Tag-Archiv | Dresden

Achtung Blogtour: Tausend Teufel von Frank Goldammer #Tag 3 – Die Schauplätze

img_0259

Straßenbahnen kreuzen sich in der Herbstsonne. Plappernde Studenten laufen lachend durch die Straßen. Ein junger Mann schaut auf seine Uhr, das Handy am Ohr, und rennt zur Bahnhaltestelle, um die 11 nach Zschertnitz zu erwischen. Eine junge Frau sitzt verträumt am großen Springbrunnen, während ein kleiner Junge fröhlich mit den Händen im Wasser planscht. Jugendliche essen bei Babos einen Döner und unterhalten sich angeregt über die neuesten Spiele für die PS4. Die Sonne strahlt durch die letzten goldenen Blätter der Bäume im Alaunpark. Ein älterer Mann mit Hund wirft ein paar Münzen in den Schoß einiger Punks – verschmitzt lächelnd – vielleicht denkt er gerade an die eigenen wilden Jahre zurück. Auf dem Fahrrad schießt ein Hipster mit großen Kopfhörern auf den Ohren vorbei. Sicher auf dem Weg zum Elbufer, an dem er den Abend mit Freunden verbringen wird.

Es ist Herbst in Dresden. Herbst in der Neustadt, dem wilden, bunten, vielseitigen Reich jenseits der mächtigen und imposanten Altstadt der Hauptstadt Sachsens. Vom Bahnhof aus vorbei an Synagoge und Carolaplatz bis hin zum Albertplatz führt der Weg in das kultige Stadtviertel. Konzerte im Katy’s gehören genauso zum Leben wie der Schaubudensommer oder die heisse Schokolade in der Kunsthofpassage.

Doch schauen wir mal ein paar Jahrzehnte zurück ins Jahr 1947 – Dresden ein Trümmermeer.

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte Dresden definitiv eine politisch und kulturell wichtige Zeit: Elfriede Trötschels ‚Madame Butterfly‘ wird zu einem Glanzpunkt der Dresdner Operngeschichte. Die Künstlergruppe ‚Das Ufer‘ wird gegründet und die Staatsoperette wird nach dem Umbau eines Gasthofes an ihrem früheren Standort in Leuben eröffnet. Der Dresdner Euthanasie-Prozess gegen Ärzte und Pflegekräfte, die in der NS-Zeit an den Tötungen kranker und behinderter Menschen beteiligt waren, findet am Landesgericht am Münchner Platz statt. (Stadtwikidd.de)

Mitten in diesem Geschehen, in einer Stadt, die im Krieg zu etwa 60% zerstört wurde, bewegt sich unser Kommissar Heller. Keine Spur vom schönen Elbflorenz. Kein grünes Terrassenufer. Beißende Kälte durchzieht die Straßen – damals ohne das zum Alltag gehörende ‚bunte Volk‘ der Neustädter. Hungersnot lässt die Menschen zu Dieben werden. Lange Schlangen von Menschen stehen, in der Hoffnung auf ein wenig Essbares und vor allem Genießbares, stundenlang an der Straße, in der sich heute ein Kiosk oder Bistro an das nächste reiht. Alles wirkt kalt und grau. Eine schattenerfüllte Schwarzweißkopie der heutigen Stadt, die alle Ängste und Schrecken in ihren Nebeln vereint. Kein Lachen und Gläserklirren aus den vielen Lokalen in der Alaun- oder Louisenstraße. Dunkelheit und Bedrohung ziehen durch die Straßen des Jahres 1947 auf denen Heller unterwegs ist und nach Spuren sucht.

Heller will Licht ins Dunkel bringen. In ein allgegenwärtiges Dunkel, das sogar vor den berühmten Elbwiesen keinen Halt macht. Heute ein beliebter Treffpunkt, Location für Kino und Konzerte oder Platz zum Skaten, Radfahren und die Seele baumeln lassen. Ein Blick, der schon Canaletto in seinen Bann zu ziehen verstand und dies jetzt jährlich mit Millionen von Touristen tut. Von der Neustadtseite aus kann man ein einmaliges Panorama von der Kuppel der Frauenkirche bis hin zur Semperoper tief in sich aufnehmen – mit Glück sogar begleitet vom Tuten der historischen Schaufelraddampfer, die im Vordergrund der Kulisse auf der Elbe ihre Bahnen ziehen.

