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Achtung Buch: Die Spur der Bücher von Kai Meyer

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Kennt ihr das besondere Gefühl der inneren Wärme, das einen erfüllt,, wenn man nach Hause kommt? Wenn man weiß, dass man an einen Ort zurückkehrt, der einem viel bedeutet und an dem man Freunde gefunden hat, die man nicht mehr missen möchte? Das Gefühl der Geborgenheit, das sich einfach nur richtig anfühlt? Genau dieses Gefühl löste „Die Spur der Bücher“ bei mir aus.

Alles begann damals mit den „Seiten der Welt“, die mich in ein London des beginnenden 19. Jahrhunderts entführten, genau in die viktorianische Zeit, die mir schon so manchen sehnsuchtsvollen Seufzer entlocken konnte. Dort lernte ich Furia samt Freunden und Familie kennen und begleitete sie auf ihren Abenteuern durch eine Welt voller Magie. Bibliomantik heißt das Zauberwort, dass uns die Türen zu den fantastischen Ereignissen öffnen sollte, die Kai Meyer auf eine einzigartige und wundervolle Weise für uns geschaffen hat. Und eins stand schon nach diesem Meisterwerk fest: Die bibliomantischen Abenteuer konnten definitiv noch kein Ende gefunden haben, dafür ist die erschaffene Welt doch viel zu komplex. Umso erfreuter war ich, als Kai schrieb, dass er schon an neuen Abenteuern arbeitet, die uns zurück nach London führen sollten.

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Und dann war es soweit: Ich hielt „Die Spur der Bücher“ in meinen Händen und war schon vom Cover ganz beseelt, dass sich so wunderbar in die Reihe der bibliomantischen Werke einfügte. Goldene Schrift auf einem matt-türkisen Hintergrund, optisch an der vorhergehenden Trilogie angelehnt. Es ging nicht anders… Sofort musste ich tief in die Seiten eintauchen und den Duft der Bücher inhalieren, bevor mir auch schon auf der ersten Seite die junge Mercy Amberdale begegnete, ein ganz besonderes Mädchen, dass sofort zu meiner Freundin wurde. Ganz wie damals Isis Nimmernis… Bevor ich mir jedoch zu viele Gedanken über Mercy machen konnte, war ich auch schon direkt im Geschehen gefangen. Denn die Ereignisse überschlugen sich Knall auf Fall:

Mercy und ihre drei jungen Freunde Grover, Philender und Tempest gehen einer etwas unseriösen Arbeit nach und „besorgen“ für reiche Klienten seltene und kostbare Bücher. Allerdings ist diese Aufgabe keineswegs so einfach wie sie scheint, was auch Mercy, die einzige richtige Bibliomantin unter den Freunden, schon bald sehr schmerzlich erfahren muss. Denn da gibt es Bibliomantik, die bei Weitem stärker ist, als es sich das Mädchen hätte vorstellen können. Bei einem ihrer Einsätze geraten sie in tödliche Gefahr und verlieren Grover. Ein Erlebnis mit schweren Folgen, denn die Freundschaft der drei zerbricht. Mercy spricht der Bibliomantik ab und setzt seit dem tragischen Unglück ihre Kräfte nicht mehr ein, wohingegen Tempest immer stärkere bibliomantische Fähigkeiten entwickelt.

In den folgenden zwei Jahren geht Mercy ihrer Beschäftigung nun im Alleingang nach. Sie, die in den Buchhandlungen der Stadt aufgewachsen ist, hatte es nicht nötig, sich auf die Magie zu verlassen und konnte ihre Aufträge auch so erfolgreich zum Abschluss bringen.

„Sie verstand sich auf den Umgang mit Dietrich und Brecheisen genauso gut wie auf das Studium vergilbter Bücherkataloge und halbvergessener Bibliothekskarteien. Und sie kannte die richtigen Leute.“

Nachts pirscht sie durch die geheimnisvollen Straßen und Bibliotheken der Stadt und besorgt die kostbarsten Titel – bis zu jenem besonderen Tag, der sie an den Schauplatz eines rätselhaften Mordes führt. Ein bekannter Buchhändler und Freund ihres Vaters ist inmitten seines Ladens verbrannt, ohne dass auch nur ein kleiner Fetzen Papier um ihn herum zu Schaden kam. Ein Abenteuer beginnt, das Mercy auf die Suche nach ihrer eigenen Identität und dunklen Familiengeheimnissen führen wird, das alte Freundschaften auf die Probe stellt und das Mädchen bis hin zur Wurzel der Bibliomantik führt. Mercy kann nicht länger verleugnen was sie ist – eine geborene Bibliomantin…

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Wieder einmal gelingt es Kai Meyer schon von der ersten Seite an, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Der einzigartige und bildhafte Schreibstil gepaart mit der Kulisse des wundervollen viktorianischen Londons lässt den Leser direkt in das Geschehen eintauchen und erfüllt dieses mit einer Lebendigkeit, die einen die Geschichte nahezu plastisch miterleben lässt. Wir begleiten unsere jungen Protagonisten durch ein Abenteuer voller Freundschaft, Tragik, einer verschworenen und etwas verschrobenen Gesellschaft von Buchliebhabern, alter Geheimnisse und viel Liebe zum geschriebenen Wort und dessen Macht, die nur wenige Menschen aus den Herzen der Seiten zum Leben  erwecken können.

