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Achtung Blogtour: Kitty Kathstone Band 2 – Kitty und Lysander

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Herzlich Willkommen zu unserer Blogtour rund um Kitty Kathstone Band 2!

Wir haben uns tolle Themen für euch überlegt und es gibt absolut fantastische Gewinne. Bei der Blogtour werden euch 14 Blogs im Zeichen der 14 Guardians durch die Welt von Kitty Kathstone begleiten – wir alle hoffen ihr habt viel Spaß und freuen uns auf euren Besuch!!!

Mehr Informationen zu den einzelnen Artikeln und Blogs findet ihr auf unserer

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Der jetzige Beitrag steht ganz im Zeichen des Zwerges Flammenbart, dem Wächter des Steins der Habsucht. Es gibt kaum jemanden, der sich besser an der C.O.G. auskennt und dort alle Vorgänge im Blick hat. Kein Wunder also, dass er auch über den Neuling Lysander viel zu berichten weiß… ganz besonders, nachdem dieser doch auf einmal so reges Interesse an Kitty zeigt…

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„Ach… immer diese Kinder…. laut sind sie, lärmen, machen Chaos…. wo ist denn nur meine kleine Statue? Sonno? … Sonnnnooooo? … SOOOOONNNOOOOO? Das hat sie sich nicht getraut… niemals würde es jemand wagen, einen Zwerg zu bestehlen. Und schon gar nicht mich, Flammenbart, den Wächter über alle Sicherheitsvorkehrungen und Guardian des Steins der „Habsucht“ hier an der C.O.G.

Halt… wer seid ihr denn? Freunde von Kitty? Na das hat mir gerade noch gefehlt. Noch mehr Anhänger dieses wilden Mädchens, das so viel Unruhe bringt und unbedingt ihr inneres Gleichgewicht finden sollte. Denn sonst bringt sie hier alles noch zum Einsturz… Was schaut ihr denn so verwirrt? Wart ihr heute früh nicht bei der „Lesenden Samtpfote“ zu Besuch? Sie hat euch doch schon einiges über das Gleichgewicht und die damit einhergehende Veränderung berichtet. Schaut nicht so bedröppelt. Ich werde es euch nicht noch einmal erzählen, aber ein KLICK reicht und ihr könnt alles nachlesen.Geschafft? Fein, dann wisst ihr ja nun, dass das Gleichgewicht absolut notwendig für das Bestehen unserer Gemeinschaft, nein der ganzen Welt ist. Ohne Licht kein Dunkel, ohne Schwarz kein Weiß, ohne Winter keinen Sommer… ach ich könnte ewig so weitermachen, aber ich habe ja nicht den ganzen Tag Zeit. Also, was wollt ihr wissen?

Kitty und Lysander…. Kitty und LYSANDER? Nun schreit den Namen doch nicht so heraus! Es reicht doch schon, dass Armand aufgebracht ist, weil Kitty und Victoria in einem Abenteuer stecken, dass alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Aber nun noch das Auftauchen von Lysander so ins Zentrum zu rücken… Ihr müsst doch verrückt sein.

Wie? Welche Geschehnisse am Weltenbaum? Die beiden allein? Jetzt mal langsam und der Reihe nach… Da kommt doch kein Zwerg mehr mit.“

Flammenbart hört gespannt den Fetzen der Erzählungen der Besucher zu, die unbedingt wissen wollen, was es mit dem Jungen und Kitty auf sich hat, nachdem diese doch eigentlich schon fest mit dem wundervollen Waldelfen Glade verbandelt war.

„Schon gut, schon gut. Ich sehe, hier muss etwas Licht ins Dunkel gebracht werden. Die Geschichte mit Glade… nun ja, das gestaltet sich doch etwas schwieriger als erwartet, da ihn bestimmte Traditionen in ihren Fesseln halten. Manchmal kann man eben leider nicht so wie man möchte und für den anderen kommt dies einem Hochverrat gleich. Einen solchen Hochverrat erlebt unsere Kitty gerade – richtig, ausgelöst durch Glade. Aber die Details müsst ihr schon selbst herausfinden. Ihr wisst doch, Zwerge sind sehr gute Geheimniswahrer. Außerdem werde ich den Teufel tun und mich in die Belange zweier pubertierender Jugendlicher einzumischen. Eins kann ich euch jedoch sagen… Kitty ist außer Rand und Band, ihr inneres Gleichgewicht komplett durcheinander und sie selbst eine größere Gefahr für sich als sie auf den ersten Blick annehmen mag.

Und nun ist da Lysander. Ihr erinnert euch sicher, wie er am Ende des ersten Buches nach dem tragischen Tod seines Vaters auftauchte und mit in die C.O.G. kam. Armand, zutiefst erschüttert über den Tod seines Bruders und auch außer Rand und Band, muss sich nun um seinen Neffen kümmern. Stellt euch den Schmerz vor! Jeden Tag in eine junge Version des Gesichts des einen Menschen zu blicken, der einem am Nächsten stand. Kein Wunder, dass er diese Aufgabe nicht bewältigen kann. Also degradiert er diese Aufgabe an … KITTY. Als ob das zum Erfolg führen würde…. tze… das Mädchen und der Junge.

