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Achtung Blogtour: Kitty Kathstone Band 2 – Kitty und Lysander

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Herzlich Willkommen zu unserer Blogtour rund um Kitty Kathstone Band 2!

Wir haben uns tolle Themen für euch überlegt und es gibt absolut fantastische Gewinne. Bei der Blogtour werden euch 14 Blogs im Zeichen der 14 Guardians durch die Welt von Kitty Kathstone begleiten – wir alle hoffen ihr habt viel Spaß und freuen uns auf euren Besuch!!!

Mehr Informationen zu den einzelnen Artikeln und Blogs findet ihr auf unserer

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Der jetzige Beitrag steht ganz im Zeichen des Zwerges Flammenbart, dem Wächter des Steins der Habsucht. Es gibt kaum jemanden, der sich besser an der C.O.G. auskennt und dort alle Vorgänge im Blick hat. Kein Wunder also, dass er auch über den Neuling Lysander viel zu berichten weiß… ganz besonders, nachdem dieser doch auf einmal so reges Interesse an Kitty zeigt…

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„Ach… immer diese Kinder…. laut sind sie, lärmen, machen Chaos…. wo ist denn nur meine kleine Statue? Sonno? … Sonnnnooooo? … SOOOOONNNOOOOO? Das hat sie sich nicht getraut… niemals würde es jemand wagen, einen Zwerg zu bestehlen. Und schon gar nicht mich, Flammenbart, den Wächter über alle Sicherheitsvorkehrungen und Guardian des Steins der „Habsucht“ hier an der C.O.G.

Halt… wer seid ihr denn? Freunde von Kitty? Na das hat mir gerade noch gefehlt. Noch mehr Anhänger dieses wilden Mädchens, das so viel Unruhe bringt und unbedingt ihr inneres Gleichgewicht finden sollte. Denn sonst bringt sie hier alles noch zum Einsturz… Was schaut ihr denn so verwirrt? Wart ihr heute früh nicht bei der „Lesenden Samtpfote“ zu Besuch? Sie hat euch doch schon einiges über das Gleichgewicht und die damit einhergehende Veränderung berichtet. Schaut nicht so bedröppelt. Ich werde es euch nicht noch einmal erzählen, aber ein KLICK reicht und ihr könnt alles nachlesen.Geschafft? Fein, dann wisst ihr ja nun, dass das Gleichgewicht absolut notwendig für das Bestehen unserer Gemeinschaft, nein der ganzen Welt ist. Ohne Licht kein Dunkel, ohne Schwarz kein Weiß, ohne Winter keinen Sommer… ach ich könnte ewig so weitermachen, aber ich habe ja nicht den ganzen Tag Zeit. Also, was wollt ihr wissen?

Kitty und Lysander…. Kitty und LYSANDER? Nun schreit den Namen doch nicht so heraus! Es reicht doch schon, dass Armand aufgebracht ist, weil Kitty und Victoria in einem Abenteuer stecken, dass alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Aber nun noch das Auftauchen von Lysander so ins Zentrum zu rücken… Ihr müsst doch verrückt sein.

Wie? Welche Geschehnisse am Weltenbaum? Die beiden allein? Jetzt mal langsam und der Reihe nach… Da kommt doch kein Zwerg mehr mit.“

Flammenbart hört gespannt den Fetzen der Erzählungen der Besucher zu, die unbedingt wissen wollen, was es mit dem Jungen und Kitty auf sich hat, nachdem diese doch eigentlich schon fest mit dem wundervollen Waldelfen Glade verbandelt war.

„Schon gut, schon gut. Ich sehe, hier muss etwas Licht ins Dunkel gebracht werden. Die Geschichte mit Glade… nun ja, das gestaltet sich doch etwas schwieriger als erwartet, da ihn bestimmte Traditionen in ihren Fesseln halten. Manchmal kann man eben leider nicht so wie man möchte und für den anderen kommt dies einem Hochverrat gleich. Einen solchen Hochverrat erlebt unsere Kitty gerade – richtig, ausgelöst durch Glade. Aber die Details müsst ihr schon selbst herausfinden. Ihr wisst doch, Zwerge sind sehr gute Geheimniswahrer. Außerdem werde ich den Teufel tun und mich in die Belange zweier pubertierender Jugendlicher einzumischen. Eins kann ich euch jedoch sagen… Kitty ist außer Rand und Band, ihr inneres Gleichgewicht komplett durcheinander und sie selbst eine größere Gefahr für sich als sie auf den ersten Blick annehmen mag.

Und nun ist da Lysander. Ihr erinnert euch sicher, wie er am Ende des ersten Buches nach dem tragischen Tod seines Vaters auftauchte und mit in die C.O.G. kam. Armand, zutiefst erschüttert über den Tod seines Bruders und auch außer Rand und Band, muss sich nun um seinen Neffen kümmern. Stellt euch den Schmerz vor! Jeden Tag in eine junge Version des Gesichts des einen Menschen zu blicken, der einem am Nächsten stand. Kein Wunder, dass er diese Aufgabe nicht bewältigen kann. Also degradiert er diese Aufgabe an … KITTY. Als ob das zum Erfolg führen würde…. tze… das Mädchen und der Junge.

Aber was sagt ihr? Seelenverwandte? Er hat auch zwei verschiedenfarbige Augen – genau wie Kitty, nur spiegelverkehrt? Beide am Weltenbaum? Beschützer? Er hat Kitty beruhigt als es kein anderer konnte? Das kann ich doch gar nicht glauben. Was erzählt ihr? Da muss ich mir sofort selbst ein Bild machen. Und ihr… ihr sollten schnell zum Buch greifen und auch mehr erfahren, um die Zusammenhänge zu verstehen!“

Flugs wandte sich Flammenbart ab und stapfte den Gang entlang, um tiefere Einblicke in das Geschehen an der C.O.G. zu bekommen. Einem Zwerg entgeht schließlich nichts.

