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Achtung Buch: Lennard Malmqvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen von Lars Simon

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Schon als ich das Cover samt Titel sah, stand fest, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. Humor, Magie und eine fesselnde Handlung wurden versprochen und auch auf weite Sicht vermittelt. Doch worum geht es überhaupt?

Lennart Malmqvist ist ein erfolgreicher Unternehmensberater, der weitestgehend – sieht man einmal von der juckreizauslösenden Liebesallergie ab –  zufrieden seinem Tagewerk nachgeht. Er lebt in einem gemütlichen Haus in Göteborg, in dessen Erdgeschoss sich ein Zauberei- und Scherzartikelladen befindet. Mit dessen Besitzer Buri Bolmen versteht sich Lennard ebenso gut wie mit seiner italienischen Nachbarin Maria, die ihn und den Rest des Hause mit kulinarischen Hochgenüssen verwöhnt und dazu gern laute Arien der italienischen Operngrößen zum Besten gibt. Eine fast perfekte Idylle, würde man meinen. Aber eben nur fast. Denn eines Tages stirbt Buri Bolmen auf mysteriöse Weise, ein gruseliger Leierkastenmann verfolgt Lennart bis in seine Träume und zu guter Letzt verliert er noch in einem wichtigen Meeting die Gewalt über seine Stimme und somit den wichtigsten Firmenvertrag aller Zeiten. Doch eine neue große Aufgabe wartet schon auf Lennart: Wie er von einem Notar erfährt, hat Buri ihm den Lasen samt Mops Bölthorn vererbt, der bei Gewitter zu sprechen beginnt. Ein skurriles Abenteuer und eine besondere Freundschaft nehmen ihren Lauf…

Die Geschichte entspricht genau ihrem witzig-skurrilen Cover. Simon nimmt den Leser von der ersten Seite an mit in sein magisches Abenteuer, das nicht an wenigen Stellen massiv die Lachmuskeln strapaziert. Schon allein die Darstellung des leicht adipösen und stark sabbernden und röchelnden Mopses ist allzu köstlich und in Mischung mit den herrlich lockeren und komischen Dialogen unschlagbar. Ebenso die Darstellung der einzelnen Charaktere: Herrlich erfrischend und lebendig lernen wir Maria kennen, die italienische Seele des ganzen Hauses, die nicht nur mit fabelhaftem Essen Herz und Seele jedes einzelnen Bewohners zusammenhält, sondern eher wie eine „Mamma“ zu allen ist. Dazu Lennart, eigentlich ziemlich durchschnittlich und doch so besonders, wie er erst nach dem Tod Boris – den ich übrigens sehr fernmehr kennengelernt hätte – erfährt. Magisch ist er, aber keinesfalls in Magie geschult oder ausgebildet.Vielmehr muss er im „Selbststudium“ beginnen, die Geheimnisse zu lösen, die er sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt hätte. Aber erstens kommt ja alles anders, und zweitens als man denkt. Zur Magie kommen noch der magische Mops und Beschützer Bölthorn sowie eine orakelnde Keksdose deren Geheimnisse es zu entschlüsseln gilt, was – unter uns gesagt – stellenweise zum Brüllen komisch ist.

Und schon sind wir mitten im Strudel der spannenden Geschehnisse dieses ersten Bandes einer spannend-komischen Trilogie aus dem Hause dtv. Freund wird Feind, die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen mehr und mehr und mitten im Zentrum stehen ein noch immer relativ ratloser Lennart samt magischem Mops Bölthorn, die sich mutig ins Abenteuer stürzen, dessen Fortsetzung hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt. Viele Handlungsstränge wurden aufgeworfen, wenige abgeschlossen, was in Anbetracht der Folgebände nicht schlimm ist, sondern viel mehr Lust auf das Weitere macht.

Ein sehr gelungener und erfrischender Lesegenuss, der mit Humor, Fantasy und sehr charmanten Charakteren zu punkten versteht!