Aber was sagt ihr? Seelenverwandte? Er hat auch zwei verschiedenfarbige Augen – genau wie Kitty, nur spiegelverkehrt? Beide am Weltenbaum? Beschützer? Er hat Kitty beruhigt als es kein anderer konnte? Das kann ich doch gar nicht glauben. Was erzählt ihr? Da muss ich mir sofort selbst ein Bild machen. Und ihr… ihr sollten schnell zum Buch greifen und auch mehr erfahren, um die Zusammenhänge zu verstehen!“

Flugs wandte sich Flammenbart ab und stapfte den Gang entlang, um tiefere Einblicke in das Geschehen an der C.O.G. zu bekommen. Einem Zwerg entgeht schließlich nichts.

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So, meine lieben Leser, nachdem uns Flammenbart an dieser Stelle etwas ratlos zurückgelassen hat, versuche ich euch noch einmal etwas auf die richtige Spur zu bringen und die Beziehung zwischen Kitty und Lysander etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Nachdem im ersten Buch noch Kitty der Neuling an der C.O.G. war, ist es diesmal Lysander, der ins Leben an der Schule eingeführt werden muss. Leider unter schlimmen Voraussetzungen, starb doch sein Vater unter schlimmen Bedingungen. Dazu kommt noch eine ordentliche Portion an Ablehnung durch den eigenen Onkel – die bis dato einzige Person, die ihm wirklich geblieben ist. Zum Glück nimmt sich Kitty – wenn auch murrend – dem Neuling an und entdeckt schon bald mehr Gemeinsamkeiten als ihr lieb ist. Irgendwie schafft es Lysander als einziger, sie zu beruhigen, wenn sie mal wieder komplett aus der Bahn geworfen wird. Er scheint auch stets zu spüren, wenn Kitty in Schwierigkeiten ist, und es gelingt ihm immer aufs Neue, brisante Situationen zu entschärfen. Man möchte fast sagen, dass man hier auf unfreiwillige Seelenverwandte trifft. Und genau so werde ich es auch an dieser Stelle im Raum stehen lassen.

Lest Kitty Kathstone Band 2 und lernt Lysander kennen, einen Charakter, der mir sehr ans Herz gewachsen ist und der genau im richtigen Moment in Kittys Leben gepurzelt ist. Unverhofft kommt oft und bedeutet gerade in Kittys Fall oft große Veränderungen.

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Im Zusammenhang mit unserer Blogtour gibt es natürlich noch ein einmalig tolles

GEWINNSPIEL

Ihr seht schon unseren wahnsinnig tollen Hauptpreis: einen Tolino Shine 2 HD!!!!

Außerdem verlosen wir pro Blog ein personalisiertes e-Book. Was das heißt? Ihr bekommt euer ganz persönliches e-Book, in dem ihr selbst eine Rolle spielen werdet!

Um in den Lostopf für den Tolino zu hüpfen, könnt ihr Lose sammeln. Auf jedem Blog gilt es eine Frage zu beantworten. Pro Antwort erhaltet ihr ein Los. Bitte denkt daran, uns beim anonymen Kommentieren eine E-Mail Adresse zu hinterlassen. Wer die Kommentarfunktion nicht nutzen kann, sendet seine Antwort einfach per E-Mail an sandra@21film.at

Die Frage
Glaubst du, dass es Seelenverwandtschaft wirklich gibt? Dass es irgendwo da draußen dein Gegenstück gibt? 

Teilnahmebedingungen

– Ihr müsst entweder 18 Jahre alt sein oder eine Einverständniserklärung eurer Eltern/Sorgeberechtigten besitzen
– Die Teilnehmer erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden
– Ein Anspruch auf eine Barauszahlung des Gewinns besteht nicht
– Keine Haftung für den Postversand
– Versand der Gewinne innerhalb von Deutschland, Österreich und Schweiz
– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
– Im Gewinnfall müsst ihr euch innerhalb von 5 Tagen melden, ansonsten verfällt der Gewinn
– Das Gewinnspiel läuft vom 08.05. bis zum 17.05.2017 um 23:59 Uhr
– Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt zeitnah nach Ende des Gewinnspiels auf allen Blogs und in der Facebook-Veranstaltung
– wer die Kommentarfunktion der einzelnen Blogs nicht nutzen kann oder möchte, kann seine Antwort per E-Mail an sandra@21film.at. Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt zeitnah nach Ende des Gewinnspiels auf diesem Blog

Achtung Buch: Kitty Kathstone Band 2 von Sir Larry und Sandra Oehl

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Eine ganze Weile ist es schon her, als die Abenteuer der jungen Kitty ihren Lauf genommen haben und sie von einem ganz normalen Teenager – halt… so normal war sie gar nicht, denn schließlich gab es da ja die vielen großen und kleinen Zwischenfälle, die ihr Leben mehr als chaotisch gestalteten und dafür sorgten, dass sie da ankam, wo sie bis heute ist: auf der C.O.G.

C.O.G. – Club of Goofers, eine Schule die nur Freaks besuchen, so dachte Kitty damals, nur um kurz darauf schon eines Besseren belehrt zu werden. Denn anstelle von Freaks tummelte sich dort eine Reihe junger Menschen, die mit besonderen Fähigkeiten gesegnet sind und das gesamte Spektrum der Mythologie – von germanisch bis abendländisch – abdecken. Und auch Kitty ist alles andere als normal – aber was ist schon normal? Sie entstammt einer angesehenen Familie von Werkatzen, deren Aufgabe es ist, ihren Teil zum Gleichgewicht der Welt beizutragen. Eine Aufgabe, die sich schon im ersten Band als nicht ohne erwies und im zweiten Teil nun schier unmöglich zu sein scheint.

