Tag-Archiv | Kurzgeschichten

Achtung Blogtour: Die Bücherkatze von Eva Berberich

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Es ist Blogtourzeit bei den #siebenaufeinenstreich. Und es ist nicht irgendeine Blogtour, nein, es ist unsere Weihnachtsblogtour. Im Idealfall gibt es ja im Jahr keine besinnlichere und entspanntere Zeit als eben die Weihnachtszeit. Im Realfall sieht es jedoch meist genau anders aus: Der Alltag reicht der Suche nach dem perfekten Geschenk die Hand, während im Kopf die imaginären To-Do Listen der Vorweihnachtstage notiert werden. Von „Stiller Nacht“ bleibt da am Ende erstmal nicht viel, bis dann hoffentlich doch am Ende alle gemütlich beisammen sitzen und das Jahr in Ruhe im Kreis der Lieben ausklingen lassen können.

Ganz anders machen das doch die Hauptakteure in der wundervollen Geschichtensammlung, die wir euch in den nächsten Tagen näherbringen wollen. Alle zusammen von gar samtpfotiger Natur, nehmen sie uns mit durch ihre verschiedenen Lebensbereiche. Der ganzen Bande voran steht die Bücherkatze. Was eine Bücherkatze ist, fragt ihr euch jetzt sicher. Vielleicht ist es genau die Katze, die immer sanft an der Seite eines Autors schnurrte, bis dieser beschloss, ihr in einem Buch ein ewiges Zuhause zu schenken? Auf jeden Fall ist sie die Freundin der Sternenkatze. Auch eine gar besondere Erscheinung. Im Himmel lebt sie, für ein – so die Wissenschaftler – richtiges Sternbild zu unwichtig, inmitten großer und kleiner Bären, den Tierkreiszeichen und den anderen leuchtenden Gesellen. Ganz und gar nicht unsichtbar ist sie aber für die Katzenfreunde, die mit vollstem Herzen die sanften Geschöpfe als Begleiter in ihrem Leben sehen…

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Dies sind nur zwei der vielen Katzen, die uns durch das wunderbare Buch von Eva Berberich begleiten. Gemeinsam mit der Katze eines Wissenschaftlers erleben wir den großen Durchbruch, wir begleiten Adam und Eva durch eine besondere Neuauflage der Schöpfungsgeschichte, lernen viel Neues über die ägyptische Katzengottheit Bastet. Von Friedhofskatzen geht es weiter zu päpstlichen Katzen, bevor mit Pfoten und Schatten gespielt und eine Botschaft zum Schluss ganz laut und deutlich erklingt:

Das Glück ist eine Katze!

Ein Fazit, dass sich aus jeder einzelnen der 23 Kurzgeschichten ziehen lässt. Über knapp 300 Seiten hinterlässt die Katze ihre Spuren, die Katze als unbekanntes Wesen, das sich durch alle Zeiten schnurrt und scheinbar allwissend auf den Menschen herabblickt. Unbekannte und sagenumwobene Orte hat sie gesehen, alle Epochen der Geschichte durchlebt, nur um auf ewig eins zu bleiben: ein treuer Gefährte der Menschen, die sich ihrer als würdig erweisen.

Ihr seht, ich halte mich sehr bedeckt was den Inhalt des Buches angeht. Aber mehr als das Geschriebene sollt ihr an dieser Stelle auch nicht erfahren. Ihr müsst dieses Buch schon selbst in die Hand nehmen, die kätzische Magie spüren, die jede einzelne Geschichte versprüht. Ein Klang so leise und poetisch, dass er schon fast an das Schnurren einer Katze erinnert. Poesie trifft Philosophie. Kein Buch, das man in einem Rutsch verschlingen sollte. Vielmehr sollte man die Geschichten genießen, ausgewählt, jede ganz nach der persönlichen Stimmung. Denn jede Geschichte enthält ihre persönliche Botschaft und berührt den Leser auf eine besondere Art und Weise. Sie stimmt nachdenklich, beruhigt, entlockt ein Schmunzeln oder weckt den Leser auf. Genauso, wie es eine Katze tun würde, die auf sensible Art versteht, die Stimmung der Menschen zu erkennen und sich auf diese einzustellen.