Damals, in Hellers Fall, liegt all der Glanz noch unter einem dichten, grauen Schleier verborgen. Die Elbwiesen sind vielmehr zum Schauplatz eines grausamen Fundes und somit zu einem wichtigen Ausgangspunkt der Geschichte geworden.

Stundenlang könnte ich weiter über meine Herzensstadt Dresden schreiben, die auch für elf Jahre meine Heimat sein durfte und die ich schmerzlich vermisse. Aber ich will euch nicht länger davon abhalten, den „Tausend Teufeln“ zu begegnen. Eine Frage gab es allerdings, die mir auf der Seele brannte und die ich dem lieben Frank Goldammer stellen konnte:

Lieber Frank,

dein Roman spielt ja zu Teilen in der Dresdner Neustadt. Was ist deine Meinung zu diesem bunten Viertel der Stadt und wie siehst du dessen Entwicklung seit ein paar Jahren und in Zukunft?

Welche Lieblingsorte oder Geheimtipps hättest du für Besucher der Stadt in petto und von welchen Orten würdest du sie unbedingt fern halten?

Die Antwort darauf lautete:

Bin selber in der Neustadt aufgewachsen, genau da, mitten drin. Ich mag das Viertel sehr, würde aber nicht gern leben dort, zuviel Trubel, zuviel Hundehaufen, zuwenig Parkplätze. wenn man weiß wie heruntergekommen das Viertel war, freut man sich schon über dessen Entwicklung. Ich fürchte jedoch das Viertel wird bald so exklusiv, dass die Leute die jetzt noch dort wohnen, es sich bald nicht mehr leisten können und wegziehen, das wäre schon schade. Ich würde Besucher auf keinen Fall von irgendetwas fernhalten, alles gehört zur Stadt, man soll seine Augen nicht verschließen. wenn ich anderswo bin, lerne ich die neuen Städte meist auch vom Bahnhof aus kennen, meist nicht die beste Gegend, aber so bekommt man den besten Blick dafür. Geheimtipp? Immer wieder die Elbwiesen, sowas gibts nicht oft in unserem Land.

Das fand ich richtig kurios, deckt es sich doch komplett mit meinen Empfindungen beim letzten Neustadtbummel im Sommer. Der kultige „shabby chic“ weicht mehr und mehr hippen Trendläden. Liebevoll geführte Läden und Lokale verschwinden und werden durch innovative, tolle, aber auch preislich ganz schön intensive Restaurants und Boutiquen ersetzt. Die BRN wurde quasi zu Grabe getragen und Szeneläden der „Upper class“ sprießen aus dem Boden.

Adieu, alte Neustadt – ich bin auf die Zukunft gespannt und eins steht fest: Dresden, Schauplatz von den „Tausend Teufeln“, ist immer eine Reise wert. Und eins verspreche ich: Ihr könnt gar nicht anders, als diese Stadt in euer Herz zu schließen.

GEWINNSPIEL

Wie bereits angekündigt, verlosen wir unter allen Teilnehmern der Tour ein signiertes Exemplar von „Tausend Teufel“.

Es gibt allerdings ein paar Bedingungen, um am Ende wirklich im Lostopf zu landen:

Ihr müsst jeden Tourbeitrag kommentieren. Am Ende des Beitrages findet ihr eine Übersicht, in der alle Beiträge verlinkt werden.

In einigen wird euch eine Frage gestellt werden, auf die ihr bitte antwortet, oder andere Beiträge müsst ihr einfach nur so kommentieren. Wenn wir euren Kommentar werten sollen, dann schreibt aber bitte ein bisschen mehr als nur „nett“ 🙂

Zeit um alle Beiträge zu besuchen und zu kommentieren habt ihr bis Dienstag den 21. November 2017 um 23:59 Uhr.