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Denn: Um die Welt ins Gleichgewicht zu bringen, muss man sich erstmal selbst im inneren Gleichgewicht befinden – eine Tatsache, die Kitty aus mehreren Gründen nur zu fremd ist, denn:

  1. Sie ist ein Teenager, und was das für das innere Gleichgewicht bedeutet, muss ja nun nicht extra erläutert werden.
  2. Sie ist das erste Mal so richtig verliebt gewesen. Ich erinnere nur an den herrlich nach trockenem Laub duftenden Glade…
  3. und das erste Mal so richtig enttäuscht worden… von wem? Das müsst ihr schon selbst rausfinden.

Unkontrollierbar brechen Kittys Kräfte über sie herein und sie selbst steckt so im Chaos ihrer Gefühle fest, dass sie sich schier selbst umbringt und nicht einmal im Ansatz daran denken kann, die Welt ins Gleichgewicht zu bringen.

Doch nicht nur Kitty ist absolut durch den Wind, auch Armand hat jegliches Gleichgewicht verloren. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, da sein Bruder – sein Gegenstück – ja ein tragisches Ende fand und nur Lysander zurückließ, seinen Sohn, um den Armand sich nun kümmern soll. Eine schmerzhafte Aufgabe, da dieser den Tod des Bruders nicht verwinden kann und bei jedem Anblick des Jungen vor Schmerz zu vergehen droht.

Eine schicksalhafte Situation, denn an dieser Stelle bringt Victoria Kitty ins Spiel, die sich um den Jungen kümmern und ihm den Start an der C.O.G. erleichtern soll. Dass sie davon nicht sehr begeistert ist, muss ich wohl nicht explizit erwähnen, aber dann…. als beide sich in die Augen schauen, passiert das Unwahrscheinliche … und nein, es entwickelt sich keine kitschige Love-Story, sondern etwas viel Größeres, Besseres und Wichtigeres.

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Schicksalhaft wird es auch rund um unsere geliebte Hängerchen tragende und leicht nerdige Nora Needle – ach wie habe ich sie vermisst – und das „Klebende Schicksal“. Ihr erinnert euch ja sicher noch an die turbulenten Ereignisse auf dem Suk am Ende von Band 1. Norma, Nora und Honora geben sich natürlich auch auf bezaubernde und charmante Weise die Ehre und wer die Nornen noch nicht kennt, der sollte doch unbedingt endlich zum Buch greifen und sie kennen lernen.

Und auch ein anderes Schicksal wird uns in Band 2 ereilen, nämlich das Schicksal unseres geliebten Erzählers, dem bezaubernden Saluki Sir Larry Oehl. Was geschah damals in der Wüste? Wie konnte aus dem angesehenen jungen Adligen ein Saluki werden, der noch dazu sprechen kann? Und warum ereilte seinen Freund Villard das gleiche Schicksal?

Diese Frage und viele weitere werden euch im zweiten Band um Kitty Kathstone beantwortet. Erste Fäden werden verknüpft, andere gelockert, neue kommen hinzu… Die Nornen haben das Ganze bestens im Griff und ehe man es sich versieht, hat man die über 600 Seiten schon fast in einem Rutsch verschlungen und sich dabei erneut in die alten und vor allem auch in die neuen Charaktere verliebt. Sonno lege ich euch dabei besonders ans Herz, diesen kleinen Kerl muss man einfach lieben! Wer es ist und was er macht? Findet es heraus J

Natürlich schläft auch die dunkle Seite nicht und geht mit neuen Vertretern ins Rennen. Und wem das Ganze noch nicht reicht, wer nicht nur der Rettung des Gleichgewichts der Welt beiwohnen und Kitty und ihren Freunden bei ihren Abenteuern über die Schulter schauen will, der sollte doch unbedingt bei Hildegards „Sweet Sixteen“ vorbeischauen. Wie oft bekommt man schon die Chance, einer jungen Walküre beim Erwachsenwerden zuzuschauen?

Ihr Lieben, Kitty Kathstone ist mir von der ersten Minute an ans Herz gewachsen und von Seite zu Seite liebe ich sie mehr. Umso trauriger macht es mich zu sehen, dass das Buch bisher so schwer zu kämpfen hat. Gebt euch einen Ruck, lest hinein und lasst euch verzaubert von einem ganz besonderen und tiefgründigen Jugendbuch, das nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern so vielseitig ist, dass es für jeden Leser etwas zu bieten hat. Wir haben wundervolle lebendige und liebevoll gezeichnete Charaktere, eine Umgebung, die zum Tagträumen einlädt und eine Geschichte, die von Mythologie bis hin zu Geschichte und Fantasy alles hat, was man sich wünscht. Viel Humor, Action und natürlich auch eine Prise Liebe geben dem Ganzen die besondere Note rund um den very british und lovely Erzählstil von Sir Larry Oehl und lassen den Leser tief in die Geschichte eintauchen. Lebensnahe Probleme, der ewig währende Kampf zwischen Gut und Böse und die Schwierigkeiten jugendlicher Abenteurer, die schlichtweg zum Erwachsenwerden dazugehören, finden genauso Erwähnung wie flotte Sprüche und tiefe philosophische Gedanken.