 

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Achtung Buch: Im dunklen dunklen Wald von Ruth Ware

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Freundschaft ist…

… wenn man eigentlich seit geraumer Zeit gar kein Freund von Thrillern ist, sich aber im Gespräch mit den anderen Lesemädels doch dazu breit schlagen lässt, es zu versuchen. So kam es, dass ich mich der Herausforderung gestellt habe, und nicht nur das Buch gelesen, sondern auch an der Blogtour zum Buch teilgenommen habe. Was wir da so erlebt haben, könnt ihr auf den folgenden Seiten nachlesen:

Kurzvorstellung des Buches bei Ronja

Eine besondere Cocktailparty bei Anja

Interview mit Ruth Ware bei Sabine

Dialog über die Freundschaft und ihre Besonderheiten bei Yvonne, Pauli und mir

Eva erklärt uns warum wir Angst im Wald haben und was ihn so besonders macht

Heike erklärt uns das Phänomen des Junggesellinnenabschieds

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Das war sie also, unsere sehr spannende und gruselige Blogtour zum Thriller von Ruth Ware. Doch um was geht es nun genau?

Der Klappentext verrät uns Folgendes: 
Eine bizarre Junggesellinnenparty.
Ein Spiel, das aus dem Ruder läuft.
Manche Partys sind gut, manche sind schlecht. Diese hier ist tödlich.
Als Nora, 26, eine Einladung zum Junggesellinnenabschied ihrer ehemals besten Freundin Clare bekommt, ist sie mehr als überrascht. Sie hat Clare seit zehn Jahren nicht gesehen. Seit dem Vorfall damals, den Nora nie ganz überwunden hat… Und jetzt aus heiterem Himmel diese Einladung. Ein idyllisches Wochenende in einem Haus tief in den winterlichen Wäldern Nordenglands ist geplant. Was kann es schon schaden? Nora gibt sich einen Ruck und fährt hin. Doch etwas geht schief. Grauenvoll schief.

Viel mehr Worte möchte ich dazu gar nicht verlieren, denn jedes Wort zu viel wäre ein Wort, das euch einen, wenn auch noch so kleinen Teil der Spannung nehmen könnte. Was zunächst wie ein allseits bekanntes Schema für dieses Genre klingt, entwickelt sich schon ab der ersten Seite zu einem perfiden Katz und Maus Spiel. Jeder Mensch hat zwei Seiten, heißt es immer so schön. Und genau dies wird im Buch bewiesen. Da wird die beste Freundin zur Kratzbürste und die Feindin zur Verbündeten. Da glaubt man jahrelang, sich zu kennen und wird sich auf engstem Raum doch fremder als man es je zu glauben gewagt hatte.

Dass ein Mord passieren wird, wird hier jedem klar sein. Denn was ist schon ein Thriller ohne Blut und ohne Mord. Aber wie er vollzogen und vor allem wie sich die Geschichte im weiteren Verlauf entwickelt, das ist schon gar nicht von schlechten Eltern. Ein Mord also, MORD… wieso kann sich Nora aber an nichts erinnern? Und wieso liegt sie im Krankenhaus? Was machen die Polizisten vor ihrem Zimmer? Wie ein undurchdringlicher Nebel liegt die Vergangenheit über ihrem Gedächtnis und kann selbst mit der größten Anstrengung nicht hervorgeholt werden. Der Druck auf die junge Frau nimmt zu und da ist sie: eine erste kleine Erinnerung. Schritt für Schritt rekonstruiert Nora im Geiste die Geschehnisse vom Tag der Einladung zum Junggesellinnenabschied bis hin zum Krankenhaus. Und je weiter sich der Nebel lichtet, desto mehr wird sich Nora der Gefahr bewusst, in der sie und die anderen schweben.

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Ruth Ware ist brillant. Anders kann man es nicht sagen. Ihr ist es gelungen, einen althergebrachten Stoff so gekonnt neu zu verpacken, dass man von der ersten bis zur letzten Seite im Buch gefangen ist. Man hegt erste Ahnungen, verwirft sie wieder. Man verfolgt Spuren, die zunächst klar zu sein scheinen und dann im Schnee verlaufen. Man vertraut, um am Ende mehr zu misstrauen und man dreht sich ähnlich wie Nora permanent im Kreis, um die richtige Lösung zu finden. Perfekt spielt Ware dabei mit der Vergangenheit und der Gegenwart ihrer Protagonisten und lässt still und leise Unstimmigkeiten aus der Schulzeit einfließen. Unstimmigkeiten, die Misstrauen säen und kleine, subtile Boshaftigkeiten, die auf den ersten Blick als Neckereien abgetan werden könnten. Am Ende weiß man gar nicht mehr, wem man überhaupt noch trauen kann…