Der Gewinner wird dann auf den Blogs veröffentlicht. Solltet ihr eine Mailadresse hinterlassen, werdet ihr direkt informiert.

Viel Glück!

Die Frage:< strong>Wart ihr schon einmal in Dresden? Was gefällt euch dort am besten? Bzw. was wäre DER Grund für euch, die Stadt zu besuchen? Teilnahmebedingungen fürs Gewinnspiel:<<<
r darf teilnehmen? Minderjährige nur mit schriftlicher Erlaubnis der Eltern, nur Teilnehmer aus Deutschland. Teilnehmer aus dem Ausland sind ebenfalls zugelassen, sofern diese das Porto selbst tragen.

• Die Gewinner werden ausgelost und stimmen durch ihre Teilnahme zu, namentlich auf den teilnehmenden Blogs genannt zu werden.

• Die Verlosung beginnt am 13.11.2017 und endet auch am 21.11.2017 um 23:59 Uhr.

• Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

• Eure Daten werden ausschließlich für das Gewinnspiel und den Versand benutzt und danach gelöscht.

• Eine Haftung für den Versand ist ausgeschlossen.

• keine Barauszahlung möglich

• Meldet sich der Gewinner auf unsere Nachricht nicht innerhalb von 7 Tagen nicht, wird neu ausgelost.

Advertisements

Ein kleiner, besonderer Gruß zum Advent von ganzem Herzen 

Riecht ihr das? Eine Mischung aus Rosen, Schokolade und Zimt. Und ein paar Katzenhaare fliegen auch herum. Was soll das bedeuten? Also Katzenhaare und Zimt kann nur eins bedeuten! Die Lesende Samtpfote und Ruby’s Cinnamon Dreams machen mal wieder gemeinsame Sache!

 
Wir haben ein Gewinnspiel für euch!Aber wohin führen uns der Rosen- und der Schokoladenduft? Richtig! Nach DRESDEN in die Rosenvilla.

Dresden hat ja eine ganz besondere Geschichte für uns drei! An der Uni haben wir gemeinsam studiert, gelacht, geweint, gegessen, geraucht (ja wir waren jung und wild), gefeiert und gebastelt. Und dann war es vorbei, Yvonne zog nach Thüringen, und im Alltag haben wir uns aus den Augen verloren. Aber dieses Jahr war es soweit, und wir feiern das Wiederaufleben unserer Freundschaft. Und weil Dresden bei uns und in der Rosenvilla so eine große Rolle spielt, dachten wir, wir versenden ein paar besondere Weihnachtsgrüße an euch!

 Ach Dresden! Ist das nicht eine wundervolle Stadt? Ihr seht das auch so?

Na dann beendet doch diesen Satz: DRESDEN IST EINE WUNDERVOLLE STADT, WEIL…

Kommentiert unter diesen Post, oder auf unseren Facebookseiten. Einsendeschluss ist Sonntag, der 06. Dezember um 23.59 Uhr.

 
Mit ein bisschen Glück bekommt ihr dann ganz spezielle Post aus Dresden. Es lohnt sich. Und wenn ihr unbedingt auch einmal „die Frauen der Rosenvilla“ lesen wollt, dann bleibt dran. Ich habe so das Gefühl in diesem Advent kommt noch eine Überraschung. 😉

achtung gewinnspiel: die frauen der rosenvilla von teresa simon

Hallo ihr Lieben,

heute gibt es etwas ganz besonderes für euch! Mit Unterstützung des Radioropa Hörbuchverlags hat die liebe Teresa Simon mir eine große Überraschung bereitet. Sie schickte mir 4 Hörbücher ihres tollen Dresden-Romans „Die Frauen der Rosenvilla“. Die sind natürlich nicht für mich, sondern …richtig… für euch!

image1

Hach… so schön sehen sie aus und sie sind auch furchtbar gut anzuhören 🙂 Gesprochen werden sie von Nadine Heidenreich, die die Geschichte ganz liebevoll, vielschichtig und toll zum Leben erweckt. Diese Chance könnt ihr euch nicht entgehen lassen, oder?