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So, meine lieben Leser, nachdem uns Flammenbart an dieser Stelle etwas ratlos zurückgelassen hat, versuche ich euch noch einmal etwas auf die richtige Spur zu bringen und die Beziehung zwischen Kitty und Lysander etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Nachdem im ersten Buch noch Kitty der Neuling an der C.O.G. war, ist es diesmal Lysander, der ins Leben an der Schule eingeführt werden muss. Leider unter schlimmen Voraussetzungen, starb doch sein Vater unter schlimmen Bedingungen. Dazu kommt noch eine ordentliche Portion an Ablehnung durch den eigenen Onkel – die bis dato einzige Person, die ihm wirklich geblieben ist. Zum Glück nimmt sich Kitty – wenn auch murrend – dem Neuling an und entdeckt schon bald mehr Gemeinsamkeiten als ihr lieb ist. Irgendwie schafft es Lysander als einziger, sie zu beruhigen, wenn sie mal wieder komplett aus der Bahn geworfen wird. Er scheint auch stets zu spüren, wenn Kitty in Schwierigkeiten ist, und es gelingt ihm immer aufs Neue, brisante Situationen zu entschärfen. Man möchte fast sagen, dass man hier auf unfreiwillige Seelenverwandte trifft. Und genau so werde ich es auch an dieser Stelle im Raum stehen lassen.

Lest Kitty Kathstone Band 2 und lernt Lysander kennen, einen Charakter, der mir sehr ans Herz gewachsen ist und der genau im richtigen Moment in Kittys Leben gepurzelt ist. Unverhofft kommt oft und bedeutet gerade in Kittys Fall oft große Veränderungen.

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Im Zusammenhang mit unserer Blogtour gibt es natürlich noch ein einmalig tolles

GEWINNSPIEL

Ihr seht schon unseren wahnsinnig tollen Hauptpreis: einen Tolino Shine 2 HD!!!!

Außerdem verlosen wir pro Blog ein personalisiertes e-Book. Was das heißt? Ihr bekommt euer ganz persönliches e-Book, in dem ihr selbst eine Rolle spielen werdet!

Um in den Lostopf für den Tolino zu hüpfen, könnt ihr Lose sammeln. Auf jedem Blog gilt es eine Frage zu beantworten. Pro Antwort erhaltet ihr ein Los. Bitte denkt daran, uns beim anonymen Kommentieren eine E-Mail Adresse zu hinterlassen. Wer die Kommentarfunktion nicht nutzen kann, sendet seine Antwort einfach per E-Mail an sandra@21film.at

Die Frage
Glaubst du, dass es Seelenverwandtschaft wirklich gibt? Dass es irgendwo da draußen dein Gegenstück gibt? 

Teilnahmebedingungen

– Ihr müsst entweder 18 Jahre alt sein oder eine Einverständniserklärung eurer Eltern/Sorgeberechtigten besitzen
– Die Teilnehmer erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden
– Ein Anspruch auf eine Barauszahlung des Gewinns besteht nicht
– Keine Haftung für den Postversand
– Versand der Gewinne innerhalb von Deutschland, Österreich und Schweiz
– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
– Im Gewinnfall müsst ihr euch innerhalb von 5 Tagen melden, ansonsten verfällt der Gewinn
– Das Gewinnspiel läuft vom 08.05. bis zum 17.05.2017 um 23:59 Uhr
– Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt zeitnah nach Ende des Gewinnspiels auf allen Blogs und in der Facebook-Veranstaltung
– wer die Kommentarfunktion der einzelnen Blogs nicht nutzen kann oder möchte, kann seine Antwort per E-Mail an sandra@21film.at. Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt zeitnah nach Ende des Gewinnspiels auf diesem Blog

Achtung Buch: Kitty Kathstone Band 2 von Sir Larry und Sandra Oehl

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Eine ganze Weile ist es schon her, als die Abenteuer der jungen Kitty ihren Lauf genommen haben und sie von einem ganz normalen Teenager – halt… so normal war sie gar nicht, denn schließlich gab es da ja die vielen großen und kleinen Zwischenfälle, die ihr Leben mehr als chaotisch gestalteten und dafür sorgten, dass sie da ankam, wo sie bis heute ist: auf der C.O.G.

C.O.G. – Club of Goofers, eine Schule die nur Freaks besuchen, so dachte Kitty damals, nur um kurz darauf schon eines Besseren belehrt zu werden. Denn anstelle von Freaks tummelte sich dort eine Reihe junger Menschen, die mit besonderen Fähigkeiten gesegnet sind und das gesamte Spektrum der Mythologie – von germanisch bis abendländisch – abdecken. Und auch Kitty ist alles andere als normal – aber was ist schon normal? Sie entstammt einer angesehenen Familie von Werkatzen, deren Aufgabe es ist, ihren Teil zum Gleichgewicht der Welt beizutragen. Eine Aufgabe, die sich schon im ersten Band als nicht ohne erwies und im zweiten Teil nun schier unmöglich zu sein scheint.

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Denn: Um die Welt ins Gleichgewicht zu bringen, muss man sich erstmal selbst im inneren Gleichgewicht befinden – eine Tatsache, die Kitty aus mehreren Gründen nur zu fremd ist, denn:

  1. Sie ist ein Teenager, und was das für das innere Gleichgewicht bedeutet, muss ja nun nicht extra erläutert werden.
  2. Sie ist das erste Mal so richtig verliebt gewesen. Ich erinnere nur an den herrlich nach trockenem Laub duftenden Glade…
  3. und das erste Mal so richtig enttäuscht worden… von wem? Das müsst ihr schon selbst rausfinden.

Unkontrollierbar brechen Kittys Kräfte über sie herein und sie selbst steckt so im Chaos ihrer Gefühle fest, dass sie sich schier selbst umbringt und nicht einmal im Ansatz daran denken kann, die Welt ins Gleichgewicht zu bringen.