Untermalt wird dies noch durch die schaurige Kulisse. Ein Glashaus mitten im dunklen und dichten Wald. Gegensätzlicher hätte es nicht sein können: Transparenz trifft auf Bedrohung. Man fühlt sich permanent beobachtet und kann doch selbst keinen Blick ins Dunkle werfen. Dazu noch dichter Schnee und kein Handyempfang. Viel mehr braucht es nicht, um eine beklemmende Stimmung zu verursachen. Auch die einfache und knapp gehaltene Sprache unterstreichen diese Gefühle. Bis zuletzt spinnt Ruth Ware ihre Fäden, die sich mehr und mehr zu einem tödlichen Kokon verfestigen und es bleibt lange Zeit unklar, auf wen das Ganze nun eigentlich abzielt und ob Nora sich wirklich wieder komplett erinnern können wird.

Trotz einiger Längen im ersten Teil und des doch bekannten Stoffes konnte mich der Thriller komplett überzeugen und hat den Ausflug in dieses Genre für mich zu einem lohnenswerten Leseerlebnis gemacht. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich gern in eine beklemmende Stimmung voller Spannung entführen lassen will und danke auch meinen Mitleiterinnen sowie dem dtv für die tolle Leserunde!

achtung buch: die entstehungsgeschichte von kitty kathstone band 1 und mr. bumblebees house

Ihr Lieben,

wie ihr vielleicht mitbekommen habt, erblickt die liebe Kitty Kathstone diese Woche das Licht der Welt – ein göttliches Buch, so meine Meinung! Und nicht nur Kitty, sondern auch ihr Verlag „Mr. Bumblebees House“ ist quasi frisch aus dem Ei geschlüpft. Weil ich so etwas furchtbar spannend finde, habe ich die liebe Sandra und den lieben Thomas einmal ausgiebig gelöchert, wie es denn zur Gründung des Verlags kam:

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Wenn man sich Mr. Bumblebee vorstellen will, so tut man gut daran sich einen etwas älteren Mann, mit einem rundlichen Bauch, über den sich eine gemütliche Strickweste erstreckt vorzustellen. Neben Emilia traf Mr. Bumblebee nach Kittys anfänglicher turbulenter Reise bald auf Thomas und Sandra Öhl, mit denen er sich zusammentat und beschloß Kitty’s Geschichte Gehör und Leserschaft zu verschaffen.

Daher ist Mr.Bumblebee’s House kein bedeutendes, traditionsreiches großes Verlagshaus, aber genau wie jene muß auch Mr. Bumblebee den Anfang wagen und Geschichten finden, die er auf Papier bannen will und sie sammeln.

Mr. Bumblebee steht zu seiner Liebe zum geschriebenen Wort, unabhängig welches Genre – auch Lyrik ist willkommen, denn wir denken, diese Welt bietet so viel Schönes, das gelesen und gehört werden sollte.

Idealistisch? Ja, das ist Mr. Bumblebee, aber er stimmt auch ganz mit Folgendem überein:

Die menschliche Seele hat ein größeres Bedürfnis nach Idealem statt nach Realem.

Durch die Realität existieren wir, durch das Ideal leben wir.

Victor Hugo

Im Alltag läuft es bei Mr. Bumblebee neben all dem Idealismus, aber auch sehr realistisch ab, muss denn doch die Veröffentlichung bei den Lesern auch wirklich ankommen. Ein Unterfangen bei dem man als frischer Verlag so manche Hürden nehmen muß, aber so ist das nun mal. Wenn ihr mehr über Mr. Bumblebee erfahren möchtet, so wendet ihr euch am Besten an Thomas Öhl, der die Verlagsleitung inne hat, eigentlich Kameramann ist und so ganz unverhofft gemeinsam mit Sandra, Larry und Villard in ein neues Abenteuer gestolpert ist.