„Und die Welt hebt an zu schnurren, triffst du nur das Zauberwort.“

Lasst uns gemeinsam in eine Woche rund um die Bücherkatze starten, lauscht auf das leise Schnurren, das uns besonders in der besinnlichen Zeit ganz laut und beruhigend erscheint, taucht ein in die Welt von Eva Berberich und schleicht euch auf Samtpfoten an die Geschichten an, um sie zu schnappen, festzuhalten und einfach an einem ruhigen Platz zu genießen. Mich hat die Bücherkatze verzaubert und ich bin sicher, dass sie das mit euch genauso tun wird.

Bei uns geht es in den nächsten Tagen so weiter:

12.12.17:        Scatty’s Bücherblog
Die Geschichte der Katze

13.12.17:        Zwiebelchens Plauderecke
Berühmte Katzen und ihre Herrchen/Frauchen

14.12.17:        Irve liest
Das Sternenbild Katze

15.12.17:        Das Niliversum
Das Glück ist eine Katze/Auf dem Regenbogen

16.12.17:        Bücherstöberecke
Covergestaltung

17.12.17:        Lesende Samtpfote
Interview mit der Autorin

19.12.17:        Auslosung und Gewinnspiel auf allen Blogs

20.12.17:        Individuelle Vorstellung der „Bücherkatze“ auf den Blogs

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GEWINNSPIEL
Wir verlosen unter allen Teilnehmern der Tour drei Exemplare von der „Bücherkatze“.
Es gibt allerdings ein paar Bedingungen, um am Ende wirklich im Lostopf zu landen:

Ihr müsst jeden Tourbeitrag kommentieren. Am Ende des Beitrages findet ihr eine Übersicht, in der alle Beiträge verlinkt werden.
Außerdem wird in jeden Beitrag je ein Wort eingebaut und farbig markiert. Wenn ihr alle Wörter gefunden habt, ergeben diese einen Lösungssatz. Diesen sendet ihr bitte per Mail an: Niliversum_Verlosung@web.de
Zeit um alle Beiträge zu besuchen und zu kommentieren, sowie den Satz zu schicken, habt ihr bis Dienstag den 19. Dezember 2017 um 23:59 Uhr.
Der Gewinner wird dann auf den Blogs veröffentlicht.
Viel Glück!

Teilnahmebedingungen fürs Gewinnspiel:
• Wer darf teilnehmen? Minderjährige nur mit schriftlicher Erlaubnis der Eltern, nur Teilnehmer aus Deutschland. Teilnehmer aus dem Ausland sind ebenfalls zugelassen, sofern diese das Porto selbst tragen.
• Die Gewinner werden ausgelost und stimmen durch ihre Teilnahme zu, namentlich auf den teilnehmenden Blogs genannt zu werden.
• Die Verlosung beginnt am 13.11.2017 und endet auch am 21.11.2017 um 23:59 Uhr.
• Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
• Eure Daten werden ausschließlich für das Gewinnspiel und den Versand benutzt und danach gelöscht.
• Eine Haftung für den Versand ist ausgeschlossen.
• keine Barauszahlung möglich
• Meldet sich der Gewinner auf unsere Nachricht nicht innerhalb von 7 Tagen nicht, wird neu ausgelost.

 

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Achtung Buch: Pariser Symphonie von Irène Némirovsky

Pariser Symphonie von Irene Nemirovsky

Pariser Symphonie von Irene Nemirovsky

Paris – du schönste Stadt der Welt. Du Stadt, die nie schweigt, die ihre Geschichte in jedem Stein gefangen hat. Du Stadt, in der jeder Ort eigene Geschichten zu erzählen hat. Man muss nur die Augen schließen und genau zuhören, dann hört man ihre Melodie: Die Schnelllebigkeit der Stadt in einem feurigen Allegro, abgelöst von einem langsamen Andante und Adagio, die einem durch die Sinne streifen, wenn man durch die ruhigen Seitenstraßen und Parks flaniert, die tanzartigen Scherzi der jungen Frauen, die im typischen Stil durch die Stadt zu schweben scheinen und schließlich ein fulminantes Allegro vivace, das in einem schallenden Crescendo mündet, bevor es im pianissimo verhallt und nun noch einen Hauch der Pariser Luft in der Nase zurücklässt. Eine wahre Symphonie, Symphonie einer Stadt – Pariser Symphonie!