Ich kann euch Kitty nur ans Herz legen und wärmstens empfehlen. Aus meinem Herz möchte ich die C.O.G. und ihre Schüler nicht mehr wegdenken und ich hoffe einfach nur wahnsinnig dolle, dass Kitty liebe Leser findet und somit der abschließende Band bald auf den Weg gebracht werden wird. Ohne Kitty mag ich nicht mehr sein und ich bin sehr froh, dass ich durch Zufall in ihr Leben gepurzelt bin.

Und solltet ihr jetzt hoffentlich neugierig geworden sein, lege ich euch direkt noch unsere Blogtour zu Kitty Kathstone ans Herz, die nächste Woche beginnt und euch tief in Kittys Welt entführen wird.

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Achtung Buch: Lennard Malmqvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen von Lars Simon

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Schon als ich das Cover samt Titel sah, stand fest, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. Humor, Magie und eine fesselnde Handlung wurden versprochen und auch auf weite Sicht vermittelt. Doch worum geht es überhaupt?

Lennart Malmqvist ist ein erfolgreicher Unternehmensberater, der weitestgehend – sieht man einmal von der juckreizauslösenden Liebesallergie ab –  zufrieden seinem Tagewerk nachgeht. Er lebt in einem gemütlichen Haus in Göteborg, in dessen Erdgeschoss sich ein Zauberei- und Scherzartikelladen befindet. Mit dessen Besitzer Buri Bolmen versteht sich Lennard ebenso gut wie mit seiner italienischen Nachbarin Maria, die ihn und den Rest des Hause mit kulinarischen Hochgenüssen verwöhnt und dazu gern laute Arien der italienischen Operngrößen zum Besten gibt. Eine fast perfekte Idylle, würde man meinen. Aber eben nur fast. Denn eines Tages stirbt Buri Bolmen auf mysteriöse Weise, ein gruseliger Leierkastenmann verfolgt Lennart bis in seine Träume und zu guter Letzt verliert er noch in einem wichtigen Meeting die Gewalt über seine Stimme und somit den wichtigsten Firmenvertrag aller Zeiten. Doch eine neue große Aufgabe wartet schon auf Lennart: Wie er von einem Notar erfährt, hat Buri ihm den Lasen samt Mops Bölthorn vererbt, der bei Gewitter zu sprechen beginnt. Ein skurriles Abenteuer und eine besondere Freundschaft nehmen ihren Lauf…

Die Geschichte entspricht genau ihrem witzig-skurrilen Cover. Simon nimmt den Leser von der ersten Seite an mit in sein magisches Abenteuer, das nicht an wenigen Stellen massiv die Lachmuskeln strapaziert. Schon allein die Darstellung des leicht adipösen und stark sabbernden und röchelnden Mopses ist allzu köstlich und in Mischung mit den herrlich lockeren und komischen Dialogen unschlagbar. Ebenso die Darstellung der einzelnen Charaktere: Herrlich erfrischend und lebendig lernen wir Maria kennen, die italienische Seele des ganzen Hauses, die nicht nur mit fabelhaftem Essen Herz und Seele jedes einzelnen Bewohners zusammenhält, sondern eher wie eine „Mamma“ zu allen ist. Dazu Lennart, eigentlich ziemlich durchschnittlich und doch so besonders, wie er erst nach dem Tod Boris – den ich übrigens sehr fernmehr kennengelernt hätte – erfährt. Magisch ist er, aber keinesfalls in Magie geschult oder ausgebildet.Vielmehr muss er im „Selbststudium“ beginnen, die Geheimnisse zu lösen, die er sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt hätte. Aber erstens kommt ja alles anders, und zweitens als man denkt. Zur Magie kommen noch der magische Mops und Beschützer Bölthorn sowie eine orakelnde Keksdose deren Geheimnisse es zu entschlüsseln gilt, was – unter uns gesagt – stellenweise zum Brüllen komisch ist.

Und schon sind wir mitten im Strudel der spannenden Geschehnisse dieses ersten Bandes einer spannend-komischen Trilogie aus dem Hause dtv. Freund wird Feind, die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen mehr und mehr und mitten im Zentrum stehen ein noch immer relativ ratloser Lennart samt magischem Mops Bölthorn, die sich mutig ins Abenteuer stürzen, dessen Fortsetzung hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt. Viele Handlungsstränge wurden aufgeworfen, wenige abgeschlossen, was in Anbetracht der Folgebände nicht schlimm ist, sondern viel mehr Lust auf das Weitere macht.

Ein sehr gelungener und erfrischender Lesegenuss, der mit Humor, Fantasy und sehr charmanten Charakteren zu punkten versteht!

 

Achtung Buch: Die Seiten der Welt „Blutbuch“ von Kai Meyer

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Eine Weile ist es nun schon her, seit das „Blutbuch“ im Fischer Verlag das Licht der Welt erblickt hat. Warum ich es jetzt erst bespreche, fragt ihr euch sicher. Aus mehreren Gründen: Der erste ist mein neuer Job, der mich so auf Trab hält, dass ich mir nicht nur einmal das Bookboard gewünscht habe, um meine Wege zu verkürzen – von Lesezeit ganz zu schweigen. Der zweite Grund wiegt natürlich noch viel schwerer – zumindest aus buchiger Sicht: Das „Blutbuch“ ist der dritte Band aus der Reihe um Kai Meyers „Seiten der Welt“ und somit das Finale. Finale bedeutet immer etwas Endgültiges, einen Abschluss und auch einen Abschied von den geliebten Charakteren, die man mehrere Jahre lang begleitet hat, mit denen man gelacht und gelitten hat. Wie man die Monate bis zum Erscheinen des Folgebandes gehibbelt hat, weil man kaum erwarten konnte, wieder tief in die „Seiten der Welt“ einzutauchen. Dazu noch die tollen Aktionen des Verlags, die uns Lesern die Welt rund um Libropolis und seine Einwohner, Gauner, Schurken, Kämpfer des Friedens und Freunde noch nähergebracht und unsere Fantasie so richtig zum Kochen gebracht haben. All das soll nach dem Finale nun vorbei sein…