Atemberaubend und spannend beschreibt er die Erlebnisse von Mercy. Durch dunkle Gassen führt ihr Weg hin zu bibliomantischen Kämpfen und magischem Kräftemessen. Temporeiche Spannung und ein Hauch Krimi halten den Leser dabei von der ersten bis zur letzten Seite gefangen. Neue und originelle Ideen in der Buchwelt baut Meyer in sein neuestes Abenteuer ein und macht es damit zu einem tollen Auftakt der Erlebnisse und Geschichten aus der bibliomantischen Welt. Dabei begegnen wir den großen Institutionen der Adamitischen Akademie, lernen die Renegaten kennen, die sich dem Kampf gegen die Gesetzlosen verschrieben haben und treffen auf Figuren und Freunde, die uns später in den „Seiten der Welt“ zu treuen Begleitern werden sollen, wie zum Beispiel Fornak, der Alexandrinischen Flamme und die eifrigen Origamis. Aber auch neue bibliomantische Freunde wie den Veterator lernen wir kennen. Was das ist? Lasst euch überraschen. Ich mag den kleinen Kerl, auch wenn ich nicht weiß, ob ich ihn auf Dauer um mich herum ertragen könnte *lach*.

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Eine einfach nur großartige Geschichte, die den Leser in geliebte, geheimnisvolle Welten eintauchen, ihn in der Magie zwischen den Seiten versinken lässt und eine Weile die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen lässt. Wohldosierte Spannung aber keine übertriebene Action verlieht dem Roman den Charme eines spannenden Klassikers und man versinkt darin wohlig wie in einem guten alten schwarz-weiß Film. Nichts ist drüber, nichts hektisch oder atemlos. Die Story gleitet dahin und man genießt den angenehmen Spannungsbogen samt aller liebenswerter Details. Danke für diesen grandiosen Lesegenuss, lieber Kai!

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Achtung Buch: Die maskierte Stadt von Geneviève Cogman

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Nachdem mich meine liebe Lesende Samtpfote im letzten Jahr mit Genevève Cogmans Buch „Die unsichtbare Bibliothek“ überrascht hatte, war ich im Fieber. Für Bücherliebhaber gibt es doch nicht besseres als tolle Geschichten. Und wenn es dann noch tolle Geschichten über das tollste Medium überhaupt sind, kann man natürlich die Finger nicht davon lassen. Genauso ging es mir mit der unsichtbaren Bibliothek – einmal eingetaucht, wollte ich gar nicht mehr zurück. Doch dann passierte es: Der zweite Teil traf ein, genau in einer stressigen Phase der Eingewöhnung im neuen Job, zwischen vielen Fortbildungen und noch mehr neuen Eindrücken, die es zu verarbeiten galt. Das Resultat: Leseflaute. Viele neue tolle Bücher mussten im Regal warten, darunter auch „Die maskierte Stadt“. Doch zum Glück nicht sehr lange. Die Sommerferien nahen, der Stress nimmt ab und die Sinne sind geschärft für neue buchige Schätze. So kam es, dass ich mir direkt den zweiten Band der Bibliotheksreihe schnappte und mich im strahlenden Sommerwetter auf meine Gartenliege verzog, um mit Kai und Irene gemeinsam neue Abenteuer zu erleben. Und die sollten auch gar nicht lange auf sich warten lassen…

Zu Beginn des Buches treffen wir auf eine sehr entspannte Irene samt ihres Schützlings Kai, die nun schon seit einigen Monaten in einem viktorianischen London leben und die grausigen und abenteuerlichen Erlebnisse verarbeiten, Dort besteht ihre aktuelle Aufgabe darin, ein seltenes Werk von Bram Stoker zu finden und dieses zur Bibliothek zu bringen. Leicht gesagt, leicht getan? Ganz und gar nicht. Denn, obwohl das Buch relativ schnell in Irenes Besitz kommt, war dies keinesfalls einfach. Ein erster Anschlag während der Auktion und ein zweiter folgten auf dem Fuße. Diesem konnte Irene zwar entgehen, nicht aber Kai. Er, der Drachenjunge, wurde entführt und Irene zieht alle Register, um ihren Schützling zu retten. Ein Himmelfahrtskommando, denn alle Wege führen nach Venedig, in ein Venedig der chaosverseuchtesten Art…

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Doch zunächst kurz zum Cover. Das Design knüpft nahtlos an das des vorhergehenden Bandes an und verweist in seinem dezenten Blauton auf das Wasser, das eine große Rolle spielen soll. Eine Karte von Venedig, Bücher und eine Karnevalsmaske symbolisieren den Handlungsort Venedig und alles in allem wird das Gesamtbild sehr mystisch und geheimnisvoll.

Kaum aufgeschlagen, befindet man sich direkt in der Handlung, die nahtlos an das Ende des ersten Bandes anknüpft. Gewohnt detailliert beschreibt Cogman die Umgebung, Charaktere und Situationen, sodass sofort ein Kopfkino abzulaufen beginnt. Man ist mitten drin im Geschehen und schaut nicht nur zu. Von der Ordnung führt der Weg ins Chaos. Wir begleiten Irene auf der Spur Kais in ein sehr theatralisches und klischeeerfülltes Venedig, das für seinen Zweck nicht hätte besser geschaffen werden können. Im Zentrum stehen die Elfen, Erzfeinde der Bibliothek und der Drachen und nicht nur einmal sieht sich Irene gezwungen, schweren Herzens den einen oder anderen Pakt mit dem durchtriebenen Volk einzugehen, der ihr in mehrerlei Hinsicht das Genick brechen könnte. Umschmeichelnd, grazil bis hin zu diebisch-durchtrieben präsentieren sich die Elfen, ganz anders als im romantischen Märchenbild. Sehr auf ihre eigenen Erfolge bedacht und mit viel Macht und Magie ausgestattet, versuchen sie einzig und allein ihren Zielen zu folgen und diese zu erreichen, ganz gleich zu welchem Preis für die anderen.