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Und welches Abenteuer?? Richtig, Kitty Kathstone ist ihnen quasi über den Weg gelaufen, die Sir Larry ihre Geschichte erzählt hat! Frisch aufbereitet und druckreif scharrt sie nun mit den Hufen und warten, von euch Lesern begierig aufgesogen zu werden! Auch zu ihrer Entstehung haben unsere Lieben Öhls einiges zu erzählen:

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Kitty erblickte das Licht der Welt 2013 und wurde nach Fertigstellung an Agenten versendet. Wir hatten das Glück, dass zwei Agenten bereits bei der ersten Aussendung ernsthaftes Interesse an einer Zusammenarbeit hatten. Letztendlich haben wir uns für eine Agentur entschieden, allerdings wollte es einfach nicht so recht klappen, es kam zu keinerlei Zerwürfnissen oder so – gar nicht, es wollte einfach schlicht und ergreifend nicht klappen.
Ursprünglich hatten wir ja auch von Beginn an geplant – also vom ersten Draft weg, dass wir das Ding selbst in die Hand nehmen – vielleicht lag es einfach daran. Letztendlich hatte ich 2014 den Vertrag wieder aufgekündigt und wir sind die Sache selbst angegangen. Nachdem wir bereits ein Unternehmen führen liegt es wahrscheinlich auch ein bisschen daran, dass man einfach von einem gewissen Unternehmerehrgeiz getrieben wird und deshalb sind wir auch ohne Angst in die Vollen gesprungen – so richtig, oder ich habe einfach zuviel Don Quijote gelesen. Irgendwie habe ich ihn für seinen Mut zu seiner Eigentümlichkeit zu stehen und diese auch zu leben immer bewundert. Die Entscheidung hat auf alle Fälle einen Rattenschwanz an Arbeit hinter sich her gezogen :-)…. halbe Sache sind dann ja auch irgeendwie doof und was bringt das beste Buch ohne Sichtbarkeit  – Sichtbarkeit am Ladentisch/ im Handel, da arbeiten wir halt noch dran, weil wir leider den Sprung auf den Büchertisch noch nicht geschafft haben. Das Buch ist zwar gelistete und überall bestellbar, aber von 120 Verlagsvertretern kamen 6 Antworten, der Rest blieb unbeantwortet.
Vielen Dank für diesen tollen Blick hinter die Kulissen, ihr Lieben und für den Start für Kitty wünsch ich euch nur das Allerbeste – wobei ich keinen Zweifel dran habe, dass die Geschichte ihr großes Publikum finden wird 🙂
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Jetzt kennt ihr den Verlag und wollt doch sicher auch wissen, wer dahinter steckt? Heute gibt es hier noch die allgemeinen Biografien, bevor ich in den nächsten Tagen noch ein großes Interview für euch habe!
Wer ist Sir Larry Oehl? Wer ist Sandra Öhl? Und was haben die beiden miteinander zu tun?


Nun, Sir Larry Oehl ist ein weißer Saluki, der momentan bei Sandra Öhl lebt.
Geboren wurde er kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts. Sein Herz schlägt für Abenteuer und Geschichten vergangener Zeiten. Verwickelt wurde er in die Geschichte, die er erzählt und die Sandra für ihn niederschreibt, durch eine schicksalshafte Begegnung mit einer jungen Lady, die so stürmisch und unberechenbar war wie das britische Wetter.

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Sandra Öhl wiederum wurde 1975 in Linz geboren und lebt momentan mit ihrer Familie nach längerem Aufenthalt in Wien wieder in Oberösterreich. Seit Abschluss des Regie-, Drehbuch- und Produktionsstudiums, arbeitet sie als freier Regisseur im Bereich Werbung und Spielfilm. Nach diversen Drehbüchern ist Kitty Kathstone ihre erste Romanreihe im Bereich all age fantasy.
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Und wie es der Zufall so will, liest Wolfgang Pampel, Harrison Ford’s deutscher Synchronsprecher, das Hörbüch und leiht Kitty Kathstones Erzähler – Sir Larry Oehl – seine Stimme (die zufällig, seit Sandras Kindheitstagen auf Grund der Indiana Jones Filme, ihre absolute Lieblingsstimme ist). Die Hörprobe von Kapitel 1 findet Ihr unter Videos/ Autorenseite Amazon oder auf der Autorenhomepage: http://www.sir-larry-oehl.com.