~

Eine kleine Aufgabe gilt es allerdings zu bewältigen:

Dresden, Schokolade und Rosen – Das sind die drei Eckpunkte, die den Roman charakterisieren. Kommentiert kurz hier auf meinem Blog, was ihr spontan mit diesen Begriffen verbindet oder was diese drei Dinge für eine Bedeutung für euch haben.

Foto 3

Alle Antworten, die bis zum 26.6.2015 um 23.59 Uhr eingehen, kommen in den Lostopf. Ausgelost wird am Samstag im Laufe des Tages 🙂 So, nun haut in die Tasten und kommentiert, was das Zeug hält. Die Schätzchen scharren mit den Hufen und suchen ein liebevolles neues Zuhause!

Hier findet ihr noch einmal meine Besprechung zum Buch und das tolle Interview mit Teresa Simon 🙂

Viel Spaß und Glück!

achtung buch: die frauen der rosenvilla von teresa simon

Foto 3

Kennt ihr diese Art von Büchern, von denen ihr hört und wisst, dass ihr sie unbedingt haben müsst? Die wie die Liebe auf den ersten Blick einschlagen und die ihr so schnell nicht vergessen sollt? So ging es mir mit „Die Frauen der Rosenvilla“ von Teresa Simon. Warum, fragt ihr euch? Weil dieses Buch schon in den wenigen Zeilen drei Leidenschaften von mir erfasste: Dresden, Schokolade und Rosen.

Dresden ist seit 10 Jahren meine Wahlheimat geworden, aus der ich eigentlich nicht mehr weg möchte und in die ich mich auf den ersten Blick verliebt habe. Zur Schokolade brauche ich nicht viel mehr zu sagen, als ICH LIEBE SIE und wer mich kennt weiß, wie gern ich selbst Pralinen und Schokolade selbst kreiere und verschenke *lach*. Und auch Rosen haben einen festen Platz in meinem Leben. Sie waren die liebsten Blumen meines Papas und er hat sie mich schon von Klein auf im Garten lieben und pflegen gelehrt. Und auch heute vergeht auch kein Tag, an dem nicht mindestens eine bei uns zu Hause zu finden ist.

Ihr seht, dieses Buch war ein wahres MUSS für mich. Aber um was geht es nun eigentlich?

Dresden 2013 – Die Rosenvilla in Blasewitz

Die junge Anna Kepler hat gerade ihre zweite Chocolaterie mit selbstgemachten Kreationen eröffnet und verzaubert damit ganz Dresden. Ein Wunder? Eigentlich nicht, stammt sie doch aus einer Dresdner Schokoladendynastie, die bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurückzuverfolgen ist. Doch nicht nur das Talent zur Schokoldadenherstellung und den außergewöhnlichen Geschmackssinn hat sie geerbt, sondern auch die Rosenvilla, die sie nun mit vollstem Herzblut restauriert.

Foto 2

Auch den einst so prächtigen Rosengarten möchte sie wieder mit neuem Leben füllen und macht sich direkt mit Hilfe ihres Gärtnerfreundes Jan an die Arbeit. Damit sollte ein weiter großer Schritt in Richtung persönliche Glückseligkeit gemacht werden, denn neben der Blumen und der Schokolade wünscht sich Anna nichts mehr, als den passenden Mann an der Seite und das Trappeln von Kinderfüßen in den großen Räumen der Villa. Plötzlich wird sie jedoch aus ihren Gedanken gerissen, nämlich als Jan beim Graben auf eine alte Schatulle stößt, deren Inhalt Anna weit in die Vergangenheit der Rosenvilla katapultieren soll.