Doch nicht nur Kitty ist absolut durch den Wind, auch Armand hat jegliches Gleichgewicht verloren. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, da sein Bruder – sein Gegenstück – ja ein tragisches Ende fand und nur Lysander zurückließ, seinen Sohn, um den Armand sich nun kümmern soll. Eine schmerzhafte Aufgabe, da dieser den Tod des Bruders nicht verwinden kann und bei jedem Anblick des Jungen vor Schmerz zu vergehen droht.

Eine schicksalhafte Situation, denn an dieser Stelle bringt Victoria Kitty ins Spiel, die sich um den Jungen kümmern und ihm den Start an der C.O.G. erleichtern soll. Dass sie davon nicht sehr begeistert ist, muss ich wohl nicht explizit erwähnen, aber dann…. als beide sich in die Augen schauen, passiert das Unwahrscheinliche … und nein, es entwickelt sich keine kitschige Love-Story, sondern etwas viel Größeres, Besseres und Wichtigeres.

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Schicksalhaft wird es auch rund um unsere geliebte Hängerchen tragende und leicht nerdige Nora Needle – ach wie habe ich sie vermisst – und das „Klebende Schicksal“. Ihr erinnert euch ja sicher noch an die turbulenten Ereignisse auf dem Suk am Ende von Band 1. Norma, Nora und Honora geben sich natürlich auch auf bezaubernde und charmante Weise die Ehre und wer die Nornen noch nicht kennt, der sollte doch unbedingt endlich zum Buch greifen und sie kennen lernen.

Und auch ein anderes Schicksal wird uns in Band 2 ereilen, nämlich das Schicksal unseres geliebten Erzählers, dem bezaubernden Saluki Sir Larry Oehl. Was geschah damals in der Wüste? Wie konnte aus dem angesehenen jungen Adligen ein Saluki werden, der noch dazu sprechen kann? Und warum ereilte seinen Freund Villard das gleiche Schicksal?

Diese Frage und viele weitere werden euch im zweiten Band um Kitty Kathstone beantwortet. Erste Fäden werden verknüpft, andere gelockert, neue kommen hinzu… Die Nornen haben das Ganze bestens im Griff und ehe man es sich versieht, hat man die über 600 Seiten schon fast in einem Rutsch verschlungen und sich dabei erneut in die alten und vor allem auch in die neuen Charaktere verliebt. Sonno lege ich euch dabei besonders ans Herz, diesen kleinen Kerl muss man einfach lieben! Wer es ist und was er macht? Findet es heraus J

Natürlich schläft auch die dunkle Seite nicht und geht mit neuen Vertretern ins Rennen. Und wem das Ganze noch nicht reicht, wer nicht nur der Rettung des Gleichgewichts der Welt beiwohnen und Kitty und ihren Freunden bei ihren Abenteuern über die Schulter schauen will, der sollte doch unbedingt bei Hildegards „Sweet Sixteen“ vorbeischauen. Wie oft bekommt man schon die Chance, einer jungen Walküre beim Erwachsenwerden zuzuschauen?

Ihr Lieben, Kitty Kathstone ist mir von der ersten Minute an ans Herz gewachsen und von Seite zu Seite liebe ich sie mehr. Umso trauriger macht es mich zu sehen, dass das Buch bisher so schwer zu kämpfen hat. Gebt euch einen Ruck, lest hinein und lasst euch verzaubert von einem ganz besonderen und tiefgründigen Jugendbuch, das nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern so vielseitig ist, dass es für jeden Leser etwas zu bieten hat. Wir haben wundervolle lebendige und liebevoll gezeichnete Charaktere, eine Umgebung, die zum Tagträumen einlädt und eine Geschichte, die von Mythologie bis hin zu Geschichte und Fantasy alles hat, was man sich wünscht. Viel Humor, Action und natürlich auch eine Prise Liebe geben dem Ganzen die besondere Note rund um den very british und lovely Erzählstil von Sir Larry Oehl und lassen den Leser tief in die Geschichte eintauchen. Lebensnahe Probleme, der ewig währende Kampf zwischen Gut und Böse und die Schwierigkeiten jugendlicher Abenteurer, die schlichtweg zum Erwachsenwerden dazugehören, finden genauso Erwähnung wie flotte Sprüche und tiefe philosophische Gedanken.

Ich kann euch Kitty nur ans Herz legen und wärmstens empfehlen. Aus meinem Herz möchte ich die C.O.G. und ihre Schüler nicht mehr wegdenken und ich hoffe einfach nur wahnsinnig dolle, dass Kitty liebe Leser findet und somit der abschließende Band bald auf den Weg gebracht werden wird. Ohne Kitty mag ich nicht mehr sein und ich bin sehr froh, dass ich durch Zufall in ihr Leben gepurzelt bin.

Und solltet ihr jetzt hoffentlich neugierig geworden sein, lege ich euch direkt noch unsere Blogtour zu Kitty Kathstone ans Herz, die nächste Woche beginnt und euch tief in Kittys Welt entführen wird.

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Achtung Buch: Lennard Malmqvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen von Lars Simon

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Schon als ich das Cover samt Titel sah, stand fest, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. Humor, Magie und eine fesselnde Handlung wurden versprochen und auch auf weite Sicht vermittelt. Doch worum geht es überhaupt?