Als bestes Beispiel dafür dient Lord Silver, der seine „kleine Maus“ Irene fest in sein Spinnennetz aus Intrigen, Machtspielen und Verzweiflung eingesponnen hält. Doch auch seine Gegenspieler, die Guantes, versetzen der Geschichte eine zusätzliche Portion Spannung und  Tempo, die bei einigen Längen der Handlung auch nötig und sehr erfrischend ist. Irenes Suche nach Kai erfolgt rasant und spannend bis zur letzten Minute. Sie ist bereit, alles zu opfern, um den Freund zu retten. Dabei setzt sie vor allem auf Humor und Kreativität und scheut sich auch nicht davor, so manch unkonventionellen Weg einzuschlagen. Was der Feind kann, kann sie schon lange!

Während der gesamten Geschichte bleibt die Bibliothek an sich diesmal stark im Hintergrund, was mich persönlich nicht gestört hat. Viel mehr eröffnete uns die Autorin auf diese Weise die Möglichkeit, die anderen Welten sowie deren Bewohner näher kennenzulernen. Insbesondere Kais Familie – die Drachen – als Vertreter der Ordnung standen diesmal im Zentrum. Man konnte viel über die Hierarchien in ihren Reihen erfahren und darüber, dass das Chaos als Gegenpol zur „Ordnung“ reinstes Gift für die Drachen ist. Außerdem erfährt man, dass ihnen der Zutritt zu bestimmten Welten nicht möglich ist. Weltpolitik in einer fantastischen Umgebung – ein toller Schachzug der Autorin, der die gesamte Welt noch viel plastischer und vielschichtiger darstellt und den Leser noch intensiver in das Geschehen eintauchen lässt.

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Geneviève Cogmans Schreibstil ist flink, detailliert und absolut bildhaft. Sowohl das viktorianische London als auch das karnevalistische Venedig tauchen als lebendige Kulissen vor dem inneren Auge des Lesers auf und vermitteln eine authentische Kulisse. Man wünscht sich nahezu, gemeinsam mit den Protagonisten durch die Welten reisen zu können und deren Bewohner und Besonderheiten kennenzulernen, ganz gleich, wie gefährlich diese sein mögen. Eine konstante Spannung untermal das Ganze, die dem gesamten Geschehen trotz einiger Längen das richtige Tempo verleiht.

Insgesamt ist „Die maskierte Stadt“ eine rasante und spannende Fortsetzung innerhalb einer einmaligen und grandiosen Atmosphäre, die es schwer macht, einfach wieder aus den Seiten aufzutauchen. Zum Glück liegt schon Band 3 vor mir und wartet darauf, verschlungen zu werden. Eine klare Empfehlung für Bücherliebhaber und Freunde gepflegter Fantasyliteratur sowie fantastischer und liebevoll gezeichneter Charaktere.

 

Achtung Blogtour: Kitty Kathstone Band 2 – Kitty und Lysander

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Herzlich Willkommen zu unserer Blogtour rund um Kitty Kathstone Band 2!

Wir haben uns tolle Themen für euch überlegt und es gibt absolut fantastische Gewinne. Bei der Blogtour werden euch 14 Blogs im Zeichen der 14 Guardians durch die Welt von Kitty Kathstone begleiten – wir alle hoffen ihr habt viel Spaß und freuen uns auf euren Besuch!!!

Mehr Informationen zu den einzelnen Artikeln und Blogs findet ihr auf unserer

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Der jetzige Beitrag steht ganz im Zeichen des Zwerges Flammenbart, dem Wächter des Steins der Habsucht. Es gibt kaum jemanden, der sich besser an der C.O.G. auskennt und dort alle Vorgänge im Blick hat. Kein Wunder also, dass er auch über den Neuling Lysander viel zu berichten weiß… ganz besonders, nachdem dieser doch auf einmal so reges Interesse an Kitty zeigt…

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„Ach… immer diese Kinder…. laut sind sie, lärmen, machen Chaos…. wo ist denn nur meine kleine Statue? Sonno? … Sonnnnooooo? … SOOOOONNNOOOOO? Das hat sie sich nicht getraut… niemals würde es jemand wagen, einen Zwerg zu bestehlen. Und schon gar nicht mich, Flammenbart, den Wächter über alle Sicherheitsvorkehrungen und Guardian des Steins der „Habsucht“ hier an der C.O.G.

Halt… wer seid ihr denn? Freunde von Kitty? Na das hat mir gerade noch gefehlt. Noch mehr Anhänger dieses wilden Mädchens, das so viel Unruhe bringt und unbedingt ihr inneres Gleichgewicht finden sollte. Denn sonst bringt sie hier alles noch zum Einsturz… Was schaut ihr denn so verwirrt? Wart ihr heute früh nicht bei der „Lesenden Samtpfote“ zu Besuch? Sie hat euch doch schon einiges über das Gleichgewicht und die damit einhergehende Veränderung berichtet. Schaut nicht so bedröppelt. Ich werde es euch nicht noch einmal erzählen, aber ein KLICK reicht und ihr könnt alles nachlesen.Geschafft? Fein, dann wisst ihr ja nun, dass das Gleichgewicht absolut notwendig für das Bestehen unserer Gemeinschaft, nein der ganzen Welt ist. Ohne Licht kein Dunkel, ohne Schwarz kein Weiß, ohne Winter keinen Sommer… ach ich könnte ewig so weitermachen, aber ich habe ja nicht den ganzen Tag Zeit. Also, was wollt ihr wissen?