Foto 4

Zwischen einem schmalen goldenen Armreif in Schlangenform, einer zerrissenen Perlenkette, einer roten Haarsträhne, einem Eisernen Kreuz 1. Klasse und vielen anderen Dingen findet sie einen Stapel Briefe und eine Fotografie einer ihr unbekannten Frau. Annas Neugier ist entfacht und sie stürzt sich direkt auf die Briefe.

„Ich brenne. Ich glühe. Bin wie im Fieber.
Darf ihn niemals wiedersehen und werde es doch schon bald.
Noch heute!“

Mit diesen Zeilen eines Briefes von einer gewissen Emma aus dem Jahre 1919 beginnt Annas Reise in die Vergangenheit, die sie nicht allein bewältigen kann. Zu durcheinander ist alles, von mehreren Schreibern verfasst. Zum Glück gibt es ja Freundin Hanka, Bibliothekarin und ihren treuen Kater Libro, die in akribischer Kleinstarbeit alles sortiert und gemeinsam mit Anna nach und nach entschlüsselt. Und was die beiden Frauen dabei entdecken, ist einfach unglaublich…

rosen

Knapp 450 Seiten umfasst Teresa Simons Roman. Schier hindurchgeflogen bin ich und habe dabei jede Seite tief in mich aufgesaugt. Bin gemeinsam mit Anna durch bekannte Ecken geschlendert, habe in Gedanken in der Schokoladenbar in der Neustadt Pause gemacht und mir dabei vorgestellt, wie es wäre, wenn es Annas Chocolaterie wirklich gäbe. War im Schokoladenshop an der Frauenkirche und wollte einfach nicht, dass das Buch endet.

Denn zu vielschichtig, schön, traurig, ergreifend, verrückt war das alles, was Anna auf den Briefseiten erlebte. Alle Fäden laufen zusammen in der Rosenvilla, die eine Familiengeschichte erzählt, die weiter zurück reicht, als Anna es sich hätte jemals träumen lassen. Genau wie sie in den Briefen gefangen war, war ich es im Buch. Von Seite zu Seite lüfteten sich die kleinen und filigranen Geheimnisse, die am Ende ein einmaliges Netz aus lebendigen und einzigartigen Charakteren sowie einer wundervollen und berührenden Geschichte ergaben.

Und die Protagonisten waren alle etwas ganz besonderes. Allen voran natürlich Anna, die ich vom ersten Moment an ins Herz geschlossen habe (nicht nur, weil wir beide rothaarig sind *lach*). Sie ist eine so liebenswerte und gefühlvolle Frau, die aber auch klare Ziele vor den Augen hat und diese auch verfolgt. Eine spritzige Mischung – wahres Elbfeuer eben. Dieses Feuer findet man auch in den anderen Frauen des Romans, über die an dieser Stelle nicht mehr verraten werden soll. Ihr müsst sie selbst kennen lernen, denn den Umfang dieses Buches kann und will ich nicht in Worte fassen. Man muss es lesen, wie eine Praline genießen und schmelzen lassen, langsam die Verbindungen herstellen, staunen, kopfschütteln, traurig sein, lachen, einfach den Gefühlen freien Lauf lassen.

Foto 1

Dieses Buch kann ich wirklich nur jedem Leser ans Herz legen, der Dresden und Schokolade liebt, der den Duft von Rosen allgegenwärtig in der Nase haben will, während er in eine Familiensaga der ganz besonderen Art und Weise eintaucht. Geschichte und Fiktion treffen aufeinander und es gibt eine Explosion der Sinne und Gefühle. Und wem das auf dem Papier noch nicht reicht, sei dazu aufgefordert, sich zuerst mit den letzten Seiten des Buches auseinanderzusetzen, selbst Trüffel zu machen und den passenden Eierlikör und es sich dann mit dem Buch gemütlich zu machen! Teresa Simon hat einfach an alles gedacht! Und mehr als das: Sie stand mir sogar für euch noch Rede und Antwort! Mit einem Klick kommt ihr direkt zum