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Thomas Öhl wurde 1967 in Wien geboren und lebt mit seiner Familie in Oberösterreich. Er ist kaufmännischer Leiter von Mr. Bumlbebee´s House und 21film, weiters arbeitet er als D.O.P..

achtung buch: after forever von anna todd

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Schon war die Zeit wieder verflogen und der letzte Band der After Reihe steht in den Regalen. Ich habe ihn binnen 3 Tagen verschlungen und muss sagen, dass ich schon etwas traurig bin, dass die Geschichte um Tessa und Hardin nun vorbei ist. Hatte mich Band 3 nach einem schwachen zweiten Teil wieder richtig fesseln können, setzte sich diese Spannung nahtlos im vierten Teil fort, worüber ich sehr froh war. An dieser Stelle soll nur angemerkt werden, dass es sich um einen viertel Teil handelt, inhaltliche Spoiler aus den vergangenen Bänden also an manchen Stellen nicht vermieden werden können.

Der Teil gestaltet sich schon von Beginn an als der erwachsenste der vier Bücher. Es gibt nicht das altbekannte und sehr nervende Hin und Her und auch die Streitereien reduzieren sich merklich. Beide Charaktere haben sich merklich entwickelt und haben nun noch einige Schicksalsschläge zu meistern. Schon die Nachricht, dass Vance Hardins biologischer Vater ist, bringt am Ende des dritten Bandes einen großen Wirbel hervor. Hardin verfällt daraufhin in seine alten Muster, da er das nicht bewältigen kann. Selbst Tessa kann in diesem Moment nicht zu ihm vordringen, sie ist kraftlos und ausgelaugt und beschließt endgültig mit Landon nach New York zu ziehen, um dort einen kompletten Neuanfang zu wagen.

Wie schwer sich die Vergangenheit jedoch abschütteln lässt, zeigt sich, als Tessa ihre letzten Sachen aus der gemeinsamen Wohnung holen möchte und dort eine schreckliche Entdeckung machen muss, die ihr den Boden restlos unter den Füßen wegzieht. Daraufhin bricht sie komplett zusammen und kapselt sich komplett ab. Sie bittet Hardin nun um Zeit für sich, Zeit für einen Neuanfang, Zeit , um Klarheit zu finden und um ihr ganzes Leben zu sortieren. Ohne fremde Hilfe will sie einen Neuanfang wagen, da sie schmerzlich einsehen musste, dass nicht nur Hardin der zerstörerische Part der Beziehung war, sondern beide ihr gesamtes Umfeld in den Abgrund rissen. Wird es gelingen, dass beide ohne einander stabil bleiben können und ihren Weg gehen, bevor es zu einer wirklichen gemeinsamen Zukunft kommen kann oder sind die impulsiven Gefühle zu stark, um rationales Handeln zuzulassen? Taucht ein letztes Mal tief ein in den Strudel um Tessa und Hardin.

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After forever und After love – für mich die zwei besten Bände der Reihe, die es schafften, dem Werk einen grandiosen Abschluss zu geben. Spannung, Dramatik, Verzweiflung aber auch tiefe Gefühle, Emotionen und Liebe bilden ein Wechselbad der Gefühle während des Lesens. Man leidet, man lacht, man weint, man liebt mit den Charakteren, die sich sehr stark weiterentwickelt haben. Sie sind erwachsener geworden, konnten viel voneinander und aus alten Fehlern lernen.

Insbesondere Tessa hat sich endlich durchgesetzt und geht ihren eigenen Weg, wirklich ihren eigenen, ohne sich an andere Leute zu klammern – auch wenn dazu erst wirklich harte Worte einer gewissen Person nötig waren, die mich zunächst mindestens genauso geschockt haben, wie Tessa. Je mehr ich aber darüber nachdachte, trifft genau dies zu. Ich will hier nicht zuviel verraten, da dieser Punkt eine der wichtigsten Schlüsselstellen für mich war, die mit die Situation so vors Auge geführt hat, wie ich sie während des Lesens nicht wahrgenommen habe oder wahrnehmen wollte. Sie geht nach New York und erarbeitet sich dort ein Leben mit Freunden und steht auf eigenen Beinen, wenn die Pläne auch nicht ganz so liefen, wie sie es zunächst dachte.