Lennart Malmqvist ist ein erfolgreicher Unternehmensberater, der weitestgehend – sieht man einmal von der juckreizauslösenden Liebesallergie ab –  zufrieden seinem Tagewerk nachgeht. Er lebt in einem gemütlichen Haus in Göteborg, in dessen Erdgeschoss sich ein Zauberei- und Scherzartikelladen befindet. Mit dessen Besitzer Buri Bolmen versteht sich Lennard ebenso gut wie mit seiner italienischen Nachbarin Maria, die ihn und den Rest des Hause mit kulinarischen Hochgenüssen verwöhnt und dazu gern laute Arien der italienischen Operngrößen zum Besten gibt. Eine fast perfekte Idylle, würde man meinen. Aber eben nur fast. Denn eines Tages stirbt Buri Bolmen auf mysteriöse Weise, ein gruseliger Leierkastenmann verfolgt Lennart bis in seine Träume und zu guter Letzt verliert er noch in einem wichtigen Meeting die Gewalt über seine Stimme und somit den wichtigsten Firmenvertrag aller Zeiten. Doch eine neue große Aufgabe wartet schon auf Lennart: Wie er von einem Notar erfährt, hat Buri ihm den Lasen samt Mops Bölthorn vererbt, der bei Gewitter zu sprechen beginnt. Ein skurriles Abenteuer und eine besondere Freundschaft nehmen ihren Lauf…

Die Geschichte entspricht genau ihrem witzig-skurrilen Cover. Simon nimmt den Leser von der ersten Seite an mit in sein magisches Abenteuer, das nicht an wenigen Stellen massiv die Lachmuskeln strapaziert. Schon allein die Darstellung des leicht adipösen und stark sabbernden und röchelnden Mopses ist allzu köstlich und in Mischung mit den herrlich lockeren und komischen Dialogen unschlagbar. Ebenso die Darstellung der einzelnen Charaktere: Herrlich erfrischend und lebendig lernen wir Maria kennen, die italienische Seele des ganzen Hauses, die nicht nur mit fabelhaftem Essen Herz und Seele jedes einzelnen Bewohners zusammenhält, sondern eher wie eine „Mamma“ zu allen ist. Dazu Lennart, eigentlich ziemlich durchschnittlich und doch so besonders, wie er erst nach dem Tod Boris – den ich übrigens sehr fernmehr kennengelernt hätte – erfährt. Magisch ist er, aber keinesfalls in Magie geschult oder ausgebildet.Vielmehr muss er im „Selbststudium“ beginnen, die Geheimnisse zu lösen, die er sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt hätte. Aber erstens kommt ja alles anders, und zweitens als man denkt. Zur Magie kommen noch der magische Mops und Beschützer Bölthorn sowie eine orakelnde Keksdose deren Geheimnisse es zu entschlüsseln gilt, was – unter uns gesagt – stellenweise zum Brüllen komisch ist.

Und schon sind wir mitten im Strudel der spannenden Geschehnisse dieses ersten Bandes einer spannend-komischen Trilogie aus dem Hause dtv. Freund wird Feind, die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen mehr und mehr und mitten im Zentrum stehen ein noch immer relativ ratloser Lennart samt magischem Mops Bölthorn, die sich mutig ins Abenteuer stürzen, dessen Fortsetzung hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt. Viele Handlungsstränge wurden aufgeworfen, wenige abgeschlossen, was in Anbetracht der Folgebände nicht schlimm ist, sondern viel mehr Lust auf das Weitere macht.

Ein sehr gelungener und erfrischender Lesegenuss, der mit Humor, Fantasy und sehr charmanten Charakteren zu punkten versteht!

 

Achtung, Buch: Himbeeren mit Sahne im Ritz von Zelda Fitzgerald

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Zelda Fitzgerald ist vor allem durch ihren Ehemann bekannt geworden. Sie war die Frau des großen Autors Scott F. Fitzgeralds. Kaum ein Autor prägte die Roaring Twenties mehr als er. Doch auch Zelda schrieb und veröffentlichte eigene Werke, wenn auch teilweise unter Scotts Namen.

Berühmt geworden als Muse und Frau an der Seite des großen Scott F. Fitzgerald, prägte Zelda schon bald ein eigener Schaffensdrang. Die beiden waren wohl das berühmteste Künstlerpaar ihrer Zeit. Stets umgeben von Glamour und Ruhm, füllten sie die Titelseiten der damaligen Presse – sowohl der Unterhaltungs- als auch der Literaturpresse. 1920 publizierte Scotty seinen ersten Roman, im selben Jahr, in dem er das eigensinnige Südstaaten-Flappermädchen Zelda heiratete. Sie entsprach genau dem Frauenbild, das er in seinen Romanen stets in den Fokus rückte. Doch Zelda war mehr als nur Muse und Flapper. Sie schrieb eigene Geschichten, die sie zunächst des Geldes wegen unter dem Namen ihres Mannes publizierte. Nun erschien vor Kurzem unter dem Tirel „Himbeeren mit Sahne im Ritz“ eine Sammlung von elf Erzählungen aus der Feder der einzigartigen Künstlerin. Vor allem das weibliche Lebensgefühl der Goldenen Zwanziger war es, das sie in den Fokus ihrer Erzählungen rückte.

Auch in „Himbeeren mit Sahne im Ritz“ sind es solche modernen, extravaganten junge Frauen, deren Leben im Mittelpunkt steht. Wir begleiten elf junge Heldinnen, die große Träume haben, sich durchsetzen und hart um Erfolg und vor allem um die Liebe kämpfen müssen. Da scheint sich der Wunsch nach dem großen Ruhm zu erfüllen, ist kurz darauf aber nicht mehr von Belang, da das Mädchen das große Glück in einer bürgerlichen Liebe gefunden hat. Ein anderes Mädchen schnuppert Broadwayluft und kehrt dann doch zufrieden in die Kleinstadt zurück. Eine Dritte ruiniert fast ihren Ruf und macht später doch eine außergewöhnliche Karriere. Wir haben – so die Titel der Geschichten – „Mädchen mit Talent“, „Das Südstaatenmädchen“, „Das Mädchen, das dem Prinzen gefiel“ und „Die erste Revuetänzerin“.