Ich gebe zu, ich wollte nicht, dass die Reihe endet. Zu viel habe ich mit Furia und ihren Freunden erlebt. Vom ersten Moment an war ich tief in der Welt der Bibliomantik gefangen, lernte Tintlinge, die gefürchteten Ideen, die Kämpfer des Widerstands und viele mehr kennen. Ich erfuhr, was Gut und Böse ist und auch, dass Böse zu Gut und Gut zu Böse werden kann, dass Schein oft mehr ist als Sein, aber auch zu Sein werden kann. Wilde Exlibri wurden zu treuen Freunden, der einzigartige Duft von gespaltenen Seitenherzen lag allerorts in der Luft, während der Fischer Verlag uns einlud, ein Bookboard zu besteigen und so die Refugien aus luftiger Höhe zu erobern.

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Die Liebe zum Buch, zum Wort und auch die Macht des geschriebenen Wortes wurden in jedem Satz, auf jeder Seite deutlich. Die Phantasie Kai Meyers ist dabei einfach unschlagbar – ein wahrer Großmeister der Phantastik. Er erschafft literarische Welten, die vor dem inneren Auge des Lesers zum Leben erwachen. Welten in einer absoluten Vollendung geschrieben, mit einer eigenen Geschichte ausgestattet, die ausgeklügelter und in sich schlüssiger nicht sein könnte. Einer Geschichte, die niedergeschrieben wurde und somit erst zur Realität wurde und den eigentlichen Stein ins Rollen brachte. Mir soll an dieser Stelle verziehen sein, dass ich mir die Details zum Inhalt des Buches spare. Wer die ersten beiden Bände der Reihe gelesen hat, wird den dritten Band schon lange herbeigesehnt haben, und für diejenigen, die die ersten beiden Teile nicht kennen, wird der dritte Band einer Trilogie wohl kaum von inhaltlicher Relevanz sein.

Doch zurück zur Geschichte: Drei Bände brauchte es unbedingt, um sie zu erzählen, zu schreiben und auch, um sie umzuschreiben. Die „Seiten der Welt“ als fulminante Ouvertüre, die uns in die Welt Furias und der Bibliomantik entführte, „Nachtland“ als eine Art Entwicklungsroman, in dem sich Charaktere entfalten konnten, sich neue Wege auftaten, neue Wege begründet wurden und in dem ganz neue Refugien entdeckt wurden. Bestehendes wurde hinterfragt, Gewohntes verändert oder umgestürzt, eine merkliche Aufbruchsstimmung in eine neue Zeit war spürbar geworden. Und nun das „Blutbuch“ als episches Finale. Blut, der Stoff des Lebens, Blut als Symbol der Zugehörigkeit zu einer Familie oder/und der Verbundenheit. All diese Aspekte spielen in gewisser Weise eine wichtige Rolle.

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Jedem einzelnen Charakter wurde eine bestimmte Rolle zuteil, er entwickelte sich weiter, musste über sich hinauswachsen und sich seinem persönlichen Schicksal stellen. Nicht selten gingen diese Entwicklungsprozesse mit Schmerz und Leid einher, jedoch liegt die Betonung auch stets auf den Werten der Freundschaft und Loyalität. Am Ende laufen alle Fäden zusammen, man versteht, warum alles so kam wie es kommen musste. Doch bis zu diesem Moment erlebt man ein wahrlich episches Finale in den Tiefen der Seiten der Welt. Furia, Isis und Cat sind meine definitiven Favoritinnen des Buches, was nicht bedeutet, dass die anderen Charaktere nicht genauso gut gezeichnet sind. Jeder einzelne strotzte vor Komplexität, Lebendigkeit und einer eigenen Persönlichkeit, die bis ins kleinste Detail ausgefeilt wurde. Dabei bleibt auch die eigene Person – die Person des Autors – nicht außen vor. Schonungslos stellt er seine Rolle infrage, zeigt indirekt auf, welche Macht das geschriebene Wort hat und übt auch ausreichend Kritik.

Man kann nur sagen, dass Kai Meyer ein absolutes Gesamtkunstwerk gelungen ist: Eine Hommage an das geschriebene Wort, eine Welt, in die man eintaucht, in die man sich verliebt, die man tief inhaliert und die man nicht mehr missen möchte. Eine Welt, in der die Geschichte um Furia in Ende fand, die aber so komplex aufgebaut ist, dass am Ende die Hoffnung auf neue Abenteuer in den Refugien bleibt und wir dem einen oder andren liebgewonnenen Charakter doch noch einmal über den Weg laufen werden. Definitiv wurden die „Seiten der Welt“ zu meinem Seelenbuch, das mit all seiner Bibliomantik mein Seitenherz gespaltet hat. Danke dafür, danke für ein buchiges Wunder, lieber Kai!