Interview mit Teresa Simon

Für mich ist „Die Frauen der Rosenvilla“ definitiv eines der Bücher schlechthin, das ich sicher nicht zum letzten Mal in den Händen hatte!

achtung interview: im gespräch mit teresa simon

Im Februar 2015 erschien Teresa Simons wundervoller Debütroman „Die Frauen der Rosenvilla“ im Heyne Verlag. Debütroman trifft es dabei aber eigentlich nur halb, denn Teresa Simon ist das Pseudonym einer tollen deutschen Autorin aus München, die eine große Vorliebe für Katzen, Blumen und Schokolade hat. Da sie noch etwas geheim bleiben möchte, gibt es hier auch kein Foto aber dafür schöne blumige Bilder zum Buch und ein tolles Interview mit der Autorin für euch!

rosen

Bereit? Dann lasst uns Teresa im Pavillon der Rosenvilla besuchen und schauen, was sie uns zu erzählen hat!

~

Liebe Teresa,

“Die Frauen der Rosenvilla” ist dein erster Roman in diesem Genre. Er beschreibt das Leben einer ganzen “Dynastie” starker und besonderer Frauen, die in Dresden in der Rosenvilla lebten oder leben und deren Schicksale auf besondere Weise miteinander verbunden sind. Was inspirierte Dich zu dieser Geschichte?

 T: Die Initialzündung kam von einer lieben Freundin, die eine Gastprofessur in Dresden hatte und mir vollkommen hingerissen von den schönen Elbvillen erzählt. Da ich den Plan eines geheimnisvollen Familienromans schon länger hatte, begann ich, mich intensiver mit Dresden zu beschäftigen – und fand heraus, dass es um 1900 DER  Standort für Luxusindustrie im Deutschen Reich war. Und: Schokolade hat mich schon immer interessiert … wie auch das Thema alte Rosen … von da an ging es eigentlich wie von selbst …

 ~

Während ich las, habe ich begonnen, Stammbäume zu den wundervollen Charakteren zu erstellen, um bei dem Zeitraum von über 100 Jahren, in denen der Roman spielt, nicht den Überblick zu verlieren. Heraus kam ein filigranes Netz, dass sich bis zur letzten Seite wie ein Puzzle zusammenfügte und in dem jeder seinen bestimmten Platz gefunden hatte. Insgesamt sind es 4 Frauen aus 4 Generationen, deren Schicksale nicht nur an einer Stelle miteinander verwoben sind. Jede der liebevoll gezeichneten Haupt- und Nebenfiguren hat ihren festen Platz in der Geschichte und nichts ist dem Zufall geschuldet. Wie gelang es dir, beim Schreiben den Überblick zu behalten, beziehungsweise was kam zuerst: eine genaue Gliederung der Personen und ihre Verbindungen, um die Du die Geschichte aufgebaut hast, oder die Grundidee der Geschichte, in die Du nach und nach die Personen eingefügt hast?

 T: das mit dem Stammbaum ist eine prima Idee – und nicht anders bin auch ich vorgegangen … ich wusste ja, wie das Ende sein sollte und habe gewissermaßen darauf hin erzählt … Ja, gerade das miteinander Verwobene  war mir ganz besonders wichtig, weil ja auch so in Familien erzählt wird und meistens nicht linear … Da die Figuren einen so festen Platz in meinem Kopf (und meinem Herzen) hatten, war es für mich nicht schwer, sie richtig zu platzieren, aber vielleicht muss man sich als Leser doch ab und an mal eine kleine Notiz machen …  der Ursprung meiner Idee war für mich Helenes  Geschichte … um die herum hat sich alles andere gerankt … mehr dazu darf ich hier aber nicht verraten …

 10991101_425998657575806_5010633717939765687_n

Geschichte, Schokolade, Dresden. Alles, was Du beschreibst, lässt sich historisch festmachen und ist wunderbar recherchiert. Wie betreibst Du Recherche für Deine Bücher? Bereist Du die Schauplätze Deiner Bücher und hast Du Dich selber an die Kunst des Pralinenherstellens gewagt?