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All diesen Mädchen schrieb Zelda mit leichter Hand, viel Charme und einer gewissen Portion Naivität und Melancholie eine Lebensgeschichte auf den Leib. Man taucht mitten hinein in die Welt der Goldenen Zwanziger, berauscht von Nachtclubs und Partys. Man begleitet die jungen Frauen auf ihrem Weg durch Paris, beobachtet sie bei den Versuchen der Selbstinszenierung, die unabdingbar zum Leben dieser Zeit gehört. Alles ist in Bewegung, unaufhörlich, jeder will sich vergnügen, jeder will Erfolg und Ruhm in einer schillernden Welt, die sich am Ende doch meist nur als schöner Schein entpuppt.

Kaum jemandem könnte es besser gelingen, diese Stimmungen zu Papier zu bringen, als einer Frau, die genau dies alles am eigenen Körper erfahren musste. Zwar nicht mit der gleichen, fast fühlbar schmerzhaften Tiefe, mit der ihr Mann Scott arbeitete, aber dennoch mit einer ergreifenden Melancholie, gelingt es Zelda, die Stimmung der Zeit einzufangen und dem Leser zu vermitteln. Als kluge Beobachterin und Kennerin ihrer Zeit, blickt sie hinter die Fassade und vermittelt tiefe Einblicke in die Gedanken- und Lebenswelt der jungen Frauen, die sie so stilvoll porträtiert. Hinreißend und sinnlich wird man durch eine Welt geführt, in der die hohe Kunst der Selbstinszenierung zum guten Ton gehört und bekommt dennoch auch vor Augen gehalten, welch hohen Preis man unter Umständen für ein Leben im Glanz zu zahlen hatte. Es ist ein harter Kampf, der jeden Tag und jede Nacht aufs Neue gekämpft werden muss. Und nicht nur an wenigen Stellen lassen sich Parallelen und autobiografische Züge zum Leben der Autorin finden. Man erfährt von der Kluft zwischen Arm und Reich, ebenso wie man mit der Nase auf die dunklen Seiten des Ruhms gestupst wird. Abtreibung und Selbstmord stand zu dieser Zeit oftmals hoch im Kurs – wurde aber meist überspielt. So verfährt Zelda auch in ihrem Buch, in dem diese Themen nur sachte am Rande aufgegriffen werden. Die Wirkung wird dadurch jedoch nur noch verstärkt, was besonders am Tod der jungen und aufstrebenden Revuetänzerin Grace deutlich wird. Eine Geschichte, die noch lange in mir nachhallen wird.

„Gin und Champagner“ sind das Zaubermittel, das dafür gesorgt hat, dass die Welt so lange geschafft hat, durchzuhalten. Gin und Champagner als Symbole für die Zeit der Goldenen Zwanziger, als Symbol für all die jungen Seelen, die in dieser Zeit lebten und versuchten, ihren Weg zu gehen und zur Zufriedenheit zu finden. Zelda Fitzgerald schrieb in ihren Erzählungen so leise, so melancholisch, so zart und dennoch so brutal, widersprüchlich und hinreißend, wie es die Zeit der Entstehung wiederspiegelte. Das Werk ist der Spiegel eines Talents, das sich viel zu oft hinter dem Namen des eigenen Mannes verstecken musste und viel mehr gewürdigt werden sollte. So gern würde ich noch ewig zwischen den Seiten verweilen, mit den jungen Mädchen und Männern durch die Nachtclubs flanieren und sie auf ihrem Lebensweg begleiten, doch irgendwann ist der letzte Tropfen Gin getrunken, das letzte Glas Champagner geleert und man muss zurückkehren in die Realität. Dies aber nicht, ohne Zelda einen besonderen Platz im Herzen eingeräumt zu haben.

Himbeeren mit Sahne im Ritz von Zelda Fitzgerald

Zelda Fitzgerald: Himbeeren mit Sahne im Ritz. Erzählungen
Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Eva Bonné
Manesse Verlag, Zürich 2016

Achtung Buch: Dora und der Minotaurus von Slavenka Drakulić

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Spricht man von Dora Maar, drängt sich unweigerlich ein anderer Name in den Vordergrund: Pablo Picasso – Künstler, Visionär, Legende. Doch mehr als das war er derjenige, der die Tragödie im Leben der franco-argentinischen Künstlerin bedeutete.

In Form eines unbekannten Tagebuchs der Fotografin und Surrealistin, entführt uns die Autorin in die Welt der Autorin und lässt diese somit direkt selbst zur Sprache kommen. In der Ich-Form lässt Dora (eigentlich Henriette Theodora Markovitch) ihr Leben in verschiedenen prägnanten Episoden Revue passieren.

Als Tochter einer Französin und eines kroatischen Architekten wächst sie zunächst in Paris auf, muss jedoch schon bald nach Argentinien auswandern, wo ihr Vater einen vielversprechenden neuen Beruf bekommen hat. Im Gegensatz zu ihm, gelingt es der Mutter Julie nie, Frankreich hinter sich zu lassen. Sie kann sich mit der neuen Heimat nicht anfreunden und findet keinen Zugang zu den ihr neuen Kulturen und Menschen. All das Neue scheint ihr verwerflich und moralisch inkorrekt.

Ganz anders verhält es sich mit der jungen Dora, die mittlerweile zu einer jungen Frau herangewachsen ist. War sie früher ein schüchternes und ernstes Kind, sprüht sie nun vor Energie und lässt sich vom südamerikanischen Temperament hinreißen. Ein absolut inakzeptables Verhalten in den Augen der Mutter, das dazu führt, dass sie mit Dora umgehend nach Paris zurückkehrt und Argentinien samt dem primitiven und unwürdigen Leben hinter sich lässt.

Auch in Paris findet Dora schnell Anschluss und absolviert erfolgreich ein Studium im Bereich Fotografie und Malerei. Zu dieser Zeit ändert sie auch ihren Namen in Dora Maar, um ihr introvertiertes und einsames Ich hinter sich zu lassen. Ihr größtes Ziel ist eine Karriere als Fotografin und vor allem ein unabhängiges Leben.