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achtung buch: das lied des eisdrachen von george r. r. martin

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Gemeinsam mit ihrem Vater und ihren Geschwistern lebt Adara ein meist zufriedenes Leben, wenn da nicht die Tatsache wäre, dass sie komplett anders ist als ihre Geschwister. Während die anderen die Frühlingssonne und die Wärme genießen, zieht sich das Mädchen zurück und sehnt sich nach der Kälte. Denn: Sie ist ein Winterkind, geboren in der kältesten Nacht seit Menschengedenken.

Ihre Freunde sind die Kälte, die Eisechsen und ein kristallblauer Eisdrache – ein Vertreter der gefürchtetsten Kreaturen überhaupt. Doch er fasst Vertrauen zu dem Mädchen. Und als eines Tages feindliche Drachenkämpfer Adaras Heimat bedrohen, ist es die einzigartige Freundschaft zwischen dem Eisdrachen und dem Winterkind, die das Leben von Adaras Familie zu retten vermag…

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George R. R. Martin, ein Name der Großes verheißt. Nicht umsonst wird er überall als der Großmeister der Fantasy bezeichnet. Vor allem bekannt geworden durch sein Meisterwerk „Das Lied von Eis und Feuer“ und die dazugehörige Serienfassung „A Game of Thrones“, gelingt es ihm, die Menschen in seinen Bann zu ziehen.

Mit „Das Lied des Eisdrachen“ wendet er sich einer ganz anderen Zielgruppe zu, nämlich den Kindern. Und auch diese versteht er meisterhaft zu verzaubern. Bildgewaltig und voller Phantasie schuf er hier eine Welt des Eises, die voller Gefahren, aber auch voller Schönheit steckt. Untermalt wird dies noch durch eine Vielzahl wundervoller Illustrationen von Luis Rayo, die den Leser tief in den wundervollen Winterzauber eintauchen lassen.

Doch es ist nicht nur eine schöne Geschichte, die erzählt wird. Vielmehr präsentiert uns Martin eine Welt voller Botschaften wie Toleranz, Mut, Loyalität und Tapferkeit. Adara ist keinesfalls eine typische Protagonistin, muss sie sich doch als „kaltes Mädchen“ unter den warmen Geschwistern bewähren und immer um die Liebe des Vaters kämpfen. Letztendlich wird sie, die Andere, zur Retterin und die meist gefürchtete Kreatur zu ihrem Helfer.

Wundervoll geschrieben und ein kleines Meisterwerk für junge Leserherzen, das zu verzaubern vermag. Sogar mich als große Leserin hat es sofort gehabt. Tief habe ich die Schönheit des Winters inhaliert und so manch kühlen Windhauch wie das Flügelschlagen des Drachen beim Lesen zu spüren geglaubt, während ich voll und ganz in Adaras Geschichte versunken war, die von Andreas Helweg so schön ins Deutsche übertragen wurde.

Ein Muss für jeden kleinen Lesefreund mit einem großen Herzen für Drachen und Abenteuergeschichten!

Mainbook-Tour – Buchvorstellungen Tag 4

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Heute geht es weiter mit einem Hauch Fantasy und Mystery. Hier stellen heute Frank Schuster und Tanja Bruske ihre beiden Romane vor. 😉 Nicht vergessen, jeder Kommentar hüpft in den Lostopf! 😉

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„Das Haus hinter dem Spiegel“ von Frank Schuster

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Eliza ist zurzeit ziemlich verdreht. Sie verwechselt links und rechts und schreibt plötzlich nur noch in Spiegelschrift, selbst ihre Klassenarbeiten. Ihre Schwester Lorina macht sich Sorgen. Ist Eliza tatsächlich in die Welt hinter den Spiegeln gelangt? Lorina schiebt alles auf ein seltsames altes Buch, das sie aus der Schulbibliothek geliehen und gelesen hat. Seitdem sieht Eliza plötzlich überall die Figuren aus dem Roman zum Leben erwachen: die eineiigen Zwillinge Zwiddeldum und Zwiddeldei, das lustige Eiermännchen Goggelmoggel sowie der fürchterliche Drache Zipferlake. Und was hat es mit Papas Schachspiel auf sich? Seitdem es umgekippt war und eine Elster die schwarze Königin geraubt hat, scheint die Anordnung der Figuren auf dem Brett den Lauf der Dinge zu beeinflussen. Zusammen mit dem kauzigen Mathelehrer Herr Hundsen und Herrn Ritter, dem zerstreuten Erfinder vom Dachgeschoss, machen sich die beiden Schwestern auf den Weg, um das Geheimnis hinter Elizas seltsamer Verwandlung zu ergründen …

 Das Haus hinter dem Spiegel ist ein fantastischer Roman für Jung und Alt. Gespickt mit literarischen Anspielungen auf Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ und „Alice hinter den Spiegeln“ erzählt er auf detektivische Weise die Geschichte einer Zehnjährigen, die aufbegehrt. Die Handlung kehrt sich jedoch um: Nicht das Mädchen gerät in ein Wunderland, sondern der Nonsens bricht in den scheinbar logischen Alltag ein.

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Tanja Bruske – Leuchte

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Eine uralte Legende, eine mysteriöse Zeitreise, ein historischer Held und ein Mord – das sind die Zutaten, mit denen Tanja Bruske ihren Kriminalroman „Leuchte“ würzt. Der Mystery-Thriller verknüpft Fiktion und geschichtliche Tatsachen.

