeder Kommi ist ein Los für die große Abschlussverlosung 😀 Also haut in die Tasten 😉

 ~

„Liebesteufel“ von Jessica Swiecik

Ein Thriller für Jugendliche und Junggebliebene!!

 liebesteufel

Ein Teufel, der im Internet sein Unwesen treibt und auf der Jagd nach jungen, unschuldigen Mädchen ist. Der Liebesteufel treibt sich auf einer Datingplattform herum und ist besessen von Jugendlichen, die fast noch Kinder sind. Wer ist er? Und warum kann man ihn nicht stoppen? Eine spannende Suche beginnt, die auf ein tragisches Ende zusteuert….

Lilly Büllow führt ein langweiliges und zurückgezogenes Leben als Zimmermädchen im Schlangenbader Hotel Auenblick. Das einzige, was ihr Freude bereitet, sind die Zimmer der Gäste, in denen sich so manch schmutzige Geheimnisse verbergen. Als ein bekannter Thrillerautor namens Viktor Dreissinger im Auenblick eincheckt und zeitgleich Juli, die Tochter der Hotelbesitzerin, von ihrer vermissten besten Freundin Laura berichtet, schrillen bei Lilly die Alarmglocken. In der Gegend um Wiesbaden sollen in den letzten Monaten mehrere Mädchen verschwunden sein. Die Polizei geht davon aus, dass sie von zu Hause ausgerissen sind, doch weder Lilly noch die freche Teenagerin Juli können dies glauben. Als Lilly Viktor Dreissingers Hotelzimmer aufräumt, ist sie entsetzt: Auf dem Schreibtisch steht Lauras silberner Laptop, aufgeklappt, mit einer sonderbaren Geschichte darauf…

 ~

„Der Friedhofsänger“ erzählt gruselige Stories vom Niederrhein – von Daniel Stenmans

 friedhof

„Der Friedhofsänger“, dachte ich. „Das wäre ein cooler Titel für eine Horrorstory!“ Und gleichzeitig begannen etliche Fragen rund um diese mysteriöse Figur durch meinen Kopf zu spuken. Irgendwann wurde mir klar, dass die Figur des Werner P. Bonner, den alle den Friedhofsänger nennen, Stoff für mehrere Geschichten liefert. Weil er nämlich diese Geschichten erzählt!Alles begann mit einem Titel.

Er legt seine Hand auf die Grabsteine des Kevelaerer Friedhofs und sofort weiß er, wie der Mensch, der dort begraben liegt, zu Tode gekommen ist. Er sieht die wahre Geschichte. Eine Wahrheit, so düster und unheimlich, dass man sie besser nicht erzählen sollte. Doch Bonner kann nicht anders. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Wahrheiten zu verkünden.

Diese Serie – mit ihren kurzen, prägnanten und in sich geschlossenen (Kurz-)Geschichten – soll eine kleine Hommage an mein Idol sein – den amerikanischen Autor Stephen King, dessen Romane mich schon seit meiner Jugend begleiten. Gerade seine „Kleinstadtgeschichten“ begeistern mich besonders. Wenn man den Buchdeckel aufschlägt und zu lesen beginnt, betritt man die Hauptstraße von Castle Rock oder Derry (zwei von Kings fiktiven Kleinstädten) und trifft auf alte Bekannte, weil man ihnen schon in anderen Büchern begegnet ist. Diesen Effekt wollte ich beim „Friedhofsänger“ auch erzielen: Der Leser soll sich bewusst dafür entscheiden, einen alptraumhaften Trip nach Kevelaer zu machen – immer und immer wieder. Der Horror angesiedelt in jener heilen Kleinstadtmentalität, unter deren Oberfläche es mächtig  brodelt wie in einem Vulkan kurz vor seinem Ausbruch, bietet das perfekte Tableau für gruselige und schockierende Geschichten. Nur dass meine Kleinstadt am Niederrhein nicht fiktiv, sondern real ist. Ich wohne dort, und ich liebe es, meine Horrorgeschichten in ihren Straßen spielen lassen.