„Ich fühlte mich wohl in meiner neuen Haut als Dora Maar, denn Dora war eine Persönlichkeit nach meinem Maß. Ich selbst hatte sie zugeschnitten. Mir schien, ich hätte, anstatt zu sein, was mir durch Geburt vorgegeben war, mich schließlich selbst so geschaffen, wie ich sein wollte. Ich war von Menschen umgeben, mit denen ich verkehrte und arbeitete und die mich schätzten. In diesen Jahren begann ich auch Geld zu verdienen. Es war nicht viel, aber damals lebten wir einfach.“
(S. 48)

Unterstütz wird sie dabei von ihrem Vater, der ihr mit finanzieller Unterstützung ihr erstes eigenes Atelier ermöglicht. Dort kommt sie dann auch schnell in Kontakt mit den schillerndsten Persönlichkeiten der Zeit wie André Breton und Georges Bataille. Insbesondere mit ihrer Straßenfotografie und mit Erotik- und Modefotos macht sich die junge Frau schnell einen Namen. Die Kamera wird ihr Auge auf die Welt, sie wird der Spiegel der Seele der Menschen für Dora. Eins jedoch kann sie nie aus ihrem Leben verbannen: das Gefühl der Entwurzelung. Es fällt ihr schwer, irgendwo heimisch zu werden. stets ist sie rastlos und unsicher – Charakterzüge, die sie hinter der Kamera zu verbergen versucht.

„Unbewusst begriff ich schon damals das Wesen der Fotografie, ich hatte ein Auge dafür. Ich frage mich, ob ich überhaupt jemals einen unschuldigen Kinderblick gehabt habe. Oder schließt der Sinn für die Fotografie Unschuld bereits aus, selbst bei einem Kind?
(S. 40)

29 Jahre alt war Dora, als es im Pariser Café „Les Deux Magots“ zur ersten schicksalhaften Begegnung mit Picasso kam. Für Dora war er zu diesem Zeitpunkt nichts anderes als ein anderer Künstler, aber für ihn war sie sofort faszinierend. Er wollte sie um jeden Preis erobern und letztendlich hatte er Erfolg. Die junge Künstlerin konnte sich seiner Ausstrahlung und Anziehungskraft nicht widersetzen, wenngleich Picasso keinesfalls als attraktiv zu bezeichnen war. Eine stürmische Affäre folgt, die wider aller Erwartungen in eine Beziehung mündete. Völlig im Liebesrausch, ignoriert Dora alle Frauengeschichten sowie Picassos Hang zu Geiz und Macht und stürzt sich zum ersten Mal in ein großes persönliches Glück, in der Gewissheit, ihrem Leben nun eine ganz andere Richtung geben zu können.

Und eine andere Richtung wurde es wirklich: Dora wurde zu Picassos Muse, Teil seiner Kunst und Mittelpunkt der Gesellschaft. Sie inspiriert ihn und wird sogar Teil des Schaffens, indem sie den Entstehungsprozess von „Guernica“ mit der Kamera begleitet.

Leider soll das Glück nicht von langer Dauer sein, denn mit der Zeit schleicht sich die Unzufriedenheit in die Beziehung. Picasso ist sich seiner Sache so sicher, dass er Dora mehr und mehr als Objekt, denn als Mensch behandelt. Er will keine gleichwertige, selbstständig denkende Person an seiner Seite, er will eine Muse, die zu ihm aufschaut und ihn vergöttert. Auch die Fotografie als Kunstform lehnt Picasso strikt ab und verhöhnt Dora für die Arbeit. Zu diesem Punkt ist ihm Dora jedoch schon so hörig, dass sie das Fotografieren aufgibt und sich freudlos der Kunst und Malerei zuwendet.

„Später riss mich seine Stimme aus dem Schlummer. Dora, ich zeige dir, was ich heute Nachmittag gezeichnet habe! Er machte das Licht an, und vor mir auf dem Bett befand sich eine kleine Zeichnung, auf der eine Frau und ein Mann mit Stierkopf abgebildet waren. Das sind du und ich, siehst du, Dora und der Minotaurus, sagte er stolz, richtete den Finger aufs Papier und wartete auf meine Reaktion.
Die Zeichnung ist brutal. Ich hasse ihn. Bete ihn an. Niemals werde ich mich von ihm trennen.“
(S. 85)

Damit ist Picasso jedoch nicht zufrieden. Vielmehr muss sich Dora mit einer Vielzahl von ständig wechselnden Geliebten stellen, mit denen Picasso sie psychisch quält. Sie redet sich ein, dass er ja stets zu ihr zurückkommt. So hält sie an einer Beziehung fest, aus der sie nur als Verliererin hervorgehen kann. Picasso erniedrigt sie so sehr, dass sie sich in psychologische Betreuung begeben muss. Dort muss sie schmerzhaft erkennen, dass Picasso ihre Situation komplett egal ist, er sie sogar schon mit einer jungen Muse ersetzt hat. In diesem Moment fasst die junge Frau einen Entschluss, der ihr Leben komplett verändern soll…

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Dora Maars Leben wird von Drakulić auf eine ungeschönte und direkte Art und Weise wiedergegeben, die den Leser von der ersten Seite an bannt. Aufgrund der intensiven und klaren Ich-Erzählung, hat man das Gefühl, direkt in Doras Gedankenwelt einzutauchen. Man schwankt zwischen Verständnis und Entsetzen für die junge Frau. Wie konnte sie sich so selbst aufgeben, ihre Ziele opfern für einen Mann, für den sie nur ein austauschbares Objekt ist? Messerscharfe Selbstanalysen stehen im Widerspruch zu ihrem Handeln. Sie schafft es einfach nicht, sich aus dem Bann Picassos zu befreien und schaut sich in gewisser Weise selbst beim Verfall zu.