 T: Recherche ist sozusagen meine 2. Natur, und leider habe ich eine leicht enzyklopädische Ader, die alles manchmal sehr aufwändig (und teuer!) macht … ja, natürlich beginnt alles mit Literatur – richtig viel Sekundärliteratur -, bei der ich mich manchmal nur schwer bremsen kann, weil mir einfach ALLES wichtig vorkommt … und ich bereise IMMER (sofern es möglich ist) die Schauplätze meiner Bücher … Dresden kannte ich, aber nicht sehr gut, und als ich mich im Juni 2013 zu einem ausführlicheren Besuch wegen des Romans entschloss, kam die große Flut … es hat mir  leid für Dresden getan, aber für meine Eindrücke war es natürlich eine Fügung…

 ~

“Für mich soll’s rote Rosen regnen…”. Rosen sind ein weiteres Hauptthema des Buches. Warum gerade diese Blumen? Einfach so oder doch aufgrund ihrer vielfältigen Bedeutungen, die von Liebe über Verschwiegenheit bis hin zum ewigen Leben reichen?

 T: Für mich ist die Rose DIE Blume der Blumen (und das sagt ein bekennender Tulpenfan!): geheimnisvoll, königlich, Symbol für Liebe und Leidenschaft – es konnten einfach nur Rosen sein! Es gab lange Zeit in München einen sehr besonderen Blumenladen, der nur alte Rosen (als Schnittblumen) verkaufte: Seit Studentenzeiten bin ich ihm treu geblieben – bis er schließlich vor 3 Jahren einem Coffeeshop (!) weichen musste – welch unersetzlicher Verlust!

 ~

Und Schokolade! Schokolade und Schokolade machen steht immer im Zentrum des Romans. Dunkel, Zartbitter oder Weiß (ich weiß, es ist keine richtige Schokolade *lach*) – bist Du eine Naschkatze?

 T: Komischerweise hat mir schon als Kind die süße Vollmilchschokolade nie so recht geschmeckt … ein Fest für meinen lieben Vater, der verrückt nach Krokant und Nougat war und mir alles immer mit Vergnügen weggegessen hat … seit diesem Roman mag ich eigentlich nur noch Sorten ab 70% und hab mich sogar mit der bitteren 100% Schokolade angefreundet … im wirklichen Leben mag ich es gerne scharf: deshalb schmecken mir auch Sorten mit Chili oder Meersalz (ein Traum!)m am allerbesten …

 Foto 2

Gibt es eine Figur im Roman, die dir besonders ans Herz gewachsen ist und warum?

 T: Anna natürlich, aber dann gleich dahinter ihre Freundin Hanka mit dem bezaubernden Kater Libro (Katzen sind meine 3. Leidenschaft!) und ihrer lebensklugen, zupackenden Art: Wer von uns möchte nicht so eine Freundin haben?

 ~

Wie sehen deine literarischen Pläne für die Zukunft aus?

 T: Es wird einen neuen Roman geben, der in München spielt, Zeitraum 1918-2014 … Erscheinen im Frühling 2016 …

 ~

Und zum Abschluss: Alle Frauen der Rosenvilla waren auf der Suche nach Glück. Was bedeutet Glück für Dich und gibt es etwas, das Du Deinen Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

 T: Glück ist für mich der Moment – nicht immer alles aufschieben und auf später vertagen. Jetzt genießen – Liebe, Freundschaft, den Duft der Rosen, das Stück Schoki im Mund, das langsam schmilzt, die schnurrende Katze auf dem Schoß – auch scheinbar kleine Dinge können ganz groß sein!

 Foto 1

Vielen lieben Dank für das tolle Interview und die Zeit, die Du uns geschenkt hast, liebe Teresa! Ich freue mich, bald wieder von Dir zu hören und vor allem zu lesen!

Und neues gibt es zu lesen, ein neues und aktuelles Interview nämlich über und um ihr neues Buch „Die Holunderschwestern“ —> HIER