Die Protagonistin Lisa landet nach einem Autounfall im Jahr 1792. Im nächtlichen Wald stolpert die Studentin über eine Frauenleiche, landet unsanft in einem Brunnenschacht – und erwacht in der Vergangenheit im Hause des attraktiven Arztes Jonas Faust. Auf der Suche nach dem Mörder und nach dem Grund für ihre Zeitreise stößt Lisa auf die Legende um die geheimnisvolle Leuchte. Doch viel Zeit für Nachforschungen bleibt ihr nicht, denn während dem mutmaßlichen Mörder Prozess und  Folter drohen, fallen zudem französischen Soldaten über die Region rund um Frankfurt her – die Stunde des tapferen Schultheißen Johannes Mörschel rückt immer näher.

Die Fortsetzung von „Leuchte“ erscheint in wenigen Monaten.

achtung buch: dunkelsprung von leonie swann

Dunkelsprung

Liebe Lesefreunde,

ich habe ihn gewagt, den Sprung ins Dunkel! Und ich bereue es nicht! Ich liebe ja fantasievolle Geschichten. Und tolle Cover liebe ich auch, vor allem in Scherenschnittoptik. Das verleiht dem Ganzen immer etwas märchenhaft Verträumtes. Und genau das alles vereinte „Dunkelsprung“ von Leonie Swann schon auf den ersten Blick. Doch Moment: Nun wird es noch spannender, denn die Unterschrift des Buches lautet: „Vielleicht kein Märchen“. Traut ihr euch den Sprung zu? Dann tief durchatmen und los geht’s in eine Welt voller Wunder und Fantasie!

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Alles scheint auf den ersten Blick normal zu laufen im Leben von Julius Birdwell, naja fast. Sieht man mal davon ab, dass er aus einer Dynastie von Langfingern abstammt und von den Freunden seines verstorbenen Großvaters stets daran erinnert wird, dass er sich auf seine Aufgaben besinnen soll. Dabei ist er ein eher miserabler Taschendieb. Viel zu nervös und nicht geeignet für derlei Aktivitäten. Und eigentlich will er ja auch nur in Ruhe als Juwelier und Flohzirkusdirektor arbeiten. Schließlich ist das seine wahre Berufung.

Eines Abends wendet sich das Blatt und Julius‘ Leben wird innerhalb weniger Stunden komplett auf den Kopf gestellt: Nach einer turbulenten Flucht vor den Gesellen seines Großvaters, bei dem Julius fast ertrunken wäre, vergisst Julius seine Flöhe im Treppenhaus, die daraufhin einen schmerzlichen Kältetod erleiden. Vage erinnert er sich, dass ihn unter Wasser etwas gerettet hat. Doch was war es? Eine Nixe! Und sie schlug ihm einen Handel vor: Sein Leben, wenn er ihre Schwester retten würde. Doch wo findet man eine verschwundene Nixe? Eine Frage, die ihn genau in die Arme des Detektivs Frank Green führt.

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Neben der Nixengeschichte leidet Birdwell aber nach wie vor schrecklich unter dem Verlust seiner Flöhe. Er macht sich auf die Suche nach neuen Gefährte, doch nirgends lassen sich welche aufspüren. Genau in diesem Moment tritt die junge, wunderschöne aber mysteriöse Elisabeth Thorn in das Leben des jungen Mannes und erweckt seine Flöhe zu neuem Leben. Damit beginnen die eigentlichen mysteriösen Geschehnisse im Buch, die schon der Klappentext des Buches perfekt zusammenfasst:

„Ein Magier wird ohnmächtig, eine alte Dame macht sich in einem gestohlenen Lastwagen davon, ein Detektiv mit Konzentrationsstörungen findet zu einem ungewöhnlichen Haustier, und Julius sieht sich auf einmal mit existentiellen Fragen konfrontiert: Wie befreit man eine Meerjungfrau? Wie viele Flöhe passen auf eine Nadelspitze? Und warum ist das Leben trotz allem kein Märchen? Julius bleibt nichts anderes übrig, als sich weit über den Tellerrand seiner Welt hinauszulehnen und den Sprung ins Unbekannte zu wagen. Ein phantastisches Abenteuer beginnt …“

Mehr soll zur Handlung auch gar nicht gesagt werden, denn dieses Buch muss man erleben und tief in sich aufsaugen!

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Leonie Swann ist mit „Dunkelsprung“ eine wundervolle Geschichte gelungen, in der die Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit auf fast jeder Seite verwischen. Sie lädt den Leser auf eine märchenhafte Reise ein, die nicht nur einmal zum Träumen verleitet. Zum einen gelingt ihr das durch die wundervollen Figuren, die sie erschaffen hat. Wir treffen auf den Flohartisten Birdwell, den zerstreuten Detektiv Greene und auf Rose und Emilie. Allesamt Menschen, die ihre Geheimnisse haben und diese auch gut versteckt halten. Dann haben wir den Magier Fawkes, das Legulas, Elizabeth und viele andere Fabelwesen, Nixen, Drachen, eine Schneckenfrau die die Fantasie des Lesers stets aufs Neue herausfordern und ein wahnsinniges Kopfkino beim Lesen hervorrufen. Wundervoll lebendige und liebevoll gezeichnete Charaktere sind es, deren Weg man nur zu gern verfolgt und die man genauer kennen lernen möchte.