Eine wichtige Schlüsselstelle ist eindeutig die Präsentation des Bildes „Dora und der Minotaurus“, das der jungen Frau ihre Situation schmerzlich wie einen Spiegel vor die Augen hält. Auch auf den anderen Bildern dieser Zeit ist Dora nur noch ein Schatten der jungen und aufstrebenden Frau. Trotz all dieser Demütigungen kommt sie nicht von ihm los, erhebt ihn nahezu zu einem Heiligen und lässt sich zerstören. Ebenso gebannt wie Dora von Picasso ist, ist man als Leser von der Geschichte. Man kann sich nicht von ihr lösen, ganz gleich, wie entsetzt man doch aufgrund der Qualen der jungen Frau ist. Der Roman ist brillant recherchiert und berührt auf jeder Seite mit seiner Tragik und dem tiefen Schmerz. So schnell kann es passieren, dass man sich trotz aller Cleverness in eine Abhängigkeit stürzen kann, aus der man nur als Verlierer und komplett zerstört hervorgehen kann. Immer dachte Dora, sie sei anders als die anderen Verflossenen des großen Genies. Und am Ende musste sie teuer für dieses Trugbild bezahlen. Eine Lebensgeschichte, die tief berührt und lange nachhallt.

 

Achtung Buch: Ein Meer aus Tinte und Gold von Traci Chee

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Kaum beginnt das neue Jahr, wird es auf meinem Blog nach einer kurzen berufsbedingten Pause auch richtig spannend, denn ich nehme euch mit auf eine Reise ins Abenteuer der jungen Sefia.

Seit Sefias Eltern gestorben sind, gibt es nur noch eine Person im Leben des jungen Mädchens: ihre Tante Nin. Schon immer zogen die beiden durch das Land, auf der Flucht vor einem unheimlichen Verfolger. Alles scheint gut zu sein, bis Tante Nin plötzlich entführt wird uns Sefia ganz allein zurückbleibt. Die einzige Spur zu ihrer Tante ist ein mysteriöser Gegenstand im Rucksack, den Sefia schon mit sich führt, so lange sie denken kann. Dabei handelt es sich um nichts Geringeres als um ein Buch. Was ein Buch ist? Das weiß Sefia nicht, denn in ihrer Welt spielen Bücher keine Rolle. Niemand ist sich der Macht des geschriebenen Wortes bewusst. Wirklich niemand?

Sefia beginnt, sich intensiv mit dem Buch zu beschäftigen, ist es doch die einzige Spur, die sie zu ihrer Tante Nin führen kann. Schnell erkennt sie dabei die gewaltige, geheimnisvolle und magische Kraft, die sich im Inneren des Buches befindet. Eine Kraft, die sie nur dann entschlüsseln kann, wenn sie sich auf eine gefährliche Reise begibt. Zum Glück muss sie diese Reise nicht alleine antreten, denn unverhofft kommt es zur Begegnung mit einem treuen Begleiter. Sefia rettet den jungen, stummen Archer aus den Fängen brutaler Männer. Dafür schwört ihr Archer ewige Freundschaft und Treue. Und nach und nach entschlüsseln die beiden jungen Abenteurer nicht nur das Geheimnis des Buchs, sondern auch das Geheimnis ihrer eigenen Herkunft…

Das erste Buch von Kelanna, „Ein Meer aus Tinte und Gold“ von Traci Chee ist ein fulminanter Auftakt zu einer spannenden und magischen Jugendbuchwelt. Man befindet sich mitten in einer Welt, in der weder Bücher, noch das geschriebene Wort von Bedeutung zu sein scheinen. Auf den ersten Blick zumindest. Denn: Schaut man in die Tiefe, erkennt man bald, dass genau die Macht der Bücher die große Gefahr ist, in der sich Archer und Sefia befinden. Keine Bücher, also auch keine Geschichten? Zum Glück ist dem nicht so, denn auf traditionelle Weise erzählen sich die Menschen die Geschichten der großen Abenteurer und Helden, die so stets am Leben erhalten werden. Ein Appell an uns möglicherweise, auch die Geschichten unserer Ahnen am Leben zu erhalten und weiterzuerzählen? Ich finde, es ist ein schöner Gedanke, der durch Figuren wie Kapitän Lees und die Erzählungen über ihn in mir zu keimen begann. Er ist nur eine von einer Vielzahl einzigartiger und liebevoll gezeichneter Figuren, die Sefia und Archer während ihrer abenteuerlichen und gefährlichen Reise begleiten. Schon früh zur Selbstständigkeit erzogen, wurde aus dem jungen Mädchen schnell eine kluge und mutige Überlebenskünstlerin, die sich frei von Angst jeder Gefahr stellt. Je mehr sie sich mit dem Buch auseinandersetzt, desto mehr erschließen sich ihr die Buchstaben und die Welt der Wörter – sie bringt diese in die Welt hinaus und sich damit noch in größere Gefahr.

Der Erzählstil der Autorin hat mich besonders begeistert. Von ruhigen Tönen bis hin zu spannenden, fast atemlos machenden Beschreibungen hat das Buch alles, um den Leser von der ersten bis zur letzten Seite gebannt zu halten. Dazu tut auch die liebevolle Gestaltung des Buches ihr Übriges. Da findet man ausgebrannte Textstellen, mysteriöse Symbole und kleine Rätsel, die das Lesen zu einem eigenen Abenteuer machen und den Leser so noch tiefer in Sefias Welt eintauchen lassen. Der Wechsel von Vergangenheit und Gegenwart ist zwar manchmal etwas schwierig zu verfolgen, aber den roten Faden verliert man eigentlich nie. Für mich war „Das Meer aus Tinte und Gold“ ein wundervoller Auftakt und ich freue mich schon sehr, bald wieder nach Kelanna zurückkehren zu dürfen.