Hardin unterdessen kämpft erbittert weiter gegen seine innere Wut und fährt damit gut. Denn endlich findet er seinen Platz im Leben, inmitten einer – seiner – Familie. Der Weg dahin ist steil, aber Anna Todd bringt es einfach wundervoll zu Papier. Endlich scheinen beide Charaktere angekommen zu sein, in ihrem jeweiligem Leben und das, ohne dass der Kontakt ganz brach. Über einen langen Zeitraum beginnen sie sich langsam anzunähern, von Freundschaft über normale Dates bis hin zu…? Ach lest selbst! Es sind so wundervolle Entwicklungen, die muss man während des Lesens spüren, inhalieren und festhalten.

Für mich bildet dieses Buch den perfekten Abschluss der Romanreihe, auch wenn mir die Zeitsprünge am Ende persönlich etwas zu schnell und zu herbeigezogen waren. Wichtig auf jeden Fall, aber man hätte dort etwas mehr Zeit und Inhalt investieren können, um den Lesern einen tieferen Einblick mit mehr Details in das „forever“ zu geben. Insgesamt aber erneut eine klare Empfehlung und mir werden Tessa und Hardin und ihre Familie sehr fehlen!

achtung buch: die buchspringer von mechthild gläser

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Nachdem in ihrem Leben nicht alles so rund läuft, wie es soll, beschließen Amy und ihre Mutter die Flucht auf die kleine Insel Stormsay, wo die Familie der beiden wohnt, die Amy bisher noch nicht kennen lernen durfte. Und das hat auch seinen Grund, den Amy schon direkt nach der Ankunft erfahren sollte. Sie dürfe nämlich nur unter der Bedingung bleiben, dass sie liest. Nichts leichter als das, schließlich ist Amy ja ein geborener Bücherwurm. Sehr schnell muss sie aber erfahren, dass Lesen nicht gleich Lesen ist. In ihrer Familie und in der verfeindeten Familie Macalister wird das besondere Talent der Buchspringer vererbt, das beide Familien trotz der Feindschaft auch zusammenschweißt. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Literatur zu beschützen, indem sie in die Werke hineinspringen und dort nach dem Rechten sehen. Natürlich können sie nicht willkürlich von Buch zu Buch springen, sondern müssen sich an feste Regeln halten. Doch schon bei ihrem ersten Sprung verletzt Amy die Regeln und verlässt ihre Geschichte – das Dschungelbuch – und stößt auf erste Unstimmigkeiten in der Literatur. Im Gespräch mit diversen Figuren der Weltliteratur wird schnell deutlich, dass in letzter Zeit etwas ganz und gar nicht mehr stimmt. Und als dann noch Sherlock Holmes aus seiner Geschichte verschwindet, schrillen die Alarmglocken in Amys Kopf laut. Immer mehr Ideen verschwinden aus den Büchern und niemand weiß warum. Die Literatur schwebt in großer Gefahr und Amy und ihr neuer Freund Will machen sich auf, um die Literatur vor der Vernichtung zu retten.

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Bücher über Bücher und die Liebe zu Büchern sind immer etwas besonderes. Mechthild Gläsers Roman zählt dabei für mich zu den ganz großen Schätzen dieses Genres. Welch wundervolle Idee hinter der Geschichte steckt! Träumt nicht jeder davon, einmal tief in die Geschichte einzutauchen, die er gerade liest? Sich mit den Charakteren zu unterhalten, ein Teil davon zu sein? All dies ist den Buchspringern möglich.