Kitty und Lysander…. Kitty und LYSANDER? Nun schreit den Namen doch nicht so heraus! Es reicht doch schon, dass Armand aufgebracht ist, weil Kitty und Victoria in einem Abenteuer stecken, dass alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Aber nun noch das Auftauchen von Lysander so ins Zentrum zu rücken… Ihr müsst doch verrückt sein.

Wie? Welche Geschehnisse am Weltenbaum? Die beiden allein? Jetzt mal langsam und der Reihe nach… Da kommt doch kein Zwerg mehr mit.“

Flammenbart hört gespannt den Fetzen der Erzählungen der Besucher zu, die unbedingt wissen wollen, was es mit dem Jungen und Kitty auf sich hat, nachdem diese doch eigentlich schon fest mit dem wundervollen Waldelfen Glade verbandelt war.

„Schon gut, schon gut. Ich sehe, hier muss etwas Licht ins Dunkel gebracht werden. Die Geschichte mit Glade… nun ja, das gestaltet sich doch etwas schwieriger als erwartet, da ihn bestimmte Traditionen in ihren Fesseln halten. Manchmal kann man eben leider nicht so wie man möchte und für den anderen kommt dies einem Hochverrat gleich. Einen solchen Hochverrat erlebt unsere Kitty gerade – richtig, ausgelöst durch Glade. Aber die Details müsst ihr schon selbst herausfinden. Ihr wisst doch, Zwerge sind sehr gute Geheimniswahrer. Außerdem werde ich den Teufel tun und mich in die Belange zweier pubertierender Jugendlicher einzumischen. Eins kann ich euch jedoch sagen… Kitty ist außer Rand und Band, ihr inneres Gleichgewicht komplett durcheinander und sie selbst eine größere Gefahr für sich als sie auf den ersten Blick annehmen mag.

Und nun ist da Lysander. Ihr erinnert euch sicher, wie er am Ende des ersten Buches nach dem tragischen Tod seines Vaters auftauchte und mit in die C.O.G. kam. Armand, zutiefst erschüttert über den Tod seines Bruders und auch außer Rand und Band, muss sich nun um seinen Neffen kümmern. Stellt euch den Schmerz vor! Jeden Tag in eine junge Version des Gesichts des einen Menschen zu blicken, der einem am Nächsten stand. Kein Wunder, dass er diese Aufgabe nicht bewältigen kann. Also degradiert er diese Aufgabe an … KITTY. Als ob das zum Erfolg führen würde…. tze… das Mädchen und der Junge.

Aber was sagt ihr? Seelenverwandte? Er hat auch zwei verschiedenfarbige Augen – genau wie Kitty, nur spiegelverkehrt? Beide am Weltenbaum? Beschützer? Er hat Kitty beruhigt als es kein anderer konnte? Das kann ich doch gar nicht glauben. Was erzählt ihr? Da muss ich mir sofort selbst ein Bild machen. Und ihr… ihr sollten schnell zum Buch greifen und auch mehr erfahren, um die Zusammenhänge zu verstehen!“

Flugs wandte sich Flammenbart ab und stapfte den Gang entlang, um tiefere Einblicke in das Geschehen an der C.O.G. zu bekommen. Einem Zwerg entgeht schließlich nichts.

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So, meine lieben Leser, nachdem uns Flammenbart an dieser Stelle etwas ratlos zurückgelassen hat, versuche ich euch noch einmal etwas auf die richtige Spur zu bringen und die Beziehung zwischen Kitty und Lysander etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Nachdem im ersten Buch noch Kitty der Neuling an der C.O.G. war, ist es diesmal Lysander, der ins Leben an der Schule eingeführt werden muss. Leider unter schlimmen Voraussetzungen, starb doch sein Vater unter schlimmen Bedingungen. Dazu kommt noch eine ordentliche Portion an Ablehnung durch den eigenen Onkel – die bis dato einzige Person, die ihm wirklich geblieben ist. Zum Glück nimmt sich Kitty – wenn auch murrend – dem Neuling an und entdeckt schon bald mehr Gemeinsamkeiten als ihr lieb ist. Irgendwie schafft es Lysander als einziger, sie zu beruhigen, wenn sie mal wieder komplett aus der Bahn geworfen wird. Er scheint auch stets zu spüren, wenn Kitty in Schwierigkeiten ist, und es gelingt ihm immer aufs Neue, brisante Situationen zu entschärfen. Man möchte fast sagen, dass man hier auf unfreiwillige Seelenverwandte trifft. Und genau so werde ich es auch an dieser Stelle im Raum stehen lassen.

Lest Kitty Kathstone Band 2 und lernt Lysander kennen, einen Charakter, der mir sehr ans Herz gewachsen ist und der genau im richtigen Moment in Kittys Leben gepurzelt ist. Unverhofft kommt oft und bedeutet gerade in Kittys Fall oft große Veränderungen.

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Im Zusammenhang mit unserer Blogtour gibt es natürlich noch ein einmalig tolles

GEWINNSPIEL

Ihr seht schon unseren wahnsinnig tollen Hauptpreis: einen Tolino Shine 2 HD!!!!

Außerdem verlosen wir pro Blog ein personalisiertes e-Book. Was das heißt? Ihr bekommt euer ganz persönliches e-Book, in dem ihr selbst eine Rolle spielen werdet!