Achtung Buch: Im dunklen dunklen Wald von Ruth Ware

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Freundschaft ist…

… wenn man eigentlich seit geraumer Zeit gar kein Freund von Thrillern ist, sich aber im Gespräch mit den anderen Lesemädels doch dazu breit schlagen lässt, es zu versuchen. So kam es, dass ich mich der Herausforderung gestellt habe, und nicht nur das Buch gelesen, sondern auch an der Blogtour zum Buch teilgenommen habe. Was wir da so erlebt haben, könnt ihr auf den folgenden Seiten nachlesen:

Kurzvorstellung des Buches bei Ronja

Eine besondere Cocktailparty bei Anja

Interview mit Ruth Ware bei Sabine

Dialog über die Freundschaft und ihre Besonderheiten bei Yvonne, Pauli und mir

Eva erklärt uns warum wir Angst im Wald haben und was ihn so besonders macht

Heike erklärt uns das Phänomen des Junggesellinnenabschieds

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Das war sie also, unsere sehr spannende und gruselige Blogtour zum Thriller von Ruth Ware. Doch um was geht es nun genau?

Der Klappentext verrät uns Folgendes: 
Eine bizarre Junggesellinnenparty.
Ein Spiel, das aus dem Ruder läuft.
Manche Partys sind gut, manche sind schlecht. Diese hier ist tödlich.
Als Nora, 26, eine Einladung zum Junggesellinnenabschied ihrer ehemals besten Freundin Clare bekommt, ist sie mehr als überrascht. Sie hat Clare seit zehn Jahren nicht gesehen. Seit dem Vorfall damals, den Nora nie ganz überwunden hat… Und jetzt aus heiterem Himmel diese Einladung. Ein idyllisches Wochenende in einem Haus tief in den winterlichen Wäldern Nordenglands ist geplant. Was kann es schon schaden? Nora gibt sich einen Ruck und fährt hin. Doch etwas geht schief. Grauenvoll schief.

Viel mehr Worte möchte ich dazu gar nicht verlieren, denn jedes Wort zu viel wäre ein Wort, das euch einen, wenn auch noch so kleinen Teil der Spannung nehmen könnte. Was zunächst wie ein allseits bekanntes Schema für dieses Genre klingt, entwickelt sich schon ab der ersten Seite zu einem perfiden Katz und Maus Spiel. Jeder Mensch hat zwei Seiten, heißt es immer so schön. Und genau dies wird im Buch bewiesen. Da wird die beste Freundin zur Kratzbürste und die Feindin zur Verbündeten. Da glaubt man jahrelang, sich zu kennen und wird sich auf engstem Raum doch fremder als man es je zu glauben gewagt hatte.

Dass ein Mord passieren wird, wird hier jedem klar sein. Denn was ist schon ein Thriller ohne Blut und ohne Mord. Aber wie er vollzogen und vor allem wie sich die Geschichte im weiteren Verlauf entwickelt, das ist schon gar nicht von schlechten Eltern. Ein Mord also, MORD… wieso kann sich Nora aber an nichts erinnern? Und wieso liegt sie im Krankenhaus? Was machen die Polizisten vor ihrem Zimmer? Wie ein undurchdringlicher Nebel liegt die Vergangenheit über ihrem Gedächtnis und kann selbst mit der größten Anstrengung nicht hervorgeholt werden. Der Druck auf die junge Frau nimmt zu und da ist sie: eine erste kleine Erinnerung. Schritt für Schritt rekonstruiert Nora im Geiste die Geschehnisse vom Tag der Einladung zum Junggesellinnenabschied bis hin zum Krankenhaus. Und je weiter sich der Nebel lichtet, desto mehr wird sich Nora der Gefahr bewusst, in der sie und die anderen schweben.

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Ruth Ware ist brillant. Anders kann man es nicht sagen. Ihr ist es gelungen, einen althergebrachten Stoff so gekonnt neu zu verpacken, dass man von der ersten bis zur letzten Seite im Buch gefangen ist. Man hegt erste Ahnungen, verwirft sie wieder. Man verfolgt Spuren, die zunächst klar zu sein scheinen und dann im Schnee verlaufen. Man vertraut, um am Ende mehr zu misstrauen und man dreht sich ähnlich wie Nora permanent im Kreis, um die richtige Lösung zu finden. Perfekt spielt Ware dabei mit der Vergangenheit und der Gegenwart ihrer Protagonisten und lässt still und leise Unstimmigkeiten aus der Schulzeit einfließen. Unstimmigkeiten, die Misstrauen säen und kleine, subtile Boshaftigkeiten, die auf den ersten Blick als Neckereien abgetan werden könnten. Am Ende weiß man gar nicht mehr, wem man überhaupt noch trauen kann…

Untermalt wird dies noch durch die schaurige Kulisse. Ein Glashaus mitten im dunklen und dichten Wald. Gegensätzlicher hätte es nicht sein können: Transparenz trifft auf Bedrohung. Man fühlt sich permanent beobachtet und kann doch selbst keinen Blick ins Dunkle werfen. Dazu noch dichter Schnee und kein Handyempfang. Viel mehr braucht es nicht, um eine beklemmende Stimmung zu verursachen. Auch die einfache und knapp gehaltene Sprache unterstreichen diese Gefühle. Bis zuletzt spinnt Ruth Ware ihre Fäden, die sich mehr und mehr zu einem tödlichen Kokon verfestigen und es bleibt lange Zeit unklar, auf wen das Ganze nun eigentlich abzielt und ob Nora sich wirklich wieder komplett erinnern können wird.

Trotz einiger Längen im ersten Teil und des doch bekannten Stoffes konnte mich der Thriller komplett überzeugen und hat den Ausflug in dieses Genre für mich zu einem lohnenswerten Leseerlebnis gemacht. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich gern in eine beklemmende Stimmung voller Spannung entführen lassen will und danke auch meinen Mitleiterinnen sowie dem dtv für die tolle Leserunde!