Gemeinsam mit Amy taucht man ein in die wundervolle Atmosphäre auf Stormsay und in der Welt der literarischen Werke. Man springt zwischen Fiktion und Realität hin und her, spürt die Vermischung beider und findet es einfach nur wunderbar! Man lernt die absolut lebendig und authentisch gezeichneten Charaktere kennen, leidet mit Werther, rennt dem weißen Kaninchen hinterher, trifft auf Mogli und Shir Khan und so viele alte Freunde mehr. Aber vor allem leidet man mit Will und trauert um seinen besten Freund Sherlock Holmes, dessen Tod den Ausschlag dafür gibt, das in der literarischen Welt etwas ganz und gar nicht stimmt. Merkwürdige Dinge gehen vor sich: Bücher werden dünner, verlieren an Inhalt. Amy und Will versuchen herauszufinden, warum das so ist und stellen mit Erschrecken fest, dass die Ideen – also die Herzstücke der Bücher – verschwunden sind und die Geschichten so nicht mehr funktionieren. Zum Beispiel verschwindet das weiße Kaninchen aus Alice im Wunderland. Überlegt mal, was wäre die Geschichte ohne Kaninchen? Richtig, nichts, denn das Kaninchen initiiert ja das Geschehen, indem es Alice in den Bau lockt. Kein Kaninchen, keine Alice, die in den Bau klettert und somit wird auch das Wunderland nie entdeckt und die Geschichte wäre unwiederbringlich verloren.

Wer hat Interesse daran, die Literatur so zu schädigen und warum werden die Ideen gestohlen? Das Kaninchen ist nur eine Figur in der Reihe der verschwundenen Ideen und Amy beschließt, mit allen Mitteln und mit ganzer Kraft, die Literatur zu retten. Gesagt, getan und schon ist unsere junge Heldin gefangen aus einem Strudel von Märchen, Realität und großer Gefahr, bei der sie von ihrer Familie und Freund Will tatkräftig unterstützt wird. Doch wem kann Amy wirklich trauen?

Mit ihrem wundervollen leichten und flüssigen Schreibstil gelingt es Mechthild Gläser, den Leser tief in die Geschichte eintauchen zu lassen. Geschickt lässt sie Klassiker der Weltliteratur in das Geschehen einfließen und gibt den darin agierenden Charakteren eigene kleine Episoden, die mir viel Lust darauf gemacht haben, diese Bücher herzunehmen oder neu kennen zu lernen, wenn ich sie bisher noch nicht gelesen habe. Die Haupthandlung hat mich verzaubert, von der ersten bis zur letzten Seite wollte ich das Buch nicht aus den Händen legen und habe es fast in einem Zug durchgelesen. Die Charaktere sind, wie schon angedeutet, sehr detailliert und mit Liebe gezeichnet, sodass es eine wahre Freude war, ihre Entwicklung und Erlebnisse innerhalb der Geschichte zu verfolgen.

Fantastische und märchenhafte Elemente treffen auf Spannung, ein wenig Romantik und eine deftige Portion Humor. Bekannte literarische Werke werden mit der fiktiven Geschichte um Amy vermischt. Das Ende kam etwas überraschend daher, fügte sich aber wunderbar in das Geschehen ein, wenngleich es mich doch ein wenig traurig gestimmt hat. Aber auch das stellt einen großen Pluspunkt dar, trennte sich Mechthild Gläser doch von der klassischen und von mir fast erwarteten Methode.

Insgesamt kann ich nur sagen: Lasst euch von diesem literarischen Schatz verzaubern, legt ein Buch auf euer Gesicht, atmet tief durch und taucht ein in euer persönliches Leseerlebnis. Springt Amy hinterher und rettet die Literatur. Mechthild Gläser ist ein wundervolles Buch gelungen, das eine tolle und einmalige Geschichte mit der wahren und puren Liebe zwischen Mensch und Buch vereint. Ich bin hin und weg von den Bildern, die sich während des Lesens in meinem Kopf auftaten und kann nur jedem von euch empfehlen, dieses Buch zu lesen!

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Nachdem ich dieses tolle Buch verschlungen hatte, blieben natürlich viele Fragen offen. Wer ist die Autorin dieses tollen Buches und was bewegte sie zum schreiben? Dies und vieles mehr hat sie mir in einem wundervollen Interview verraten, das ich euch nicht vorenthalten will. Mit einem Klick aufs Bild von Mechthild kommt ihr direkt zum Interview 🙂 Ich wünsche euch viel Spaß!

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