Um in den Lostopf für den Tolino zu hüpfen, könnt ihr Lose sammeln. Auf jedem Blog gilt es eine Frage zu beantworten. Pro Antwort erhaltet ihr ein Los. Bitte denkt daran, uns beim anonymen Kommentieren eine E-Mail Adresse zu hinterlassen. Wer die Kommentarfunktion nicht nutzen kann, sendet seine Antwort einfach per E-Mail an sandra@21film.at

Die Frage
Glaubst du, dass es Seelenverwandtschaft wirklich gibt? Dass es irgendwo da draußen dein Gegenstück gibt? 

Teilnahmebedingungen

– Ihr müsst entweder 18 Jahre alt sein oder eine Einverständniserklärung eurer Eltern/Sorgeberechtigten besitzen
– Die Teilnehmer erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden
– Ein Anspruch auf eine Barauszahlung des Gewinns besteht nicht
– Keine Haftung für den Postversand
– Versand der Gewinne innerhalb von Deutschland, Österreich und Schweiz
– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
– Im Gewinnfall müsst ihr euch innerhalb von 5 Tagen melden, ansonsten verfällt der Gewinn
– Das Gewinnspiel läuft vom 08.05. bis zum 17.05.2017 um 23:59 Uhr
– Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt zeitnah nach Ende des Gewinnspiels auf allen Blogs und in der Facebook-Veranstaltung
– wer die Kommentarfunktion der einzelnen Blogs nicht nutzen kann oder möchte, kann seine Antwort per E-Mail an sandra@21film.at. Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt zeitnah nach Ende des Gewinnspiels auf diesem Blog

Achtung Buch: Kitty Kathstone Band 2 von Sir Larry und Sandra Oehl

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Eine ganze Weile ist es schon her, als die Abenteuer der jungen Kitty ihren Lauf genommen haben und sie von einem ganz normalen Teenager – halt… so normal war sie gar nicht, denn schließlich gab es da ja die vielen großen und kleinen Zwischenfälle, die ihr Leben mehr als chaotisch gestalteten und dafür sorgten, dass sie da ankam, wo sie bis heute ist: auf der C.O.G.

C.O.G. – Club of Goofers, eine Schule die nur Freaks besuchen, so dachte Kitty damals, nur um kurz darauf schon eines Besseren belehrt zu werden. Denn anstelle von Freaks tummelte sich dort eine Reihe junger Menschen, die mit besonderen Fähigkeiten gesegnet sind und das gesamte Spektrum der Mythologie – von germanisch bis abendländisch – abdecken. Und auch Kitty ist alles andere als normal – aber was ist schon normal? Sie entstammt einer angesehenen Familie von Werkatzen, deren Aufgabe es ist, ihren Teil zum Gleichgewicht der Welt beizutragen. Eine Aufgabe, die sich schon im ersten Band als nicht ohne erwies und im zweiten Teil nun schier unmöglich zu sein scheint.

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Denn: Um die Welt ins Gleichgewicht zu bringen, muss man sich erstmal selbst im inneren Gleichgewicht befinden – eine Tatsache, die Kitty aus mehreren Gründen nur zu fremd ist, denn:

  1. Sie ist ein Teenager, und was das für das innere Gleichgewicht bedeutet, muss ja nun nicht extra erläutert werden.
  2. Sie ist das erste Mal so richtig verliebt gewesen. Ich erinnere nur an den herrlich nach trockenem Laub duftenden Glade…
  3. und das erste Mal so richtig enttäuscht worden… von wem? Das müsst ihr schon selbst rausfinden.

Unkontrollierbar brechen Kittys Kräfte über sie herein und sie selbst steckt so im Chaos ihrer Gefühle fest, dass sie sich schier selbst umbringt und nicht einmal im Ansatz daran denken kann, die Welt ins Gleichgewicht zu bringen.

Doch nicht nur Kitty ist absolut durch den Wind, auch Armand hat jegliches Gleichgewicht verloren. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, da sein Bruder – sein Gegenstück – ja ein tragisches Ende fand und nur Lysander zurückließ, seinen Sohn, um den Armand sich nun kümmern soll. Eine schmerzhafte Aufgabe, da dieser den Tod des Bruders nicht verwinden kann und bei jedem Anblick des Jungen vor Schmerz zu vergehen droht.

Eine schicksalhafte Situation, denn an dieser Stelle bringt Victoria Kitty ins Spiel, die sich um den Jungen kümmern und ihm den Start an der C.O.G. erleichtern soll. Dass sie davon nicht sehr begeistert ist, muss ich wohl nicht explizit erwähnen, aber dann…. als beide sich in die Augen schauen, passiert das Unwahrscheinliche … und nein, es entwickelt sich keine kitschige Love-Story, sondern etwas viel Größeres, Besseres und Wichtigeres.

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Schicksalhaft wird es auch rund um unsere geliebte Hängerchen tragende und leicht nerdige Nora Needle – ach wie habe ich sie vermisst – und das „Klebende Schicksal“. Ihr erinnert euch ja sicher noch an die turbulenten Ereignisse auf dem Suk am Ende von Band 1. Norma, Nora und Honora geben sich natürlich auch auf bezaubernde und charmante Weise die Ehre und wer die Nornen noch nicht kennt, der sollte doch unbedingt endlich zum Buch greifen und sie kennen lernen.