Dazu kommt die Handlung, die so wundervoll skurril ist, das man am Liebsten nicht mehr auftauchen möchte, bevor man die einzelnen Zusammenhänge begreift und herausgefunden hat, wie die einzelnen Charaktere im Zusammenhang stehen. Man fühlt sich teilweise, als würde man in einem tiefen Traum stecken, ein wenig wie in Alice im Wunderland, als Alice einschläft und sich auf einmal in der zauberhaften Welt des Wunderlands wiederfindet, nachdem sie dem Weißen Kaninchen in seinen Bau gefolgt ist. Hier ist es Birdwell, der Thorn folgt und damit den ersten Schritt in Richtung seines bisher wohl größten Abenteuers macht.

„Noch vor einer Woche war er ein erfolgreicher und halbwegs anständiger Juwelier und Flohzirkusmeister gewesen, und jetzt provozierte er Gangster, die sein Haus beschatteten,und war in eine Fehde zwischen einer gehörnten Frau und einem dubiosen, vermutlich hunderte von Jahren alten Schausteller verwickelt. Da stimmte doch irgendwas nicht!“ (S. 162)

Und wie da etwas nicht stimmt! Fantasie und Realität prallen aufeinander und vermischen sich. Man wünschte sich teilweise, dass man selbst bei diesem Abenteuer Birdwells dabei sein könnte. Doch nicht nur die Charaktere sind dafür verantwortlich, sondern auch das wundervolle Umfeld der Geschichte. Eigentlich ist sie in der heutigen Zeit angesiedelt, bekommt aber durch die Zaubershow, durch Birdwell und Fawkes und die Fabelwesen und anderen Charaktere auch deutliche Züge der früheren Zeit, des letzten Jahrhunderts. Man träumt sich in die Vergangenheit, als die Illusionisten ihre goldene Ära hatten, als die Menschen dem Zauber des Unbekannten erlegen waren.

So geschieht es auch mit den Schauplätzen des Romans. Zum einen erleben wir das London Birdwells, Verfolgungsjagden, die Sitzungen bei Green, das normale Leben eben, wenn man von den gelegentlichen Besuchen von Fabelwesen absieht. Doch dann führen die Ermittlungen und die Suche nach der Nixe Birdwell und Green nach Yorkshire in eine verwunschene Villa. Dort scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Man fühlt sich ein wenig, als wäre man bei Jane Austen zum Tee geladen. Fließend kommt man von der Realität in einen wahren Zauberwald.

„Der Pfad führte ihn auf gewundenen Wegen durchs Unterholz, hin und her, unschlüssig, achtlos und scheinbar ohne Ziel. Rings herum lauerte das Grün, schön, aber trügerisch. Julius musste sofort an all die Märchen denken, in denen man auf keinen Fall vom Weg abkommen durfte. Und wenn schon! Julius hatte nicht vor, vom Weg abzukommen. Weiter![…]. Das Haus musste irendwo im Dickicht auf der Lauer geleen habe, denn es stand ganz plötzlich und ohne Warnung vor ihnen, mitten im Wald, eine stattliche Villa mit hohen Fenstern, einer Veranda und weißen Säulen, von denen der Putz bröckelte.“ (S. 188 & 190)

Diese Villa wird zum Symbol des märchenhaften Lebens, quasi zum direkten Gegenpol des Treibens in der Stadt. Ein wundervoller Kontrast, den Swann hier geschaffen hat. Auch der Schreibstil lässt keine Wünsche offen: humorvolle Passagen treffen auf nachdenkliche Phasen und werden gekrönt von wundervollen bonmots. Was will der Leser mehr? Die Lösung, warum das alles kein Märchen ist? Vielleicht bekommt er ja einen Denkanstoß durch die Schneckenfrau?

Das ist kein Märchen! Plötzlich verstand Green, was die Schneckenfrau ihm damit hatte sagen wollen. Im Märchen wurde einem von allen Seiten geholfen. Feen und weiße Zauberer und hilfreiche Wesen tauchten aus der Versenkung auf und lösten alle Probleme. Im wahren Leben hingegen halfen einem höchsten Verkäufer und Herrenausstatter, und die wollten für ihre Dienste entlohnt werden. Man musste die Dinge selbst in die Hand nehmen, Wunderwesen oder nicht! (Seite 329)

Alle Charaktere entwickeln sich im Roman weiter und am Ende wird das anfangs etwas komplex anmutende Handlungsgeflecht auf wundervolle Weise aufgelöst. Alles, was zu Beginn etwas verwirrend schien, findet seine Berechtigung und die Story findet nahezu auf der letzten Seite einen wunderbar gelungenen Abschluss. Sogar die Liebe kommt nicht zu kurz, denn, wie schon Cole Porter sagte (und Swann im Vorwort andeutet):

And that’s why birds do it, bees do it
Even educated fleas do it
Let’s do it, let’s fall in love
(Cole Porter – Let’s do it)

Von mir gibt es eine klare Empfehlung für diesen tollen Roman. Er lädt zum Träumen ein und hält, was er verspricht! „Dunkelsprung“ – mehr als ein Flohname. Denn jeder Charakter ist angehalten, den Sprung ins Ungewisse zu wagen, was man unweigerlich als Denkanstoß oder Moral für das eigene Leben betrachten kann! Man muss manchmal einfach etwas riskieren, um im Leben voranzukommen. Ich kann euch nur ans Herz legen, den Sprung in dieses Buch zu wagen! Ihr werdet es nicht bereuen!

Dunkelsprung beim Goldmann-Verlag