Ein Buch, dessen Cover mich schon verzauberte und das durch einen wundervollen Zufall in meinen Besitz kam. Denn da mir der Messebesuch auch dieses Jahr leider verwehrt blieb, hatte der liebe Arndt von AstroLibrium mal wieder seine Augen und Ohren für mich offen gehalten, kennt er doch meinen Leseschwerpunkt Paris zu gut. Schon flatterte eine Leseprobe bei mir zu Hause ein und ich freute mich, als er mir sagte, dass er dieses Buch gern mit mir gemeinsam lesen möchte. Arndt und Paris? Ja, hat mich verwundert, aber auch sehr gefreut, denn das macht gemeinsames Lesen aus: sich von Lesebegleitern auf fremdes Terrain entführen zu lassen, neue Horizonte erkunden und sich darüber auszutauschen. Und ein reger Austausch wurde es.

Forrest Gump sagte einst: „Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel. Man weiß nie, was man bekommt.“ Und genau dieser Spruch passt auf die „Pariser Symphonie“. 12 Kurzgeschichten vereint die Autorin in ihrem Buch. Kurzgeschichten. Keine abgeschlossene Geschichte. Ein Lesewagnis für Arndt, der eigentlich nie Kurzgeschichten liest und ein Abenteuer für mich, da ich sehr gespannt war, was sich hinter dem verträumt-malerischen Cover verbergen wird. Und es waren definitiv keine verträumt-romantischen Geschichten.

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Momentaufnahmen und Lebenszeugnisse waren es. Einzelschicksale, die den Leser episodenhaft in ihre Fänge zogen. Allesamt geprägt von einer immensen Sehnsucht, die auch den Leser von der ersten Seite an tief in ihren Bann zog und ihn in einer tiefen Melancholie zurück ließ. Sehnsucht nach dem Vergangenen, wie in der ersten Geschichte „Geister“, in der der frühere Wohnsitz der Mutter die Geister der Vergangenheit heraufzubeschwören scheint und dunkle Familiengeheimnisse zu enthüllen droht. Vergangenheiten, mit denen man nie richtig abschließen konnte, die sich tief ins Herz gebrannt haben und das jetzige Leben noch immer stark prägen.

Sehnsucht nach der Liebe findet man in verschiedenen tiefen Formen. Die Liebe des Soldaten zu seiner jungen Frau, die ihn bis zum Tode die nötige Kraft und Hoffnung gibt. Doch kann seine junge Frau diese Liebe so innig erwidern oder wird sie doch vom Leben eingeholt? Liebe, die vorbestimmt war und doch nie ihre Erfüllung fand. Liebe, die Schmerz mit sich brachte. Liebe, die abgelehnt wurde aus Angst vor dem Leid, das mit ihr einhergehen könnte.

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Les chances perdues – verlorene Chancen, amour et fortune – Liebe und Glück, la douleur – der Schmerz: Alles Worte, die ihre tiefe Bedeutung in Némirovskys Buch finden und dieses nachhaltig prägen. All dies vor der nur knapp umrissenen Kulisse des Paris der Vorkriegszeit, dessen drohenden Schrecken man teilweise schon unterschwellig brodeln spüren kann. Paris als Schauplatz, der nur eine sekundäre Rolle spielt und der dennoch in jeder Geschichte gegenwärtig ist. Ein Schauplatz für viele einzelne Schicksale deren Facetten die Autorin in einer wundervollen sprachlichen Vielfalt und mit stilistischem Zauber festzuhalten vermag. Auch wenn man die Geschichten gelesen hat, leben diese Charaktere im Leser weiter und man ertappt sich oft dabei, wie man sich darüber Gedanken macht, wie es ihnen ergangen wäre, wenn dies oder jenes anders gelaufen wäre…

Ein Buch, das nicht nur mit dem schönsten Cover punkten kann, sondern dass auch noch auf eine vielseitige Art und Weise mit seinem Inhalt überzeugen kann. Man findet keine Pariser Romantik, dafür aber eine Fülle von Nahaufnahmen, die einen wie Blätter im Wind umwirbeln, sich ins Herz einnisten und zum Nachdenken und Reflektieren einladen. Dies kombiniert mit dem tiefen Austausch mit Arndt machte das Lesen zu einem besonderen Erlebnis. Lesewelten und Interessengebiete trafen aufeinander und verliehen dem Lesen eine ganz neue Tiefe. Und ich kann jetzt schon versprechen, dass es weder das letzte Buch von Némirovsky gewesen ist, das wir gemeinsam gelesen haben, noch dass es der letzte gemeinsame Besuch in Paris war! Und wer wissen will, wie Arndt über das Buch denkt sei herzlich zu einem Besuch HIER eingeladen!