Und auch ein anderes Schicksal wird uns in Band 2 ereilen, nämlich das Schicksal unseres geliebten Erzählers, dem bezaubernden Saluki Sir Larry Oehl. Was geschah damals in der Wüste? Wie konnte aus dem angesehenen jungen Adligen ein Saluki werden, der noch dazu sprechen kann? Und warum ereilte seinen Freund Villard das gleiche Schicksal?

Diese Frage und viele weitere werden euch im zweiten Band um Kitty Kathstone beantwortet. Erste Fäden werden verknüpft, andere gelockert, neue kommen hinzu… Die Nornen haben das Ganze bestens im Griff und ehe man es sich versieht, hat man die über 600 Seiten schon fast in einem Rutsch verschlungen und sich dabei erneut in die alten und vor allem auch in die neuen Charaktere verliebt. Sonno lege ich euch dabei besonders ans Herz, diesen kleinen Kerl muss man einfach lieben! Wer es ist und was er macht? Findet es heraus J

Natürlich schläft auch die dunkle Seite nicht und geht mit neuen Vertretern ins Rennen. Und wem das Ganze noch nicht reicht, wer nicht nur der Rettung des Gleichgewichts der Welt beiwohnen und Kitty und ihren Freunden bei ihren Abenteuern über die Schulter schauen will, der sollte doch unbedingt bei Hildegards „Sweet Sixteen“ vorbeischauen. Wie oft bekommt man schon die Chance, einer jungen Walküre beim Erwachsenwerden zuzuschauen?

Ihr Lieben, Kitty Kathstone ist mir von der ersten Minute an ans Herz gewachsen und von Seite zu Seite liebe ich sie mehr. Umso trauriger macht es mich zu sehen, dass das Buch bisher so schwer zu kämpfen hat. Gebt euch einen Ruck, lest hinein und lasst euch verzaubert von einem ganz besonderen und tiefgründigen Jugendbuch, das nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern so vielseitig ist, dass es für jeden Leser etwas zu bieten hat. Wir haben wundervolle lebendige und liebevoll gezeichnete Charaktere, eine Umgebung, die zum Tagträumen einlädt und eine Geschichte, die von Mythologie bis hin zu Geschichte und Fantasy alles hat, was man sich wünscht. Viel Humor, Action und natürlich auch eine Prise Liebe geben dem Ganzen die besondere Note rund um den very british und lovely Erzählstil von Sir Larry Oehl und lassen den Leser tief in die Geschichte eintauchen. Lebensnahe Probleme, der ewig währende Kampf zwischen Gut und Böse und die Schwierigkeiten jugendlicher Abenteurer, die schlichtweg zum Erwachsenwerden dazugehören, finden genauso Erwähnung wie flotte Sprüche und tiefe philosophische Gedanken.

Ich kann euch Kitty nur ans Herz legen und wärmstens empfehlen. Aus meinem Herz möchte ich die C.O.G. und ihre Schüler nicht mehr wegdenken und ich hoffe einfach nur wahnsinnig dolle, dass Kitty liebe Leser findet und somit der abschließende Band bald auf den Weg gebracht werden wird. Ohne Kitty mag ich nicht mehr sein und ich bin sehr froh, dass ich durch Zufall in ihr Leben gepurzelt bin.

Und solltet ihr jetzt hoffentlich neugierig geworden sein, lege ich euch direkt noch unsere Blogtour zu Kitty Kathstone ans Herz, die nächste Woche beginnt und euch tief in Kittys Welt entführen wird.

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Achtung Buch: Lennard Malmqvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen von Lars Simon

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Schon als ich das Cover samt Titel sah, stand fest, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. Humor, Magie und eine fesselnde Handlung wurden versprochen und auch auf weite Sicht vermittelt. Doch worum geht es überhaupt?

Lennart Malmqvist ist ein erfolgreicher Unternehmensberater, der weitestgehend – sieht man einmal von der juckreizauslösenden Liebesallergie ab –  zufrieden seinem Tagewerk nachgeht. Er lebt in einem gemütlichen Haus in Göteborg, in dessen Erdgeschoss sich ein Zauberei- und Scherzartikelladen befindet. Mit dessen Besitzer Buri Bolmen versteht sich Lennard ebenso gut wie mit seiner italienischen Nachbarin Maria, die ihn und den Rest des Hause mit kulinarischen Hochgenüssen verwöhnt und dazu gern laute Arien der italienischen Operngrößen zum Besten gibt. Eine fast perfekte Idylle, würde man meinen. Aber eben nur fast. Denn eines Tages stirbt Buri Bolmen auf mysteriöse Weise, ein gruseliger Leierkastenmann verfolgt Lennart bis in seine Träume und zu guter Letzt verliert er noch in einem wichtigen Meeting die Gewalt über seine Stimme und somit den wichtigsten Firmenvertrag aller Zeiten. Doch eine neue große Aufgabe wartet schon auf Lennart: Wie er von einem Notar erfährt, hat Buri ihm den Lasen samt Mops Bölthorn vererbt, der bei Gewitter zu sprechen beginnt. Ein skurriles Abenteuer und eine besondere Freundschaft nehmen ihren Lauf…

Die Geschichte entspricht genau ihrem witzig-skurrilen Cover. Simon nimmt den Leser von der ersten Seite an mit in sein magisches Abenteuer, das nicht an wenigen Stellen massiv die Lachmuskeln strapaziert. Schon allein die Darstellung des leicht adipösen und stark sabbernden und röchelnden Mopses ist allzu köstlich und in Mischung mit den herrlich lockeren und komischen Dialogen unschlagbar. Ebenso die Darstellung der einzelnen Charaktere: Herrlich erfrischend und lebendig lernen wir Maria kennen, die italienische Seele des ganzen Hauses, die nicht nur mit fabelhaftem Essen Herz und Seele jedes einzelnen Bewohners zusammenhält, sondern eher wie eine „Mamma“ zu allen ist. Dazu Lennart, eigentlich ziemlich durchschnittlich und doch so besonders, wie er erst nach dem Tod Boris – den ich übrigens sehr fernmehr kennengelernt hätte – erfährt. Magisch ist er, aber keinesfalls in Magie geschult oder ausgebildet.Vielmehr muss er im „Selbststudium“ beginnen, die Geheimnisse zu lösen, die er sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt hätte. Aber erstens kommt ja alles anders, und zweitens als man denkt. Zur Magie kommen noch der magische Mops und Beschützer Bölthorn sowie eine orakelnde Keksdose deren Geheimnisse es zu entschlüsseln gilt, was – unter uns gesagt – stellenweise zum Brüllen komisch ist.

Und schon sind wir mitten im Strudel der spannenden Geschehnisse dieses ersten Bandes einer spannend-komischen Trilogie aus dem Hause dtv. Freund wird Feind, die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen mehr und mehr und mitten im Zentrum stehen ein noch immer relativ ratloser Lennart samt magischem Mops Bölthorn, die sich mutig ins Abenteuer stürzen, dessen Fortsetzung hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt. Viele Handlungsstränge wurden aufgeworfen, wenige abgeschlossen, was in Anbetracht der Folgebände nicht schlimm ist, sondern viel mehr Lust auf das Weitere macht.

Ein sehr gelungener und erfrischender Lesegenuss, der mit Humor, Fantasy und sehr charmanten Charakteren zu punkten versteht!

 

Achtung Buch: Die Seiten der Welt „Blutbuch“ von Kai Meyer

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Eine Weile ist es nun schon her, seit das „Blutbuch“ im Fischer Verlag das Licht der Welt erblickt hat. Warum ich es jetzt erst bespreche, fragt ihr euch sicher. Aus mehreren Gründen: Der erste ist mein neuer Job, der mich so auf Trab hält, dass ich mir nicht nur einmal das Bookboard gewünscht habe, um meine Wege zu verkürzen – von Lesezeit ganz zu schweigen. Der zweite Grund wiegt natürlich noch viel schwerer – zumindest aus buchiger Sicht: Das „Blutbuch“ ist der dritte Band aus der Reihe um Kai Meyers „Seiten der Welt“ und somit das Finale. Finale bedeutet immer etwas Endgültiges, einen Abschluss und auch einen Abschied von den geliebten Charakteren, die man mehrere Jahre lang begleitet hat, mit denen man gelacht und gelitten hat. Wie man die Monate bis zum Erscheinen des Folgebandes gehibbelt hat, weil man kaum erwarten konnte, wieder tief in die „Seiten der Welt“ einzutauchen. Dazu noch die tollen Aktionen des Verlags, die uns Lesern die Welt rund um Libropolis und seine Einwohner, Gauner, Schurken, Kämpfer des Friedens und Freunde noch nähergebracht und unsere Fantasie so richtig zum Kochen gebracht haben. All das soll nach dem Finale nun vorbei sein…

Ich gebe zu, ich wollte nicht, dass die Reihe endet. Zu viel habe ich mit Furia und ihren Freunden erlebt. Vom ersten Moment an war ich tief in der Welt der Bibliomantik gefangen, lernte Tintlinge, die gefürchteten Ideen, die Kämpfer des Widerstands und viele mehr kennen. Ich erfuhr, was Gut und Böse ist und auch, dass Böse zu Gut und Gut zu Böse werden kann, dass Schein oft mehr ist als Sein, aber auch zu Sein werden kann. Wilde Exlibri wurden zu treuen Freunden, der einzigartige Duft von gespaltenen Seitenherzen lag allerorts in der Luft, während der Fischer Verlag uns einlud, ein Bookboard zu besteigen und so die Refugien aus luftiger Höhe zu erobern.

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Die Liebe zum Buch, zum Wort und auch die Macht des geschriebenen Wortes wurden in jedem Satz, auf jeder Seite deutlich. Die Phantasie Kai Meyers ist dabei einfach unschlagbar – ein wahrer Großmeister der Phantastik. Er erschafft literarische Welten, die vor dem inneren Auge des Lesers zum Leben erwachen. Welten in einer absoluten Vollendung geschrieben, mit einer eigenen Geschichte ausgestattet, die ausgeklügelter und in sich schlüssiger nicht sein könnte. Einer Geschichte, die niedergeschrieben wurde und somit erst zur Realität wurde und den eigentlichen Stein ins Rollen brachte. Mir soll an dieser Stelle verziehen sein, dass ich mir die Details zum Inhalt des Buches spare. Wer die ersten beiden Bände der Reihe gelesen hat, wird den dritten Band schon lange herbeigesehnt haben, und für diejenigen, die die ersten beiden Teile nicht kennen, wird der dritte Band einer Trilogie wohl kaum von inhaltlicher Relevanz sein.

Doch zurück zur Geschichte: Drei Bände brauchte es unbedingt, um sie zu erzählen, zu schreiben und auch, um sie umzuschreiben. Die „Seiten der Welt“ als fulminante Ouvertüre, die uns in die Welt Furias und der Bibliomantik entführte, „Nachtland“ als eine Art Entwicklungsroman, in dem sich Charaktere entfalten konnten, sich neue Wege auftaten, neue Wege begründet wurden und in dem ganz neue Refugien entdeckt wurden. Bestehendes wurde hinterfragt, Gewohntes verändert oder umgestürzt, eine merkliche Aufbruchsstimmung in eine neue Zeit war spürbar geworden. Und nun das „Blutbuch“ als episches Finale. Blut, der Stoff des Lebens, Blut als Symbol der Zugehörigkeit zu einer Familie oder/und der Verbundenheit. All diese Aspekte spielen in gewisser Weise eine wichtige Rolle.

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Jedem einzelnen Charakter wurde eine bestimmte Rolle zuteil, er entwickelte sich weiter, musste über sich hinauswachsen und sich seinem persönlichen Schicksal stellen. Nicht selten gingen diese Entwicklungsprozesse mit Schmerz und Leid einher, jedoch liegt die Betonung auch stets auf den Werten der Freundschaft und Loyalität. Am Ende laufen alle Fäden zusammen, man versteht, warum alles so kam wie es kommen musste. Doch bis zu diesem Moment erlebt man ein wahrlich episches Finale in den Tiefen der Seiten der Welt. Furia, Isis und Cat sind meine definitiven Favoritinnen des Buches, was nicht bedeutet, dass die anderen Charaktere nicht genauso gut gezeichnet sind. Jeder einzelne strotzte vor Komplexität, Lebendigkeit und einer eigenen Persönlichkeit, die bis ins kleinste Detail ausgefeilt wurde. Dabei bleibt auch die eigene Person – die Person des Autors – nicht außen vor. Schonungslos stellt er seine Rolle infrage, zeigt indirekt auf, welche Macht das geschriebene Wort hat und übt auch ausreichend Kritik.

Man kann nur sagen, dass Kai Meyer ein absolutes Gesamtkunstwerk gelungen ist: Eine Hommage an das geschriebene Wort, eine Welt, in die man eintaucht, in die man sich verliebt, die man tief inhaliert und die man nicht mehr missen möchte. Eine Welt, in der die Geschichte um Furia in Ende fand, die aber so komplex aufgebaut ist, dass am Ende die Hoffnung auf neue Abenteuer in den Refugien bleibt und wir dem einen oder andren liebgewonnenen Charakter doch noch einmal über den Weg laufen werden. Definitiv wurden die „Seiten der Welt“ zu meinem Seelenbuch, das mit all seiner Bibliomantik mein Seitenherz gespaltet hat. Danke dafür, danke für ein buchiges Wunder, lieber Kai!

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achtung buch: das lied des eisdrachen von george r. r. martin

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Gemeinsam mit ihrem Vater und ihren Geschwistern lebt Adara ein meist zufriedenes Leben, wenn da nicht die Tatsache wäre, dass sie komplett anders ist als ihre Geschwister. Während die anderen die Frühlingssonne und die Wärme genießen, zieht sich das Mädchen zurück und sehnt sich nach der Kälte. Denn: Sie ist ein Winterkind, geboren in der kältesten Nacht seit Menschengedenken.

Ihre Freunde sind die Kälte, die Eisechsen und ein kristallblauer Eisdrache – ein Vertreter der gefürchtetsten Kreaturen überhaupt. Doch er fasst Vertrauen zu dem Mädchen. Und als eines Tages feindliche Drachenkämpfer Adaras Heimat bedrohen, ist es die einzigartige Freundschaft zwischen dem Eisdrachen und dem Winterkind, die das Leben von Adaras Familie zu retten vermag…

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George R. R. Martin, ein Name der Großes verheißt. Nicht umsonst wird er überall als der Großmeister der Fantasy bezeichnet. Vor allem bekannt geworden durch sein Meisterwerk „Das Lied von Eis und Feuer“ und die dazugehörige Serienfassung „A Game of Thrones“, gelingt es ihm, die Menschen in seinen Bann zu ziehen.

Mit „Das Lied des Eisdrachen“ wendet er sich einer ganz anderen Zielgruppe zu, nämlich den Kindern. Und auch diese versteht er meisterhaft zu verzaubern. Bildgewaltig und voller Phantasie schuf er hier eine Welt des Eises, die voller Gefahren, aber auch voller Schönheit steckt. Untermalt wird dies noch durch eine Vielzahl wundervoller Illustrationen von Luis Rayo, die den Leser tief in den wundervollen Winterzauber eintauchen lassen.

Doch es ist nicht nur eine schöne Geschichte, die erzählt wird. Vielmehr präsentiert uns Martin eine Welt voller Botschaften wie Toleranz, Mut, Loyalität und Tapferkeit. Adara ist keinesfalls eine typische Protagonistin, muss sie sich doch als „kaltes Mädchen“ unter den warmen Geschwistern bewähren und immer um die Liebe des Vaters kämpfen. Letztendlich wird sie, die Andere, zur Retterin und die meist gefürchtete Kreatur zu ihrem Helfer.

Wundervoll geschrieben und ein kleines Meisterwerk für junge Leserherzen, das zu verzaubern vermag. Sogar mich als große Leserin hat es sofort gehabt. Tief habe ich die Schönheit des Winters inhaliert und so manch kühlen Windhauch wie das Flügelschlagen des Drachen beim Lesen zu spüren geglaubt, während ich voll und ganz in Adaras Geschichte versunken war, die von Andreas Helweg so schön ins Deutsche übertragen wurde.

Ein Muss für jeden kleinen Lesefreund mit einem großen Herzen für Drachen und Abenteuergeschichten!